Altersvorsorge: Mit dem ETF-Sparplan durch die Krise

Mit einem ETF Sparplan für ein finanziell gesichertes Leben im Alter vorsorgen – klingt gut, aber worauf gilt es dabei zu achten? Wenn es um Investments und Altersvorsorge für Frauen geht, kommt die Sprache oftmals auf ETFs. Das ist nicht weiter verwunderlich, denn die börsengehandelten Fonds sind in jeder Form der Altersvorsorge erhältlich.

Sie können in Form von Pensionsfonds bei der betrieblichen Altersvorsorge genutzt werden, ETF-Sparpläne können im Rahmen von vermögenswirksamen Leistungen Teil des Altersvorsorge-Angebotes sein und bei der Riester- und Rürup-Rente können sie die Grundlage bilden.

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Julia F.

3. Juni 2020

Altersvorsorge - ETF Sparpläne

3. Juni 2020

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Selbstverständlich kann jede Frau auch (zusätzlich) privat in bzw. mit ETFs investieren, um ihre Rentenvorsorge zusätzlich zu stärken. Ähnlich wie ein Anlagefonds, ist ein ETF ein Portfolio aus dutzenden, oft hunderten verschiedenen Aktien oder Anleihen. Einige Anbieter stellen gar ETF- und Investmentfonds-Versionen des gleichen Portfolios zur Verfügung.

Der Unterschied zwischen ETFs und Anlagefonds

Der Hauptunterschied zwischen den beiden Produkten ist die Berechnungsgrundlage für die Anteile. Bei einem Investmentfonds wird der Preis für die Anteile ein Mal am Tag zum Börsenschluss festgelegt und basiert entsprechend auf dem Schlusswert aller im Portfolio befindlichen Wertpapiere. In dem Fall würde also der Kaufpreis auch dann dem Wert zum Börsenschluss am Nachmittag entsprechen, wenn die Order um 11 Uhr morgens erfolgt wäre.

Anders beim ETF. Der wird wie eine Aktie gehandelt. Das bedeutet, wird um 11 Uhr geordert, wird der Handel auf Grundlage des Anteilspreises zu diesem Zeitpunkt abgewickelt. Wenn die Märkte bis zum Börsenschluss noch in die Höhe schießen oder – aus welchen Gründen auch immer – zusammenbrechen, kann das auf den Wert eines Portfolios erhebliche Auswirkungen haben.

Der Vorteil der Indizierung

Das Hauptmerkmal von ETFs ist, dass sie automatisch und passiv einem Vergleichsindex folgen, was bedeutet, dass kein Fondsmanager aktiv auswählen muss, was genau im Portfolio enthalten ist oder wann bestimmte Investments abgestoßen oder zugekauft werden. Immer wieder haben Untersuchungen gezeigt, dass Index-Portfolios netto (also kostenbereinigt) tendenziell besser performen als aktiv gemanagte Fondsportfolios.

Natürlich gibt es auch unter Investmentfonds eine gewisse Auswahl an gebührenfreien Angeboten. Und die können durchaus eine gute Alternative sein. Für viele Anlegerinnen und, ja, auch Anlageberaterinnen haben ETFs aus rein praktischen Gründen speziell bei der Altersvorsorge aber die Nase vorn.

2 Gründe, warum ETFs zur Altersvorsorge besser sind als Investmentfonds

  • Man kann mit weniger Startkapital loslegen: Ein Umstand, der gerade für Frauen und umso mehr für Frauen im Niedriglohn-Sektor nicht ganz uninteressant ist. Denn nach wie vor verdienen Frauen weniger, als Männer, sind häufiger von Karriere-Unterbrechungen oder Einkommenseinbußen betroffen, während sie gleichzeitig länger leben. Mit ETFs ist es auch Frauen, die in schwierigeren finanziellen Verhältnissen leben, möglich, ein wenig besser für ihre Rente vorzusorgen. Je nachdem, für welches Anlageprodukt man sich entscheidet, kann man ein ETF-Investment schon mit rund 50 Euro beginnen; Sparpläne sind sogar ab 10 Euro Sparrate ohne Einmaleinlage verfügbar.  Bei Investmentfonds sind für vergleichbare Produkte oftmals vierstellige Kapitaleinlagen oder höhere Mindestraten zur monatlichen Besparung vonnöten.
  • ETF-Produkte sind im Vergleich deutlich kostengünstiger: Bei ETF-Investitionen ist die Gebührengestaltung sehr übersichtlich. In der Hauptsache gibt es zwei Kostenpunkte, die Anlegerinnen bei ETFs kennen müssen:
    • Wie bei einer Aktie fällt üblicher Weise ein Entgelt an, wenn Anteile gekauft oder abgestoßen werden. Bei manchen Anbietern ist diese Gebühr als Pauschalpreis festgelegt, andere berechnen sie in Prozenten. Es gibt aber auch eine große Auswahl an Anbietern, die gebührenfreie ETFs anbieten. Es ist also ziemlich einfach, ein diversifiziertes ETF-Portfolio aufzubauen, ohne auch nur einen Cent für Trading-Gebühren auszugeben.
    • Ein zweiter Kostenpunkt bei ETFs ist die Jahresgebühr. Wie bei einem Anlagefonds, werden diese Kosten einem Anleger auch bei einem ETF in Rechnung gestellt. Es gibt allerdings einen Unterschied:
      • Die Kosten für ETFs gehören zu den niedrigsten unter allen Investmentprodukten. Viele ETFs kosten weniger als 0,10% im Jahr, für manche fallen sogar weniger als 0,03% Jahresgebühren an.

