Markus G
Zuletzt aktualisiert am: 28. Juni 2026
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Rendite (auch Kapitalertrag) bezeichnet den prozentualen Ertrag einer Geldanlage pro Jahr – also das Verhältnis zwischen erzieltem Gewinn und eingesetztem Kapital. Sie umfasst Kursgewinne, Dividenden und Zinsen. Formel: Rendite = [(Endwert – Anfangswert + Ausschüttungen) / Anfangswert] × 100 %. Die Rendite ist somit die zentrale Kennzahl zum Vergleich verschiedener Geldanlagen.
Diese eine Zahl – die Rendite, auch Kapitalertrag genannt – entscheidet über den langfristigen Erfolg jeder Geldanlage. Wer sie versteht, kann verschiedene Investments sinnvoll vergleichen, realistische Erwartungen entwickeln und kostspielige Fehler vermeiden. Wer sie nicht versteht, kauft häufig das Falsche – zu teuer, zu riskant oder mit falschen Erwartungen.
Dabei gibt es nicht die eine Rendite: Es gibt Nominalrendite und Realrendite, Bruttorendite und Nettorendite, Dividendenrendite und Mietrendite, historische Rendite und erwartete Rendite – und jede davon erzählt eine etwas andere Geschichte über den tatsächlichen Kapitalertrag. Dieser Ratgeber (Stand Juni 2026) erklärt alle relevanten Renditemaße, zeigt wie sie berechnet werden, liefert historische Vergleichsdaten und gibt konkrete Orientierung für realistische Renditeerwartungen.
Robo-Advisor wie Scalable Capital, Quirion oder Whitebox nutzen genau diese Kennzahlen, um Portfolios transparent zu verwalten – und machen damit professionelles Renditemanagement auch für Privatanleger zugänglich.
Die Rendite zeigt, wie viel Gewinn oder Verlust mit einer Geldanlage erzielt wurde – ausgedrückt in Prozent pro Jahr. Als Kapitalertrag rechnet sie alle Ertragsquellen zusammen: Kursgewinne beim Wertanstieg der Anlage, laufende Einnahmen wie Dividenden bei Aktien oder Zinsen bei Anleihen sowie eventuelle Währungseffekte bei Investments in ausländischen Währungen.
Dieser Wert dient zwei wichtigen Zwecken: Erstens lässt sich rückblickend prüfen, ob sich eine Investition gelohnt hat. Zweitens hilft sie bei der Planung zukünftiger Investments. Im Capital Asset Pricing Model (CAPM) von William Sharpe (Nobelpreis 1990) spielt die erwartete Rendite zusammen mit dem Risiko die Hauptrolle bei der Bewertung von Geldanlagen.
Die Berechnung dieser Kennzahl folgt einer einfachen Logik:
Endwert minus Anfangswert, plus alle Ausschüttungen – geteilt durch den Anfangswert, mal 100:
Rendite-Formel (Kapitalertrag):
R = [(P₁ – P₀ + D) / P₀] × 100 %
R = Rendite | P₁ = Endwert | P₀ = Anfangswert | D = Ausschüttungen (Dividenden/Zinsen)
Rendite-Berechnung: Grundlegende Formel und praktisches Beispiel zur Ermittlung des Kapitalertrags
Ein Anleger investiert 10.000 Euro in den Vanguard FTSE All-World UCITS ETF (ISIN: IE00BK5BQT80). Kaufkurs: 100 Euro. Nach 12 Monaten: Verkaufskurs 110 Euro + 200 Euro Dividenden (2 % Dividendenrendite).
Berechnung: R = [(11.000 – 10.000 + 200) / 10.000] × 100 % = 12,0 % p.a.
= 10 % Kursgewinn + 2 % Dividendenrendite. Vor Kosten (TER: 0,22 % p.a.), Transaktionskosten und Abgeltungsteuer (26,375 %).
Die Nominalrendite ist die Rendite auf dem Papier – ohne Berücksichtigung der Inflation. Die Realrendite zeigt, wie viel Kaufkraft tatsächlich hinzugewonnen wurde, nachdem die Teuerung abgezogen wird.
