ETF & ETF Sparpläne - Alles Wissenswerte zu diesem Thema

ETF & ETF Sparplan - Alles Wissenswerte
Ratgeber - Wissenswertes zu ETF / ETF Sparplänen » RoboAdvisor-Portal.com - das Infoportal

Markus G

23. Juli 2020

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Inhaltsverzeichnis

Wer den Plan verfolgt, sich mittels Investment in die internationalen Kapitalmärkte ein kleines Vermögen aufbauen zu wollen, kann dies auf verschiedenste Wege in die Praxis umsetzen. Eine der beliebtesten Methoden sind Investments in ETF und / oder ETF Sparplan.

Und wenn es im Bereich der Geldanlage ein Trendprodukt gibt, dann ist es mit einer gewissen Sicherheit der sogenannte Exchange Trade Fund / Indexfonds

Kaum ein anderes Anlageprodukt hat in den letzten Jahren einen dermaßen starken Aufschwung erlebt, wie eben jene ETFs (zumeist Indexfonds) und darauf aufbauende Sparpläne. Zeit sich hier mit diesem Anlageprodukt etwas näher zu beschäftigen.

ETFs erfreuen sich steigender Beliebtheit

Zweifelsohne: ETFs sind als Anlageprodukt beliebt – und das aus gutem Grund, denn durch Nutzung jener Exchange Traded Funds ist es, aufgrund ihrer Einfachheit, eigentlich jedem Privatanleger möglich, sich auf lange Sicht hin, ein stabiles Vermögen aufzubauen. 

Finanzexperten weltweit bezeichnen den Kapitalaufbau mittels Indexfonds/ ETFs nicht ohne Grund auch gern als Do-it-Yourself Geldanlage. Einfach bei einem der zahlreichen Anbieter ein Online-Depot eröffnen, einzelne ETFs kaufen und / oder einen ETF-Sparplan anlegen.

Und dass es so geht, belegt allein die Tatsache, dass bereits heute jeder siebte Euro des deutschen Fondsvermögens, in Exchange Traded Funds beziehungsweise einen ETF-Sparplan investiert ist.

Und noch eine Zahl belegt den rasanten Aufstieg der ETFs als Anlageinstrument der breiten Masse: So hat sich in einem Zeitraum von 10 Jahren und zwar von Januar 2009 bis Januar 2019 das, allein in Europa in ETFs angelegte Kapital laut Analyse des Research-Unternehmens ETFGI von 226 Milliarden US-Dollar auf 776 Milliarden US-Dollar mehr als verdreifacht.

Betrachtet man den Kapitalzufluss in ETFs auf globaler Ebene so zeigt sich hier eine noch beeindruckendere Zahl, denn hier stieg die Summe von 1,04 Billionen US-Dollar auf 5,02 Billionen US-Dollar innerhalb von 10 Jahren.

Was sind ETF?

Die Definition: Die Abkürzung „ETF“ steht für „Exchange-Traded-Funds“ (auf Deutsch übersetzt: Börsen gehandelte Fonds).

Exchange Traded Funds, kurz ETFs, sind also offene Investmentfonds, die ausschließlich oder überwiegend an der Börse gehandelt werden. Die größten und gängigsten ETFs sind Indexfonds, die repräsentative Marktindizes wie den Dax, den EuroStoxx, den MSCI, die Nasdaq, den Hang SEN etc. abbilden.

Jedoch ist dieses Verständnis eine Exchange Trade Funds heutzutage ein wenig zu kurz gegriffen. Denn mittlerweile bilden diese ETFs nicht mehr nur Indices ab. Allein die Bestrebungen vereinzelter Investment-Firmen ETFs auf Kryptowährungen aufzulegen beziehungsweise genehmigt zu bekommen, zeigt die mögliche Vielfalt dieses Anlageinstruments.

Insofern ist es genau genommen auch falsch, die Bezeichnung ETF generell mit dem Begriff des Indexfonds gleichzusetzen. Vielmehr stellt der Indexfonds eine Form des ETF dar.

