Dividenden Aktien: Hohe Renditen garantiert?

Dividenden Aktien, Rendite-Garanten, Dividenden-Könige – Begriffe, die ein Jeder, der sich auch nur in geringem Maße mit der Börse beschäftigt, schon einmal gehört hat. Denn diese Begriffe bezeichnen direkt oder zumindest indirekt etwas, wonach ein jeder Anleger mit seinem Investment erreichen will – Rendite. Und zwar in bestmöglicher Höhe. Wenn diese Rendite dann nicht nur über den Kursverlauf generiert wird, sondern auch durch Ausschüttungen (Dividenden)- umso besser!

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Oliver S.

2. Juni 2020

Dividenden Aktien als Rendite Garanten

2. Juni 2020

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Und somit gelten Dividenden Aktien von jeher als ein “Must have” in jedem Aktiendepot. Gerade in Niedrigzinsphasen, in denen ein Investment in vermeintlich sichere und klassische Geldanlagen unattraktiv geworden sind, schwenken viele Anleger zu sogenannten Dividenden Aktien oder in Dividenden-Fonds um.

Was aus Rendite Sicht nachvollziehbar ist, denn beim Tagesgeld, Festgeld, Spareinlagen, Geldmarktpapieren und auch bei Bundeswertpapieren bewegen sich Zinserträge mittlerweile auf einem Niveau von unter einem Prozent, teilweise unterhalb der 0,5-Prozent-Marke. Mal von Hochrisiko-Papieren wie Pennystocks und Hochzins-Anleihen mal abgesehen.

Für rendite-orientierte Anleger mit einer durchschnittlichen Risikoneigung gelten von daher Aktien-Investments als deutlich attraktiver. Auch wenn hierzulande Aktien nach wie vor relativ stiefmütterlich, zumindest aber mit einem “kritischen Auge” betrachtet werden. Börsencrash und Finanzkrise 2008 sei Dank!

Dabei gibt es insbesondere mit den sogenannten Dividenden-Titeln die Möglichkeit, in relativ stabile Unternehmen zu investieren und dabei von einer überdurchschnittlichen Rendite zu profitieren. Dividenden-Aktien gelten nicht ohne Grund bei Anlegern als eben jene, bereits genannten Rendite-Garanten.

Kursgewinne und Dividenden als mögliche Ertragsformen

Und das aus gutem Grund, denn während beim Tagesgeld oder auch bei Spareinlagen sowie festverzinslichen Wertpapieren in erster Linie die anfallenden Zinsen als Ertragsform gelten, zeichnen sich Aktien durch zwei mögliche Renditearten aus. Dabei handelt es sich zum einen um erzielbare Kursgewinne und zum anderen um Dividenden. Allerdings ist es wichtig zu wissen, dass keineswegs jede Aktiengesellschaft einmal im Jahr eine Dividende ausschüttet.

Stattdessen machen die meisten Unternehmen die Auszahlung einer Dividende an ihre Aktionäre davon abhängig, ob ein ausreichender Jahresgewinn erzielt wurde oder nicht. Ist dies der Fall, erhalten die Aktionäre in aller Regel eine bestimmte nominale Dividende pro Aktie.

Der mögliche Kursgewinn ist eine weitere Ertragsform bei Aktien. Diese können allerdings weder fest einkalkuliert noch in der Höhe im Voraus beziffert werden. Woraus resultiert, das Anleger mit dem Ziel, eine sichere Rendite erzielen zu wollen, mit sogenannten Dividenden-Aktien besser bedient sind. Die Dividendenrendite als Kalkulationsbasis für ein erfolgreiches Investment ist somit deutlich besser geeignet als etwaige, im Grunde unkalkulierbare Kursgewinne einzelner Aktientitel.

Was bedeutet Dividendenrendite?

Doch was zeichnet dividendenstarke Aktien aus? Hierzu gilt es zu verstehen, was Dividenden-Rendite überhaupt ist. Die Dividendenrendite ist der Ertrag, der mit einer Aktie ausschließlich in Form eines ausgeschütteten Geldbetrages erzielt werden kann. Die Dividende wird – wie bereits kurz erwähnt – auf der jährlich stattfindenden Hauptversammlung der Aktiengesellschaft beschlossen.  Anschließend wird Diese pro Aktie an jeden Aktionär ausgeschüttet.

