ETF & ETF Sparpläne - Alles Wissenswerte zu diesem Thema

ETF & ETF Sparplan - Alles Wissenswerte
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Markus G

9. März 2022

Inhaltsverzeichnis

Wer den Plan verfolgt, sich mittels Investment in die internationalen Kapitalmärkte ein kleines Vermögen aufbauen zu wollen, kann dies auf verschiedenste Wege in die Praxis umsetzen. Eine der beliebtesten Methoden sind Investments in ETF und / oder ETF Sparplan.

Und wenn es im Bereich der Geldanlage ein Trendprodukt gibt, dann ist es mit einer gewissen Sicherheit der sogenannte Exchange Trade Fund / Indexfonds.

Kaum ein anderes Anlageprodukt hat in den letzten Jahren einen dermaßen starken Aufschwung erlebt, wie eben jene ETFs und darauf aufbauende Sparpläne. Zeit sich hier mit diesem Anlageprodukt etwas näher zu beschäftigen.

ETFs erfreuen sich steigender Beliebtheit

Der Markt für ETFs hat sich in Europa und den USA in den letzten Jahren rasant entwickelt. In Europa hat die Zahl der ETFs von 2002 bis 2022 stark zugenommen, von rund 100 ETFs im Jahr 2002 auf über 6.000 im Jahr 2022. 

Die folgende Grafik zeigt die Anzahl an ETFs weltweit von 2003 bis Ende 2022.


Anzahl verfügbarer ETFs weltweit bis Ende 2022
Anzahl verfügbarer ETFs weltweit bis Ende 2022

Die Assets under Management (AUM) haben sich ebenfalls vervielfacht und erreichten im Jahr 2022 rund 800 Milliarden Euro. Dies ist auf die zunehmende Nachfrage nach ETFs aufgrund ihrer Flexibilität, Kosteneffizienz und Diversifikationsmöglichkeiten zurückzuführen.

In den USA war die Entwicklung ähnlich, mit einem starken Anstieg der Anzahl der Exchange Traded Funds und einer signifikanten Zunahme des AUM. Im Jahr 2002 gab es in den USA rund 100 ETFs und die AUM betrugen rund 40 Milliarden US-Dollar, im Jahr 2022 gab es mehr als 4.000 ETFs und die AUM betrugen rund 4,5 Billionen US-Dollar.

Diese Informationen stammen von Branchenberichten, wie z.B. dem ETFGI-Bericht und dem BlackRock-Bericht.

Was ist ein ETF (Exchange Traded Fund)?

Beginnen wir damit, was man unter dem Anlageprodukt verstehen muss, also der ETF-Definition

Ein Exchange Traded Fund (ETF) ist ein Finanzinstrument, das eine Gruppe von Wertpapieren (z.B. Aktien) zusammenfasst und als ein einzelnes Wertpapier an der Börse gehandelt wird. Es bietet Anlegern die Möglichkeit, in eine breitere Palette von Unternehmen und Branchen zu investieren, als es durch den Kauf einzelner Aktien möglich wäre.

ETFs werden von Asset-Management-Unternehmen wie Blackrock ishares, Vanguard, Amundi, Invesco etc. aufgelegt und verwaltet. Sie bestehen aus einem Korb von Wertpapieren, der einem bestimmten Index (z.B. dem S&P 500, dem MSCI World, dem Dax etc.) oder einer bestimmten Anlageklasse (z.B. Schwellenländeraktien) nachgebildet wird. Anleger können Anteile an einem ETF erwerben oder verkaufen, genau wie sie es mit Aktien tun würden.

ETFs haben in den letzten Jahren deutlich an Popularität gewonnen, weil sie eine günstige und flexible Möglichkeit bieten, in den Aktienmarkt zu investieren. Sie sind in der Regel kosteneffizienter als aktiv gemanagte Fonds und bieten eine breitere Diversifikation als der Kauf einzelner Aktien. 

Es gibt viele verschiedene Arten von ETFs, die auf verschiedene Märkte und Anlageklassen ausgerichtet sind, so dass Anleger ihr Portfolio entsprechend ihren Zielen und Risikotoleranz anpassen können. Dazu später in diesem ETF-Ratgeber mehr. Doch vorab die Frage, wer eigentlich ETFs erfunden hat beziehungsweise wo sie als Anlageinstrument ihren Ursprung haben.