Die verschiedenen ETF Arten

Anlegern stehen verschiedene Arten von ETFs zur Verfügung, mit denen ein gut diversifiziertes ETF Portfolio zur Umsetzung der eigenen Investmentziele umgesetzt werden kann >>

 

  • Anleihen-ETFs >> können Staatsanleihen, Unternehmensanleihen und staatliche und lokale Anleihen – sogenannte Kommunalanleihen – beinhalten.
  • Branchen-ETFs >> bilden eine bestimmte Branche ab, wie z. B. Technologie, Banken oder den Öl- und Gassektor.
  • Rohstoff-ETFs >> investieren in Rohstoffe wie Rohöl oder Gold (zumeist jedoch als sogenannte ETFs >> Exchange Traded Commodities bekannt)
  • Währungs-ETFs >> investieren in Fremdwährungen wie den Euro oder den kanadischen Dollar.

Sonderform: 

 

  • Inverse ETFs >> sie versuchen, Gewinne aus Aktienrückgängen zu erzielen, indem sie Aktien leerverkaufen. Beim Leerverkauf wird eine Aktie in Erwartung eines Wertverlusts verkauft und zu einem niedrigeren Preis zurückgekauft.

Hier zu beachten >> Anleger sollten sich darüber im Klaren sein, dass viele inverse ETFs keine echten ETFs sind, sondern vielmehr als Exchange Traded Notes (ETNs) betrachtet werden müssen. Denn ein ETN ist im Grunde eine Anleihe, wird aber wie eine Aktie gehandelt und ist durch einen Emittenten wie eine Bank abgesichert. ETNs gelten als hochspekulativ.

ETF – wer hat sie “erfunden”?

Die Frage nach dem “Wer hat es erfunden?” lässt sich interessanterweise alles andere als einfach beantworten. Und die Suche nach einer Antwort gestaltet sich durchaus schwierig, denn selbst das Internet gibt auf diese Frage nicht so wirklich viele Informationen heraus. Wikipedia? Fehlanzeige! Diverse Investment-Info-Plattformen? Fehlanzeige! 

Ein kleiner Hinweis findet sich ausgerechnet auf der kanadischen Seite von iShares, denn dort findet sich ein entsprechender Eintrag, bei dem es um den allerersten ETF geht.

John Bogle - Vater der ETFs
John Bogle – “Erfinder” der ETFs und ebenso Gründer der Investment-Firma Vanguard

Und da geht es um einen gewissen John Clifton „Jack“ Bogle. Exakt jener Mister Bogle, der seit 1999 vom Fortune Magazin als 4. Investment-Manager überhaupt zu „Giants of the 20th Century“ ernannt wurde. 

Er war es, der im Jahr 1976 mit seiner Investmentfirma Vanguard den ersten öffentlich zugänglichen Indexfonds auf den Markt brachte und in Folge dessen, den Titel des vermeintlichen “Vaters aller ETFs” erhielt.

Eine Titulierung, die ihm persönlich übrigens außerordentlich missfiel. Denn als erklärter Verfechter einer langfristigen Anlagestrategie war Bogle skeptisch, wenn nicht gar komplett ablehnender Haltung gegenüber der Kombination aus Indexfonds und Börsenhandel. Folglich wurde der von ihm beziehungsweise Vanguard aufgelegte Indexfonds auf den S&P 500 nie an der Börse gehandelt …..

Dennoch machte aus Sicht von Bogle die Auflage eines Indexfonds durchaus Sinn, denn im Laufe seiner Karriere als Investment-Manager und Gründer von Vanguard reifte in Ihm die Erkenntnis, dass es den wenigsten Fondsmanagern (sich selbst einschließend) auf Dauer gelingt, den breiten Aktienmarkt zu schlagen. 

Warum also den Anleger die Kosten für ein aktives Management bezahlen lassen, wenn ein solch aktiv gemanagter Fonds ohnehin nicht besser performt als der Markt? Kosten, die zu Lasten der Rendite und damit zu Lasten des Anlegers gehen? Lösung?

