Geldanlage für Frauen, doch was will „Frau“ eigentlich?

Geldanlage für Frauen: Ja – es ist ein spezielles Thema, auch wenn es so manch einer nicht einsehen kann oder will! Und das Frauen das Thema Geldanlage und Vermögensaufbau anders angehen als Männer liegt vor allem daran, dass sich Frauen bis dato immer noch nicht so wirklich an das Thema herantrauen. Auch wenn sich in dem Bereich ohne Zweifel bereits Einiges getan hat. Dennoch: Frauen tun sich schwer und sie stehen sich leider oftmals beim Thema Kapital- und Vermögensaufbau selbst im Weg. Kernfrage: Was will “Frau” beim Thema Geldanlage eigentlich?

Geldanlage für Frauen, doch was will „Frau“ eigentlich? » RoboAdvisor-Portal.com - das Infoportal

Julia F.

11. November 2018

Geldanlage für Frauen

11. November 2018

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on email

Bevor Frauen ihr Geld tatsächlich in die Hand nehmen und es in Produkte anlegen, die sie nicht oder nur rudimentär verstehen, sollte eine Grundsatzfrage vor allen anderen gestellt werden. Will ich mein Geld fest anlegen oder flexibel darüber verfügen können?

Geldanlage heisst, sich Ziele zu setzen

Von dieser Entscheidung hängen weitere wichtige Faktoren ab, etwa, ob es Sinn macht, zuerst eine größere Summe anzusparen oder ob man bereits mit kleinen Beiträgen peu à peu aufstocken kann.

Der wichtigste Gedanke dabei ist aber natürlich, in welcher Lebensphase Frau sich befindet. Wer sich bereits zu den Best Agern zählt, lässt sich von einer fixen Anlage mit längerer Laufzeit vielleicht zurecht eher abschrecken, als eine Berufsanfängerin, die gerade ihr erstes Investment zur finanziellen Absicherung im Alter tätigt. Insofern spielt beim Thema Geldanlage für Frauen somit also auch das Alter eine durchaus entscheidende Rolle.

Die Sache mit dem Anlagehorizont

Als Anlagehorizont bezeichnen Broker, Finanzberater und Anlage-Experten den Zeitraum, über den man als Anlegerin gewillt ist, sein Erspartes aus der Hand zu geben. Sprich: Wie lange man auf den Zugriff auf die Anlagesumme verzichten kann. Je länger dieser Anlagehorizont ausfällt, desto höher ist in der Regel die Rendite – alte Anlegerweisheit.

Für eher ängstliche Frauen könnte ein großer Anlagehorizont eine gute Alternative darstellen, denn sie können nicht aus einer Übersprungshandlung heraus ihr Geld – möglicherweise sogar mit Verlusten – aus der Anlage zurückziehen, wenn die Kursschwankungen gerade mal nichts Gutes verheißen. So üben sie sich in Geduld. Andererseits ist langfristig ausgerichtete Geldanlage für Frauen auch erst ab einer gewissen Anlagesumme wirklich rentabel. Man müsste also vor der Investition erst einmal ein einigermaßen großes Polster ansammeln. Oder mindestens durch einen etwas höhere monatliche Einlage im Rahmen eines Sparplans dauerhaft aufbauen.

Über einen langen Anlagehorizont konstant Vermögen aufbauen
Wer langfristig denkt, plant und dementsprechend bei seinem Vorhaben ein Vermögen aufzubauen einen langfristigen Anlagehorizont ins Auge fasst, macht den ersten wichtigen Schritt in Richtung “erfolgreiche Geldanlage”.

Ein zu kleiner Anlagehorizont un der Nutzung bestimmter Anlageklassen ermöglicht Frauen wiederum, während der gesamten Anlagezeit flexibel auf ihr Geld zurückzugreifen. Dafür fallen bei diesen Investment-Möglichkeiten die zu erwartenden Renditen selbstredend eher gering aus. Als Klassiker unter den flexiblen Anlagemodelle gilt etwa das Tagesgeldkonto – ehrlich gesagt ein Finanz-Produkt, bei dem sich allerdings dank der anhaltenden Niedrigzinspolitik die schlechten Erträge ohnehin in den Verwaltungsgebühren und der bestehenden Inflationsrate auflösen. Und selbst kurz laufenden Festgeldanlagen fallen die Renditen eher mager aus.

Für wen eignen sich fest angelegte Investment-Produkte?

Geldanlagen mit mehrjähriger Laufzeit sind grundsätzlich für jüngere Frauen besser geeignet. Selbstredend hängt diese Empfehlung von der konkreten Laufzeit ab. Sparbriefe etwa gibt es auch mit fünfjähriger Laufzeit, festverzinsliche Wertpapiere bekommt man bereits ab einem Jahr Festlaufzeit. Natürlich schmälert die kurze Laufzeit die Rendite. Aber gerade für Frauen, die ihren Renteneinstieg bereits vorhersehen können, sind kürzere Laufzeiten von einem Jahr oder fünf ideal.

Außerdem können sie sich mit diesen Produkten erst einmal an das Prinzip Geldanlage herantasten. Vermittelt ihnen das Investment nach der Auszahlung ein gutes Gefühl, können Sie ihre Anlagesumme und -dauer immer noch aufstocken. Laufzeiten von 10 Jahren oder mehr sind eine tolle Option für Berufseinsteigerinnen oder Frauen, die bis zur Rente noch einige Jahrzehnte hin haben. Außerdem sind solche langfristigen Investments auch eine tolle Option für den Nachwuchs Geld anzulegen.