Wer hat den ETF erfunden? Wo haben sie ihren historischen Ursprung?

Die Frage nach dem “Wer hat es erfunden?” lässt sich interessanterweise alles andere als einfach beantworten. Und die Suche nach einer Antwort gestaltet sich durchaus schwierig, denn selbst das Internet gibt auf diese Frage nicht so wirklich viele Informationen heraus. Wikipedia? Fehlanzeige! Diverse Investment-Info-Plattformen? Fehlanzeige!

Ein kleiner Hinweis findet sich ausgerechnet auf der kanadischen Seite von iShares, denn dort findet sich ein entsprechender Eintrag, bei dem es um den allerersten ETF geht.

John Bogle - Vater der ETFsUnd da geht es um einen gewissen John Clifton „Jack“ Bogle. Exakt jener Mister Bogle, der seit 1999 vom Fortune Magazin als 4. Investment-Manager überhaupt zu den „Giants of the 20th Century“ erklärt wurde.

Er war es, der im Jahr 1976 mit seiner Investmentfirma Vanguard den ersten öffentlich zugänglichen Indexfonds auf den Markt brachte und infolgedessen, den Titel des vermeintlichen “Vaters aller ETFs” erhielt.

Eine Titulierung, die ihm persönlich außerordentlich missfiel. Denn als erklärter Verfechter einer langfristigen Anlagestrategie war Bogle skeptisch, wenn nicht gar komplett ablehnender Haltung gegenüber der Kombination aus Indexfonds und Börsenhandel. Folglich wurde der von ihm beziehungsweise Vanguard aufgelegte Indexfonds auf den S&P 500 nie an der Börse gehandelt …..

Dennoch machte aus Sicht von Bogle die Auflage eines Indexfonds durchaus Sinn, denn im Laufe seiner Karriere als Investment-Manager und Gründer von Vanguard reifte in Ihm die Erkenntnis, dass es den wenigsten Fondsmanagern (sich selbst einschließend) auf Dauer gelingt, den breiten Aktienmarkt zu schlagen.

Warum also den Anleger die Kosten für ein aktives Management bezahlen lassen, wenn ein solch aktiv gemanagter Fonds ohnehin nicht besser performt als der Markt? Kosten, die zu Lasten der Rendite und damit zu Lasten des Anlegers gehen? Lösung?

Einfach einen Fonds auf den Index anlegen, und zwar ohne aktives Management (also passiv). Der einzige Unterschied zu den heutigen ETFs? Bogle brachte seine Indexfonds nicht an die Börse. Dennoch schaffte er mit der Entwicklung des ersten Indexfonds die Grundlage für die ersten (dann börsengehandelten) ETFs.

Nathan Most - ETFUnd an dem Punkt kommt ein gewisser Nathan Most ins Spiel. Der erste Exchange Traded Fund (ETF), der SPDR S&P 500, wurde 1993 von der American Stock Exchange (AMEX) in Zusammenarbeit mit State Street Global Advisors aufgelegt. Der SPDR ETF wurde entwickelt, um Anlegern die Möglichkeit zu geben, in den S&P 500 zu investieren, indem sie einfach Anteile an einem einzelnen ETF kaufen und verkaufen konnten.

Der Pionier hinter dem SPDR ETF ist der bereits eingangs erwähnte amerikanische Finanzexperte Nathan Most, der später von der SEC (US Securities and Exchange Commission) als der “Vater des ETFs” bezeichnet wurde. Er hatte die Idee, einen ETF auf den S&P 500 zu schaffen, um Anlegern eine einfache und kosteneffiziente Möglichkeit zu geben, in den breiten Aktienmarkt zu investieren.

Wissenswert:

ETFs haben ihren historischen Ursprung in den USA, aber seitdem haben sie sich auf der ganzen Welt verbreitet. In Deutschland sind ETFs seit dem Jahre 2000 handelbar. Am 11. April 2000 platzierte Merrill Lynch die ersten beiden ETFs an der Deutsche Börse in Frankfurt am Main – den LDR DJ Stoxx 50 und den LDR DJ Euro Stoxx 50. Derzeit sind an der Börse in Frankfurt rund 1.500 ETFs frei handelbar.

