Grünes Investment: Ein einfacher 10-Punkte-Guide

Grünes Investment beziehungsweise nachhaltige Geldanlagen beziehen sich nicht nur auf den Klimaschutz, sondern umfassen ein großes, heterogenes Aggregat an Anlageinstrumenten, Finanzprodukten, Sektoren und finanzielles Engagement. Eines ist dabei aber sicher: Banken und Unternehmen tun ihr Bestes, um das Angebot ständig auszubauen und die Prozesse rund um grüne Investments zu beschleunigen. Dem zugrunde liegt die Überzeugung, dass sich darüber eine nachhaltige Entwicklung der Wirtschaft in Gang setzen lässt. Doch was ist ein nachhaltiges, “grünes” Investment? 

Julia F.

Julia F.

1. Juni 2020

Grünes Investment - ein 10 Punkte Guide für Anleger

1. Juni 2020

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Aus finanzieller Sicht handelt es sich dabei um eine Geldanlage, die an das Vermögen des Investors angepasst ist. Hinsichtlich des thematischen Diskurses handelt es sich dabei um alles, das die negative Wirkung auf die Umwelt und die Verschwendung von Ressourcen reduziert. Die Kombination aus beidem bildet das Kernstück der „Green Finance“ (grüne Finanzwirtschaft), von dem grünes Investment ein wesentlicher Bestandteil sind.

Was ist Green Finance?

Green Finance beschreibt ein relativ heterogenes Konglomerat aus Investments, die finanzielle Projekte und Finanzprodukte beinhalten, die wiederum die Schaffung und Entwicklung einer auf Nachhaltigkeit basierenden Wirtschaft fördern.

Climate Finance

Wie bereits angeschnitten, betrifft Green Finance nicht nur Produkte und Projekte mit unmittelbarem Bezug aufs Klima. Die eigentliche Definition von Green Finance ist etwas breiter und allgemeiner. Investments, die ausschließlich Projekte und Unternehmen unterstützen, die sich speziell der Bekämpfung des Klimawandels widmen, werden unter dem spezifischeren Begriff des Climate Finance zusammengefasst. Das Climate Finance ist sozusagen eine Teilmenge des Green Finance.

Nachhaltige Geldanlagen gehen über das Klima hinaus

Green Finance kann deshalb als eine von Heterogenität geprägte Gesamtheit diverser Finanzprodukte (Aktien, Fonds, Investments in öffentliche und private Infrastrukturen) und unterschiedlicher Sektoren verstanden werden, weil darin alle Anlageprodukte, Unternehmen, Initiativen und Branchen zusammengefasst sind, die im Sinne der Nachhaltigkeit und des Umweltschutzes allgemein gestaltet sind und agieren.

Grünes Investment als finanzielle Einflussgröße reicht von der Umstellung auf erneuerbare Energien zum Betrieb von Anlagen und Unternehmen über Gebäudemodernisierung, Ressourcen-Einsparung und Schutz der Biodiversität bis hin zur Abfallwirtschaft.

Green Finance und Banken

Beschränkt man die Definition von Green Finance auf den Bankensektor, kann man es als das Gesamtangebot an Produkte und Dienstleistungen verstehen, die den Einfluss auf die Umwelt als Kriterium für die Kreditvergabe an Unternehmen einfließen lassen. Ziel ist es in solch einem Fall, nachhaltige Kredite zu gewährleisten – und zwar sowohl in finanzieller, als auch umweltfaktorischer Hinsicht. Beispiel für solch ein Finanzinstitut ist beispielsweise die PAX Bank.

Grüne Anleihen – Green Bonds

Eine der Komponenten des Green Finance sind grüne Anleihen, auch Green Bonds genannt. Dabei handelt es sich um festverzinsliche Wertpapiere, die am Ende der Investmentlaufzeit, zusätzlich zum zuvor investierten Geld auch die entsprechenden Zinsen ausschüttet. Was solche grüne Anleihen anders macht von herkömmlichen Bonds ist das Ziel des Investments: die müssen nämlich nachweislich grün, also ökologisch und nachhaltig sein; zum Beispiel in Energieeffizienz, Abfallvermeidung und ökologisch verträgliche Gebäudeerrichtung investieren.

Grünes Investment – das Vorhaben der G20

2016 hat die G20-Versammlung erstmals offiziell die Notwendigkeit der Beschleunigung der Green-Finance-Entwicklung anerkannt, um das Ziel einer auf Nachhaltigkeit basierenden Wirtschaft zu erreichen. Die Mitgliedsstaaten gehören zu den industrialisiertesten der Welt und nennen auch entsprechende Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt.

