Investmentwissen: das Risiko-Management

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Markus G

Zuletzt aktualisiert am: 7. August 2025

Inhaltsverzeichnis

💡 Risikomanagement Expertise

Risikomanagement

Der ultimative Ratgeber für erfolgreiches Risikomanagement bei Investments

📊 Beherrschen Sie Ihre Anlagerisiken

Einleitung – Risikomanagement bei Investments

Risikomanagement bei der Geldanlage – was heißt das eigentlich? Was darf ein Anleger hierunter beispielsweise von seiner Vermögensverwaltung erwarten? Wie lässt sich das Risiko eines Investments überhaupt “managen”?

Welche Methoden können hierfür im Rahmen eines Investments angewandt werden und wenn, wie funktionieren diese? Fragen, die der folgende Artikel beantwortet.

Dabei gilt erst einmal Grundsätzliches: Wer sich im Anlagemarkt halbwegs sicher bewegen möchte, der sollte sich in allererster Linie einmal mit der Vielzahl an Spezialbegriffen, deren Bedeutung und gegebenenfalls auch der damit verbundenen Mathematik auseinandersetzen.

Wichtiger Hinweis: Nur um dann darauf setzen, dass aus der investierten Summe eine hoffentlich stattliche Rendite entspringt. Aber das “wie” des Investments im Grunde nicht verstanden wird und im Grunde (vielleicht) auch nicht interessiert. Fatal vor allem beim Punkt Risiko.

Einer der gängigsten Begriffe ist im Zusammenhang mit einer Investition stets jenes des “Risikomanagement”. Was auf den ersten Blick als relativ einfach zu verstehen aussieht, beinhaltet jedoch gerade im Bereich der Geldanlage – ob nun digital oder nicht – Systematiken hinsichtlich Analyse, Bewertung und Handlungsempfehlungen, die einen entscheidenden Einfluss auf die Wertentwicklung einer Geldanlage haben.

Risikomanagement bei Investments – was ist das?

Wer auf der Suche nach einer einfachen Definition dessen ist, was als Risikomanagement im Investmentbereich verstanden werden kann, sollte sich an der folgenden Aussage orientieren:

Als Risiko-Management im Investmentsektor kann die Quantifizierung, Analyse, Überwachung als auch Steuerung der bestehenden Anlagerisiken aus den Kapitalanlagen eines Investors verstanden werden.

Risikomanagement bei der Geldanlage – warum?

Wer sein Geld an den Kapitalmärkten / Börsen dieser Welt anlegen möchte, muss sich im Klaren darüber sein, dass neben dem Wunsch eine ansehnliche Rendite zu erwirtschaften, das Ganze auch mit entsprechenden Anlage-Risiken zwangsläufig verbunden ist.

Insofern ist es für Investoren wichtig, sich klar Gedanken dahingehend zu machen, wieviel Rendite mit dem Investment erzielt werden soll. Ebenso wie festgelegt werden muss, wie hoch die Risiko- beziehungsweise Verlustbereitschaft ist.

Das Ganze gilt es dann für einen bestimmten Zeitraum zu definieren. In Folge werden die Variablen analysiert, welche die Gewinne begrenzen oder aber zu Verlusten führen könnten.

Als, das Anlage-Risiko beeinflussende Variablen gelten zum Beispiel:

Wirtschaftliche Faktoren

Abschwächung der Wirtschaft, finanzielle Schwierigkeiten innerhalb Unternehmen

Politische & Regulatorische Risiken

Gesetzliche Eingriffe in Branchen, politische Entscheidungen wie Embargos

Marktrisiken

Angebot und Nachfrage von Rohstoffen, Änderungen beim Zinssatz

So werden mögliche Risiken im Portfolio identifiziert, welche es dann durch entsprechende Maßnahmen bestmöglich abzuschwächen gilt. Risikomanagement dient also vor allem dazu, das investierte Kapital an sich als auch die erzielten Gewinne bestmöglich abzusichern.

