5 Low-Risk Investments für risikoscheue Anleger(innen) erklärt

Low-Risk Investments – besonders geeignet für Frauen? Es ist ein hartnäckiger Mythos im Zusammenhang mit Frauen und Investments, dass Anlegerinnen grundsätzlich als risikoscheu oder zumindest risikoscheuer als Männer gelten, wenn es um Geldanlagen geht. Das ist eine sehr vereinfachte Darstellung. Insgesamt gibt es unter Frauen genauso risikoscheue, wie risikobewusste, wie risikobereite Anlegerinnen, wie unter Männern.

Julia F.

Julia F.

2. Juni 2020

Low-Risk Investments

2. Juni 2020

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Es mag unter Frauen einen höheren Anteil geben, der allzu hohe Risiken bei Investments aller Art scheut, doch das ist oft darin begründet, dass Frauen in der Regel die Verantwortung für die Familie und speziell Kinder tragen, sowie auch weniger verdienen. Einen möglichen Verlust ihres Investments also auch deutlicher spüren, als Männer.  Resultat? Frauen stehen sogenannten Low-Risk Investments deutlich offener gegenüber – weil sie es teilweise eben auch müssen.

Ergo? Risikoscheue muss nicht gleich bedeuten, dass diese Frauen keine Investments finden, die ihnen nicht dennoch beim Vermögensaufbau und der Altersvorsorge helfen können. Es gibt in der Tat Anlageprodukte, die ein geringes oder nur mittleres Risiko in sich tragen, wodurch sie für interessierte Frauen mit einer reduzierten Risikobereitschaft gut geeignet sind.

Wobei natürlich risikoscheuen Frauen beim Investieren auch klar sein muss, dass der Grad an Risiko in unmittelbarem Zusammenhang mit der Höhe möglicher Renditen steht. Je geringer das Risiko, desto geringer im Durchschnitt die Gewinne. Ein bisschen lässt sich das durch längere Laufzeiten und Anlagehorizonte kompensieren, aber natürlich nicht vollständig. Doch welche “Produkte” gelten als Low-Risk Investments?

Sparbriefe als risikoarmes Investment für Frauen

Sparbriefe sind ein Finanzprodukt, das Frauen auch problemlos bei ihren Hausbanken erhalten können. Sie brauchen dafür also keinen spezialisierten Anlageberater, was vielleicht ein Argument für dieses Sparprodukt sein kann. Bei einem Sparbrief handelt es sich um ein verzinsliches Wertpapier, das man in Höhe eines vereinbarten Preises erwirbt. Am Ende des Jahres werden die Zinsen ausgeschüttet und sind – auf Wunsch – sofort verfügbar.

Es gibt festverzinsliche Sparbriefe, sowie Sparbriefe mit jährlich steigenden Zinsen. Dieser ist eine Möglichkeit, um kurzfristig Geld anzulegen. Außerdem besteht die Möglichkeit, Sparbriefe zu erwerben, die per Abzinsverfahren günstiger als ihr eigentlicher Nennwert ausgegeben werden. Die Laufzeiten von Sparbriefen sind variabel, maximal betragen sie allerdings 10 Jahre.

Sparbriefe sind für Anlegerinnen interessant, die nach einer Alternative zum längst nicht mehr rentablen Sparbuch suchen. In der Regel sind bei Sparbriefen die Zinsen höher, weil man für einen vereinbarten Zeitraum auf die Verfügbarkeit des investierten Geldes verzichtet. Die Höhe des Gewinns ist abhängig von der Laufzeit, sowie davon, ob man sich die Zinsen jedes Jahr ausbezahlen lässt oder sie wieder re-investiert, um vom Zinseszins zu profitieren.