Welche Assetklassen finden bei ETFs Verwendung?

ETFs können aus einer Vielzahl von Assetklassen bestehen, darunter:

Aktien

Dies sind die am häufigsten vorkommenden ETFs. Sie bestehen aus einem Korb von Aktien, die einen bestimmten Index (z.B. S&P 500) oder eine bestimmte Branche (z.B. Technologie) nachbilden. Anleger können Anteile an einem Aktien-ETF erwerben, um ihr Portfolio zu diversifizieren und von der Wertentwicklung der im ETF enthaltenen Unternehmen zu profitieren.

Anleihen

Diese ETFs bestehen aus einem Korb von Anleihen, die von Unternehmen oder Regierungen ausgegeben werden. Sie bieten Anlegern die Möglichkeit, in festverzinsliche Wertpapiere zu investieren und von den Zinszahlungen zu profitieren.

Rohstoffe

Diese ETFs bestehen aus einem Korb von Rohstoffen wie Gold, Silber, Öl oder Landwirtschaftsprodukten. Sie bieten Anlegern die Möglichkeit, in die Wertentwicklung von Rohstoffen zu investieren und von Preisschwankungen zu profitieren.

Immobilien

Diese ETFs bestehen aus einem Korb von Immobilienunternehmen oder -Immobilien. Sie bieten Anlegern die Möglichkeit, in die Wertentwicklung von Immobilien zu investieren und an Wertsteigerungen oder Mieteinnahmen zu partizipieren.

Kryptowährungen

Dies sind ETFs die in Kryptowährungen wie Bitcoin investieren. Sie bieten Anlegern die Möglichkeit, in die Wertentwicklung von Kryptowährungen zu investieren und von Preisschwankungen zu profitieren. Die Anzahl dieser ETFs ist momentan jedoch sehr überschaubar.

Spezifische Anlage-Themen

Diese ETFs investieren in Unternehmen, die in bestimmten Branchen oder mit bestimmten Themen wie Nachhaltigkeit oder Wasserstoff-Technologie eng verbunden sind. Sie bieten Anlegern die Möglichkeit, in bestimmte Branchen oder Themen zu investieren, die sie interessieren oder die sie für zukunftsträchtig halten.

Welche Arten von Exchange Trade Funds gibt es?

Neben den zuvor genannten ETFs, die auf Anlageklassen beruhen, gibt es auch ETFs, die sich auf spezielle Regionen oder Länder wie Schwellenländer oder auch spezielle Anlage-Stile wie Value oder Growth-Investing beziehen. Schauen wir uns diese Varianten etwas genauer an:

Index-ETFs

Index-ETFs versuchen, die Wertentwicklung eines bestimmten Index (z.B. S&P 500) nachzubilden. Sie bestehen aus einem Korb von Aktien, die dem Index entsprechen und bieten Anlegern die Möglichkeit, in eine breitere Palette von Unternehmen zu investieren, als es durch den Kauf einzelner Aktien möglich wäre.

Branchen (Sektoren)-ETFs

Sektor- ETFs investieren in Unternehmen, die in bestimmten Branchen tätig sind (z.B. Technologie, Energie, Gesundheit). Sie bieten Anlegern die Möglichkeit, in bestimmte Branchen zu investieren, die sie interessieren oder die sie für zukunftsträchtig halten.

Regionen-ETFs

Regionen-ETFs investieren in Unternehmen, die in bestimmten Regionen tätig sind (z.B. Schwellenländer, Europa, USA). Sie bieten Anlegern die Möglichkeit, in bestimmte Regionen zu investieren, die sie interessieren oder die sie für attraktiv halten.

Anlage-Stil-ETFs

Diese Art von Exchange Traded Funds investieren in Unternehmen, die bestimmten Anlage-Stilen entsprechen (z.B. Value, Growth). Sie bieten Anlegern die Möglichkeit, in jene Anlage-Stile zu investieren, die sie bevorzugen.

Womit an dieser Stelle deutlich wird, das ETFs ein mehr als flexibles Anlageinstrument darstellen, das es Anlegern ermöglicht, ihr Portfolio entsprechend ihren Zielen und Risikotoleranz anzupassen. So können ETFs aus verschiedenen Assetklassen kombiniert werden, um ein Portfolio zu diversifizieren und das Risiko zu minimieren. Und genau das macht, neben einigen anderen Eigenschaften, zu denen wir im weiteren Verlauf dieses Ratgebers kommen, dieses Anlageinstrument für sehr viele Anleger zunehmend attraktiv.