Nur die Realrendite beantwortet die eigentlich wichtige Frage: Bin ich nach dieser Investition tatsächlich reicher?
Die exakte Berechnung erfolgt mit der Fisher-Gleichung (Irving Fisher, 1930):
(1 + Realrendite) = (1 + Nominalrendite) / (1 + Inflationsrate)
Vereinfacht: Realrendite ≈ Nominalrendite – Inflationsrate (gilt bei niedriger Inflation unter 5 %)
Berechnung der Realrendite / des realen Kapitalertrags: Vereinfachte Methode und Fisher-Gleichung im Vergleich
MSCI World: 8 % Nominalrendite | Euroraum-Inflation: 2,3 % → Realrendite exakt: 5,57 % (nicht 5,7 % wie bei der vereinfachten Subtraktion). Über 30 Jahre summiert sich dieser Unterschied zu ~5 % weniger Endvermögen.
Tagesgeld mit 3 % Nominalrendite bei 2,3 % Inflation: Realrendite nur 0,68 % – kaum mehr als Kaufkrafterhalt.
Die Bruttorendite zeigt den Kapitalertrag vor Abzug von Kosten und Steuern. Die Nettorendite rechnet alle tatsächlichen Belastungen ein. Nur die Nettorendite zeigt, was am Ende wirklich im Depot bleibt.
Nettorendite = Bruttorendite – TER – Transaktionskosten – Steuern
Genauer: r_netto = r_brutto – TER – TC – t × (r_brutto – TER – TC) | t = Steuersatz
Schritt-für-Schritt: Vom Kapitalertrag / Bruttorendite zur Nettorendite nach Kosten und Steuern
DWS Top Dividende (aktiv, DE0009848119): TER 1,45 % + Ausgabeaufschlag 5 % (~0,5 % p.a.) = 1,95 % Gesamtkosten → Nettorendite bei 7 % Brutto: 3,72 % p.a.
iShares STOXX Europe 600 ETF (passiv, DE0002635307): TER 0,20 %, 0 Euro Transaktionskosten → Nettorendite bei 7 % Brutto: 5,01 % p.a.
Ergebnis nach 30 Jahren (10.000 Euro Anfangsinvestition): Aktiver Fonds → 29.960 € | ETF → 46.062 € | Differenz: 16.102 € (+54 %) – allein durch Kosten.
Für den Vergleich von Investments über verschiedene Zeiträume ist die CAGR die korrekte Kennzahl. Sie gibt die konstante jährliche Wachstumsrate an, die zum tatsächlichen Endwert geführt hätte – unter Berücksichtigung des Zinseszinseffekts:
CAGR = (Endwert / Anfangswert)^(1/n) – 1
n = Anzahl Jahre | Wird von Morningstar, Bloomberg und JustETF zur Performance-Messung verwendet
Vergleich: Jahresrendite, Gesamtrendite und CAGR – verschiedene Renditekennzahlen im Überblick
Bei mehrjährigen Investments ist die geometrische Rendite die korrekte Kennzahl – sie berücksichtigt den Zinseszinseffekt und spiegelt den tatsächlichen Endwert wider. Das einfache arithmetische Mittel überschätzt die reale Vermögensentwicklung systematisch, sobald Jahresrenditen schwanken.
Einfaches Mittel: (R₁ + R₂ + … + Rₙ) / n → überschätzt realen Kapitalertrag
Geometrisches Mittel: [(1+R₁) × (1+R₂) × … × (1+Rₙ)]^(1/n) – 1 → zeigt tatsächlichen Vermögensaufbau
Geometrische vs. arithmetische Rendite: Welche Kennzahl den realen Kapitalertrag korrekt abbildet
Anlageklassen weisen spezifische Charakteristika des Kapitalertrags auf. Historische Daten ermöglichen realistische Erwartungen für die Portfolio-Zusammenstellung – ohne Garantie für die Zukunft, aber als solide Orientierung.