Das quantitative Risikomanagement – die verschiedenen Methoden

Das Risikomanagement kann mithilfe unterschiedlicher Messverfahren bestimmt werden. Am häufigsten werden hierbei folgende Methoden verwendet:

Klassische Methoden

Die Volatilität, Szenario-Analyse

Value-at-Risk Methoden

Historische Simulation, Monte-Carlo-Simulation, Varianz-Kovarianz

Zu beachten ist, dass die historische Simulation, der Ansatz des Lower-Partial-Moments, die Methode der Varianz-Kovarianz sowie die Monte-Carlo-Simulation zum Gesamt-Konzept des Value-at-Risk gehören.

Insofern gilt also erstmal die elementaren Punkte des VaR zu verstehen.

Risikomanagement und das Prinzip des Value-at-Risk

Als Alternative zur Nutzung der Volatilität ist das Konzept des Value-at-Risk sehr verbreitet. Das Prinzip des Value-at-Risk dient in seiner ursprünglichen Form der Analyse des Marktrisikos.

Mithilfe des Konzepts werden alle vorhandenen Risiken zu einer Zahl summiert, um unterschiedliche Investitionen miteinander vergleichen zu können. Der Value-at-Risk misst demnach das Risiko des Verlustes und nicht jenes der Streuung (Diversifikation).

1 - ε = VaR_ε (V)

Die Eigenschaften des Value-at-Risk

Mithilfe der Quantil-Eigenschaft wird eine Verbindung zu dem Konfidenzniveau geschaffen. Das Konfidenzniveau errechnet sich durch die oben dargestellte Formel.

Die Quantil-Eigenschaft baut darauf auf, dass der Value-at-Risk mit einem Wert als Zahl beschrieben wird. Der Value-at-Risk ermittelt das Risiko zu einem beliebigen Zeitraum oder Zeitpunkt. Dadurch wird der Verlust ermittelt, welcher mit einer Wahrscheinlichkeit nicht überstiegen wird, jedoch die Option der Übersteigung aufweist.

Die Bestimmung des Value-at-Risk

Damit der Anleger das Risiko mithilfe des Value-at-Risk bestimmen kann, werden spezielle Parameter genutzt. Der Value-at-Risk kann durch die näherungsweise Methode der Varianz-Kovarianz dargestellt werden.

Positionen des Risikos, welche lediglich einen einzigen Risikofaktor besitzen sind mittels des Standardverfahrens ermittelbar. Die näherungsweise Methode der Varianz-Kovarianz wird deshalb beispielsweise bei Derivaten genutzt, da eine Option keine normalverteilte Änderung aufweist.

Wichtiger Hinweis: Bei der Betrachtung der Errechnung des Value-at-Risk mit dem normalen Ansatz Delta zeigt sich, dass bei Derivaten das Risiko besteht, dass der Value-at-Risk nicht korrekt ermittelt werden kann. Im normalen Ansatz Delta wird die Formel von Black-und-Scholes beziehungsweise deren erste Ableitung beachtet.

Die historische Simulation des Value-at-Risk

Ein besonders pflegeintensives Instrument zur Bestimmung des Value-at-Risk ist die historische Simulation. Durch die Anwendung der historischen Simulation werden beim Risikomanagement keine Analysen über das Risiko an sich durchgeführt.

Mithilfe von Daten aus vergangenen Perioden kann das Risiko ermittelt werden. Im Vergleich zur Methode der Varianz-Kovarianz muss die historische Simulation jedes relevante Risiko mit dem Wert des Tages aus vergangenen Perioden berücksichtigen.

Vorteile der historischen Simulation

Der Investor benötigt keine höheren mathematischen Kenntnisse

Nachteile

Probleme bei der Wahl der Perioden, begrenzte Repräsentativität

Methoden der historischen Simulation

Durch die Differenzen-Methode kann die historische Simulation durch den Investor das Risikomanagement am einfachsten durchgeführt werden. Eine weitere Möglichkeit ist die Quotienten-Methode, welche mit den logarithmischen Änderungen arbeitet.