Doch bevor wir diese Punkte behandeln, wollen wir uns noch die verschiedenen Konstruktions-Arten von Exchange Traded Funds ansehen. Denn auch hier gibt es Unterschiede, die ein Anleger kennen sollte, wenn er gedenkt sein Kapital in dieses Anlageinstrument zu investieren.

Dabei geht es grundsätzlich um die folgenden Varianten:

  • Ausschüttender ETF versus thesaurierendem ETF
  • Physisch replizierendem versus synthetischem ETF

Was ist der Unterschied zwischen ausschüttendem und thesaurierendem ETF?

Der Hauptunterschied zwischen ausschüttendem und thesaurierendem ETF ist, wie Gewinne reinvestiert werden.

Funktionsweise – Ausschüttender ETF

ETF - ausschüttende Variante - Darstellung der FunktionsweiseBei ausschüttendem ETF werden Gewinne in Form von Dividenden an die Investoren ausgeschüttet und nicht reinvestiert. Ausschüttende ETFs sind also für Investoren geeignet, die eine regelmäßige Einkommensquelle benötigen.

Funktionsweise – Thesaurierender ETF

ETF - thesaurierend - Darstellung der FunktionsweiseBei Thesaurierungsfonds hingegen werden Gewinne nicht an die Investoren ausgeschüttet, sondern direkt in den Fonds reinvestiert. Thesaurierende ETFs können also gut für Investoren geeignet sein, die eine langfristige Investition und das Maximum an Rendite anstreben.

Vor- und Nachteile – Ausschüttender ETF versus Thesaurierendem ETF

Ausschüttende ETFs

Vorteile:

  • Anleger erhalten regelmäßig Ausschüttungen aus den Erträgen des ETFs, was ihnen die Möglichkeit gibt, von den Erträgen zu profitieren, entweder durch den Verkauf oder durch die Verwendung der Ausschüttungen für weitere Investitionen.
  • Steuerpflicht auf die Ausschüttungen kann in einigen Fällen geringer sein als auf Kapitalgewinne

Nachteile:

  • Anleger müssen Steuern auf die Ausschüttungen zahlen, was zu einer Reduzierung des Gesamtertrags führen kann
  • Möglicherweise höhere Transaktionskosten aufgrund der Ausschüttungen
  • Möglicher geringerer Gesamtertrag aufgrund der Ausschüttungen und Steuern

Thesaurierende ETFs

Vorteile:

  • Keine jährlichen Ausschüttungen, was bedeutet, dass die Erträge im ETF reinvestiert werden und das Vermögen des ETFs wächst.
  • Keine Steuerpflicht für die Anleger auf die jährlichen Erträge, solange sie die ETF-Anteile nicht verkaufen
  • Keine Transaktionskosten durch die Reinvestition der Erträge

Nachteile:

  • Anleger müssen sich um die Steuern kümmern, wenn sie die ETF-Anteile verkaufen
  • Anleger können nicht von den Erträgen profitieren, da diese nicht ausgeschüttet werden

Was ist der Unterschied zwischen einem physischen und synthetischem ETF?

Der Unterschied zwischen einem physischen ETF und einem synthetischen ETF besteht darin, wie sie die Wertentwicklung des zugrunde liegenden Vermögenswerts nachbilden.

Unterschied physischer ETF und synthetischer ETF
Unterschied physischer ETF und synthetischer ETF – www.RoboAdvisor-Portal.com

Funktionsweise – Physischer ETF

Ein physischer ETF hält tatsächlich die Wertpapiere, die im ETF enthalten sind (z.B. Aktien, Anleihen, Rohstoffe), und gibt den Anlegern eine direkte Beteiligung an diesen Wertpapieren. Ein physischer ETF bietet den Anlegern die Möglichkeit, direkt von der Wertentwicklung des zugrunde liegenden Vermögenswerts zu profitieren.