Anlagemöglichkeiten für Investoren: Überblick über verschiedene Anlageklassen und ihren Kapitalertrag
So setzen sich Kapitalerträge aus Aktienrenditen aus Kursgewinnen und Dividendenerträgen zusammen. Die Berechnung: Gesamtrendite = [(P₁ – P₀ + D) / P₀] × 100 %
Die Dividendenrendite ist eine spezifische Größe, die den laufenden Ausschüttungsertrag einer Aktie ins Verhältnis zum aktuellen Kurs setzt – unabhängig von Kursgewinnen.
Dividendenrendite = (Dividende je Aktie / Aktienkurs) × 100 %
Beispiel: Dividende 2,00 € | Aktienkurs 50,00 € → Dividendenrendite = 4,0 % brutto
Netto-Dividendenrendite: Auf Dividenden fällt in Deutschland die Abgeltungsteuer an (25 % + Solidaritätszuschlag = 26,375 %). Eine Brutto-Dividendenrendite von 4,0 % entspricht damit einer Netto-Dividendenrendite von ~2,94 %. Der jährliche Freistellungsauftrag (1.000 € Sparerpauschbetrag für Einzelpersonen / 2.000 € für Ehepaare) reduziert die Steuerbelastung bis zu dieser Grenze auf null.
Ausschüttende ETFs zahlen Dividenden regelmäßig aus. Thesaurierende ETFs reinvestieren Dividenden automatisch und erzeugen so einen stärkeren Zinseszinseffekt – sie eignen sich besser für den langfristigen Vermögensaufbau. Die Gesamtrendite (Total Return) ist bei beiden identisch, sofern die Ausschüttungen konsequent wieder angelegt werden.
Anleihen generieren Kapitalerträge durch Kuponzahlungen und Kursänderungen. Die präzisere Kennzahl ist die Yield to Maturity (YTM). Wichtig: Steigen Marktzinsen um 1 %, fallen 10-jährige Anleihen im Kurs um ~8–9 % (Duration-Effekt).
ETFs bilden den gesamten Kapitalertrag der ihnen zugrundeliegenden Indizes ab – abzüglich laufender Kosten. Nettorendite = Index-Rendite – TER – Tracking Difference. Die Total Expense Ratio (TER) misst die laufenden Kosten; die Tracking Difference zeigt die tatsächliche Performance-Abweichung vom Index.
| ETF | TER | Tracking Difference |
|---|---|---|
| Vanguard FTSE All-World UCITS ETF (IE00BK5BQT80) | 0,22 % | –0,05 % p.a. |
| Vanguard S&P 500 UCITS ETF | 0,07 % | +0,01 % p.a. |
| iShares Core MSCI World UCITS ETF (IE00B4L5Y983) | 0,20 % | –0,08 % p.a. |
| iShares Core S&P 500 UCITS ETF (IE00B5BMR087) | 0,07 % | +0,02 % p.a. |
Immobilien zählen neben Aktien und Anleihen zu den wichtigsten Anlageklassen. Der Kapitalertrag aus Immobilien setzt sich aus laufenden Mieteinnahmen und langfristiger Wertsteigerung zusammen.
Bruttomietrendite = (Jahreskaltmiete / Kaufpreis) × 100 %
Beispiel: Jahreskaltmiete 12.000 € | Kaufpreis 300.000 € → Bruttomietrendite = 4,0 %
Nettomietrendite = [(Jahreskaltmiete – Bewirtschaftungskosten) / (Kaufpreis + Erwerbsnebenkosten)] × 100 %
Bewirtschaftungskosten: ~20–25 % der Kaltmiete | Erwerbsnebenkosten: Grunderwerbsteuer + Notar + Makler
Ausgangsdaten: Kaufpreis 400.000 € | Jahreskaltmiete 14.400 € (1.200 €/Monat) | Grunderwerbsteuer Bayern 3,5 % = 14.000 € | Notarkosten ~1,5 % = 6.000 € | Makler 3,57 % = 14.280 € | Bewirtschaftungskosten 22 % = 3.168 € p.a.