Einfach einen Fonds auf den Index anlegen und zwar ohne aktives Management (also passiv). Der einzige Unterschied zu den heutigen ETFs? Bogle brachte seine Indexfonds nicht an die Börse. Dennoch schaffte er mit der Entwicklung des ersten Indexfonds die Grundlage für die ersten (dann börsengehandelten) ETFs.

Wissenswert:

 

  • Der erste ETF (Indexfonds), der “Standard & Poor’s Depositary Receipt” (SPDR) kam 1993 in den USA auf den Markt.
  • In Deutschland sind ETFs seit dem Jahre 2000 handelbar
  • Am 11. April 2000 platzierte Merrill Lynch die ersten beiden ETFs an der Deutsche Börse in Frankfurt am Main – den LDR DJ Stoxx 50 und den LDR DJ Euro Stoxx 50

Derzeit sind an der Börse in Frankfurt rund 1.500 ETFs frei handelbar.

Wie „funktionieren“ ETFs?

Am Besten lässt sich das „Funktionieren“ eines ETFs erklären, indem man grundsätzlich versteht, was ein Index ist (der den meisten ETFs als Grundlage / Referenz dient.

Ein Index stellt im Grunde eine Zusammenstellung von Wertpapieren dar, die einen vorher bestimmten Markt oder eben ein Marktsegment repräsentieren soll. Ein solcher Index kann somit über einen unbestimmten Zeitraum als eine Art Barometer hinsichtlich der Wertentwicklungen der in diesem Index enthaltenen Wertpapiere betrachtet werden.

Somit ist der Index ein Modell, das je nach Anforderung entsprechend konzipiert werden kann. So bildet der Index TechDax lediglich die besten Technologie-Aktien ab – ebenso wie der Index „Nasdaq 100“. Der Dax 30 als Index bildet hingegen – branchenunabhängig, die 30 wirtschaftlichen stärksten, an der Börse gelisteten deutschen Aktiengesellschaften ab.

Womit Folgendes deutlich wird: Ein Index kann so breit sein wie der gesamte EU-Aktienmarkt, der US-Markt oder so schmal wie die Technologiebranche etc. Verantwortlich für die Erstellung solcher Indices sind Unternehmen wie die Deutsche Börse AG, Dow Jones Company, MSCI, Standard & Poors etc..

Damit diese Indices als solches „investierbar“ werden und nicht nur die dort enthaltenen Einzeltitel oder vereinzelt ausgewählte Aktien in „normalen“ Investmentfonds, werden ETFs aufgelegt, die den ihm zugrunde liegenden Index vollständig abbilden. Das heisst, dass bei einem DAX 30 ETF in alle 30 Werte der im Index enthaltenen Wertpapiere investiert wird.

Warum gelten ETF als besonders günstige Anlageinstrumente?

In den Fachmedien wird oft postuliert, die Investition in ETFs sei günstiger als bei anderen Anlagemöglichkeiten, was als grundsätzliche Aussage auch richtig ist. Doch warum ist das so?

Die Gründe, warum ETFs so günstig sind für (Privat-)Anleger:

1.) Kein Ausgabeaufschlag beim Kauf:

Bei ETFs fallen die üblichen „Ausgabeaufschläge“ weg, die es normalerweise beim Kauf von Investmentfonds gibt.

2.) Keine aktive, aufwändige Verwaltung durch einen Fondsmanager:

Da ETF (Indexfonds) nicht aktiv durch einen menschlichen Fondsmanager verwaltet werden müssen, fallen während der Portfoliolaufzeit weniger Kosten an. Kunden können dies mithilfe der TER (=Total Expense Ratio) vergleichen. Bei, durch Fondsmanager, aktiv verwalteten Fonds müssen sie in aller Regel mit mindestens einer TER von 1,50 Prozent Gebühr für jedes Jahr rechnen; im Segment der ETFs sind hingegen bereits Produkte erhältlich mit einem TER ab 0,10 Prozent (pro Jahr).

