Investmentwissen - das Asset Management

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Markus G

17. Mai 2020

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Asset Management – was bedeutet das eigentlich? Wer sich in der Welt des Investments bewegt, wird zwangsläufig mit dem Begriff der „Assets“ beziehungsweise des „Asset Management“ konfrontiert. Oder aber auch mit der Berufsbezeichnung des „Asset Managers“. Doch wofür steht „Asset Management“? Bevor diese Frage beantwortet wird, ein kleiner Exkurs wie Geldanlage an den Börsen dieser Welt für das Gros der Anleger funktioniert:

Soll bestehendes Kapital angelegt und vermehrt werden, so wird man als Anleger in der Regel an den Kapitalmärkten dieser Welt aktiv. Man investiert sein Kapital möglichst breit diversifiziert in verschiedene Anlageklassen und versucht durch Nutzung einer individuellen Anlagestrategie unter dem Aspekt bestmöglich zu erzielender Rendite, das eingesetzte Kapital zu vermehren.

Soweit also die grundsätzliche Vorgehensweise. Dabei kann man als Anleger nun das Vermögensmanagement in die eigenen Hände oder dieses als gebotene Dienstleistung in Anspruch nehmen. Womit diese Dienstleitung dann als „Asset Management“ Service tituliert wird.

Was bedeutet Asset Management vereinfacht?

Der aus dem Englischen Wortschatz entnommene Begriff des „Asset Management“ bezeichnet also nichts anderes als eine Finanzdienstleistung im Investment-Sektor. Die Aufgabe des Asset Managements besteht also darin, zur Verfügung stehendes Vermögen / Kapital durch Nutzung verschiedenster Finanzinstrumente und Anlageklassen (Assets) durch entsprechende Investitionen an den globalen Kapitalmärkten gewinnbringend zu vermehren.

Die Serviceleistung des Asset Management umfasst dabei nicht nur beratende Tätigkeiten des Anlegers, sondern auch das treffen und umsetzen von Investment-Entscheidungen, welche auf Basis der Anlagestrategie, der Risikobereitschaft und der Vermögenslage des Anlegers getroffen werden.

Die Geschichte des Asset Management

Seinen Ursprung hat das Asset Management historisch betrachtet in England, und zwar in Form der erstmalig um das Jahr 1860 aufgetauchten „Kapitalisten-Vereinigungen“. Zwei der bekanntesten Vereinigungen jener Kapitalisten waren zum einen die Scottish-American Investment Company, welche erstmalig im Jahr 1860 an der Londoner Börse notierte als auch die im Jahr 1868 gegründete Foreign and Colonial Trust.

Diese beiden Vereinigungen entsprachen hinsichtlich ihrer Organisation und Arbeitsabläufe jenen einer Investment Trust Company: Die Organisation dieser Vereinigungen entsprach der einer Investment Trust Company. Es wurden Treuhänder beauftragt, das den Vereinigungen zur Verfügung stehende Kapital der Anleger nach vorgegebenen und in der Regel sehr strengen Anlagegrundsätzen gewinnbringend anzulegen.

Investitionen fanden zu dem Zeitpunkt überwiegend in festverzinslichen Wertpapieren an. Wobei ein Investment in jene Wertpapiere nicht nur im heimatlichen Markt stattfand. Aufgrund höherer Rendite-Chancen als auch aus Gründen der Diversifikation wurde auch zunehmend in Wertpapiere aus dem Ausland investiert.
Neben England gilt vor allem die Schweiz als zweiter Ursprung für das Asset Management. Denn bereits Ende des 18. Jahrhunderts waren zahlreiche Schweizer Banken im Bereich des Asset Managements tätig.

In Deutschland beginnt die eigentliche Geschichte des Asset Management jedoch erst deutlich später und zwar ein paar Jahre nach Ende des 2. Weltkriegs und zwar exakt am 23.11.1949. An diesem Tag schlossen sich 4 Banken >>

• Jüdische Wiedergutmachungsbank Frankfurt
• Bankhaus Seiler & Co
• Bayerische Staatsbank
• Bayerische Hypotheken- und Wechselbank

in Deutschland zusammen, um fortan unter dem Namen „Allgemeine Deutschen Investmentgesellschaft mbH (ADIG)“ mit Hauptsitz in München, Finanz-Verwaltungsdienstleistungen anzubieten.