Bruttomietrendite: 14.400 / 400.000 × 100 = 3,6 %
Erwerbsnebenkosten gesamt: 34.280 € (8,6 %) → Gesamtinvestition: 434.280 €
Nettomietrendite: (14.400 – 3.168) / 434.280 × 100 = 2,59 %
| Kostenart | Höhe | Hinweis |
|---|---|---|
| Grunderwerbsteuer | 3,5–6,5 % | Je nach Bundesland (Bayern 3,5 %, NRW 6,5 %) |
| Notarkosten | ~1,5 % | Kaufvertrag + Grundbucheintrag |
| Maklerprovision | 0–3,57 % | Seit 2020: Käufer max. 50 % der Provision |
| Gesamt | 5–12 % | Müssen vor Renditeberechnung aufgeschlagen werden |
Kaufpreis-Miete-Faktor = Kaufpreis / Jahreskaltmiete
Faktor 20 = ~5 % Bruttomietrendite | Faktor 25 = ~4 % | Faktor 33 = ~3 %
Richtwerte (brutto, ohne Erwerbsnebenkosten):
Faktor unter 20 (über 5 %): günstig, in deutschen Metropolen kaum noch zu finden
Faktor 20–25 (3,8–5 %): moderat, in mittelgroßen Städten noch möglich
Faktor über 30 (unter 3,3 %): teuer – in München, Hamburg, Frankfurt heute typisch (Faktoren 35–50+)
Langfristig erzielten deutsche Wohnimmobilien eine Gesamtrendite (Mietrendite + Wertsteigerung) von circa 4–6 % p.a. real (1970–2024, Quelle: Bundesbank, bulwiengesa). Direktinvestments binden erhebliches Kapital – Alternativen wie Immobilien-ETFs (REITs) bieten breite Streuung ab kleinen Beträgen.
Die Abwägung zwischen erwartetem Kapitalertrag und Risiko bildet das zentrale Konzept der modernen Kapitalmarkttheorie. Das Capital Asset Pricing Model (CAPM) beschreibt: Erwartete Rendite = risikofreier Zinssatz + Beta × Marktrisikoprämie. Höhere Kapitalertragserwartungen erfordern stets die Inkaufnahme höherer systematischer Risiken.
Die Sharpe Ratio (William F. Sharpe, Nobelpreis 1990) misst die risikobereinigte Rendite als Überrendite pro Risikoeinheit:
Sharpe Ratio = (Rp – Rf) / σp
Rp = Portfoliorendite | Rf = risikofreier Zinssatz | σp = Volatilität des Portfolios
Sharpe Ratio im Vergleich: Risikobereinigte Rendite zweier Portfolios zur Bewertung des Kapitalertrags
Diversifikation bedeutet: Wer sein Kapital auf viele verschiedene Anlagen mit möglichst geringen Wechselwirkungen verteilt, senkt das unternehmensspezifische Risiko seines Portfolios – ohne dabei die erwartete Rendite proportional zu reduzieren. Das ist das Grundprinzip der modernen Portfoliotheorie nach Markowitz.
Achtung: Diese Zusammenhänge sind nicht stabil. In Krisen wie 2008 oder 2020 fielen viele Anlageklassen gleichzeitig – Diversifikation schützt, aber nicht vollständig.
Leitzinsentscheidungen der EZB, Fed, Bank of England und SNB beeinflussen die Renditen aller Anlageklassen systematisch. Aktuelle Leitzinsen (Juni 2026): EZB 2,00 % | Fed 3,50–3,75 % | Bank of England 3,75 % | SNB 0,00 %. Wirkung auf Anleihen: Zinsanstieg +1 % → Kursverlust ~8 % bei 10-jähriger Anleihe (Duration-Effekt).
Wirkung auf Aktien: Höhere Zinsen drücken den Barwert zukünftiger Unternehmensgewinne, erhöhen die relative Attraktivität von Anleihen und verteuern Unternehmensfinanzierungen.
Inflation frisst den Kapitalertrag – gemäß Fisher-Gleichung. Moderate Inflation (2–4 % p.a.) ist für Aktien neutral bis leicht positiv. Hohe Inflation (über 6 % p.a.) schadet Aktien und besonders nominal festgelegten Anleihen erheblich. Aktien und Immobilien gelten als partielle Inflationsschutz-Assets.