Darunter findet sich etwa auch eine bessere Förderung grüner Investmentprodukte und Anlageinstrumente, eine stabilere und engere Zusammenarbeit der Länder, die Vereinheitlichung von Strategien und Maßnahmen, sowie die Vereinfachung länderübergreifender Transaktionen.

Grünes Investment – das Vorhaben der OECD

Ebenfalls 2016 hat die OECD einen wichtigen Schritt zur Unterstützung grüner Investments und von Green Finance insgesamt unternommen, in dem es das “Centre on Green Finance and Investment” ins Leben gerufen hat. Dort laufen die Fäden aus der Privatwirtschaft und dem öffentlichen Sektor zusammen, um die Umstellung auf eine grüne Ökonomie mit niedrigen Emissionen und einer hohen Berücksichtigung des Klimawandels mittels politischen, institutionellen und finanziellen Instrumenten fördert und vorantreibt.

Global Green Finance Index

Im März 2018 hat die europäische Nicht-Regierungsorganisation “Finance Watch“, die die Reglementierung des Finanzsektors überwacht gemeinsam mit dem Londoner Think Tank “Z/Yen “den Global Green Finance Index ins Leben gerufen. Dabei handelt es sich um eine Art Rangliste der europäischen Städte, die dem Green Finance gegenüber am aufgeschlossensten sind.

In Sachen Verbreitung grüner Investments sind London, Luxemburg, Kopenhagen, Amsterdam und Paris besonders hervorzuheben. Was die Qualität der Investment-Möglichkeiten und Produktangebote angeht, tun sich neben London, Amsterdam und Paris, vor allem Brüssel und Hamburg hervor.

Soziale Investments

Allzu oft vermischen sich die Konzepte von grünen Investment bzw. Green Finance nicht nur mit denen der Climate Finance, sondern auch noch mit den SRI-Investments. Dabei handelt es sich um soziale Geldanlagen; vom Englischen Socially Responsible Investments (sozial verantwortliche Investitionen).

Selbstredend gibt es bei allen dreien Schnittmengen, dennoch handelt es sich um die gleiche Sache. Green Finance definiert sich über die Sektoren, in die investiert wird. SRIs hingegen müssen ethische und moralische Kriterien erfüllen.

Grünes Investment – Risiken und Möglichkeiten

Die Nachfrage nach nachhaltigen, grünen Investments befindet sich im Aufwind. Sie sind nicht nur im Sinne des Planeten dringend erforderlich, sondern bieten auch Möglichkeiten für Anleger*innen. Man setzt dabei auf wachsende Sektoren mit möglichst geringen Risiken für das Klima. Aber, wie bei jedem Investment, darf man auch bei grünen Investments einige Unbekannte nicht ignorieren. 

Das World Economic Forum hat 3 aufgezeigt:

 

  1. Grüne Investments haben einen langen Anlagehorizont und als solches eine relativ lange Spanne, über die hinweg sich nicht alle Unsicherheiten vorhersagen lassen.
  2. Der Green Finance Sektor ist ein noch junger und hat somit eine bisher kurze Verlaufsgeschichte, wodurch Prognosen für zukünftige Marktentwicklungen schwierig sind.
  3. Außerdem herrscht ein starker Einfluss der Politik auf die Sektoren, die nachhaltig und grün wirtschaften und wirtschaften wollen.

Der Vorteil ist, dass Anleger*innen mit ihren grünen Investments all diese Variablen stabilisieren und zugunsten ihrer Renditen, vor allem aber zugunsten der Natur und Umwelt beeinflussen können, indem sie sie intensiv nutzen – zur Altersvorsorge und zum Vermögensaufbau gleichermaßen. Grünes Investment hilft zudem dabei, die Welt, wie wir sie kennen auch für die nachfolgenden Generationen zu erhalten.

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Julia F.

Julia F.

Julia ist unsere Spezialistin im Bereich “Frauen und Geldanlage”. Selbst als Quereinsteigerin in die Finanz-Szene gestartet, setzt sie sich bei uns mit den typischen Fragen und Unsicherheiten von Frauen beim Thema Geldanlage und Vermögensaufbau auseinander. Und sie spricht aus Erfahrung, denn sie ist mittlerweile selbst erfolgreiche Anlegerin. Julia gewährt uns mit ihren Beiträgen einen Einblick in die weibliche Welt der Geldanlage und des Vermögensaufbaus.

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