Typisch Frau? Die Angst vor Finanzen, Aktien, Anlage und Investment

Geldanlage, Investment, Vermögensaufbau und so weiter: Am meisten Angst hat man vor Dingen, die man nicht kennt oder zumindest daran glaubt, sich damit nicht auszukennen. Das ist keine typisch weibliche Eigenschaft, das ist nicht mal eine typisch deutsche Eigenschaft. Es ist einfach eine allgemein gültige Tatsache. Aber durchaus Eine, mit der sich schon sehr gut erklären lässt, warum Frauen noch immer davor zurückschrecken, sich mit ihren eigenen Finanzen zu beschäftigen.

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Julia F.

11. Oktober 2018

Sparpläne: Wie Frauen mit kleinem Investment Kapital aufbauen können

11. Oktober 2018

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Wohlwissend, dass es eigentlich zwingend erforderlich wäre.  Zumindest dann, wenn man sich beispielsweise bei der Altersvorsorge nicht auf den Mann und schon gar nicht den Staat verlassen möchte. Denn das Thema Altersarmut sollte Motivation genug sein, sich mit dem Thema Geldanlage oder mögen wir es eben auch Investment nennen, mal etwas eingehender zu beschäftigen.

Warum Frauen sich ihren Finanzen widmen sollten

Denn ein statistisch belegter und somit nicht zu diskutierender Fakt ist folgender: Von den von Altersarmut bedrohten Deutschen machen Frauen den größten Anteil aus. Punkt! Die Gründe dafür sind durchaus vielfältig. Meist sind es Frauen, die zugunsten der Partnerschaft und Kinder auf die Möglichkeit verzichten, Karriere zu machen und so ein höheres Einkommen zu generieren. Doch was bedeutet das konkret?

• Frauen geben häufiger ihre Stelle auf, um mit ihrem Partner zusammenzuleben, der in einer anderen Stadt lebt oder versetzt wurde.

• Trotz Recht auf Elternzeit für Väter sind es nach wie vor deutlich mehr Frauen, die für mehrere Monate bis mehrere Jahre eine Auszeit von der Arbeit zugunsten der       Kinderbetreuung nehmen.

• Dank noch immer vorhandener Gender-Pay-Gap verdienen Frauen im Schnitt für die gleiche Arbeit in der gleichen Position weniger Geld.

• Nach der Elternzeit sind es noch immer vornehmlich Frauen, die nur in Teilzeit wieder in den Job einsteigen (sofern Sie denn überhaupt wieder einsteigen)

• Bei einer Trennung oder Scheidung mit Kind, begeben sich Frauen unmittelbar in Abhängigkeit von Alimenten, Unterstützungsgeldern und Förderungen.

• Mehr Frauen als Männer sind in Deutschland schlecht ausgebildet und finden besonders als Alleinerziehende kaum gut bezahlte Stellen.

• Frauen sind demzufolge sehr viel häufiger von Altersarmut bedroht, als Männer.

Was hier sofort auffällt? Frauen wird es institutionell schwer gemacht, eine gute Einstellung zu Finanzen zu haben. Hinzu kommen Faktoren wie die Demotivation, die oft schon in der Schule beginnt. Stichwort: „Mädchen können nicht rechnen.“ Sicherlich in unserer modernen Gesellschaft eine Einstellung, die so eigentlich nicht mehr existent sein sollte und dennoch sei gesagt: Sie existiert bis heute, wenn auch nicht in der Häufigkeit wie noch vor 30 Jahren.

Und da dem so ist generiert sich hieraus auch heute noch eine Negativspirale, die oft schon im frühen Kindesalter beginnt. Jeder Verhaltenspsychologe weiß, wie schwer es ist, aus solch indoktrinierten Mustern auszubrechen. Da bildet das Thema Finanzen leider keine Ausnahme. Aber, es gibt einen Ausweg für Frauen, um den Teufelskreis zu durchbrechen und sich selbstbewusst und erfolgreich mit den eigenen Finanzen auseinanderzusetzen. Es ist dabei wie bei allem Neuen im Leben: Der erste Schritt muss gewagt werden!

Wie können Frauen ihre Angst vor Finanzthemen ablegen?

Angst wird geboren aus Unwissenheit. Also was müssen Frauen ändern, um ihre Angst vor Finanzen abzulegen? Genau, Wissen erlangen. Das beginnt bei der Steuerklasse und der (gemeinsamen) Kontoführung, über das Führen eines Haushaltsbuches und reicht bis zur letztendlichen Investition in die eigene finanziell unabhängige Zukunft mittels Investment in Aktien, ETFs, Immobilien

1. Praxistipp, wie sich Frauen ihren Finanzen vorsichtig nähern können

Um das eigene Interesse an Finanzen zu wecken, müssen Frauen sich zu Beginn mitunter etwas selbst überlisten. Ein Haushaltsbuch ist ein guter Anfang, um sich langsam dem Thema zu näheren. Nach einigen Monaten hat man dann einen Überblick über die eigenen Ausgaben. Daraufhin lässt sich prima eine Aufstellung machen, wo man wie viel Geld sparen kann, wenn man sein Kaufverhalten anpasst. Ein fixes Budget für die monatlichen Ausgaben, erhöht das Sparvermögen zusätzlich. Was am Monatsende übrig ist, wandert dann zunächst einmal auf ein externes Konto mit akzeptabler Verzinsung und wird dort – ohne einen zu hohen Anspruch an Gewinnmaximierung – geparkt.

