Geld anlegen: Nachhaltige Investments für Frauen

Frauen legen mehr Wert auf Nachhaltigkeit. Das hat erst kürzlich wieder eine repräsentative Umfrage (YouGov, Juni 2018) bestätigt. Das gilt zunächst einmal für ganz alltägliche Angelegenheiten wie die Ernährungsgewohnheiten und die Wahl der Energieversorgung. Es zeichnet sich aber auch immer mehr ab, dass sich Frauen auch beim Thema Finanzen verstärkt für nachhaltige Investments interessieren.

Julia F.

Julia F.

13. September 2018

Nachhaltige Investments

13. September 2018

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Was sind nachhaltige Investments und gibt es sie überhaupt?

Im Zusammenhang mit nachhaltigem Investment muss man zwei Arten der Nachhaltigkeit unterscheiden. Da wäre einerseits die Nachhaltigkeit, die sich auf die langfristige Akkumulation von Gewinnen bezieht. Diese Form der Nachhaltigkeit ist allerdings eher ein Kriterium der Art der Anlage. Die andere Form der Nachhaltigkeit – und die ist an dieser Stelle gemeint – bezieht sich darauf, in ethisch und / oder ökologisch vertretbare Unternehmen und Anlageformen zu investieren. Das bedeutet, sich für den Kauf von Aktien oder Anteilen an nachhaltig wirtschaftenden Firmen zu entscheiden. Ein vor allem für Frauen interessante Möglichkeit, um mit gutem Gewissen ihr Geld zu vermehren.

Wie man nachhaltige Investitionsmöglichkeiten finden kann

Es gibt verschiedene Herangehensweisen an die Suche nach nachhaltigen Investments. Eine Möglichkeit ist, nach dem Ausschlussverfahren auszuwählen. Dabei steht die Frage im Vordergrund: In welche Branchen will nicht investieren? Rüstungsfirmen, Erdölproduzenten, Hersteller genetisch veränderter Lebensmittel oder Tabakfirmen würden demnach – neben einigen Anderen – wohl am ehesten auf solch einer No-Go-Liste landen.

Eine zweite Möglichkeit wäre, sich gezielt Unternehmen auszuwählen, die für nachhaltiges Wirtschaften oder für ökologische Produkte bekannt sind. Solche gezielte Anlagen sind aber eher dann geeignet, wenn man bereits Erfahrung mit Investments hat bzw. vor allem Zeit, sich der Anlage aktiv zu widmen. Denn oftmals sind direkte Aktieninvestments oder Kapitalanlagen in Projekte und Unternehmen mit einem relativ hohen Verlustrisiko behaftet. 

Dazu zählen auch sogenannte aktive Fonds, bei denen man auf einen Fondsmanager angewiesen ist, dem man nach einer gewissen “Eingewöhnungsphase” durchaus vertraut. Doch lauert auch hier schnell die Gefahr des endlosen Vertrauens, was dem blinden Tritt in die Verlustfalle durchaus förderlich sein kann – aber eben nicht sollte. Darum gilt: Frau sollte wissen, was Sie tut.

Die dritte, einfachste und sicherste Variante ist, in ökologische oder ethische ETFs zu investieren. Diese Fonds bilden nicht den Weltmarktindex ab, sondern nachhaltig ausgerichtete Indizes. Das könnte etwa der Dow Jones Sustainability ex Alcohol, Tobacco, Gambling oder MSCI ex Controversial Weapons sein. Der Vorteil dieser passiven Fonds ist, dass man keinen Fondsmanager beauftragen und bezahlen muss. Gleichzeitig decken sich die eigenen Ansprüche an Ökologie und Ethik mit der Auswahl der Investitionen.

Woher weiß ich, dass ein ETF wirklich nachhaltig ist?

Nachhaltig bedeutet nicht zwingend, dass man bei einem solchen ETF nur in Unternehmen investiert, die etwa Alternativen zum herkömmlichen Kunststoff produzieren. So dürfte es für den Einen oder Anderen durchaus überraschend sein, dass auch Microsoft oder Apple, ebenso Amazon und Facebook, aus Fondsperspektive als nachhaltige Investment-Optionen gehandelt werden. Das liegt darin begründet, nach welchen Kriterien die Aktienmärkte ihre nachhaltigen Indizes zusammenstellen.

