Wie Frauen die Scheu vor der Geldanlage ablegen können

Frauen und Geldanlage? Ist ein Witz – oder? Frauen geben Geld lieber aus, als es zu sparen! Dieses längst überholte, aber durchaus hartnäckige Klischee geistert noch immer in vielen Köpfen herum – vor allem in der Männerwelt. Tatsächlich stehen Frauen einfach weniger finanzielle Möglichkeiten zur Verfügung, Geld anzulegen. Bedingt etwa durch geringere Gehälter und Renten oder durch kompliziertere Biografien. Sie arbeiten häufiger in prekären Verhältnissen oder in Teilzeit oder eben auch gar nicht, was sie vollständig abhängig vom Mann macht. Da bleibt am Ende des Monats kaum etwas übrig bis gar nichts übrig, das man sparen könnte.

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Julia F.

30. August 2018

Frauen und die Angst vor der Geldanlage

30. August 2018

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Und dennoch existiert im Zusammenhang „Frauen und Geldanlage“ eine Kuriosum: Frauen gelten bei Experten als die erfolgreicheren Anlegerinnen! Was ihnen nämlich vermeintlich im Weg steht, können sie bei der Geldanlage für sich als Vorteil einsetzen. Was damit gemeint ist?

Geldanlage: Auch ein kleiner Anfang ist ein Anfang

Auch, wenn Frauen geringere Summen fürs Investment zur Verfügung stehen, können sie damit erfolgreich in die Geldanlage einsteigen. Es gibt Anlagemöglichkeiten, bei denen man bzw. frau nicht mehr Geld benötigt, als ein paar Hundert Euro. Solche Kleininvestments bilden darüber hinaus auch eine tolle Art und Weise, sich vorsichtig dem Thema Geld anlegen zu nähern.

Frauen, die mit geringen Summen in den Finanzmarkt einsteigen, haben Zeit, ihre gewählte Investmentart kennenzulernen. Sie können den Verlauf und die Veränderung ihres Investments beobachten. Mehr noch, sie werden erfahren, dass auch zeitweise Verlustwerte bei Aktien und Devisen nicht bedeuten, dass die Investition im Grundsatz gescheitert ist. Denn der Wert steigt auch wieder. Geduld und Ausdauer ist angesagt und der damit verbundene Lernprozess.

Bei kleinen Ausgangssummen ist außerdem das Verlustgefühl bei sinkenden Indexen nicht so hoch. Mit einem Investment können Frauen ihren Erstkontakt mit der Finanzwelt noch als Experiment betrachten, einen eventuellen Verlust verkraften und viel über sich und ihr Geld lernen. Eine gute Einstiegsmöglichkeit für geringe Summen können etwa sogenannte Investments in P2P-Kredite Plattformen darstellen oder aber eben auch ein ETF-Sparplan mit geringem Risiko.

Wie Risikobewusstsein Sicherheit und Erfolg im Investment verspricht

Stimmt, Frauen sind weniger risikobereit als Männer. Aber genau diese Eigenschaft kann ihnen in Investmentfragen zum Vorteil gereichen. Sie investieren in der Regel überlegter, stellen sich ein breiteres und variableres Portfolio zusammen, auf das sie lieber mehrere kleinere Summen verteilen. Vor allem aber sind Frauen nicht so sehr auf den schnellen Erfolg aus. Natürlich ist es auch für Frauen spannend und toll, den Wachstum ihres angelegten Geldes zu beobachten. Sie wissen aber darum, dass hohe Renditeversprechen auch ein hohes Risiko bergen.

Frauen gehen mit einer größeren Skepsis an das Thema Geldanlage heran. Das ist ein gesunder Move und bewahrt sie davor, Geld zu verzocken und zu große Summen zu verlieren. Frauen tendieren dazu, ihr Geld in langfristig und gemächlich wachsende Investments anzulegen. Auch deshalb, weil sie weniger davon haben und das wenige, das sie besitzen nicht verspielen wollen. Auf dem Finanzparkett können sich Frauen also gerade aufgrund ihres Sicherheitsbedürfnisses und ihres Risikobewusstseins erfolgreich und selbstsicher bewegen.