Kosten sind der zuverlässigste Renditevernichter – und wirken dabei lautlos. Kostenvergleich Broker (Juni 2026):
Die Verhaltensforschung – maßgeblich geprägt durch Kahneman, Tversky und Thaler – zeigt, wie typische Anlegerfehler die tatsächliche Rendite systematisch drücken:
Robo-Advisor adressieren diese Verhaltensfallen durch Automatisierung, regelbasiertes Rebalancing und Sparplan-Strukturen – systematische Disziplin statt emotionaler Reaktionen.
Der Zinseszinseffekt (Compounding) ist das exponentielle Wachstum bei konsequenter Reinvestition von Kapitalerträgen.
Endwert = Anfangswert × (1 + r)ⁿ
Faustregel: Verdopplungszeit (Jahre) ≈ 72 / Rendite in % | Bei 7 % p.a.: Kapital verdoppelt sich alle ~10,3 Jahre
Der Internal Rate of Return (IRR) ist die relevante Rendite-Kennzahl bei unregelmäßigen Cashflows – etwa bei Immobilieninvestments, Private Equity oder Ratenkrediten. Er gibt den Abzinsungssatz an, der den Nettobarwert aller Cashflows auf null setzt: 0 = Σ[CFt / (1 + IRR)t]. In Excel: =IKV()-Funktion.
Renditeziele müssen auf Risikotoleranz, Zeithorizont und Liquiditätsbedarf abgestimmt sein. Die folgenden Erwartungen basieren auf historischen Renditen 1926–2024 – ohne Garantie für die Zukunft.
Allokation: 20 % Aktien, 70 % Anleihen, 10 % Cash
Renditeerwartung: 3–4 % p.a. nominal
Realrendite: 1–2 % p.a.
Max. Drawdown: ~–15 %
Für: Rentner, Horizont < 5 Jahre
Allokation: 60 % Aktien, 40 % Anleihen
Renditeerwartung: 5–6 % p.a. nominal
Realrendite: 3–4 % p.a.
Max. Drawdown: ~–30–35 %
Für: Mittelfristig (5–15 Jahre)
Allokation: 90 % Aktien, 10 % Cash
Renditeerwartung: 7–8 % p.a. nominal
Realrendite: 5–6 % p.a.
Max. Drawdown: ~–50–55 %
Für: Langfristig (15+ Jahre)
Benchmarking vergleicht die eigene Portfoliorendite mit relevanten Referenzindizes: DAX 40, MSCI World, MSCI ACWI, FTSE All-World. Die Alpha-Kennzahl misst die Über- oder Minderrendite gegenüber dem Benchmark: Alpha = Portfoliorendite – Benchmarkrendite.
SPIVA-Daten zeigen konsistent: 75–90 % der aktiven Fondsmanager erzielen nach Kosten über 10-Jahres-Zeiträume schlechtere Renditen als ihre Benchmarks. Die Schlussfolgerung für die meisten Privatanleger ist eindeutig: Kostengünstige Indexstrategien schlagen aktives Management mit hoher statistischer Verlässlichkeit.
Wer als Anleger die Kennzahlen Rendite und Kapitalertrag wirklich versteht, trifft bessere Anlageentscheidungen – weil er Nominales von Realem trennt, Brutto von Netto unterscheidet, Dividendenrenditen und Mietrenditen korrekt berechnet und den Zinseszinseffekt nicht unterschätzt.
Dieser Ratgeber basiert auf aktuellen Studien zu Renditeanalyse, Kapitalmarktheorie und langfristiger Performance-Messung. Alle Quellenangaben wurden mit Stand Q2 2026 verifiziert.
