Fondssparen oder ETF-Anlage? Frauen sollten sich klare Anlageziele setzen

Fondssparen – wenn es um den konstanten Vermögensaufbau geht, gilt das “besparen” von Fonds als das A und O. Aus gutem Grund, denn ein Investment in Fonds lässt sich bereits mit kleinen monatlichen Sparraten realisieren. Doch oftmals stellt sich die Frage, welche Art von Fondssparen eigentlich die Beste ist? Seit dem ETF Boom werden die meisten Menschen, die sich mit der Welt des Investment beschäftigen, diese Frage wohl recht deutlich mit eben jener “ETF Anlage” beantwortet.

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Julia F.

23. Mai 2020

Fondssparen oder ETF Sparplan? Welche Anlageform eignet sich am besten für ein weibliches Investment?

23. Mai 2020

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Und wenn es um Frauen und Investments geht, wird ein ETF-Sparplan  erst recht als das Maß aller Dinge angepriesen. Klar, im Gegensatz zum aktiv gemanagten Fondssparen ist ein ETF-Sparplan beziehungsweise ETF-Anlage rund 10 mal günstiger – eben weil die Management-Gebühren wegfallen. Zudem ist das Anlage-Instrument im Grundsatz recht einfach zu verstehen und damit vordergründig perfekt für den einfachen, unkomplizierten Vermögensaufbau.

Zudem ist das Verlustrisiko bei ETFs deutlich geringer, als bei klassischen Investmentfonds-Sparplänen. Dieses ist oft das Hauptargument für Frauen, denn sie sind es, die letztendlich weniger liquide sind, als Männer. Da möchten sie ihr Investment natürlich keinen hohen Risiken aussetzen. Und wie bereits erwähnt, gilt als Vorteil, dass ETFs oft schon ab kleinsten Raten bespart werden können. Eine weitere Eigenschaft, die insbesondere Frauen bei ihren Plänen zur Kapitalanlage durchaus entgegenkommt. Moment – ist dem so?

Sind ETF-Sparpläne wirklich immer das Mittel der Wahl? Das A und O der einfachen Geldanlage? Nein – ganz so einfach ist es dann eben doch nicht. Denn die Wahl des richtigen Anlage-Instruments setzt etwas Entscheidendes voraus – die Definition des Sparziels und dem Anlagehorizont.

Was das Sparziel mit der Art des Investments zu tun hat

Vor dem eigentlichen Investment sind immer Entscheidungen zu treffen. Etwa darüber, ob man eine Kapitalanlage forciert oder lieber monatliche Raten zusammenspart. Diese Frage stellt sich natürlich nur, wenn bereits Vermögen angespart wurde. Oder ob man bereit ist, den Markt zumindest hin und wieder zu beobachten oder sich damit möglichst gar nicht auseinanderzusetzen. Und nicht zuletzt, welches Ziel man mit der Geldanlage eigentlich verfolgt.

Natürlich, das Ziel jeder Frau, die investiert, ist, Vermögen aufzubauen. Aber, in welchem Zeitraum soll dieses Ziel erreicht werden? Im Idealfall besteht die Zielsetzung nicht nur aus einem Endresultat, sondern bildet auch Zwischenschritte und Etappensiege ab. Von diesen Sparzielen ist abhängig, welche Anlageform für Frauen besser geeignet ist.

ETFs wurden in den vergangenen Jahren über den grünen Klee gelobt – besonders als Anlageform für Frauen. Dabei wird davon ausgegangen, dass Frauen lieber risikoarm anlegen und es bevorzugen, sich weder mit der Funktion ihrer gewählten Investment-Art noch mit dem Markt und dessen Entwicklungen auseinanderzusetzen.

Was dabei gern vergessen wird:

1. Nicht alle Frauen sind so.

2. sind es meistens gerade Frauen, die das komplette Prinzip ihres Investments verstehen wollen.

Diese Eigenschaft macht sie für viele Finanzberatungen und Banken zu unattraktivem Klientel. Das haben wir an dieser Stelle schon einmal herausgearbeitet.

Kurzfristige, mittelfristige und langfristige Anlageziele bestimmen die Investmentform

Eines vorab: Egal, ob man kurzfristige, mittel- oder langfristige Ziele verfolgt, sie sollten immer so breit gestreut sein, wie möglich. Nun muss man einen Blick auf seine eigene Zielsetzung werfen. Frauen, die im Zeitraum X zu Millionärinnen werden wollen, müssen eine andere Anlagestrategie forcieren, als Frauen, deren Ziel finanzielle Unabhängigkeit lautet oder die sich für die Rentenzeit ein Polster schaffen wollen.

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Welche Form des Fondssparen eignet sich besser Frauen: der moderne ETF Sparplan oder doch der klassische Investmentfonds-Sparplan? Entscheidend ist das Anlageziel und die geplante Anlagedauer.