Wenn und wie Frauen bei Null anfangen

Um sich dem Thema Finanzen und Geldanlage zu nähern, müssen Frauen also zunächst einmal verstehen, dass ihre Skepsis und ihre Zurückhaltung im Grunde sehr gute Eigenschaften auch beim Thema Investment sind. Sie bewahren sie vor Fehlern, Verlusten durch hochspekulative Risiko-Investments und nachfolgenden Enttäuschungen. Denn jeder kleine Erfolg wird die Selbstsicherheit im Umgang mit den Finanzen wachsen lassen. Und damit Neugier und profundes Interesse an den Möglichkeiten, die das weite Feld Investment für Frauen beinhaltet.

Der erste Schritt ist also, sich seiner Stärken bewusst zu werden. Auch dann, wenn sie gemeinhin als Schwächen betrachtet werden. Als nächstes müssen Frauen ihre Finanzen selbst in die Hand nehmen. Das beginnt erst einmal mit jeder Menge Fleißarbeit. Die Papiere sortieren, zu wissen, wofür regelmäßig Geld vom Konto abgeht und um wie viel es sich handelt. 

Im Vorteil ist, wer keine Schulden oder andere Verbindlichkeiten hat. Die können nämlich dafür sorgen, vor einer Konfrontation mit den eigenen Finanzen zurückzuschrecken. Doch auch, wenn es sie gibt, sollte Frau den Mut aufbringen und eine Gegenüberstellung ihrer Ein- und Ausgänge zusammenzustellen.

Ein guter Anfang ist ein Haushaltsbuch zu führen oder sich ein Budgetlimit für den Wocheneinkauf zu setzen. Was nun am Monatsende übrig bleibt, sollte aufgeschrieben und nicht angerührt werden. Manchen Frauen hilft es, sich diesen Restbehalt auf ein extra Konto zu überweisen. In früheren Zeiten trug dieser Betrag den hübschen Namen Notgroschen. Heute kann es den Grundstock für einen nachhaltigen Vermögensaufbau darstellen.

Frauen sollten sich ein Ziel setzen. „In x Monaten möchte ich Summe y beiseite gelegt haben.“ Es spricht nichts dagegen, dieses Sparziel auf ein Jahr auszuweiten. Erst, wenn der Notgroschen so groß geworden ist, wie sie es sich vorgenommen hat, sollte sie ihn in Anlagen investieren. 

Während dieser Zeit kann sie sich in das Thema Anlagekonzept, Rentenvorsorge oder nachhaltige Investments einlesen und ein Demo- oder Musterdepot eröffnen. Darin kann sie risikolos und ohne Geld in die Hand zu nehmen Aktien kaufen und verkaufen, die Indexentwicklung beobachten und das gesamte Prinzip der Geldanlage auf dem Aktienmarkt in Ruhe kennenlernen.

Der Vorteil für Frauen, wenn sie sich für Finanzen interessieren

Frauen machen sich unabhängig, wenn sie sich selbst um ihre eigenen Finanzen kümmern. Davon sollte sie auch eine Partnerschaft nicht abhalten. Denn gerade dann, wenn diese in die Brüche geht, ist es wichtig, dass sich Frauen abgesichert haben. Mit ein wenig Interesse und ersten vorsichtigen Schritten in Richtung Anlagemarkt, kann sich jede Frau finanzielle Unabhängigkeit erarbeiten. Und aus eigener Erfahrung gesprochen: Gehen Sie es an, liebe Damen – es lohnt sich definitiv!

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Julia F.

Julia F.

Julia ist unsere Spezialistin im Bereich “Frauen und Geldanlage”. Selbst als Quereinsteigerin in die Finanz-Szene gestartet, setzt sie sich bei uns mit den typischen Fragen und Unsicherheiten von Frauen beim Thema Geldanlage und Vermögensaufbau auseinander. Und sie spricht aus Erfahrung, denn sie ist mittlerweile selbst erfolgreiche Anlegerin. Julia gewährt uns mit ihren Beiträgen einen Einblick in die weibliche Welt der Geldanlage und des Vermögensaufbaus.

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