Asset Management – die rechtlichen Voraussetzungen heute

Heutzutage ist der Begriff des Asset Management und die Ausübung einer Tätigkeit in diesem Bereich in Deutschland durch die Bankenaufsicht rechtlich im § 1 Abs. 1a Nr. 3 KWG geregelt und dort als „Finanzportfolioverwaltung“ beschrieben. Wer also im Bereich Asset Management als sogenannter Finanz-Portfolioverwalter tätig werden möchte benötigt die entsprechende Zulassung seitens der BaFin.

Voraussetzung für die Tätigkeit als Vermögensverwalter (Asset Manager) ist eine Erlaubnis nach § 32 Abs. 1 Satz 1 KWG der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Asset Manager sind aufgrund ihres Geschäftszwecks entweder

• frei agierende und somit von Produktanbietern völlig unabhängige Unternehmen
• eigenständige Tochterunternehmen von Banken und / oder Versicherungen
• In den Gesamtbetrieb eines Unternehmens integrierte und kontrolliert agierende Teilbereiche / Departments von Banken und / oder Versicherungen

Allen gemein ist, dass Sie im Rahmen des Asset Managements das Vermögen von institutionellen Investoren (wie z. B. Pensionskassen, Versicherungen, Banken, Stiftungen, karitativen oder staatlichen Einrichtungen) und/oder privaten Anlegern „verwalten“.

Wichtig: In Abgrenzung zur Finanz- oder Anlageberatung werden bei der Vermögensverwaltung (also dem Asset Management) nicht nur Anlagevorschläge in Form einer Beratung gegeben, sondern die Anlageentscheidungen werden eigenständig durch den Vermögensverwalter (auch Asset Manager genannt) getroffen und umgesetzt.

Genutzte Anlageklassen im Asset Management

Im Rahmen des Asset Management stehen einem Investment-Manager zahlreiche Möglichkeit zur Verfügung, wie das nutzbare Kapital der Anleger investiert werden kann.

So kann ein Investment-Manager in

• Vereinzelte Staaten mittels Staatsanleihen
• Die Privatwirtschaft durch Aktien- oder Anleihekäufe
• den Infrastrukturbedarf

investieren.

Ziel hierbei ist es. stets eine überdurchschnittliche Rendite für den Anleger zu erzielen. Überdurchschnittlich allein deshalb, weil sich die Vergütung des Asset Managers in der Regel aus der erwirtschafteten Rendite des Investments ergibt >> Erfolgsprämie.

Die Aufgaben des Asset Management

Im Grundsatz geht es beim Asset Management um die Umsetzung folgender Aufgaben:

– Individuelle Investment-orientierte Beratung des Anlegers
– Entwicklung und Konzeption einer den charakteristischen Merkmalen des Anlegers (Anlagerisiko, Anlagehorizont, Rendite-Erwartungen etc.) entsprechenden Anlage- Strategie
– Der Handel mit Wertpapieren
– Beobachtung und fortwährende Analyse der Kapitalmärkte und globalen wirtschaftspolitischen Entwicklungen
– Fortwährende Kontrolle der Investments

Asset Management - die Definition
Grafik: Das Zusammenspiel der einzelnen Elemente wie Research, Portfolio-Management etc. im Rahmen des Asset Managements – Quelle:RoboAdvisor-Portal.com

Darüber hinaus können die Aufgaben beziehungsweise Leistungs-Elemente des Asset Management deutlich tiefer beschrieben werden. Eine erste, grobe Unterteilung lässt sich beim Asset Management jedoch in 3 Teilbereiche vornehmen >>

– Produkt- und Service-Entwicklung
– Analyse & Distribution
– Operative Umsetzung und administrative Betreuung

Aus diesen Teilbereichen lassen sich wiederum weitere Einzelbereiche heraustrennen, die den erforderlichen Einzel-Arbeitsschritten im Asset Management entsprechen:

Produkt- und Service-Entwicklung

1.) Der Research

Im Research werden die Markt-Analysen, basierend auf einer fortwährenden Identifikation von Wertpapieren und deren tiefgreifenden Einzel-Analyse nach festgelegten Kriterien, erstellt. Diese Analysen stellen die erste Grundlage möglicher Investment-Entscheidungen dar.

2.) Das Portfoliomanagement

Beim Portfolio-Management muss zwischen 2 Optionen der Umsetzung unterschieden werden >>

 

  • Qualitatives Portfolio-Management: Hierbei begutachtet der Fondsmanager die Wertpapiere aus dem vorhergehenden Research individuell. Basierend auf dieser individuellen Begutachtung und dessen Resultate werden dann die erforderlichen Kauf- und Verkaufsentscheidungen getroffen.
  • Quantitatives Portfolio-Management: Hierbei kommen rein statistische Verfahren zur Bewertung von Wertpapieren zum Einsatz. So sollen menschliche Fehleinschätzungen auf eine Minimum reduziert werden.