3.) Transaktionskosten-Ersparnis:

Wird ein ETF erworben, so enthält dieser bereits ein Bündel an Wertpapieren; würde jeder dieser Einzeltitel vom Anleger aber einzeln erworben werden, würden bei jedem einzelnen Kauf Transaktionskosten entstehen.

Weitere Informationen zu einzelnen ETF Variationen sowie deren Vor- und Nachteile finden Sie >> HIER <<

Wie kann in ETFs investiert werden?

Wer sich für eine Kapitalanlage in ETFs interessiert und diese käuflich erwerben will, kann dies nur mittels Eröffnung eines sogenannten Wertpapier-Depots bei seiner Bank oder einer der zahlreichen Online-Broker Plattformen in die Praxis umsetzen. Ist ein solches Depot eröffnet oder bereits vorhanden, kann jeder Kauf und Verkauf von ETFs und anderen Wertpapieren über dieses Depot mittels Platzieren einer Order-Anweisung getätigt werden. Neben der Einzel-Order bieten zahlreiche Online-Broker auch die Einrichtung entsprechender ETF-Sparpläne an.

Warum lohnt es sich, in einen ETF-Sparplan zu investieren?

Ganz einfach: ETF / Indexfonds haben gegenüber anderen Kapitalanlagen entscheidende Vorzüge! ETF-Sparpläne gelten als kostengünstig, risikoarm und transparent. Die Vorzüge eines ETF-Sparplans liegen im kontinuierlichen Aufbau von Vermögen und der gegebenen Streuung des Risikos (= sog. „Diversifikation“); es verhält sich ähnlich wie bei der Anlegerinvestition in einen (herkömmlichen) Investmentfonds-Sparplan. Solche sind jedoch merklich teurer als ETF-Sparpläne.

ETF-Sparpläne bieten Ihnen einen Mittelweg zwischen Risiko und Rendite. Sie sind womöglich gerade deshalb neuzeitlich derart beliebt geworden. Es werden zwei entscheidende Anlegerbedürfnisse bedient:

 

  • das Bedürfnis nach (Anlage-)sicherheit

und

  • einer (gleichzeitig) attraktiven Rendite.

Eine breite „Diversifikation“ sorgt dafür, dass die Kursschwankungen bei der Gesamtanlage verringert werden. Auf diese Weise kann langfristig eine attraktive Rendite erzielt werden. Besonders gut geeignet sind ETF-Sparpläne für Anleger, die über einen längeren Zeitraum sparen wollen. Es kann bereits mit kleinen monatlichen Beträgen (beispielsweise mtl. 60€) in einen Indexfonds (ETF) -Sparplan investiert werden.

Anbei exemplarisch die Wertentwicklung eines ETF-Portfolios, welches auf Basis einer Einmalanlage von 2.000 € als auch einer fortwährenden monatlichen Sparrate von 100 € monatlich (ohne Steigerung der Rate) über einen Zeitraum von 10 Jahren zur Kapitalbildung dienen soll:

ETF Sparplan - mögliche Wertentwicklung
Grafik: Simulation einer möglichen Rendite Entwicklung über einen Zeitraum x bei einem ETF Sparplan Investment – Quelle: ishares

Bildquelle: iShares

Was muss ich bei der Auswahl eines ETF beachten?

Wie bei allen anderen Anlageprodukten, so gilt es auch bei der Nutzung von ETFs zum Vermögensaufbau einige Punkte zu beachten. Die Wichtigsten beim Kauf von ETFs im Folgenden:

Anlagerisiko variiert je nach ausgewähltem ETF

Je nach Fonds variiert das Risiko, das sie eingehen; dies sollten Sie bei der Auswahl berücksichtigen. Denn ETFs bilden jeder für sich unterschiedliche Indizes ab und haben dadurch ein unterschiedliches Risikoprofil.

Sie möchten möglichst große Sicherheit bei Ihrer Anlageinvestition?

Eine recht hohe Streuung Ihres Anlagerisikos kann erreicht werden, indem Sie einen Exchange Trade Fund auswählen, dessen Portfolio aus möglichst vielen Indizes aus unterschiedlichen Ländern und Branchen besteht

Beispielsweise der „MSCI World“; dieser bildet insgesamt 1.600 Aktien aus 23 Ländern ab.