Wer seinen Sparbrief vor Ende der Laufzeit auflöst, wird einen Teil der Zinsen verlieren und muss möglicherweise auch eine Gebühr für die vorzeitige Beendigung des Vertrages entrichten. Es lohnt sich also, Angebote zu vergleichen. Bei der aktuellen Niedrigzinslage ist es ohnehin fraglich, ob ein Sparbrief ein taugliches Instrument zur Geldanlage ist. Aber für übervorsichtige Anlegerinnen, lohnt er sich immer noch mehr, als ein Sparbuch, das zuletzt eher durch Minuszinsen von sich Reden gemacht hat.

Low-Risk Investments: In Staats- und Unternehmensanleihen investieren

Anleihen gehören zu den festverzinslichen Investmentprodukten. Hier gibt es unterschiedliche Arten. Nicht nur kann man in Staaten investieren, sondern auch in Unternehmen – und hier stehen private und öffentliche Unternehmensanleihen zur Auswahl. Während Staatsanleihen von wirtschaftlich und politisch stabilen Ländern als absolute Low-Risk Investments gelten, können Unternehmensanleihen durch Kredit-, Zinsänderungs-, Kurs- und Inflationsrisiken gefährdet sein.

Hierzu wurden Qualitätsbewertungen eingeführt. Durch die Einstufung von Unternehmensanleihen in sogenannte Investment-Grade-Anleihen können risikobewusste Frauen jedoch trotzdem ruhigen Gewissens Geld darin anlegen. Je höher die Qualitätseinstufung, desto geringer das Risiko. Auch bei Anleihen kann man Geld verlieren, wenn man sie vor Ablaufdatum veräußert. Speziell dann, wenn man sie verkauft, wenn der Marktzins steigt.

Dividendenaktien – die Aktien mit weniger Verlustrisiko

Investments in Aktien gelten gemeinhin als relativ risikobehaftet, es gibt aber Aktien, die ein vermindertes Risiko darstellen. Dividendenaktien gelten als risikoärmer, weil die Unternehmen, die den Anlegern regelmäßig Dividenden auszahlen, als stabiler und weniger fluktuierend angesehen werden.

Außerdem gibt es eine Reihe sogenannter Wachstumsaktien. Die werden von Unternehmen mit nachweislicher Erfolgsbilanz hinsichtlich ihrer Dividendenausschüttung ausgegeben werden.

Um dem gängigen Ratschlag hinsichtlich der Diversifikation / Streuung zu folgen, kann es sich für risikobewusste Anlegerinnen lohnen, in beide Formen dieser Niedrigrisiko-Aktien zu investieren.

Die Rendite bewegt sich bei diesen Aktien um die 2 bis 5 Prozent pro Jahr, kann aber natürlich nie vorausgesagt und genau abgebildet sein, weil viele Faktoren die Entwicklung von Aktien beeinflussen. Darüber hinaus besteht auch die Möglichkeit, in Indexfonds zu investieren, die Dividenden ausschütten, um die Gewinnaussichten zu erhöhen.

Geldmarktfonds als kurzfristige Investments für risikobewusste Frauen

Frauen, die bereit sind, ein rationales Maß an Risiko einzugehen, finden unter anderem in Geldmarktfonds eine Möglichkeit, kurzfristig Geld anzulegen. Diese Fonds investieren normaler Weise in Schuldtitel von hohem Rating und gewährleisten bei niedrigem Risikoniveau anhaltende Liquidität, weil man kein Ablaufdatum abwarten muss, wie das etwa bei Sparbriefen der Fall ist. So kann man sich seine Investments ohne Fristen wieder auszahlen lassen.

Bei diesen Low-Risk Investments sollten Frauen neben der Rendite auch eventuell anfallende Gebühren im Blick haben, weil das bei den verschiedenen Geldmarktfonds auf dem Markt jeweils unterschiedlich gehandhabt wird. Auch bei diesem Investmentprodukt variieren die Renditen, bis zu knapp 2 Prozent sind realistisch möglich, aber die genaue Höhe hängt natürlich, wie so oft, von diversen Faktoren ab.