Funktionsweise – Synthetischer ETF

Ein synthetischer ETF hingegen nutzt Finanzinstrumente wie Derivate, um die Wertentwicklung des zugrunde liegenden Vermögenswerts nachzubilden, anstatt die Wertpapiere tatsächlich zu halten. Diese Finanzinstrumente können beispielsweise Swap-Verträge sein. Synthetische ETFs bieten Anlegern eine indirekte Beteiligung an dem zugrunde liegenden Vermögenswert.

Vor- und Nachteile – physischer versus synthetischem ETF

Physische ETFs

Vorteile:

  • Halten tatsächlich die Wertpapiere, die im ETF enthalten sind, und geben den Anlegern eine direkte Beteiligung an diesen Wertpapieren.
  • Geringeres Risiko, da sie keine Finanzinstrumente wie Derivate verwenden.
  • Transparent und leicht verständlich, da die Wertpapiere und ihre Gewichtung im ETF jederzeit einsehbar sind.

Nachteile:

  • Höhere Kosten, da sie die Wertpapiere tatsächlich halten müssen.
  • Geringere Flexibilität, da sie auf die Wertpapiere beschränkt sind, die sie tatsächlich halten.

Synthetische ETFs

Vorteile:

  • Nutzen Finanzinstrumente wie Derivate, um die Wertentwicklung des zugrunde liegenden Vermögenswerts nachzubilden, was geringere Kosten bedeutet
  • Höhere Flexibilität, da sie in eine Vielzahl von Vermögenswerten investieren können, auch wenn sie diese nicht tatsächlich halten

Nachteile:

  • Höheres Risiko, da sie auf Finanzinstrumente wie Derivate angewiesen sind und von der Bonität der Gegenpartei abhängen.
  • Möglicherweise weniger Transparenz, da die tatsächlichen Wertpapiere, die im ETF enthalten sind, nicht immer bekannt sind.
  • Möglicherweise geringere Liquidität, da die Nachfrage nach synthetischen ETFs geringer sein kann als nach physischen ETFs.
  • In einigen Ländern nicht erlaubt oder eingeschränkt, daher ist es wichtig, die Gesetzgebung im eigenen Land zu kennen und die Risiken abzuwägen, bevor man sich für eine Investition in synthetischen ETFs entscheidet.

Nach dem wir bis zu diesem Punkt alle wesentliche Arten von ETFs ausführlich dargestellt haben, wollen wir uns in den folgenden Abschnitten mit den allgemeinen Fragen wie

  • „Was kosten ETFs?“
  • „Wie sicher sind ETFs?“
  • „Wie finde ich den passenden ETF?“

Etc. beschäftigen.

Wie sicher sind ETFs?

ETFs sind in der Regel als sichere Anlageformen angesehen, da sie eine breit diversifizierte Anlage in eine Vielzahl von Wertpapieren bieten, was das Risiko minimiert. Es gibt jedoch einige Aspekte, die bei der Beurteilung der Sicherheit von ETFs zu berücksichtigen sind:

1.) Marktrisiko

Wie jede Anlageform sind ETFs dem Marktrisiko ausgesetzt. Dies bedeutet, dass die Wertentwicklung des ETFs von den allgemeinen Marktbedingungen abhängt und die Wertentwicklung des ETFs im Einklang mit der Wertentwicklung des zugrunde liegenden Marktes stehen kann.

2.) Kreditrisiko

Für synthetische ETFs besteht das Risiko, dass die Gegenpartei des Swap-Vertrags in Zahlungsschwierigkeiten gerät und nicht in der Lage ist, ihren Verpflichtungen nachzukommen. Auch bei ausschüttenden ETFs, die Anleihen halten, gibt es das Risiko, dass die Schuldner ihre Zins- und Tilgungsverpflichtungen nicht erfüllen

Was kosten ETFs?

ETFs können verschiedene Kosten verursachen, die sich auf die Rendite auswirken können. Hier sind einige der häufigsten Kosten, die bei ETFs anfallen:

Kauf- und Verkaufskosten

Wie bei jeder Anlageform fallen beim Kauf und Verkauf von ETF-Anteilen Kosten an. Diese Kosten können in Form von Maklergebühren oder Spreads (Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis) anfallen.

Verwaltungskosten

ETFs werden von einem Vermögensverwalter verwaltet, der für die Auswahl und Gewichtung der Wertpapiere im ETF verantwortlich ist. Dieser Vermögensverwalter berechnet in der Regel eine Verwaltungsgebühr (Management Fee), die von den Anlegern getragen wird.