Diese nominale Dividende ist ein Teil der Berechnung zur Dividendenrendite. Sie sagt aber alleine von der Höhe noch nichts darüber aus, ob der Aktionär mit der Aktie eine gute oder schlechte Rendite erzielt. Um dies zu beurteilen, muss die Dividende in Bezug zum aktuellen Aktienkurs gesetzt werden. Erst aus diesen zwei Komponenten ergibt sich dann die Dividendenrendite.

Die Berechnung der Rendite bei Dividenden-Aktien erfolgt auf Basis der folgenden Formel:

Dividende je Aktie * 100 / Aktienkurs

So lässt sich für jede beliebige Aktie, bei der eine Dividende ausgeschüttet wird, auch die Dividendenrendite ermitteln beziehungsweise berechnen.

Was sind dividendenstarke Aktien?

Nun gilt es festzustellen, was als Dividenden Aktie zu verstehen ist. Dabei gilt sich im Klaren zu sein, dass nicht jedes Wertpapier, welches jährlich eine Dividende ausschüttet, sich damit auch gleichzeitig zu einer Dividenden-Aktie wandelt. Als dividendenstarke Wertpapiere qualifizieren sich ausschließlich jene Anteilsscheine, bei denen die Dividendenrendite überdurchschnittlich hoch ist.

Um dies beurteilen zu können, ist es von daher unabdingbar zu wissen, was im Bereich der Dividendenrendite hoch, mittelmäßig und gering ist. Das Problem hierbei? Es gibt keine einheitlichen und übergreifenden Zahlen.  Geschweige denn eine Art Index, an dem man sich als Anleger orientieren könnte. Hier gilt es, sich in Tiefe mit den einzelnen Branchen und der dortigen Marktsituation zu beschäftigen, in welcher die zu analysierende Aktiengesellschaft beheimatet ist.

Kern-Element der Dividenden-Strategie: Dividenden Perlen finden

Dabei hat sich auf lange Sicht folgende Vorgehensweise bei der Ermittlung der besten Aktien unter dem Punkt “Dividende” als durchaus praktikabel erwiesen:

Es wird eine Auswahl von beispielsweise 20 Aktienwerte aus einer Branche vorgenommen. Zu diesen 20 ausgewählten Aktien werden dann die einzelnen Dividendenrenditen ermittelt. Die hierzu relevanten Informationen stehen zumeist auf eingängigen Investment – und Börsenportalen zur Verfügung. Sie können auch mit etwas Recherche-Arbeit von den Webseiten der Unternehmen eingeholt werden. Liegen zu der getroffenen Auswahl aus 20 Aktien (als Beispiel) nun die Dividendenrenditen vor, so wird in Folge hieraus ein Durchschnittswert ermittelt.

Dieser Durchschnittswert steht dann für den Branchendurchschnitt einer Dividenden-Rendite. Basierend auf diesem Durchschnittswert können nun diejenigen Aktien herausgefiltert werden, welche mit den ausgezahlten Dividenden höher als der Branchendurchschnitt liegen.

Diese Titel gelten somit als Aktien mit den besten Dividenden. Sie stellen somit den elementaren Bestandteil einer Investment-Strategie dar, welche auf kontinuierliche Renditen aus Wertpapier-Investments setzt.

Generell gilt, dass die Betrachtung der Branche allein aus dem Grund von Bedeutung ist, da es naturgemäß deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Branchen gibt, was die Ertragskraft und die damit verbundene Dividendenausschüttung angeht.

Dividenden Aktien in die Dividenden-Strategie einbinden

Um die Ertragskraft von Aktien mit hoher Ausschüttung nutzen zu können, ist es sinnvoll, dass eigene Anlage-Verhalten an einer ebenso individuellen Dividenden-Strategie zu orientieren. Diese sollte eine breite Auswahl starker Dividenden Aktien aus verschiedenen Branchen als auch Märkten beinhalten. Denn auch bei einer Dividenden-Strategie ist eine Diversifikation zur Risiko-Minimierung wichtig.