Möglichst viele verschiedene Assetklassen erhöhen die (Risiko-)streuung

Auch darauf zu achten, dass in unterschiedliche Assetklassen (z.B. Anleihen oder Rohstoffe) investiert wird. Dies erhöht die „Streuung“ bzw. die „Diversifikationsbreite“ und wirkt sich damit positiv auf das Risikoprofil des Portfolios aus.

Jene möglichst breite Streuung in Ihrem Portfolio sorgt dafür, dass es weniger wahrscheinlich wird, dass das Portfolio die Verlustzone berührt. Selbst wenn es „Ausschläge“ einzelner, riskanter Investments (z. B. Aktien) gibt, werden diese von der Stabilität und Rendite der für gewöhnlicherweise weniger stürmischen Investments im Portfolio, (z.B. Staats- oder Unternehmensanleihen) aufgefangen, damit der Anleger weich landet und das Gesamtportfolio nicht in die Verlustzone gleitet, sondern womöglich nur temporär für einen bestimmten Zeitraum ein wenig Rendite einbüßen muss.

Sie sind noch ETF-Anfänger und wissen (noch) nicht genau, wie Sie investieren sollen

In diesem Fall wären möglicherweise „Portfolio-ETFs“ die richtige Wahl für Sie. Wer sich nicht lange damit befassen möchte, in welches ETF er genau investieren möchte; der kann vorgefertigte Investment-Konzepte wie „Portfolio-ETFs“ erwerben. Diese Form der Exchange Trade Funds werden auch manchmal als „Multi-Asset-ETFs“ bezeichnet und zeichnen sich insbesondere dadurch aus, dass innerhalb des Portfolios in verschiedenste Assetklassen (z.B. Immobilien, Aktien, Rohstoffe oder Anleihen) investiert wird.

Es wird also nur ein einziger ETF gekauft, der wiederum aber in sehr viele Anlageklassen das Geld investiert. So bleibt dem (Privat-)anleger viel Arbeit bei der Zusammenstellung des eigenen Portfolios erspart. Zusätzlich wird dem privaten Anleger das immer wieder anfallende Rebalancing des Portfolios abgenommen.

ETFs bilden die Indizes verschiedener Anlageklassen (z.B. Aktien, Anleihen oder Rohstoffe) möglichst genau nach. Für fortgeschrittene und interessierte Anleger, die sich tatsächlich mit der Zusammenstellung ihres eigenen Wertpapierdepots befassen möchten, stellt sich dabei zwangsläufig die Frage:

Welche Anlageklassen sind für mein eigenes Depot überhaupt interessant?

Die für ETF-Anleger wohl gängigsten und interessantesten Anlageklassen

• Aktien:

Mit Ihnen sind sagenumwobene Renditen bis zu acht Prozent möglich. Der (Privat-)anleger hält dabei sog. Anteilsscheine an einem Unternehmen, muss aber auch in Krisenzeiten des Unternehmens (bei fallenden Kursen) mit herben Verlusten rechnen. Denn die Kurse auf den Aktienmärkten unterliegen großen (Wert-)schwankungen.

Anleihen (Staats-, Unternehmens-, oder Schwellenanleihen):

Nicht völlig risikofrei, aber deutlich risikoärmer als Aktien sind Anleihen. Der sicherheitsorientierte Anleger fragt sich häufig: Möchte ich in Staats- oder Unternehmensanleihen investieren? Allen voran Staatsanleihen in souveräne Industriestaaten wie Deutschland genießen den Ruf einer sicheren Anlage; unterliegen sie doch normalerweise wesentlich geringeren Wertschwankungen. Auch der Anteil an Anleihen in einem ETF-Portfolio kann, je nach gewählter Anleihe, konservativ oder etwas risikofreudiger ausgerichtet werden.