2. Praxistipp, damit Frauen bei den Finanzen selbstsicherer werden

Es ist ein kleiner Schritt, der Frauen aber mehr Sicherheit auf dem unbekannten Pfad in bzw. durch den Finanzdschungel verleiht. Als nächstes gilt es, sich mit Versicherungen auseinanderzusetzen. Welche bestehen schon, was bedeuten sie und was decken sie ab? Und in wiefern decken sich eventuell bestehende Versicherungsverträge mit dem, was Frauen bei der Vorsorge und Absicherung wichtig ist. Es reicht völlig, sich eine Versicherung nach der anderen vorzunehmen und sich dafür ausreichend Zeit für eien  Analyse einzuplanen. Besonders in Sachen Finanzen sollte man nichts übers Knie brechen.

Jeden Tag ein, zwei Stunden im Internet zu Versicherungen und Kosten recherchieren ist kein Hexenwerk. Gleichzeitig liest sich Frau auf diese Weise mehr Know-How an. Das macht sie bei Verhandlungen mit dem Partner, Finanzberater oder Versicherungsmakler selbstbewusster, damit sie sich traut, Fragen zu stellen und selbstsicher auf das Haushaltsbudget zu verweisen.

3. Praxistipp für die weibliche Vermögensverwaltung und das Investment

Kommen wir letztendlich zum Thema Investment: Wichtig ist, sich nicht stressen zu lassen. Auch, wenn eine Deadline hilfreich sein kann, um Sparziele zu erreichen, sollte man diese bei einem Investment, sei es in Aktien und / oder Fonds, nicht zu kurzfristig planen. Es darf gerne auch ein oder zwei Jahre dauern, bis Frau sich sicher genug ist, um auf dem Parkett der Finanzen zu tanzen. In der Zwischenzeit ist Weiterbildung angesagt.

Warum nicht mit einem Musterdepot die Regeln der Finanzmärkte verstehen lernen?

Weshalb nicht einen Kurs oder ein Seminar zum Vermögensaufbau belegen oder ein Buch über Finanzen und Geldanlage lesen?

Bevor sie sich im Anschluss an die realen Finanzen und ein Investment wagen, kann eine weitere Aufstellung helfen, um die ideale Investitionsart zu finden. Soll langfristig und risikoarm investiert werden, können ETFs eine Möglichkeit sein. Will sie sich erst einmal vorsichtig herantasten, wären eventuell P2P-Kreditplattformen eine erste Anlaufstelle. Möchte sie ihr Geld ethisch und moralisch vertretbar anlegen, sollte sie sich über nachhaltige Aktienindizes informieren.

Risikominimiert können Frauen ihr Vermögen per Pantoffel-Portfolio vermehren. Zuletzt sollte sie ihr Vermögen möglichst breit streuen und nicht ausschließlich auf ein Pferd setzen. Aber das ist eine generell geltende Regel und somit nicht nur als Appell an Frauen gerichtet.

Das Ziel? Sicher werden im Umgang mit Finanzen

Es sind drei einfache Schritte, verbunden durch viele kleinere, die Frauen helfen, ihre Angst vor Aktien und Anlagen zu verlieren. Um sicherer zu werden in Sachen Finanzen, hilft es, wenn Frauen sich Zeit lassen und sich vor Augen führen, dass die erste Konfrontation mit dem eigenen Geld Überwindung kostet. Auch, wenn das bedeutet, das mulmige Gefühl beim Blick aufs Konto und ins Haushaltsbuch einfach ein paar Monate aushalten zu müssen. Am Ende werden Frauen mit mehr Selbstbewusstsein und mehr Vermögen dafür belohnt.

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Julia F.

Julia F.

Julia ist unsere Spezialistin im Bereich “Frauen und Geldanlage”. Selbst als Quereinsteigerin in die Finanz-Szene gestartet, setzt sie sich bei uns mit den typischen Fragen und Unsicherheiten von Frauen beim Thema Geldanlage und Vermögensaufbau auseinander. Und sie spricht aus Erfahrung, denn sie ist mittlerweile selbst erfolgreiche Anlegerin. Julia gewährt uns mit ihren Beiträgen einen Einblick in die weibliche Welt der Geldanlage und des Vermögensaufbaus.

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