Investmentwissen - die Dividende

Investmentwissen - die Dividende
Investment Wissen - die Dividende / Gewinnanteile » RoboAdvisor-Portal.com - das Infoportal

Markus G

23. Juni 2020

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Dividende und Aktien – bei der Erwähnung dieser beiden Begriffe wandeln sich die Augen und das manch eines Anlegers in großes “strahlen”. Und das oftmals aus gutem Grund, denn wer sich mit Geldanlagen beschäftigt und dabei sein Investment-Glück darauf ausrichtet mit Aktien zu spekulieren, sieht nicht selten in sogenannten Dividenden-Aktien die beste Möglichkeit auf Dauer ein ansehnliches Vermögen aufbauen zu können.

Doch was ist eigentlich eine Dividende (Ausschüttung / Wertpapier-Ertrag)? Worauf basiert die Ausschüttung einer solchen auf eine Aktie? Und wie werden Wertpapier-Ausschüttungen berechnet? Fragen, denen wir mit dem folgenden Artikel auf den Grund gehen werden.

Was bedeutet “Dividende”?

In Kürze: Bei einer Dividende handelt es sich um den Anteil des Bilanzgewinns einer Aktiengesellschaft, der an die bestehenden Aktionäre ausgeschüttet wird. Die Dividendenzahlung kann in einem Geldbetrag oder – seltener – als Sachwert ausgezahlt werden. Unternehmen verfolgen hierbei eine unterschiedliche Dividendenpolitik als Teil ihrer Unternehmenspolitik.

Welche Voraussetzungen & Regelungen gelten für Dividendenzahlungen?

Wer mittels Dividenden-Strategie auf lange Sicht ein Vermögens aufbauen möchte, muss sich erst einmal um den Erwerb dividenden-relevanter Wertpapiere kümmern, diese also käuflich erwerben. In der Regel bedeutet dies, das eigene Wertpapier-Depot mit entsprechenden Aktien zu bestücken.

Voraussetzung für die Ausschüttung der Aktien-Prämie ist in Folge der Beschluss der Hauptversammlung über die Verwendung des Bilanzgewinns, der anhand des festgestellten Jahresabschlusses im Einzelnen dargelegt werden muss (§ 174 Aktiengesetz). Darunter fällt auch die Höhe der an die Aktionäre auszuschüttenden Gewinnanteile (im Aktiengesetz als „auszuschüttender Betrag“ bezeichnet) je Anteilsaktie und die Fälligkeit der Zahlung.

In der Regel wird der auszuschüttende Betrag in Währung und nur vereinzelt in Prozent vom Nennwert der Aktie oder als Sachwert angegeben.

Dividenden deutscher DAX Unternehmen 2018
Diese Dividenden beziehungsweise Dividenden-Renditen konnten Anleger mit einem Aktien-Investment in deutsche DAX Unternehmen im Jahr 2018 erzielen. Hier lässt sich erkennen, das mit einer intelligenten Dividenden-Strategie durchaus beträchtliche Gewinne erzielt werden können.

Wer hat Anspruch auf die Zahlung einer Dividende?

Anspruch auf die Dividendenzahlung haben Aktionäre deutscher Aktiengesellschaften, die zum Zeitpunkt des Beschlusses der Hauptversammlung die Aktie in ihrem Aktiendepot als Depotwert verbucht hatten bzw. im Aktionärsverzeichnis als Aktionär der entsprechenden Namensaktie eingetragen waren. Bei ausländischen Aktiengesellschaften können gegebenenfalls andere Regelungen und Stichtage gelten.

Unerheblich für die Zahlung einer Aktien-Prämie ist es, ob die deutsche Aktiengesellschaft börsennotiert ist oder nicht. Nicht börsennotierte Aktiengesellschaften unterliegen in diesem Zusammenhang den gleichen gesetzlichen Regelungen nach dem deutschen Aktiengesetz (AktG) wie börsennotierte Unternehmen.

Deutsche Aktiengesellschaften nehmen die Ausschüttung üblicherweise jährlich vor. Im Ausland erfolgt die Zahlung der Anlegerprämien von Unternehmen auch in kürzeren Intervallen wie halbjährlich, quartalsweise oder sogar monatlich.

Für private Aktionäre fällt in Deutschland – wie auch auf alle anderen Einkünfte aus ihrer Aktienbeteiligung – auf die erhaltene Aktien-Prämie die Abgeltungssteuer (Kapitalertragsteuer) an.

Wann die Aktiengesellschaft Prämien ausschüttet

Zahlt eine Aktiengesellschaft eine Aktien-Prämie an seine Anleger, so wird dies als Indikator für starkes oder stabiles wirtschaftliches Unternehmenswachstum mit hohem Überschuss (Gewinn) gewertet. Für Aktionäre ist dies in doppelter Hinsicht attraktiv, weil sie nicht nur die Ausschüttung erhalten, sondern diese Ausschüttung als Signalgeber an der Börse auch den Aktienkurs steigen lässt und sich der Wert ihres Aktiendepots entsprechend erhöht.

Dividende - Wann zahlen Unternehmen Dividende?
Grafik: Vereinfachte Darstellung des Ausschütungsprozesses / Dividendenzahlung eines börsennotierten Unternehmen / Quelle: RoboAdvisor-Portal.com

 

Steigende Kurse sind aber auch ganz im Sinne des Unternehmens. Zum Einen erhöht sich der Börsenwert (Marktkapitalisierung), zum Anderen wirkt sich ein höherer Aktienkurs auf die Reputation und damit das Vertrauen in das Unternehmen positiv aus. Darüber hinaus lassen sich auch Kapitalerhöhungen (Eigenkapitalerhöhung) durch Neuausgaben von Aktien seitens der Unternehmen leichter durchführen.

