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Geldanlage und finanzielle Bildung für Kinder

In einer Zeit, in der finanzielle Unsicherheit und volatile Kapitalmärkte an der Tagesordnung stehen, wird die Bedeutung einer fundierten Geldanlage und finanziellen Bildung von Kindern immer deutlicher. Eltern und Erziehungsberechtigte stehen vor der Herausforderung, ihren Nachkommen nicht nur materielle Sicherheit zu bieten, sondern auch die erforderlichen Fähigkeiten zu vermitteln, um in einer komplexen Wirtschaftswelt erfolgreich zu navigieren. Die Investition in die finanzielle Bildung von Kindern ist dabei keine Option mehr, sondern eine unumgängliche Notwendigkeit, um ihnen eine solide Grundlage für ihre finanzielle Zukunft zu bieten.

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Markus G

Zuletzt aktualisiert am: 17. April 2024

Geldanlage und finanzielle Bildung für Kinder

17. April 2024

Vorteile frühzeitiger finanzieller Bildung

Bei der Abwägung der Vor- und Nachteile eines Junior-Depots denken viele Eltern oft nur an den zusätzlichen Steuerfreibetrag und unterschätzen zwei wesentliche Vorzüge eines Kinderdepots. Die Auswirkung des Steuerfreibetrags auf die langfristige Vermögensbildung dank des Zinseszinseffekts und den vielleicht noch wichtigeren Vorteil eines solchen Depots: die frühzeitige finanzielle Bildung und die Förderung eines gesunden Mindsets des Kindes zum Geld.

Zusammen mit den Eltern lernen Kinder spielerisch das Konzept des Geldes, des Vermögensaufbaus und der Renditen kennen. Sie lernen Schuldenfallen zu vermeiden und können sich mit nur wenigen Euros und gut geplanten Investitionen langfristig wichtige Wünsche erfüllen. So reichen bereits 5 Euro pro Monat in einem breit gestreuten ETF-Sparplan, um mit der Volljährigkeit den Führerschein zu bezahlen. Mit 15 Euro pro Monat ist auch das erste Auto drin. Mit der Anlage des Kindergeldes über 18-25 Jahre lässt sich sogar eine Eigentumswohnung schuldenfrei erwerben.

Was ist ein Junior Depot?

Definition und Unterschiede zu normalen Depots

Ein Kinderdepot ähnelt in vielen Aspekten einem normalen Wertpapierdepot für Erwachsene, mit dem Unterschied, dass es speziell darauf ausgerichtet ist, im Namen des Kindes Investitionen zu tätigen, bevor dieses geschäftsfähig wird. Eltern oder gesetzlichen Vertreter haben zwar die Kontrolle und Verantwortung für die Verwaltung des Depots, doch das Hauptziel ist der Aufbau von Vermögen sowie die finanzielle Erziehung des Kindes. 

Abgesehen von bestimmten Produkten wie gehebelten Optionsscheinen und Zertifikaten, die zum Schutz des Kindesvermögens im Kinderdepot nicht gehandelt werden dürfen, bietet es dieselben Funktionen wie ein Depot für Erwachsene. Es besteht üblicherweise aus einem Wertpapierdepot und einem zugehörigen Verrechnungskonto und ermöglicht die Einrichtung von Sparplänen.

Rechtliche Grundlagen und Verfügbarkeit für Kinder

Die Eröffnung eines Junior-Depots ist an einige gesetzliche Vorgaben geknüpft. So muss bei der Kontoeröffnung das Sorgerecht der Erziehungsberechtigten nachgewiesen werden, in der Regel reicht hierfür eine Kopie der Geburtsurkunde des Kindes. Zudem sind die Verfügungsrechte klar geregelt: Bis zur Volljährigkeit des Kindes haben die Eltern die Verantwortung über das Depot und dessen Transaktionen. Die Verfügbarkeit eines Juniordepots ist somit an die Zustimmung der Erziehungsberechtigten gebunden, welche die finanzielle Erziehung als Teil ihrer Sorgepflicht sehen und das Depot als ein Werkzeug hierfür nutzen können.