Um nachhaltige ETFs anbieten zu können, werden zunächst die Unternehmen aussortiert, die sich durch eher fragwürdige Geschäftsgebaren oder Produkte hervortun. Die Indexanbieter machen im Grunde also das, was erfahrenere Anlegerinnen selbst tun müssten, wollten sie ein eigenes nachhaltiges Fondsportfolio zusammenstellen. Wenn aus diesem weltweiten Indexfonds Unternehmen rausfallen, die zum Beispiel Kinderarbeit erlauben oder zu Profitzwecken Regenwälder abholzen, verbleiben die, die ökologisch und / oder ethisch besser aufgestellt sind.

Dann entscheiden die Indexanbieter anhand selbst festgelegter oder weltweit anerkannter “offizieller” Kriterien, welche Unternehmen im Index landen. MSCI etwa sammelt alle öffentlich zugänglichen Informationen über die Firmen. Daraus entwickeln sie dann ein Ranking der besten Unternehmen. Diese gelangen dann zum Beispiel auf den MSCI SRI (Socially Responsible Investing) Index. Dow Jones geht die Auswahl etwas anders an und verschickt, lange, sehr lange und ausführliche Fragebögen an die aussortierten Unternehmen. Wer lügt oder den Fragebogen nicht ausfüllt, schafft es nicht auf deren Sustainability-Index.

So unterschiedlich sind nachhaltige Indizes

Bei der Auswahl der ETFs, die am besten zu den eigenen Vorstellungen von Nachhaltigkeit passen, ist Vorsicht geboten. Denn die Namen geben nicht immer unmittelbar Aufschluss darüber, wie weit die Auffassung von Nachhaltigkeit bei der gewählten Indexfamilie geht.

Der Dow Jones Sustainability Index (DJSI) schließt zwar Firmen aus, die Alkohol und Tabak herstellen, die mit Glücksspiel oder Pornographie Umsätze machen, ebenso wie Rüstungsfirmen. Daher auch der vollständige Name dieses Index’ Dow Jones Sustainability ex Alcohol, Tobacco, Gambling and others. Unternehmen aus Branchen wie Atomenergie, Erdöl und Kohle, sowie Pelzhersteller und die Produzenten gentechnisch veränderter Organismen, sind auch in diesem DJSI erhalten. Ebenso wie Unternehmen, die in embryonaler Forschung oder Abtreibung tätig sind.

Der MSCI ex Controversial Weapons schließt sogar nur Hersteller kontroverser Waffensysteme aus. Anders der MSCI SRI. In diesem Index sind keine Unternehmen gelistet, die Alkohol, Tabak, Pornographie oder Waffen (konventionelle und kontroverse), Gentechnik oder Atomenergie herstellen. Auch Firmen, die ihren Profit mit Glücksspiel machen, sucht man hier vergebens. Der MSCI SRI ist also schon um als einiges nachhaltiger zu betrachten, als der DJSI.

Wer wirklich sauber und sicher investieren möchte, ohne fragwürdige Investments auch nur zu streifen, kann etwa ETFs vom Indexanbieter Solactive Sustainability wählen. Hier werden alle Branchen und Produkte ausgeschlossen, die mit den erwähnten Sektoren assoziiert werden. Also auch die, die im Bereich embryonale Forschung oder Öl und Kohle tätig sind.

Frauen müssen also bei nachhaltigen Investments weder auf Sorgfalt oder Risikominimierung, noch auf Gewinnoptimierung verzichten. Mit nachhaltigen Investment-Möglichkeiten wie ETFs lassen sich Gewissen und Geldanlage durchaus gut, wenn nicht sogar sehr gut miteinander vereinbaren. Doch wie so oft gilt auch bei diesem Thema vor allem einmal eins: Frau muss sich halt zuallererst einmal an das Thema “Geld anlegen” an sich heran wagen. Alles andere kommt dann (fast) von ganz allein…..und wenn das Ergebnis, dann ein nachhaltiges Investment ist, umso besser.

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Julia F.

Julia F.

Julia ist unsere Spezialistin im Bereich “Frauen und Geldanlage”. Selbst als Quereinsteigerin in die Finanz-Szene gestartet, setzt sie sich bei uns mit den typischen Fragen und Unsicherheiten von Frauen beim Thema Geldanlage und Vermögensaufbau auseinander. Und sie spricht aus Erfahrung, denn sie ist mittlerweile selbst erfolgreiche Anlegerin. Julia gewährt uns mit ihren Beiträgen einen Einblick in die weibliche Welt der Geldanlage und des Vermögensaufbaus.

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