Es sollte also kein Kapital lediglich in zwei oder drei Anteilsscheine mit respektablen Ausschüttungen investiert werden. Vielmehr ist es ratsam, im Rahmen der Dividenden-Strategie eine Verteilung auf mindestens fünf bis zehn einzelne Aktienwerte vorzunehmen.

Klassische Branchen, in denen sich Aktienwerte mit attraktiven Dividenden befinden, sind:

• Telekommunikation
• Infrastruktur
• Automobilbranche
• Chemie und Pharma
• Versicherungsgesellschaften

Werden einmal verschiedene Aktienwerte bezüglich ihrer Dividendenrendite unabhängig von der Branche betrachtet, so lässt sich hier durchaus ein Mittelwert erkennen. Eine überdurchschnittliche Dividendenrendite einer Aktie liegt heutzutage dann vor, wenn die Rendite der Dividende mehr als vier Prozent beträgt.

Unter dieser Voraussetzung ließe sich also bestenfalls ein Ertrag von Dividenden Aktien vereinnahmen, welcher im Durchschnitt mehr als das acht – bis zehnfache der Zinsen ausmacht, welcher sich aktuell mit einer Kapitalanlage auf Tages-, Festgeld- oder Sparkonten erzielen ließe.

Dividenden Aktien
Ein Investment in starke Dividenden-Aktien verspricht im Rahmen einer langfristig ausgelegten Geldanlage-Strategie einen kontinuierlichen Kapitalzuwachs. Doch nicht jede Aktie, welche eine Dividenden ausschüttet gilt als Dividenden-Aktie. Es gilt die “Perlen” herauszufiltern.

Kontinuierliche und langfristige Dividendenzahlung

Generell gilt jedoch: Eine einmalig gute Dividendenrendite sollte nicht das einzige Entscheidungskriterium sein, um einen Aktie Sie in eine Dividenden-Strategie aufzunehmen. Vielmehr gilt es, sich auch die Dividenden-Historie einzelner Wertpapiere anzusehen. Denn sobald sich der Aktienkurs in die eine oder andere Richtung in etwas größerem Umfang verändert, ergibt sich aus der Berechnung eine ganz andere Rendite.

Daher ist es von größerer Bedeutung, dass auch die langfristige Entwicklung des Wertpapiers in Verbindung mit der ebenfalls langfristigen Dividendenrendite im Blick behalten wird.

Aus diesem Grund sind insbesondere solche Aktien bestens für die Dividenden-Strategie geeignet, bei der die Dividendenrendite schon über mehrere Jahre hinweg überdurchschnittlich ist. Kurioserweise ist die Dividendenrendite umso höher, desto geringer der Kurs der Aktiengesellschaft ist. Fallende Kurse deuten allerdings auf der anderen Seite häufig auf Probleme bei der entsprechenden Aktiengesellschaft hin.

Eine hohe Dividendenrendite ist also keineswegs automatisch ein Qualitätsmerkmal. Es muss also immer die allgemeine Entwicklung des Unternehmens, Kursentwicklung und Stabilität in Verbindung mit der Dividendenrendite betrachtet werden. So lässt sich letztendlich beurteilen, ob es sich um eine dauerhaft dividendenstarke Aktie handelt oder nicht.

Zu guter Letzt: Ein wirklich guten und somit sehr lesenswerten Artikel unter dem Titel “Dividende ist nicht gleich Dividende” gibt es >> Hier <<  

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Oliver S.

Oliver S.

Oliver ist der Journalist im Team. Ausgebildeter Banker (Hypo Vereinsbank), hat hohes Maß an spezifischem Finanzwissen und ist einer der bekanntesten Schreiberlinge in der Finanz-Szene. Er das Thema Finanzen in einer Leichtigkeit, die seinesgleichen sucht. Nicht ohne Grund hat Oliver unter anderem auch für die Huffington Post geschrieben. Zudem ist er bis heute auch als Redakteur für FTD.de (ex Financial Times Deutschland) als auch auf Unternehmerhandbuch.de tätig. Kümmert sich hier um alles, was mit dem Thema Finanzwissen, Interviews und News zu tun hat.

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