Natürlich kann keiner kontrollieren oder beeinflussen, wie die Märkte performen. Über die Gebühren jedoch, die man beim Investieren bezahlen muss, hat jede Anlegerin die volle Kontrolle. Und ETFs sind eine hervorragende Möglichkeit, um schnell und kostengünstig zu einem breit diversifizierten Portfolio bei geringem Gebühren-Einsatz gelangen.

Altersvorsorge: Cost-Average-Effekt und lange Laufzeit machen ETF-Sparpläne krisensicher

Grundsätzlich sind ETFs weniger volatil, als Aktien. Aber natürlich sind sie, wie jedes andere Investmentprodukt auch, von der aktuellen Krise betroffen. Immerhin folgen sie dem ausgewählten Index auch in Krisen- und Crashzeiten und das bedeutet, sie folgen ihm auch nach unten. Das ist aber kein Grund zur Panik, auch wenn die aktuellen Marktentwicklungen dem einen oder anderen Anleger sicher Sorge bereiten.

Hier hilft es, sich vor Augen zu halten, dass auf vergangene Marktabstürze immer weitreichende Kursgewinne bei ETFs folgten. Es ist zu erwarten, dass das auch bei der aktuellen Krise der Fall sein wird. Da heißt es, ausharren und sich über den Cost-Average-Effekt freuen, den Sparpläne ideal ausnutzen. Denn in Zeiten wie der aktuellen, werden bei ETF-Sparplänen für die gleiche Monatssparrate mehr Anteile gekauft.

Sobald deren Marktpreis wieder steigt, ist das Portfolio umso mehr wert. Im Grunde verlieren Frauen, die mit einem ETF-Sparplan Altersvorsorge betreiben, aktuell kein Geld, ihre Portfolios nicht an Wert. Mit dem in der mittelfristigen Zukunft anstehenden Markt-Aufschwung werden sie allerdings sowohl an Wert, als auch an Geld gewinnen.

Das bedeutet: Auch, wenn wir uns derzeit in einer Marktkrise befinden, ist es eine schlechte Idee, die Besparung eines Renten-Investments zu pausieren oder gar abzustoßen; selbst, wenn die eigentliche Laufzeit gerade beendet ist. Im Gegenteil.

Es wäre genau der richtige Zeitpunkt, diese Laufzeit entweder zu verlängern, zumindest aber die Ausschüttung bzw. den Verkauf noch nicht vorzunehmen; oder aber die monatliche Sparrate zu erhöhen, zumindest jedoch beizubehalten. Voraussetzung ist natürlich, dass die eigene Einkommenssituation es derzeit zulässt, Sparpläne und Investitionen nach Möglichkeit irgendwie weiter zu bedienen.

Ein weiterer Vorteil, der vor allem in Down-Phasen zum Tragen kommt, ist, dass ein Altersvorsorge-Investment auf Langfristigkeit ausgelegt ist. Und je länger eine Geldanlage läuft und aktiv ist bzw. bespart wird, desto höher die abschließende Rendite. Eine, den Cost-Average-Effekt ausnutzende, möglichst langfristig ausgelegte Altersvorsorge-Investition ist also das beste Mittel, um auch aus Krisenzeiten und unsicheren Situationen möglichst stabil, sicher und verlustfrei hervor zugehen.

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Julia F.

Julia F.

Julia ist unsere Spezialistin im Bereich “Frauen und Geldanlage”. Selbst als Quereinsteigerin in die Finanz-Szene gestartet, setzt sie sich bei uns mit den typischen Fragen und Unsicherheiten von Frauen beim Thema Geldanlage und Vermögensaufbau auseinander. Und sie spricht aus Erfahrung, denn sie ist mittlerweile selbst erfolgreiche Anlegerin. Julia gewährt uns mit ihren Beiträgen einen Einblick in die weibliche Welt der Geldanlage und des Vermögensaufbaus.

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