[1] Dimensional Fund Advisors / Dimson, Marsh, Staunton (2026): „Global Investment Returns Yearbook 2026″, Credit Suisse Research Institute – https://www.dimensional.com
[2] Sharpe, William F. (1964): „Capital Asset Prices: A Theory of Market Equilibrium under Conditions of Risk“, The Journal of Finance, 19(3), 425–442 | Markowitz, Harry (1952): „Portfolio Selection“, The Journal of Finance, 7(1), 77–91 – https://www.nobelprize.org
[3] Barber, Brad M. / Odean, Terrance (2000): „Trading Is Hazardous to Your Wealth“, Journal of Finance, 55(2), 773–806 – https://faculty.haas.berkeley.edu/odean
[4] S&P Dow Jones Indices (2026): „SPIVA Deutschland Scorecard 2025″ – https://www.spglobal.com/spdji
[5] Deutsche Bundesbank / bulwiengesa (2024): „Wohnimmobilien-Renditen Deutschland – langfristige Analyse“ – https://www.bundesbank.de
Alle Quellenangaben wurden mit Stand Q2 2026 überprüft. Dieser Ratgeber dient ausschließlich der Information und Bildung. Die Ausführungen stellen keine Anlageberatung dar. Historische Renditen sind keine Garantie für zukünftige Kapitalerträge.
Rendite und Kapitalertrag werden häufig synonym verwendet. Beide bezeichnen den prozentualen Ertrag einer Geldanlage bezogen auf das eingesetzte Kapital – üblicherweise pro Jahr (p.a.). Die Rendite umfasst alle Ertragsquellen: Kursgewinne, Dividenden und Zinsen. Formel: R = [(Endwert – Anfangswert + Ausschüttungen) / Anfangswert] × 100 %.
Die Nominalrendite ist der Kapitalertrag auf dem Papier – ohne Berücksichtigung der Inflation. Die Realrendite zeigt, wie viel Kaufkraft tatsächlich hinzugewonnen wurde: Realrendite ≈ Nominalrendite – Inflationsrate (exakt: Fisher-Gleichung). Beispiel: 8 % Nominalrendite bei 2,3 % Inflation = 5,57 % Realrendite. Nur die Realrendite beantwortet die wirklich wichtige Frage: Bin ich nach dieser Investition tatsächlich reicher?
Die Bruttorendite ist der Kapitalertrag vor Abzug aller Kosten und Steuern. Die Nettorendite zeigt, was nach TER, Transaktionskosten und Abgeltungsteuer (26,375 %) tatsächlich im Depot ankommt. Bei 7 % Bruttorendite kann die Nettorendite je nach Kostenstruktur zwischen 3,7 % (teurer aktiver Fonds) und 5,0 % (günstiger ETF) liegen – ein Unterschied, der über 30 Jahre zu über 16.000 Euro Vermögensunterschied pro 10.000 Euro Anfangskapital führt.
Historisch (1970–2024) erzielte der MSCI World ~9,1 % p.a. nominal. Nach Abzug von Inflation (2–3 % p.a.), ETF-Kosten (0,20 % p.a.) und Abgeltungsteuer verbleiben für breit gestreute Aktien-ETFs langfristig realistische Nettorenditen von ~4–6 % p.a. real. Dabei sind erhebliche Schwankungen einzuplanen – 10-Jahres-Perioden lagen historisch zwischen –1 % und +19 % p.a.
Die Sharpe Ratio misst die risikobereinigte Rendite – also wie viel Kapitalertrag ein Portfolio pro Risikoeinheit erzielt. Formel: (Portfoliorendite – risikofreier Zinssatz) / Volatilität. Werte über 1,0 gelten als gut, über 2,0 als sehr gut. Der S&P 500 erzielte langfristig ~0,40.
Die Dividendenrendite ergibt sich aus: (Dividende je Aktie / aktueller Aktienkurs) × 100 %. Beispiel: Dividende 2,00 € bei Kurs 50,00 € → Dividendenrendite = 4,0 % brutto. Nach Abzug der deutschen Abgeltungsteuer (26,375 %) verbleiben ~2,94 % netto. Der DAX-Durchschnitt liegt bei ~2,8 % p.a. brutto.