Die Monte-Carlo-Simulation des Value-at-Risk

Der Anleger sollte von der Monte-Carlo-Simulation Gebrauch machen, wenn dieser besonders schwierige Aufgaben bewältigen muss. Hierzu zählt auch das Bestimmen des finanziellen Risikos des eigenen Unternehmens.

Im Vergleich zu der historischen Simulation arbeitet die Monte-Carlo-Simulation mit dem erwarteten Verhalten aller Faktoren des Risikos.

Monte-Carlo Simulation / Hilfreiche Tools für erfolgreiche Investments

Die Monte Carlo Simulation ermöglicht es, die Extremwerte eines Handelssystems ermitteln. Als Investor ermöglicht diese Simulation es, die Ergebnisse möglicher Investment-Handlungen „vorher zu sehen”

Durch die Arbeit mit möglichen Werten ist eine Beobachtung des Marktes unter der Annahme von vielen Szenarien nötig. Jedes Szenario des Marktes wird mit einem Wert berücksichtigt und festgehalten. Nachfolgend werden alle Werte des Portfolios kumuliert und zeigen die Verteilung der Wahrscheinlichkeit in Zukunft stattfindender Verluste oder Gewinne.

Vorteile Monte-Carlo

Hohe Flexibilität, zuverlässige Abbildung komplexer Risiken

Anwendung

Besonders bei Portfolios mit vielen Optionen erforderlich

Die Methode der Varianz-Kovarianz

Der Investor hat die Möglichkeit die Risiken einer Anlage auf unterschiedlichen Wegen zu ermitteln, wozu der simulative oder analytische Weg genutzt werden kann.

Die Ermittlung des Value-at-Risk findet durch das Multiplizieren des Marktwertes mit der optimierten Volatilität statt. Sind die Positionen eines Portfolios unterschiedlich, müssen die jeweiligen Werte des Value-at-Risk gesammelt werden.

VaR_F = √X^T * cov * X * z

Wobei:

  • T = Index
  • cov = Varianz-Kovarianz
  • X = Risikofahktoren
  • z = Z-Wert des Konfidenzniveaus

Vorteile

Zügig und unkompliziert nutzbar

Nachteile

Jeder Risikofaktor wird als normal verteilt angesehen, nicht für detaillierte Risikobetrachtung geeignet

Die Volatilität und das Risiko

Anleger können das Risiko einer Kapitalanlage mittels der Volatilität errechnen und im Anschluss daran entscheiden, wie hoch die gewünschte Menge von beispielsweise Wertpapieren ist, welche erworben werden sollte.

Der Investor nutzt ein Intervall innerhalb welches der tiefste und höchste Kurs eines Wertpapieres bestimmt wird. In der Regel beträgt dieses Intervall zehn bis 60 Tage. Nachdem beide Werte bestimmt wurden, wird die Differenz aus diesen gebildet.

Berechnung der Volatilität:

  1. Bestimmung des Zeitintervalls (10-60 Tage)
  2. Ermittlung des niedrigsten und höchsten Kurses
  3. Bildung der Differenz zwischen beiden Werten
  4. Beziehung setzen der beiden Differenzen

Die klassischen Methoden der Szenario-Analyse

Mithilfe der klassischen Methode der Szenario-Analyse kann die Identifizierung des Risikos durch einzelne Schätzungen erfolgen. Hierbei werden mögliche zukünftige Geschehnisse simuliert, damit erwartete und unerwartete Szenarien abgebildet werden können.

Wird diese klassische Methode in der Praxis betrachtet zeigt sich, dass diese besonders unkompliziert durchführbar ist und deshalb sehr beliebt ist.

Das Verfahren der drei Werte

Besondere Bekanntheit genießt die Analyse des Risikos mittels des Verfahrens der drei Werte. Der Anleger bestimmt dabei den höchstwahrscheinlichen Wert sowie dessen positive und negative Ausprägung.