• Rohstoffe:

Rohstoffe sind eher seltener relevant bei der Zusammenstellung eines eigenen ETF-Portfolios. Interessant können Rohstoffe als Depotbeimischung aber dennoch sein aufgrund ihrer niedrigen Korrelation zu Aktien sowie ihrer „Krisenfestigkeit“ und da sie keiner Inflation unterliegen.

• Immobilien:

Immobilien als Anlageklasse für ein ETF-Portfolio? Gemeint ist hierbei nicht der direkte Kauf eines Objekts, sondern die Auswahl von ETFs, die schwerpunktmäßig in die Aktien und REITs (sog. „Real Estate Investment Trusts“) von Immobilienunternehmen investieren. Kann beispielsweise herangezogen werden, um die Diversifikation von ETF-Portfolios weiter zu erhöhen bzw. zu verbessern.

Wie viel Geld investiere ich in die einzelnen Anlageklassen?

In Fach-Ratgebern wird vermehrt dazu geraten, den Aktienanteil nach der persönlichen Risiko-Toleranz und dem Lebensalter zu bestimmen. Wer jung und zugleich risikobereit oder gar -freudig ist, dem können (demnach) Aktien bzw. ein Wertpapierdepot mit einem hohen Aktienanteil nahegelegt werden.

Der prozentuale Anteil der Aktien in Ihrem Wertpapierdepot sollte also nach Ihrer individuellen Risiko-Präferenz gewählt werden.

Wen die Angst bei Kursschwankungen an der Börse packt, der ist womöglich mit einem geringeren Aktienanteil im Portfolio besser beraten.

Aktienanteile in ETF-Portfolios sind sinnvoll, da mit ihnen die Performance des Portfolios verbessert werden kann: Aktien versprechen dem Anleger schlichtweg die höchsten Renditen.

Haben Sie sich als Anleger für einen spezifischen, prozentualen Aktienanteil entschieden (z.B. eine sichere Variante: „Ich mag nur 30% Aktienanteil in meinem ETF-Portfolio“), dann können Sie den Rest Ihres Anlagevermögens auf weitere Assetklassen aufteilen. Vorrangig genannt sind da Anleihen (z.B. Staats- und Unternehmensanleihen) sowie Pfandbriefe, Immobilien oder Rohstoffe.

Grundsätzlich ist es sinnvoll, die Diversifikation zu erhöhen, indem in ETFs verschiedener Anlageklassen investiert wird; es muss aber bedacht werden, dass bei vielen einzelnen ETFs vermehrt Transaktionskosten (beim Rebalancing) aufkommen werden; insofern kann es für (Privat-)anleger in manchen Fällen sinnvoll sein, sich auf einige wenige ETFs zu konzentrieren (u.a. im Sinne der Reduzierung der Transaktionskosten).

Was muss ich bei der Investition in ETF noch beachten?

 

  • Das (Verlust-)risiko in Ihrem „Aktienanteil“ können Sie verringern, wenn Sie besonders darauf achten, Aktien-ETFs zu wählen, die möglichst breit diversifiziert sind; also möglichst viele verschiedene Aktien enthalten.
  • Eine weitere Streuung des (Verlust-)risikos können Sie erreichen, indem Sie ETFs auswählen, die in verschiedene Länder investieren. Damit wird das Risiko also über mehrere Länder hinweg „gestreut“.

Die “richtigen” Indices für den ETF Sparplan finden

Wer plant sich einen ETF Sparplan zusammen zustellen, sollte sich vorab des Investments im Klaren darüber sein, welches Indices durch die ETFs eg. Indexfonds abgebildet werden sollen. Dies ist vor allem abhängig davon, in welche Anlageklassen und Anlage-Märkte das Kapital investiert werden soll. So gilt als erste Orientierung:

 

  • Anlage-Schwerpunkt “globale Streuung” in Aktien >> Welt-Aktienindex MSCI World und / oder den FTSE All-World
  • Anlage- Schwerpunkt “Europäische Aktien” >> Stoxx Europe 600MSCI Europe (beide Europa) beziehungsweise MSCI EMU (Eurozone)
  • Anlage Schwerpunkt “Deutsche TOP Werte” >> DAX 30
  • Anlage Schwerpunkt “Deutsche Nebenwerte” >> MDAX und / oder SDAX

Daneben können dem ETF Sparplan natürlich auch noch spezifische ETFs hinzugefügt werden, die beispielsweise Rohstoff-Indices etc. abdecken.

