Kapitalanlage: „Kann man den Markt schlagen?“ (Teil 4)

In den letzten Wochen war es wieder soweit: Die Börsen gerieten, ob des angekündigten Handelskrieges und einer erneuten Eskalation des Nahost-Konfliktes, ins Wanken und so bei dem vorsichtigen Anleger abermals sicherlich die Anwallungen eines „Aussteigens“ hervorfördernd. Für die andere Gruppe der wagemutigen Anleger exakt der richtige Moment Positionen zu überprüfen und gegebenenfalls temporär schwächelnde, aber potentialbehaftete Positionen aufzustocken. Alles mit dem Ziel eine adäquate Rendite zu erzielen. Vielleicht auch mit dem Ziel doch den Markt ein wenig outzuperformen! Womit wir wieder beim Thema des „Kann man den Markt schlagen?“ wären. Ein Thema, das wir nachwievor an Experten aus dem Kapitalanlagemarkt richten und um deren Meinung zu diesem Thema bitten. 

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Markus G

12. April 2018

Kapitalanlage - wie man den markt schlagen kann

12. April 2018

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Diesmal konnten wir niemand anderen als Dirk Fischer, Geschäftsführer der Patriarch Multi-Manager GmbH und Kreateur des Robo-Advisors „truevest“ für einen interessanten Beitrag gewinnen.

Der folgende Artikel legt dabei seinen Fokus darauf, inwieweit es möglich ist, mit der Auswahl des richtigen Robo-Advisors den Markt zu schlagen. Als Einstieg hierzu ist zunächst einmal zu ergründen, welcher Philosophie der jeweilig betrachtete Robo-Advisor mit seinen inhaltlichen Anlagestrategien folgt.

Nur der „aktive“ Robo-Manager hat eine Chance den Markt zu schlagen

Denn kein „passiver“ Robo-Advisor (und das ist der große Löwenanteil der Robos), der ohne einen „aktiven“ Managementansatz unterwegs ist (Alpha-Faktor), kann grundsätzlich überhaupt den Markt schlagen. Ein passiver ETF hat als im Robo verwendetes Instrument nun einmal immer dasselbe Ergebnis wie sein abgebildeter Markt (Index), abzüglich laufende Kosten. Somit stets eine minimale, aber konstante Underperformance.

Wenn man mit Robo-Advisor-Strategien den Markt also wirklich schlagen will, geht das zunächst einmal nur über den direkten Einsatz von „aktiven“ Zielfonds (wie beispielsweise bei drei truevest-Strategien), was aber nur die wenigsten Robo-Advisor am Markt überhaupt anbieten. 

Diese aktiven Zielfonds sind aufgrund Ihrer Managementleistung dafür aber auch leicht teurer als passive Zielfonds (ETFs), sodass es auch hiermit (aufgrund der höheren Kostenkomponente) nicht leicht ist den Markt zu schlagen, temporär aber dennoch immer wieder gut gelingt. Speziell mit dem Fokus auf der Vermeidung von Markt-Abwärtsphasen. Aber mit Sicherheit auch nicht dauerhaft und zu jeder Zeit.

Bei unserer vierten truevest-Strategie, unserem speziellen Portfolio-Ansatz mit ETFs, schlagen wir den Markt in Abwärtsphasen durch unseren zeitweisen Marktausstieg temporär deutlich, wenn unser Signal richtig war. In Aufwärtsphasen ist eine Outperformance  i.d.R. nicht möglich.

Von der Theorie zur Praxis

Lassen wir der Theorie einmal ein paar praktische echte Beispiele aus der Vergangenheit folgen, um der Diskussion mehr Leben einzuhauchen. 

Ich habe dafür auf unsere in einer Investitionsphase offensivste aktive Zielfondsstrategie „PatriarchSelect Trend 200 VIP“ (100% Aktienfondsanteil) aus unserem Robo truevest zurückgegriffen und diese einmal in verschiedenen Vergangenheitsphasen gegen Ihren Vergleichsindex MSCI World gestellt. Da ich den MSCI World aufgrund lizenzrechtlicher Gründe nicht verwenden darf, bin ich alternativ auf den STOXX Global 150 und Dow Jones Global ausgewichen.

Schauen wir uns zunächst zwei recht schwache Marktphasen der Vergangenheit an, wo unsere aktiven Strategien i.d.R. über ein rechtzeitiges Verkaufssignal der 200-Tage-Linie ihrer Benchmark schon sehr rechtzeitig aus dem Markt gegangen sind. So sehen wir in der ersten Grafik die beiden Katastrophenmonate im zweiten Halbjahr 2011, wo einem Verlust der internationalen Aktienmärkte (Benchmark) von zwischen -8% bis -12% ein Kapitalerhalt unserer Strategie durch Desinvestition gegenübersteht.