Positive Werte

Stellen das bestmögliche Szenario dar

Negative Werte

Spiegeln den schlechtesten Wert wider

Alle definierten Werte werden auf der Grundlage von vergangenen Werten gebildet.

Der Ansatz des Lower-Partial-Moments

Hat der Investor Wissen über die Verteilung der Wahrscheinlichkeit der Rendite, ist die Lower-Partial-Moments als Tool des Risikomanagement anwendbar.

Ist die Verteilung der Rendite unsymmetrisch, liefert die Standardabweichung lediglich begrenzte Aussagekraft. Hierbei ermöglicht die Anwendung der Lower-Partial-Moments eine detailliertere Option das Risiko einer Investition zu bestimmen.

Grundgedanke des Lower-Partial-Moments: Der Grundgedanke des Lower-Partial-Moments basiert darauf den Mittelwert aller Unterschreitungen zu definieren.

Berechnung der Lower-Partial-Moments

Die Errechnung des Risikomaßes erfolgt durch die Bestimmung von zwei Parametern. Diese sind die Zielrendite Z und die Zahl n aller beachteten Momente.

Hierbei gilt, dass je größer n ist, desto bedeutender ist die Beachtung größerer Unterschreitungen von Z.

Alternative Möglichkeiten des Risikomanagement

Das Risikomanagement kann zudem durch zwei weitere Ansätze ausgeführt werden. Diese sind der Earnings-at-Risk und der Cashflow-at-Risk. Es kann gesagt werden, dass der Cashflow-at-Risk mit dem Earnings-at-Risk übereinstimmt, jedoch andere Werte zugrunde legt.

Der Cashflow-at-Risk und der Earnings-at-Risk

Der Anleger kann den Cashflow-at-Risk durch die Betrachtung von Bewegungsgrößen bestimmen. Im Vergleich zum Value-at-Risk ist der Cashflow-at-Risk somit eine weiterführende Idee. Die Errechnung des Cashflow-at-Risk wird durch die wahrscheinlichen Ausgaben und Einnahmen in Zukunft ermittelt.

Cashflow-at-Risk

Betrachtung von Bewegungsgrößen, Fokus auf wahrscheinliche Ausgaben und Einnahmen

Earnings-at-Risk

Fokus auf Erträge und Aufwendungen der Periode

Hierdurch kann der Investor die Wirkung des finanziellen Risikos auf den Gewinn des Jahres sehen. Somit kann der Anleger den Cashflow-at-Risk dazu nutzen die Bewertung des eigenen Unternehmens durchzuführen.

Unterschiede zwischen den Ansätzen

Der Earnings-at-Risk und der Cashflow-at-Risk unterscheiden sich hinsichtlich folgender Merkmale:

Zeitpunkt

Unterschiedliche Berücksichtigung der zeitlichen Komponente

Zahlung

Verschiedene Zahlungsströme werden betrachtet

Betrag

Unterschiedliche Berechnungsgrundlagen für Beträge

Überlegenheit des Cashflow-at-Risk: Das Konzept des Cashflow-at-Risk ist bei der Betrachtung der Risiko-Adjustierung jenem des Earning-at-Risk überlegen. Dies liegt daran, dass es weniger Restriktionen bei der Anwendung des Cashflow-at-Risk gibt, wodurch die Ergebnisse dieses aussagekräftiger sind. Zudem ist die Basis des Cashflow-at-Risk variabel gestaltbar.

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Markus G

Markus ist der “Kopf” des Teams. Ideengeber, Vermarkter, Redakteur und irgendwie an allem auf diesem Portal beteiligt. Ohne ihn würde es dieses Portal so nicht geben. Eine Idee – entstanden aus dem persönlichen Interesse an FinTech und nun langjähriger Erfahrungen in der Finanz-Szene. Zudem ist Markus Kolumnist auf zahlreichen Online-Plattformen – im englischsprachigen Raum unter anderem aufTalkmarkets, aber auch auf im deutschsprachigen Raum u. a. auf Focus.de
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