Gemein ist beiden Portfolio-Management Varianten, dass die Ergebnisse aus dem Research in Form entsprechender Marktanalysen zum Tragen kommen.

3.) Das Transaktionsmanagement

Beim Transaktionsmanagement werden die gewählten Wertpapiere an den entsprechenden Kapitalmärkten erworben oder bei Bedarf wieder verkauft.

4.) Das Risikomanagement & die Performance-Messung

In der Regel werden diese beiden Aufgaben innerhalb des Finanzportfolio-Managements gemeinsam ausgeführt. Zum einen werden fortwährend die identifizierten Risikofaktoren bei den Investments geprüft und das Investment bei Bedarf entsprechend angepasst (Asset Allokation). Ebenso finden regelmäßig Auswertungen der Performance, also Rendite-Entwicklungen statt, um die vorgegebenen Rendite-Ziele erreichen und bestenfalls übertreffen zu können.

Analyse & Distribution

1.) Analysen basierend auf Marktforschung

Wie im alltäglichen Leben auch, können sich im Investment-Bereich Trends entwickeln. Diese Trends gilt es auch für zukünftige Investment-Aktivitäten zu erkennen und gegebenenfalls in das eigene Angebot zu integrieren. Vor allem dann, wenn durch Integration dieser Trends weitere Anleger-Gruppen erschlossen werden können.

Das Resultat der Marktforschung kann also bedeuten, dass neue Produkte entwickelt und vermarktet werden, im Gegenzug veraltete Produkte hingegen vom Markt genommen werden können.

2.) Vertrieb im Asset Management

Finanzportfolio-Management als Dienstleistung kann nur mit der Betreuung von Anlegern und deren Vermögen funktionieren. Insofern kommt dem Vertrieb im Asset Management eine bedeutende Position zu, denn hier gilt es bestehende Kunden an das Unternehmen zu binden und auszubauen. Ebenso gilt es – in enger Zusammenarbeit mit der Marktforschung – neue Kundengruppen als Anlegerschaft zu gewinnen.

Dabei ist oder kann der Vertrieb sowohl auf institutionelle Kunden, Retail-Kunden (Banken etc.) als auch Privatkunden ausgerichtet sein.

Operative Umsetzung (Depot) und administrative Betreuung

1.) Depotverwaltung & -Buchhaltung

In Deutschland haben sich in der Regel sogenannte Master-Kapitalanlagegesellschaften auf diese Aufgabe spezialisiert. Die Buchhaltung berechnet Steuern und Anteilspreise, bucht Geschäftsvorgänge und verfasst entsprechende Berichte, die dann für interessierte Personen wie dem für Asset Manager als auch dem Anleger in entsprechend aufbereiteter Form zur Verfügung gestellt werden.

Zusammenfassung Asset Management

Was bedeutet Asset Management also letztendlich? Es handelt sich vereinfacht, um die Verwaltung von Portfolios, zumeist bestehend aus mehreren Assetklassen (Fonds, Aktien, Anleihen, Rentenpapiere etc.) durch einen Dritten (Asset Manager). Dies geschieht durch Abschluss von sogenannten Vermögensverwaltungsverträgen zwischen Asset Manager und Anleger / Investor.

Ziel eines erfolgreichen Finanzportfolio-Managements ist es, über einen vordefinierten Anlagezeitraum beziehungsweise Anlagehorizont eine höhere Rendite zu erzielen als bei einer Alternativanlage. Dabei gilt es für den Asset-Manager stets das vorgegebene Risiko-Niveau beizubehalten und / oder bei einer vorgegebenen Ziel-Rendite das Anlage-Risiko bestmöglich zu minimieren.

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Markus G

Markus ist der “Kopf” des Teams. Ideengeber, Vermarkter, Redakteur und irgendwie an allem auf diesem Portal beteiligt. Ohne ihn würde es dieses Portal so nicht geben. Eine Idee – entstanden aus dem persönlichen Interesse an FinTech und nun langjähriger Erfahrungen in der Finanz-Szene. Zudem ist Markus Kolumnist auf zahlreichen Investment-Plattformen – vor allem im englischsprachigen Raum, aber u.a. auch auf Focus.de
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