Moderne Kapitalanlage per Robo-Advisor

Ähnlich im zweiten grafischen Beispiel von 12.2015 – 05.2016, wo uns allen sicherlich noch der schlechte Jahresstart 2016 gut in Erinnerung geblieben ist. Auch hier ist unsere Strategie über das betrachtete halbe Jahr komplett in der Desinvestition geblieben und konnte auch hier ebenfalls eine erheblich Outperformance von guten 5% über ein halbes Jahr generieren. Und beide Male natürlich zusätzlich mit einer viel, viel niedrigeren Volatilität oben drauf.

Geld anlegen per Robo-Advisor

Es wäre aber natürlich zu fantastisch, wenn ein System nun ständig den Markt schlagen würde. Diese Illusion muss ich Ihnen leider mit der nächsten Grafik nehmen.

Outperformance: Geldanlage per Robo-AdvisorHier sehen wir einfach einmal das komplette Jahr 2012 (ein sehr positives Börsenjahr mit durchgehender Vollinvestition). Hier sind die Indizes volatiler / agressiver wie unsere Strategie unterwegs und werden mit einer klar höheren Rendite belohnt. 

Auch wenn unsere VIP Trend 200-Robostrategie hier ein hervorragendes Ergebnis von 8% nach laufenden Spesen erwirtschaften konnte und sehr zufriedene Kunden erfuhr, so lag das Marktergebnis doch klar höher im zweistelligen Performancebereich. Also underperformed und den Markt nicht geschlagen.

Das Fazit zur Ausgangsfrage

Mit „aktiven“ Robo-Strategien, wie bei truevest, ist ein temporär besseres Ergebnis als der Markt immer wieder problemlos möglich (speziell durch stärkeren Kapitalerhalt in Abwärtsphasen). Da der aktive Ansatz aber ebenso auch temporär immer wieder Underperformance-Phasen hervorbringt (eher in den steigenden Marktphasen), ist ein dauerhaftes, stetiges Schlagen der Märkte mit einer Robo-Strategie (selbst bei aktiven Strategien, wie in truevest) eher unwahrscheinlich.

Ist Underperformance wirklich schlimm ? Oder anders gefragt – Outperformance das vorrangige Ziel?

In Summe ist es aber offen gesagt meiner Meinung nach auch die völlig falsche Motivation bzw. Messlatte, wegen einer potentiellen Markt-Outperformance in eine Robo-Anlagestrategie einzusteigen. Oder diese danach zu bewerten.

Denn, Hauptmotiv sollten eher niedrige Kosten, niedriger Aufwand und eine breite Risikostreuung sein.

Wenn es mein primäres Ziel ist den Markt zu schlagen, sollte ich lieber einen extrem aggressiven aktiven Aktienfonds mit einem erfahrenen Management  suchen und für meine Anlage eine hohe Risikobereitschaft mitbringen. Beispiele, dass dies möglich ist, gibt es genug. 

Erwähnt sei hier exemplarisch einmal der Patriarch Classic TSI-Fonds (WKN: HAFX6Q) als prominenter Investitionstipp für offensive Anleger mit einer doppelt so hohen Rendite wie der DAX seit Auflage vor 4 Jahren!

Kapitalanlage - den Markt schlagen

Doch unsere Robo-Advisor-Kunden sehe ich in dieser Range an Risiko-/Renditerelation offen gesagt überhaupt nicht. Hier ist ein bewährtes, verlässliches und unkompliziertes Basisinvestment gefragt. Ob die finale gute Rendite nun eine leichte Outperformance oder Underperformance zum Markt bietet, hat bei uns noch nie über die Zufriedenheit eines Investors mit seiner Anlage entschieden!

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Markus G

Markus ist der “Kopf” des Teams. Ideengeber, Vermarkter, Redakteur und irgendwie an allem auf diesem Portal beteiligt. Ohne ihn würde es dieses Portal so nicht geben. Eine Idee – entstanden aus dem persönlichen Interesse an FinTech und nun langjähriger Erfahrungen in der Finanz-Szene. Zudem ist Markus Kolumnist auf zahlreichen Investment-Plattformen – vor allem im englischsprachigen Raum, aber u.a. auch auf Focus.de
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