Was ist der Unterschied zwischen ausschüttendem und thesaurierendem ETF?

Wenn Sie sich für einen ETF entscheiden, sollte auch die Art und Weise, wie die Anbieter mit Ihren erzielten Dividenden (z.B. bei Aktien-ETFs) oder Zinsen (z.B. bei Renten-ETFs), umgehen, berücksichtigt werden. Grundsätzlich wird dabei zwischen ausschüttenden und thesaurierenden Fonds unterschieden.

Thesaurierende ETFs:

 
ETF - thesaurierende Variante
Grafik: Darstellung der Funktionsweise thesaurierenden /re-investierenden ETF – Quelle: RoboAdvisor-Portal.com

Bei diesen ETFs / Indexfonds werden die erzielten Erträge / Gewinne der Geldanlage in wieder in den Fonds „angelegt“ und mehren somit das Fondsvermögen (eine sog. „Reinvestition“). Die Erträge werden also erst mal nicht an den Anleger ausgeschüttet – sondern gehen in den Fonds als zusätzliches Anlagevermögen ein.

Vorteil dieser Variante >> Der, durch die stetige Re-Investition geschaffene Zinseszins-Effekt sorgt für stetigen Kapitalzufluss und kann so für langfristiges Sparen genutzt werden. Desweiteren entfallen bei thesaurierenden Indexfonds potenzielle Gebühren, die sonst für eine „manuelle“ Anlage der Erträge anfallen würde.

Ausschüttende ETFs:

 
ETF - ausschüttende Variante
Grafik: Darstellung der Funktionsweise eines ausschüttenden ETF – Quelle: RoboAdvisor-Portal.com

Bei dieser Form eines ETFs / Indexfonds erhalten Anleger in den Fonds Ihre Dividende bzw. die Zinsen aus dem Anlagevermögen und dem erwirtschafteten Gewinn üblicherweise einmal im Jahr. Die Anbieter der ETFs schütten hier also die Erträge einmal jährlich an ihre Anleger aus (nach Abzug der Steuern). Das Geld fließt dabei meist automatisch auf das Konto des Anlegers.

Nachteil an dieser Variante: Wenn der Anleger entscheidet, den Ertrag wieder anlegen zu wollen, entstehen hierbei für ihn neue, zusätzliche Gebühren.

Generelle Fragestellung bei der Auswahl von Indexfonds:

 

  • Welche Variante ist nun für mich besser geeignet? >> Thesaurierend oder ausschüttend?

Einfach formuliert: Sind Sie an regelmäßigen Erträgen interessiert, sind sicherlich auf den ersten Blick die ausschüttenden ETFs für Sie attraktiver. Können Sie aber länger auf die Verwendung jährlicher Erträge verzichten und möchten das Geld lieber langfristig und (sich selbst mehrend) anlegen, können Sie der thesaurierenden Variante eines Fonds den Vorzug geben.

Die detaillierte Klärung, ob für Sie thesaurierende oder ausschüttende Fonds besser geeignet sind, ist jedoch von Ihrer individuellen (Anlage-)situation bzw. -Konstellation abhängig und nicht so einfach zu beantworten.

Was ist der Unterschied zwischen klassischen Investmentfonds und ETFs?

Welche Unterschiede gibt es bei diesen Anlageformen? Die klassischen Investmentfonds werden von Fondsmanagern aktiv verwaltet; diese befassen sich mit der richtigen Zusammenstellung des Portfolios und dessen fortwährender Kontrolle. Dabei strebt der Fondsmanager letztlich an, einen Benchmark zu übertreffen. ETFs hingegen versuchen keinen Benchmark zu übertreffen, sondern bilden lediglich einen bestimmten Index bestmöglich nach – beispielsweise den DAX.