Investment-Chancen und Risiken am Immobilienmarkt für Anlegerinnen

Der Wert von Immobilien kann kurzfristig immer schwanken, langfristig, aber, tendiert er dazu, zu wachsen. Damit können Immobilieninvestments eine sinnvolle Ergänzung im Portfolio darstellen. Voraussetzung dafür, dass sie sich lohnen, ist, dass die Geldanlage einen möglichst langen Anlagehorizont hat. In Immobilien zu investieren kann auf verschiedene Arten erfolgen.

 

  • Entweder man erwirbt ein Objekt als Kapitalanlage und vermietet es – ein Immobilien-Darlehen erhöht natürlich das Investitionsrisiko.
  • Oder man entscheidet sich für einen Immobilien-Anlagefonds. Diese bieten die Möglichkeit, auch als Privatanlegerin von der Vermietung gewerblicher Gebäude zu profitieren. Über Immobilienfonds lässt sich das Anlagerisiko vermindern, weil diese Fonds in ein diversifiziertes Portfolio investieren.
  • Eine weitere Investment-Möglichkeit in diesem Bereich stellt die Immobilienentwicklung dar. In diese können mutigere Frauen über Immobilien-Kapitalgesellschaften investieren. Dabei gibt es Kapitalanlagegesellschaften, die wahlweise mit Eigenkapital arbeiten, mit Hypotheken oder einer Kombination aus beiden Optionen.
  • Es gibt auch die Möglichkeit, über Immobilien-Crowd-Investments gute Gewinne zu erwirtschaften. Allerdings sind diese Anlageformen nicht unbedingt für risikoscheue Frauen geeignet. Zwar haben sie nur eine überschaubare Laufzeit, aber – zum Beispiel bei Insolvenz des Bauunternehmens – ein zwar auf viele Anleger verteiltes, aber dennoch schwer einschätzbares Risiko eines Totalverlusts.

Investments: Das ideale Portfolio für risikoscheue und risikobewusste Investorinnen

Egal, welches Risikoprofil Frauen mit Interesse an Investments haben; je diversifizierter ihr Portfolio, desto geringer das Gesamtrisiko. Wie genau sich das ideale Portfolio für risikoscheue und risikobewusste Frauen zusammensetzt, ist natürlich individuell und sollte in Abhängigkeit von den gewählten Investmentprodukten und dem Anlagehorizont entschieden werden.

Das Verhältnis von Risiko zu Rendite macht im Grunde drei Portfolios möglich. Weil aber ein High-Risk-Portfolio für Frauen mit geringer Risikobereitschaft nicht in Frage kommen, bleibt ihnen nur das sehr Rendite-arme Low-Risk-Portfolio oder – was sich eigentlich immer empfiehlt – ein ausgewogenes Portfolio mittlerer Risikoklasse.

Darin befinden sich typischer Weise Produkte und Anlageinstrumente unterschiedlicher Risikoklassen, damit ein eventueller Verlust aus einem riskanteren Investment durch ein Anlageprodukt von mittlerem oder geringerem Risiko ausgeglichen werden.

Finanzielle Freiheit und ein Vermögen, das den Namen auch verdient, oder eine rentable Altersvorsorge lässt sich nicht erzielen, wenn man ausschließlich in risikoarme Produkte investiert.

Low-Risk Investments sollten also bestenfalls Teile einer Gesamtstrategie bei der Geldanlage darstellen. Dabei kann die Gewichtung jedoch nach eigener Risikobereitschaft individuell gewählt werden

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Julia F.

Julia F.

Julia ist unsere Spezialistin im Bereich “Frauen und Geldanlage”. Selbst als Quereinsteigerin in die Finanz-Szene gestartet, setzt sie sich bei uns mit den typischen Fragen und Unsicherheiten von Frauen beim Thema Geldanlage und Vermögensaufbau auseinander. Und sie spricht aus Erfahrung, denn sie ist mittlerweile selbst erfolgreiche Anlegerin. Julia gewährt uns mit ihren Beiträgen einen Einblick in die weibliche Welt der Geldanlage und des Vermögensaufbaus.

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