Auswahl des richtigen Junior Depots

Die sorgfältige Auswahl eines geeigneten Junior-Depots ist entscheidend, um die Kapitalanlage für das Kind möglichst rentabel und risikoarm zu planen. Zu den wichtigsten Kriterien bei der Entscheidungsfindung gehören unter anderem eine unkomplizierte Kontoeröffnung, die Möglichkeit zur Automatisierung der Sparvorgänge, die Vertrauenswürdigkeit der Bank, das Angebot an handelbaren ETFs und Aktien sowie die anfallenden Kosten.

Auswahlkriterien

Bei der Wahl des besten Junior Depots spielen verschiedene Faktoren eine Rolle. Wichtig ist, die laufenden Kosten genau zu überprüfen, darunter die Gebühren für die Depotverwaltung, Kosten für Kauf- und Verkaufsvorgänge sowie etwaige Ordergebühren. Nicht zu vernachlässigen ist auch das verfügbare Spektrum an Wertpapieren und die Auswahl an Sparplänen. Sowohl die Anmeldung und die Benutzeroberfläche sollten möglichst zeitgemäß und einfach sein. Letztendlich sollte die Depotbank eine solide Reputation besitzen und für ihre Verlässlichkeit stehen.

Vergleich von Anbietern

Ein professioneller Junior Depot Vergleich kann helfen, das Depot mit den besten Konditionen für die individuellen Bedürfnisse zu finden. Auch Erfahrungsberichte anderer Eltern können Zeit sparen und häufig gestellte Fragen beantworten. Es ist wichtig, nicht nur auf die Kosten zu achten, sondern auch auf das Feedback zum Kundenservice, die angebotenen Zusatzleistungen und die Benutzerfreundlichkeit der App bzw. der Webseite der Bank. Einige Anbieter bieten spezielle Tools und Apps, die speziell darauf ausgerichtet sind, Kindern spielerisch den Umgang mit Geld und Investitionen näherzubringen.

Tipps für die Einrichtung eines Depots

Die Einrichtung eines Kinderdepots ist in der Regel einfach. Einige Banken bieten eine einfache intuitive Weboberfläche, die dich durch den Anmeldeprozess leitet, es gibt aber auch altmodische Banken, die bis heute mit mehrseitigen PDFs arbeiten. Der mehrfache Testsieger diverser Vergleichsportale und Erfahrungsberichte Consorsbank Junior-Depot lässt sich sehr einfach in nur 15 Minuten eröffnen.

Vor der Einrichtung des Depots und des Sparplans ist es sinnvoll ein Anlageziel zu definieren und zu überlegen, welche Wertpapiere sich hierfür am besten eignen. In der Regel ist ein breit gestreuter Welt-ETF eine gute Wahl. Außerdem sollte man bereits im Vorfeld klären, wie regelmäßig in das Depot eingezahlt werden soll. Idealerweise beteiligt sich das Kind am eigenen Vermögensaufbau, indem es zum Beispiel einen Teil des Taschengeldes, Geldgeschenke oder Einnahmen aus kleinen Jobs investiert. Das schafft eine zusätzliche Identifikation und Verbindung zum Juniordepot und ist ein wesentlicher Bestandteil der finanziellen Bildung. Damit ist das Depot kein abstraktes Konto, sondern wird vom Kind selbst mit aufgebaut und wertgeschätzt.

Vorteile eines Depots für Kinder

Langfristiger Vermögensaufbau

Ein Kinderdepot ist eine hervorragende Möglichkeit, schon in jungen Jahren mit dem Vermögensaufbau zu beginnen. Durch regelmäßige Einzahlungen mithilfe eines Dauerauftrags und der Reinvestition von Erträgen können Kinder von dem exponentiellen Wachstum des Zinseszinseffekts profitieren und so über die Jahre ein beachtliches Vermögen aufbauen. 

Dies kann ihnen später dabei helfen, wichtige finanzielle Ziele wie eine Bildungsreise, Studium, Weiterbildung, einen Führerschein, den Start ins Berufsleben oder den Erwerb von Eigentum zu erreichen. Zusätzlich erhöht es die finanzielle Flexibilität und hilft dabei Schulden zu vermeiden.