Geldanlage für Frauen: Lieber flexibel bleiben?

Flexiblere Anlageprodukte sind für Frauen geeignet, die entweder noch auf eine Anlagesumme X hin sparen, bevor sie sich ans langfristigere Investment wagen, oder die darauf angewiesen sind, über ihr Angespartes frei verfügen zu können. Sie müssen sich aber klar machen, dass diese Anlageprodukte keine hohen Renditechancen aufweisen. Flexible Finanzprodukte sind etwa das bereits erwähnte Tagesgeldkonto oder das Girokonto. So lange das Geld dort geparkt ist, erhalten die Inhaber zwar Zinsauszahlungen. Diese sind aber extrem gering und rechnen sich nicht wirklich.

Wer flexibel so versteht, dass er in ein Anlageprodukt je nach Verfügbarkeit mit mehr oder minder regelmäßigen Einzahlungen investiert, beschreitet den goldenen Mittelweg. Für solche Investments gibt es sogenannte Sparpläne. Je nachdem, worin man investiert, heißen diese dann Fondssparplan, ETF-Sparplan oder Goldsparplan, usw.

Das, was sie alle gemein haben, ist, dass

  • die Einzahlung schon ab relativ geringen monatlichen Beträgen möglich ist,
  • die Bedienung der Sparpläne auch über längere Zeit pausiert werden kann,
  • einzelne höhere Einzahlungen problemlos vorgenommen werden können,
  • man die Monatsrate jederzeit erhöhen oder wieder auf den Mindestbetrag verringern kann.

Zwar haben solche Sparpläne auch eine feste Laufzeit bis zur Auszahlung – darauf wäre bei Abschluss also zu achten –, diese kann man als Anlegerin aber selbst beeinflussen. Etwa, indem man bei Gelegenheit Sonderzahlungen vornimmt oder die Monatsrate immer mal wieder erhöht. Der größte Coup solcher, flexibler Sparpläne ist, dass man ohne Verluste pausieren kann, wenn man gerade in einem finanziellen Engpass steckt. Der größte Wermutstropfen ist, dass man an das angelegte Geld erst nach Ablauf der Laufzeit herankommt. Da die monatliche Anlagesumme aber so variabel gestaltet werden kann, hat man hierbei die Möglichkeit, neben dem Sparplan auch noch andere Anlageprodukte zu bedienen.

Geldanlage für Frauen: Der Plan, die Verfügbarkeit, der Anlagehorizont

Es gibt also Produkte, sowohl für Frauen, die ihr Geld lieber verfügbar wissen möchten, als auch für Frauen, die auch mal ein paar Monate oder Jahre auf die angesparte Summe verzichten können. Vorteile haben natürlich die, die sich auf eine längere Laufzeit einlassen. Denn mit der Laufzeit steigt auch die Chance auf einen ansehnliche Rendite. An erster Stelle sollte für Frauen also die Frage stehen, wie wichtig ihnen die Verfügbarkeit ihr Geld ist bzw. wie lange sie auf eine bestimmte Summe nicht unbedingt zugreifen müssen.

Im Idealfall gestalten Frauen ihre Investment-Absichten so, dass sie unterschiedliche Produkte kombinieren:

  • Etwa das Tagesgeldkonto fürs Ansparen eines Notgroschens verwenden. Denkbar wäre dieses Konto ohne nennenswerte Zinszuwächse als Urlaubskasse oder für unerwartete Ausgaben, wenn Waschmaschine und Co. das Zeitliche segnen.
  • Ein Gold-Sparplan mit mittlerer Laufzeit, der flexibel bedient werden kann. Das am Ende der Laufzeit erwirtschaftete Gold kann man zu einem günstigen Zeitpunkt veräußern, die Summe neu anlegen.
  • Ergänzt würde dieses Beispiel durch ein Investment in 10 Jahre festgeschriebene, festverzinsliche Wertpapiere oder durch die Anlage einer Summe X in ETFs.

Je breiter sie ihr Investment streuen, je mehr unterschiedliche Produkte sie bedienen, desto sicherer werden Frauen bei Ihrem Geldanlage-Vorhaben Gewinne einfahren. Den besten Schutz vor Verlusten bietet eine möglichst breite Streuung und möglichst variable Portfoliogestaltung. Der größte Vorteil dabei ist, dass man sicher nur in Produkte investiert, die man auch wirklich versteht. Auch, wenn das bedeutet, sich einlesen zu müssen. Aber das sollte einem das eigene Geld sowieso wert sein.

Share on facebook
Facebook
Share on twitter
Twitter
Share on linkedin
LinkedIn
Share on pinterest
Pinterest
Share on pocket
Pocket
Share on reddit
Reddit
Share on xing
XING
Julia F.

Julia F.

Julia ist unsere Spezialistin im Bereich “Frauen und Geldanlage”. Selbst als Quereinsteigerin in die Finanz-Szene gestartet, setzt sie sich bei uns mit den typischen Fragen und Unsicherheiten von Frauen beim Thema Geldanlage und Vermögensaufbau auseinander. Und sie spricht aus Erfahrung, denn sie ist mittlerweile selbst erfolgreiche Anlegerin. Julia gewährt uns mit ihren Beiträgen einen Einblick in die weibliche Welt der Geldanlage und des Vermögensaufbaus.

Empfehlungen aus der Redaktion

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.