Warum sich Anleger mit einem Robo-Advisor schwer tun

Erst kürzlich ließ die Branche der Online-Vermögensverwalter aufhorchen: 

Scalable Capital als Branchenprimus unter den Robo-Advisor Anbietern in Deutschland hat es innerhalb von 2 ½ Jahren geschafft 1 Milliarde Euro an Kundengeldern unter Verwaltung zu „bringen“. Das Volumen der sogenannten „Assets under Management“ aller in Deutschland aktiven Robo-Advisor Anbieter wird mittlerweile von Experten sogar auf mehr als 2 Milliarden Euro beziffert. Wahrhaft beeindruckende Zahlen, was für ein Wachstum – wirklich?

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Markus G

3. Juni 2018

Anleger: Robo-Advisor Angebote nachwievor kritisch beäugt

3. Juni 2018

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Es kommt auf die Art der Betrachtung an: Denn gerade Scalable Capital ist vor allem dadurch gewachsen, dass man (mit Hilfe des Investors Blackrock?) eine der größten europäischen Banken, die ING-Diba, in Deutschland als Partner gewinnen konnte. Ein Zugang zu einer Anzahl potentieller Kunden für die digitale Geldanlage, von der so manch ein Mitbewerber einfach nur träumen kann.

Wachstum im Robo-Advisor Markt meist durch Kooperation mit Banken

Zweifelsohne eine durchweg gelungene und vor allem lohnenswerte Kooperation, was sich bei genauerer Betrachtung des „1 Milliarde AuM“ seitens Scalable Capital erkennen lässt. Denn knapp die Hälfte, so schätzen Experten, jener 1 Milliarde Euro an verwaltetem Kapital stammt aus der Kooperation mit der ING-Diba. Was den Gründer von Scalable Capital, Erik Podzuweit, mit voller Stolz verkünden ließ, das auf dem deutschen Markt ein echter Bedarf an Angeboten zur „digitalen Geldanlage bestehe“.

Ist dem so? Oder ist es vielleicht nicht doch eher so, dass Scalable Capital mehr Nutznießer einer positiven Reputation der ING in allen Finanzangelegenheiten ist? Dass die Bekanntheit und vermeintliche Sicherheit einer Bank wie der ING dem Kunden ein deutlich „besseres Gefühl“ vermittelt als der Robo-Advisor Anbieter selbst? Denn die Botschaft, die die ING mit dieser Kooperation aussendet, ist klar: „Wem wir vertrauen, dem können auch Sie vertrauen.“

Insofern ist die Aussage, dass bereits heute ein echter Bedarf an digitaler Geldanlage bestehe, etwas überschwenglich und keinesfalls als Fakt hinzunehmen. Denn die Kunden der ING-Diba stehen nicht repräsentativ für das Gros der deutschen Anleger inklusive Kleinanleger.

Robo-Advisor Wachstum: Chancen sind da, die Hürden aber auch

Zwar ist der deutsche Robo-Advisor Markt im Jahr 2017 deutlich stärker gewachsen als ursprünglich prognostiziert, doch partizipiert haben daran bei Weitem nicht alle Robo-Advisor Anbieter, sondern nur einige wenige. Insofern lässt sich hieraus mutmaßen, dass das Gros der hierzulande aktiven digitalen Kapitalanlage-Spezialisten um jeden einzelnen Kleinanleger kämpfen muss – und eben nicht auf offene Türen trifft.

Zahlreiche Umfragen und Marktanalysen zeigen, dass der Markt zur digitalen Geldanlage in Deutschland zwar geebnet ist, aber dennoch den Sprung aus den Kinderschuhen nicht geschafft hat. Zu sehr steht das Misstrauen gegenüber Robo-Advisorn bei den meisten potentiellen Kleinanlegern nachwievor im Vordergrund.

 

Robo-Advisor Angebote werden kritisch gesehen
Kleinanleger zeigen zwar ein gesteigertes Interesse an der digitalen Kapitalanlage, zögern aber in der Praxis einem Robo-Advisor das Vertrauen zu schenken

 

Dabei tauchen immer wieder aus den Reihen jener Anlegergruppierungen Aussagen wie „Versteh ich nicht“ / „intransparent“/ „Algorithmus – was ist das“ als auch „ist nur was für Reiche“ auf. Willkommen in der Welt der „unbekannten“ Robo-Advisor – zumindest aus der Sicht, derer, denen es möglich wäre „digital“ Geld anzulegen.

Robo-Advisor gehen noch nicht ausreichend auf Anlegerbedürfnisse ein

Zwar gilt die Online-Vermögensverwaltung zweifelsohne in Deutschland als zukunftsträchtig. Doch reell betrachtet ist es ein Markt, der nur schleppend Fahrt aufnimmt. Das Gros der über 30 Anbieter im Bereich der digitalen Kapitalanlage hat es wahrhaftig schwer, Sparer anzulocken – und das trotz immensem Marketing-Aufwand. Greift man jedoch die gängigsten bedenken der Kleinanleger auf, so liegt die Chance der Robo-Advisor neue Anleger vor allem darin, das eigene Angebot und die Arbeitsweise „dahinter“ möglichst transparent darzustellen.

Wird dies mit nachvollziehbaren Ergebnissen, also Performance als auch Rendite NACH Kosten offen und ehrlich dargestellt, ist der Schritt in die richtige Richtung getan. Wir dem Anleger zudem die Möglichkeit gegeben einen qualifizierten Berater hinsichtlich seiner Geldanlage kontaktieren zu könne und somit ggfs. auch Einfluss zu nehmen, wird es zunehmend leichter sein, eine solide Kundenbasis aufzubauen. Denn laut zahlreicher Prognosen steht auch eins fest: Das Interesse an Robo Advisory ist auch in Deutschland existent, aber ebenso existieren halt auch die genannten Hürden.

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Markus G

Markus ist der “Kopf” des Teams. Ideengeber, Vermarkter, Redakteur und irgendwie an allem auf diesem Portal beteiligt. Ohne ihn würde es dieses Portal so nicht geben. Eine Idee – entstanden aus dem persönlichen Interesse an FinTech und nun langjähriger Erfahrungen in der Finanz-Szene. Zudem ist Markus Kolumnist auf zahlreichen Investment-Plattformen – vor allem im englischsprachigen Raum, aber u.a. auch auf Focus.de
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