Steuervorteile

Die steuerlichen Vorteile eines Juniordepots helfen vor allem am Anfang beim Vermögensaufbau. Am Anfang haben die Einzahlungen und die Verminderung der Abgaben und Steuern den größten Einfluss auf den Vermögensaufbau. Kinder haben wie Erwachsene einen jährlichen Steuerfreibetrag, der für Kapitalerträge gilt und somit die Steuerlast mindern kann. 

Dies bedeutet, dass Erträge aus dem Depot bis zum Freibetrag von 1.000 Euro steuerfrei sind, was die Effizienz der Geldanlage erhöht. Nach 20-30 Jahren spielen die Einzahlungen eine stark untergeordnete Rolle, weil der exponentielle Zinseszinseffekt die Einzahlungen deutlich übersteigt. Gerade in den ersten Jahren leistet der Sparerpauschbetrag einen großen Beitrag in der Anlaufphase des Vermögensaufbaus im Kinderdepot.

Anlagestrategien für das Junior Depot

Bei der Planung einer Anlagestrategie ist es wichtig, das langfristige Ziel im Blick zu behalten. Die Diversifikation des Portfolios durch Investitionen in verschiedene Anlageklassen ist ein wichtiger Bestandteil das Vermögen in Krisenzeiten zu schützen. So kann das Risiko gestreut und die Chance auf eine solide Rendite erhöht werden. Die Wahl der Anlageklassen sollte sich nach dem festgelegten Risikoprofil und Anlagehorizont richten. Besonders geeignet sind hierfür langfristige ETF-Strategien.

Die sicherste und einfachste Anlagestrategie ist das einrichten eines Dauerauftrags auf das Verrechnungskonto des Juniordepots vom Elternkonto und das besparen eines breit gestreuten Welt-ETFs. Die beiden bekanntesten und beliebtesten Welt-ETFs sind: Vanguard FTSE All-World und iShares Core MSCI World. Im Schnitt generieren die beiden ETFs ca. 8 Prozent Rendite pro Jahr.

Rechenbeispiel mit dem ETF-Rechner: Werden für ein Kind pro Monat 25 Euro über einen Zeitraum von 50 Jahren in den MSCI World investiert, kommt ein Vermögen von 224.550,82 Euro zusammen. Mit einer Dividendenrendite in Höhe von 5 Prozent werden monatlich 935 Euro ausgezahlt.

Mit 250 Euro (Kindergeldsatz), wächst das Depot in 25 Jahren auf ein Vermögen von 250.000 Euro. Damit kann sich das Kind direkt nach dem Studium eine Eigentumswohnung, ohne sich für Jahrzehnte zu verschulden.

Aber auch kleine Ziele, wie der Führerschein mit 18 Jahren, lassen sich mit nur 5 Euro pro Monat leicht realisieren.

Fazit

Zusammenfassung der wichtigsten Punkte

Das Junior-Depot stellt eine ausgezeichnete Möglichkeit dar, Kindern den Wert von Geld und die Grundlagen des Investierens nahezubringen. Durch die frühzeitige Vermittlung finanziellen Wissens und die praktische Erfahrung mit einem eigenen Depot können Kinder ein solides Fundament für ihre finanzielle Zukunft legen.

Die Vorteile sind vielfältig: von langfristigem Vermögensaufbau über steuerliche Erleichterungen bis hin zur Entwicklung eines Mindsets für den Umgang mit Geld und Investitionen. Die Auswahl des richtigen Junior-Depots und eine angepasste Anlagestrategie sind entscheidend, um die Vorteile optimal zu nutzen und das Risiko zu minimieren. Es ist wichtig, dass Eltern und Kinder gemeinsam an der Planung und Verwaltung des Depots arbeiten, um so die pädagogischen Aspekte der Geldanlage zu verstärken.

 

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Markus G

Markus ist der “Kopf” des Teams. Ideengeber, Vermarkter, Redakteur und irgendwie an allem auf diesem Portal beteiligt. Ohne ihn würde es dieses Portal so nicht geben. Eine Idee – entstanden aus dem persönlichen Interesse an FinTech und nun langjähriger Erfahrungen in der Finanz-Szene. Zudem ist Markus Kolumnist auf zahlreichen Online-Plattformen – vor allem im englischsprachigen Raum (The Verge, Talkmarkets, Stockopedia, aber u.a. auch auf Focus.de
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