Ist das Endziel klar, sollten Zwischenziele formuliert werden. Möchte man sein finales Ziel schneller erreichen, müssen höhere Beträge in riskantere Produkte bei gleichzeitig höherer Chance auf eine ebenso höhere Rendite investiert werden. Überwiegt das Risikobewusstsein oder Risikoscheue den Wunsch, sein Anlageziel so schnell wie möglich zu erreichen, sind mittel- und langfristigere Anlagestrategien die bessere Wahl. Natürlich steht es jeder Frau frei, kleinere Ziele durch kurzfristige Investments schneller zu erreichen und erst, wenn diese erreicht sind, auf Langzeitanlagen auszuweichen.

Das bringt uns zurück zu den ETFs, die als DAS Anlage-Instrument für Frauen schlechthin beworben werden. Analysen und Beobachtungen zeigen, dass sich ETF-Sparpläne besonders für langfristige Sparziele eignen. Damit sind Anlagezeiträume von 10 bis 12 Jahren mindestens gemeint. Um mittel- oder gar kurzfristig Kapital zu akkumulieren, sind aktiv gemanagte Fonds oft das passendere Investment.

Die Vorteile von Fondssparen gegenüber ETF-Sparplänen

Als langfristige Anlageformen geben und nehmen sich Fondssparpläne und ETF-Sparpläne nichts. Einzig, Fonds werden als mittelmäßig riskant, ETFs als risikoarm eingestuft – was in der Natur der Sache liegt, weil ETFs den Marktwert von Aktienindizes abbilden. Darüber hinaus ist ein ETF-Sparplan aber weniger flexibel, als ein Fondssparplan.

Hinzu kommt, dass aktiv gemanagte Fonds, die etwa in den DAX investiert haben, 2018 doppelt so hohe Renditen eingefahren haben, als ETFs, die den DAX abgebildet haben. Und nicht nur das: Mittelfristig, also über einen Zeitraum von 3 bis 5 Jahren, performen zwischen zwei Drittel und der Hälfte der Fonds gegenüber vergleichbaren ETFs um circa 10 Prozentpunkte besser. Eigentlich ein kaum schlagbares Argument pro Fondssparen.

Für welchen Typ Frau eignet Fondssparen?

Fondssparen ist optimal geeignet, um folgende Anlageziele zu erreichen

 

  • die Rente aufzubessern,
  • Kinder und Enkelkinder abzusichern,
  • gewinnbringend zu investieren,
  • auf ein bestimmtes Ziel hinzusparen,
  • konservativ, aber nicht risikoscheu anzulegen,
  • andere Investmentformen zu ergänzen.

Grundsätzlich: Frauen, die sich für einen Fondssparplan zum Vermögensaufbau oder zur Altersvorsorge entscheiden, müssen dabei genauso viel oder wenig selbst aktiv werden, wie bei einem Investment-Sparplan. Der Fondsmanager kümmert sich darum, dass das Investment je nach Kursschwankung umgeschichtet wird. Aktiv gemanagt bedeutet also nicht, dass Frau unmittelbar selbst tätig werden muss. Ein gewisses Grundinteresse sollte sie für ihr Investment aber trotzdem mitbringen.

Und sei es nur, damit sie am Ende der Sparplanlaufzeit den richtigen Zeitpunkt zum Verkauf erwischen kann.

In dieser Hinsicht unterscheidet sich beispielsweise ein aktiv gemanagter Fondssparplan nicht wirklich vom ETF-Sparplan. Allerdings ist er mittel- und langfristig die ertragreichere Alternative bei der Kapitalanlage. Und damit eignet sich das Fondssparen besonders für Frauen, deren Anlageziel innerhalb eines 5- bis 10-Jahreszeitraumes liegen.

Danach haben sie die Wahl, ihre Ausschüttung ganz oder zu Teilen erneut zu investieren – in den gleichen Fonds, in mehrere Fonds oder in ganz andere Anlageformen – oder ihre Gewinne einzustreichen, einen neuen Sparplan abzuschließen oder ein neues Investment-Portfolio zu gestalten.

Mehr zum Thema “Fondssparen” gibt es >> HIER <<

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Julia F.

Julia F.

Julia ist unsere Spezialistin im Bereich “Frauen und Geldanlage”. Selbst als Quereinsteigerin in die Finanz-Szene gestartet, setzt sie sich bei uns mit den typischen Fragen und Unsicherheiten von Frauen beim Thema Geldanlage und Vermögensaufbau auseinander. Und sie spricht aus Erfahrung, denn sie ist mittlerweile selbst erfolgreiche Anlegerin. Julia gewährt uns mit ihren Beiträgen einen Einblick in die weibliche Welt der Geldanlage und des Vermögensaufbaus.

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