Bruttomietrendite: (Jahreskaltmiete / Kaufpreis) × 100 %. Beispiel: 12.000 € / 300.000 € = 4,0 %. Nettomietrendite: (Jahreskaltmiete – Bewirtschaftungskosten) / (Kaufpreis + Erwerbsnebenkosten) × 100 %. Erwerbsnebenkosten umfassen Grunderwerbsteuer (3,5–6,5 %), Notar (~1,5 %) und Makler (0–3,57 %). In München und Frankfurt sind Faktoren von 35–50 keine Seltenheit.
Die CAGR (Compound Annual Growth Rate) ist die konstante jährliche Wachstumsrate, die zum tatsächlichen Endwert einer Investition geführt hätte. Formel: CAGR = (Endwert / Anfangswert)^(1/n) – 1. Beispiel: 10.000 € wachsen in 10 Jahren auf 20.000 € → CAGR = (2)^(0,1) – 1 = 7,18 % p.a. Die CAGR ist der korrekte Maßstab für Mehrjahresvergleiche – sie berücksichtigt den Zinseszinseffekt und vermeidet die Verzerrungen des einfachen Durchschnitts.
Für einfache Periodenrenditen: R = [(Endwert – Anfangswert + Ausschüttungen) / Anfangswert] × 100 %. Für Mehrjahresvergleiche: CAGR = (Endwert / Anfangswert)^(1/n) – 1. Bei Sparplänen mit regelmäßigen Einzahlungen ist der interne Zinsfuß (IRR) die korrekte Kennzahl – in Excel mit der =IKV()-Funktion berechenbar.
Haftungsausschluss: Dieser Artikel dient ausschließlich Informations- und Bildungszwecken und stellt keine Anlageberatung, Steuerberatung oder Rechtsberatung dar. Historische Renditen und Kapitalerträge sind keine Garantie für zukünftige Ergebnisse. Kapitalanlagen sind mit Risiken verbunden, einschließlich des Totalverlusts des eingesetzten Kapitals. Anlageentscheidungen sollten auf Basis der individuellen finanziellen Situation nach Konsultation eines qualifizierten Finanzberaters getroffen werden.
Berechnen Sie die tatsächliche Rendite nach Steuern und Inflation
Dieser Rechner berechnet die Bruttorendite (vor Steuern), die Nettorendite (nach Abgeltungsteuer / Kapitalertragsteuer) und die Realrendite (nach Inflation) Ihrer Investition.
CAGR-Formel: CAGR = (Endwert / Startwert)^(1/Jahre) − 1 | Realrendite ≈ Nominale Rendite − Inflation
Steuerlicher Hinweis: Diese Berechnung basiert auf vereinfachten Annahmen. Kirchensteuer wird näherungsweise berechnet. Tatsächliche Steuerlast hängt von Ihrer persönlichen Situation, dem Freistellungsauftrag und dem anwendbaren Steuerrecht ab. Diese Berechnung ist keine steuerliche oder anlageberatende Empfehlung.
Markus G
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Zuletzt aktualisiert am 28. Juni 2026 by Redaktion
7 Kommentare
Der Artikel ist sachlich Formuliert. Informativ und ohne offene Fragen.
Der Artikel ist verständlich geschrieben. Die einzelnen Begriffe sind super erklärt.
Danke an den Autor für die Erklärung. Hat mir das Thema definitiv etwas näher gebracht.
Ein wirklich sehr Hilfreicher und informativer Artikel. Ich fange gerade erst mit dem investieren an und da kommen mir solche gut geschrieben Artikel wie gerufen. Vielen Dank. Ein sehr empfehlenswerte Seite habt ihr hier.
Super Artikel, der mir sehr gefallen hat. Solche ausführlichen und erklärenden Artikel zum Thema Rendite sind eher selten. Danke.
Der Artikel ist verständlich geschrieben. Die einzelnen Begriffe sind super erklärt.
Die Rendite eines Anlagevermögens ist zweifelsohne der wesentlichste Faktor, weshalb jede/r Anleger/in vor Beginn der finanziellen Veranlagung über diesen Begriff Bescheid wissen sollte! Sehr informativer Artikel, danke