Wiederbeschaffungskosten

ETFs, die physische Wertpapiere halten, können in einigen Fällen Wiederbeschaffungskosten haben, die anfallen, wenn Wertpapiere im ETF ausgetauscht oder ersetzt werden müssen.

Ausschüttungskosten

Ausschüttende ETFs können Kosten verursachen, die anfallen, wenn die Erträge aus dem ETF ausgeschüttet werden. Diese Kosten können in Form von Steuern oder Ausschüttungsgebühren anfallen.

Es ist wichtig zu beachten, dass die Kosten von ETF zu ETF unterschiedlich sein können und dass diese Kosten die Rendite beeinflussen können. Anleger sollten sich vor einer Anlageentscheidung über die Kosten des ETFs im Klaren sein und sie mit anderen ETFs vergleichen, um die bestmögliche Wahl für das eigene Portfolio zu treffen. Womit wir zu dem Punkt kommen, wie man eigentlich die passenden ETFs für das eigene Portfolio finden kann.

Wie finde ich den passenden ETF?

Es gibt einige Faktoren zu berücksichtigen, wenn man den passenden ETF sucht. Hier sind einige Tipps, die bei der Auswahl des passenden ETFs helfen können:

Anlagestrategie

Bevor man mit der Suche nach einem ETF beginnt, sollte man sich klar über die eigene Anlagestrategie und die persönlichen Finanz- und Anlageziele im Klaren sein. Dies hilft dabei, den passenden ETF auszuwählen, der am besten zu den eigenen Zielen passt.!

Diversifikation

Ein ETF sollte eine breit diversifizierte Anlage in eine Vielzahl von Wertpapieren bieten, um das Risiko zu minimieren.

Kosten

ETFs können unterschiedliche Kosten verursachen, die sich auf die Rendite auswirken können. Anleger sollten sich über die Kosten des ETFs im Klaren sein und diese mit anderen ETFs vergleichen, um die bestmögliche Wahl für ihr Portfolio zu treffen.

Performance

Anleger sollten sich über die historische Performance des ETFs im Vergleich zum zugrunde liegenden Markt und zu anderen ETFs im selben Segment informieren.

Transparenz

Anleger sollten sich über die Zusammensetzung, die Gewichtung und die laufenden Kosten des ETFs im Klaren sein.

Ist der Punkt der Auswahl passender ETFs an dieser Stelle abgeschlossen, kommen wir zu wohl einer der meistgestellten Frage, wenn es um das Thema Vermögensaufbau geht: Lohnt sich die Geldanlage mit einem ETF-Sparplan? Und wenn ja: Was gilt es hier zu beachten? Kommen wir also in den folgenden und somit dann auch letzten Abschnitten dieses ETF – Ratgebers zu allen Fragen rund um ETF-Sparpläne.

Was ist ein ETF-Sparplan?

Ein ETF-Sparplan ist eine Möglichkeit, regelmäßig in ETFs zu investieren. Es ermöglicht Anlegern, in regelmäßigen Abständen (z.B. monatlich) einen bestimmten Betrag in einen ETF einzuzahlen. Auf diese Weise können Anleger ihr eigenes ETF- Portfolio aufbauen und langfristig von der Wertentwicklung des ETFs profitieren, ohne eine große Summe auf einmal investieren zu müssen. ETF-Sparpläne stellen also eine gute Möglichkeit für Anleger dar, die ihr ETF-Portfolio auf lange Sicht aufbauen und das Risiko durch Diversifikation minimieren möchten.

Es ist wichtig zu beachten, dass die Auswahl des ETFs, die Höhe des Sparbetrags und die Frequenz der Sparpläne entsprechend den Anlagestrategie und den persönlichen Finanz- und Anlageziele ausgewählt werden sollten.

Worauf müssen Anleger bei einem ETF-Sparplan besonders achten?

Wenn man einen ETF-Sparplan einrichtet, gibt es einige Faktoren, auf die man besonders achten sollte:

       1. ETF-Auswahl

Es ist wichtig, dass der gewählte ETF gut diversifiziert und kosteneffizient ist und dass er gut zu den eigenen Anlagestrategie und Zielen passt.