Gleichzeitig gewährleistet eine hohe Marktkapitalisierung des börsennotierten Unternehmens einen besseren Schutz vor Übernahmen durch die Konkurrenz, Hedgefonds und / oder Groß- und Mehrheitsaktionäre. Im Gegenzug kann die Aktiengesellschaft mit eigenen Aktien als Akquisitionswährung beispielsweise andere Unternehmen kaufen oder sich prozentual daran beteiligen.

Wichtige Kennzahl für Aktionäre: die Dividenden-Rendite

Eine wichtige Kennzahl für Aktionäre ist die Dividendenrendite. Sie gibt einen positiven prozentualen Wert an, der über das Verhältnis des Gewinnanteils zum gegenwärtigen Aktienkurs Auskunft gibt. Je höher der Wert, desto höher die Rendite für den Aktionär aus den gezahlten Ausschüttungen.

Wie wird die Rendite einer Dividende berechnet?

Für die Berechnung der Dividendenrendite verwendet man folgende Formel:

(Dividende : Aktienkurs) x 100 = Dividendenrendite in %

Beispiel 1:

Die ausgeschüttete Prämie beträgt 2 EUR für eine Aktie im Wert von 34 Euro.

>> (2 Euro : 34 EUR) x 100 = 5,9% Dividendenrendite

Beispiel 2:

Die ausgeschüttete Prämie beträgt 5 Euro für eine Aktie im Wert von 105 Euro.

>> (5 Euro : 105 Euro) x 100 = 4,8% Dividendenrendite

Trotz der niedrigeren Ausschüttung in Höhe von 2 Euro in Beispiel 1 liegt die Dividendenrendite im Vergleich zu 5 Euro in Beispiel 2 um 1,1% höher und ist damit lukrativer für den Aktionär.

Aktien-Ausschüttungen und die Vorteile für Anleger – die Dividenden Strategie

Wer als Anleger mit seinem Investment auf die sogenannte “Dividenden-Strategie” setzt, verfolgt damit in der Regle zwei Ziele, die letztendlich auch entsprechende Vorteile dieser Strategie gelten >>

 

  1. Risikopuffer >> Im Falle von Kursrückgängen während des Börsenjahres kann der Wertverlust der gehaltenen Dividenden Aktien durch die Ausschüttungen aufgefangen beziehungsweise in Teilen minimiert werden.
  2. Laufende Erträge und Kapitalaufbau >> Die regelmäßigen Ausschüttungen der Unternehmen, an denen man als Anleger durch den Besitz von Dividenden-Aktien beteiligt ist, generieren fortlaufende Investitionsgewinne und stellen so einen reinvestierbaren Kapitalzuwachs dar.

Zu beachten:  Als Anleger, der eine solche Dividenden-Strategie bei seinem Investment verfolgt, sollte man jedoch stets im Kopf behalten, dass  Ausschüttungen nie dauerhaft garantiert werden – weder in Bezug auf den Zeitraum als auch deren Höhe. Eine gewisse Verlässlichkeit aus historischen Dividenden-Zahlungen lässt sich NICHT als Indikator für zukünftige Zahlungen ableiten.

Ein Rückgang der Dividendenrendite als auch der komplette Stop von Ausschüttungen an Aktionäre kann somit NIEMALS ausgeschlossen werden.

Keine Ausschüttung = gleich schlechtes Unternehmen?

Eine Ausschüttungsquote an die Aktionäre aus dem Überschuss des Bilanzgewinns sollte sich aus dem Anteil ergeben, der nicht für die Tilgung von Verbindlichkeiten, Investitionen oder Rücklagen verwendet wird.

Noch junge und wachstumsorientierte Unternehmen benötigen deshalb den Überschuss in den meisten Fällen und zahlen entweder keine, allenfalls eine sehr geringe oder alternativ eine Ausschüttung in Sachwerten (z.B. Produkte aus der eigenen Produktion). Die Dividendenrendite fällt deshalb naturgemäß nur gering aus.

Hat ein etabliertes Unternehmen hingegen die Wachstumsgrenze erreicht, ist weitestgehend schuldenfrei und investiert nur geringfügig, kann der Reingewinn nach Steuern theoretisch vollständig an die Aktionäre ausgeschüttet werden. Hier handelt es sich oft um Unternehmen, die zwar eine relativ hohe Dividendenrendite aufweisen können, ansonsten aber keine großen Ambitionen mehr haben.

Beide Beispiele zeigen, dass hinter einem solchen Gewinnanteil weder ein stets wachstumsstarkes Unternehmen noch ein besonders hoher Gewinn stecken muss; genauso wenig wie eine Aktiengesellschaft, die keinen Betrag als Anteilsscheingewinn ausschüttet, zwangsläufig unprofitabel sein muss.

Die kurzfristige Dividendenrendite sollte deshalb nicht den höchsten Stellenwert für Aktionäre haben. Sie gibt nur den derzeitigen Ist-Zustand wieder. Es lohnt sich – wie aus den beiden vorgenannten Beispielen deutlich wird –, die Zukunftsaussichten und Wachstumspläne des Unternehmens genauer anzuschauen,.

Faustregel: Investitionen in Aktien erzielen die höchste Rendite bei langfristigen Investments.

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Markus G

Markus ist der “Kopf” des Teams. Ideengeber, Vermarkter, Redakteur und irgendwie an allem auf diesem Portal beteiligt. Ohne ihn würde es dieses Portal so nicht geben. Eine Idee – entstanden aus dem persönlichen Interesse an FinTech und nun langjähriger Erfahrungen in der Finanz-Szene. Zudem ist Markus Kolumnist auf zahlreichen Investment-Plattformen – vor allem im englischsprachigen Raum, aber u.a. auch auf Focus.de
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