Das passives Management, wie es bei einem Index-Fonds der Fall ist, ist wesentlich kostengünstiger. Es müssen weder ständig einzelne Titel ausgewählt werden, noch bedarf es eines kundigen Fondsmanagers und Research Team, welches viel Zeit in erforderlichen Markt- und Aktien-Analysen investiert.

Wesentlicher Unterschied der beiden Anlageformen liegt somit auch in der Art und Weise, wie sie gesteuert und verwaltet werden:

• Klassische Investmentfonds:

→Management erfolgt aktiv durch Fondsmanager / Asset Manager

Exchange-Traded-Funds (ETFs):

→ Passives Management

Welche Anlageform ist nun besser? Eine interessante Frage und im Grunde nicht wirklich zu beantworten. Jedoch ist eins, über Jahre hinweg betrachtet, belegbar: Häufig gelingt es den traditionellen Fondsmanagern nicht, die für den Fonds geltende Benchmark nach Abzug der Gebühren auf Dauer zu übertreffen und so eine (Über)-Rendite für ihre Anleger zu erwirtschaften.

Laut SPIVA Europe Scorecard Mid-Year 2017 schnitt die Mehrzahl aller klassischen, aktiv gemanagten Investmentfonds mit Fokussierung auf amerikanische Aktien mit einem betrachteten Anlagehorizont von 10 Jahren in ihrer Wertentwicklung schlechter ab als ihr Vergleichsindex (Benchmark), dem S&P 500!

Die SPIVA Europe Scorecard Mid-Year 2017 gibt es hier >>  spiva-europe-mid-year-2017

Das gilt jedoch ebenso für Indexfonds. Sie können allein deshalb den Markt nicht schlagen, also eine Outperformance erzielen, da sie lediglich den im zugrunde liegenden Index abbilden. 

Wer also mit einem Investment in Fonds eine Outperformance hinsichtlich Rendite erzielen möchte, sollte in dem Fall sein Kapital in Investmentfonds (am besten in Aktienfonds) investieren. Wobei aber auch hier – wie bereits erwähnt – keine Garantie auf Über-Rendite besteht.

Das Fazit zum Thema ETF und ETF Sparplan

Ein Investment in verschiedene Exchange Traded Funds beziehungsweise ETF-Sparpläne ist bestens geeignet, um auf lange Sicht hin stetig ein kleines (oder auch größeres – je nach Investitionssumme) Vermögen aufzubauen. Natürlich führen hohe Investment-Summen auch zu einem deutlich schnelleren Vermögensaufbau. Doch gerade Sparpläne auf Basis solcher Indexfonds sind bereits mit kleinen monatlichen Beträgen – zumeist ab 25 € – besparbar.

Der generelle Vorteil von Fonds-Sparplänen besteht vor allem darin, dass beim Ratensparen stets der gleiche Geldbetrag investiert wird. So kauft man bei niedrigen Fondskursen mehr ETF-Anteile als bei hohen Kursen. Der Effekt zeigt sich darin, dass sich so unterm Strich sehr günstige Durchschnittskosten bei einem Investment in einem ETF Sparplan ergeben.

So genießen Anleger auf Dauer mit ihrem finanziellen Engagement in Indexfonds / Exchange Traded Funds allerbeste Aussichten auf guten Ertrag. Und je länger der Anlagehorizont gewählt wird, umso besser. Oder anders ausgedrückt: Je früher man mit dem Vermögensaufbau beginnt, desto besser!

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Markus G

Markus ist der “Kopf” des Teams. Ideengeber, Vermarkter, Redakteur und irgendwie an allem auf diesem Portal beteiligt. Ohne ihn würde es dieses Portal so nicht geben. Eine Idee – entstanden aus dem persönlichen Interesse an FinTech und nun langjähriger Erfahrungen in der Finanz-Szene. Zudem ist Markus Kolumnist auf zahlreichen Investment-Plattformen – vor allem im englischsprachigen Raum, aber u.a. auch auf Focus.de
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