2. Sparbetrag

Der Sparbetrag sollte entsprechend der eigenen Finanzsituation und den Anlagestrategie ausgewählt werden.

3. Sparfrequenz

Die Häufigkeit des Sparplans sollte entsprechend der eigenen Finanzsituation und den Anlagestrategie ausgewählt werden. Es ist wichtig, dass man sich den Sparbetrag leisten kann und dass man regelmäßig sparen kann.

4. Kosten

Es ist wichtig, sich über die anfallenden Kosten im Klaren zu sein und diese mit anderen Angeboten zu vergleichen.

5. Flexibilität

Einige ETF-Sparpläne ermöglichen es Anlegern, den Sparbetrag und die Sparfrequenz jederzeit anzupassen. Es ist also anzuraten, sich über die Flexibilität des Angebots zu informieren.

6. Steuervorteile

Es ist zudem von Bedeutung, sich über die steuerlichen Auswirkungen des Sparplans im Klaren zu sein und sich gegebenenfalls mit einem Steuerberater zu beraten.

Das Fazit zum Thema ETF und ETF-Sparplan

Ein Investment in verschiedene Exchange Traded Funds beziehungsweise ETF-Sparpläne ist bestens geeignet, um auf lange Sicht hin stetig ein kleines (oder auch größeres – je nach Investitionssumme) Vermögen aufzubauen. Natürlich führen hohe Investment-Summen auch zu einem deutlich schnelleren Vermögensaufbau. Doch gerade Sparpläne auf Basis solcher Indexfonds sind bereits mit kleinen monatlichen Beträgen – zumeist ab 25 € – besparbar.

Der generelle Vorteil von Fonds-Sparplänen besteht vor allem darin, dass beim Ratensparen stets der gleiche Geldbetrag investiert wird. So kauft man bei niedrigen Fondskursen mehr ETF-Anteile als bei hohen Kursen. Der Effekt zeigt sich darin, dass sich so unterm Strich sehr günstige Durchschnittskosten bei einem Investment in einem ETF-Sparplan ergeben.

So genießen Anleger auf Dauer mit ihrem finanziellen Engagement in Indexfonds / Exchange Traded Funds allerbeste Aussichten auf guten Ertrag. Und je länger der Anlagehorizont gewählt wird, umso besser.

Oder anders ausgedrückt: Je früher man mit dem Vermögensaufbau beginnt, desto besser!

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Markus G

Markus ist der “Kopf” des Teams. Ideengeber, Vermarkter, Redakteur und irgendwie an allem auf diesem Portal beteiligt. Ohne ihn würde es dieses Portal so nicht geben. Eine Idee – entstanden aus dem persönlichen Interesse an FinTech und nun langjähriger Erfahrungen in der Finanz-Szene. Zudem ist Markus Kolumnist auf zahlreichen Online-Plattformen – vor allem im englischsprachigen Raum (The Verge, Talkmarkets, Stockopedia, aber u.a. auch auf Focus.de
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5 Kommentare

  1. Das ist definitiv mal einer der besten Artikel, was die Erklärung von ETFs betrifft Alle wichtigen Arten von ETFs bestens erklärt und dazu noch den “geschichtlichen” Hintergrund. Kompliment. Solche Artikel gehören bei Google unter die Top 10, da lege ich mich fest.

  2. Gefällt mir sehr gut, auch als Laie. Schön simple erklärt, besser als auf den meisten Seiten. Für mich bleiben nach wie vor ein paar Fragen: Wo ist genau der Unterschied zwischen Robo-Advisor und einem Sparplan? Es wird beides von jemand anderen überwacht und es kostet mehr als wenn man die ETFs selber auswählt. Aber der genaue Unterschied – bzw. Vor- und Nachteil ist mir noch nicht bewusst geworden. Und ob es einen großen Unterschied gibt zwischen den ganz großen gestreuten ETF wie MSCI World etc…gibt es da große Ertragsunterschiede? Danke!

  3. Der Artikel auf dieser Webseite ist sehr ausführlich, und beschreibt detailliert die Vor- und Nachteile des ETF Sparens! Ich kann es daher jedem mit gutem Gewissen weiterempfehlen, der sich für das Thema Geldsparanlage interessiert, und wertvolle Informationen darüber erfahren möchte!

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