Kapitalanlage: “Kann man den Markt schlagen?” (Teil 8)

“Outperformance” der Kapitalanlage – kaum ein Anleger, der nicht dieses Ziel bei seinem Investment-Vorhaben verfolgt. Das Erzielen einer außerordentlichen Rendite, die bestätigt, dass es möglich ist “den Markt zu schlagen”. Und einem selbst das Gefühl gibt, die richtigen Anlage-Entscheidungen getroffen zu haben. Nur ist es eben auch so, dass dieses Thema der Outperformance immer wieder sehr heiß diskutiert wird. Und das nicht nur zwischen Investment-Profis und Finanz-Experten, sondern eben auch zwischen privaten Anlegern.

Und dabei wird immer wieder festgestellt, dass es die EINE Methode den Markt zu schlagen eg. eine Outperformance mit seinem Investmemt-Portfolio hinzulegen, nicht gibt. Doch welche Methoden und Strategien haben das Potential einer Outperformance?

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Markus G

15. Juni 2020

Kapitalanlage - Kann man den Markt schlagen - Teil 8

15. Juni 2020

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Zeit mal wieder einen Experten der Branche um seine Meinung zu diesem Thema zu bitten. Und für den 8. Teil unserer Artikelserie konnten wir diesmal Benjamin Kaden, Leiter Asset Management beim Leipziger Fin-Tech “Evergreen” gewinnen.

Und er gewährt einen interessanten Einblick in eine Kapitalanlage-Strategie, die erst kürzlich bewiesen hat, dass sie unter dem Performance-Aspekt mehr als gut funktioniert.

Erfolgreiche Kapitalanlage mittels Wertsicherungs-Strategie

“Outperformance – Kann man den Markt schlagen?” – Diese sehr kontrovers und leidenschaftlich diskutierte Frage im Rahmen der Kapitalanlage beschäftigt vor allem seit dem Aufkommen der ETF-Industrie die Anhänger der jeweiligen Lager im Aktiven und Passiven Investment Management.

Feststellung: Passiv schlägt Aktiv

Die aktiven Fondsmanager begründen ihre hohen Gebühren damit, dass durch ihre individuellen Management-Stile eine Outperformance gegenüber einem Vergleichsindex erreicht werden könne.

Die hohen Kosten der Kapitalanlage bilden allerdings bereits eine erste Hürde, denn sie fressen einen Teil der Performance schon wieder auf. Um langfristig eine Outperformance zum Vergleichsindex zu generieren, muss ein aktiver Manager also deutlich mehr als die Kosten (oft > 2 % p.a.) mit aktivem Investieren verdienen. Und das jedes Jahr aufs Neue.

Die überwiegende Mehrheit von zahlreichen Studien zeigt hier jedoch, dass aktiv gemanagte Publikumsfonds dieses Ziel nicht erreichen und stattdessen langfristig eine Underperformance zur Benchmark und auch gegenüber vergleichbaren passiven Fonds generieren.

Vor dem Hintergrund dieser erdrückenden Beweislage erklärt sich auch der große Erfolg der Passiven Investment-Industrie und der ETFs über die letzten fünf bis zehn Jahre.

Die passiven Manager versuchen nämlich den Vergleichsindex möglichst kostengünstig abzubilden, um zumindest eine durchschnittliche Performance zu generieren. Allerdings ist damit ebenfalls eine gewisse Underperformance zum Index garantiert. Warum?

Gebühren und Replikationskosten schmälern auch hier die Performance. Außerdem werden durch ETFs die teilweise heftigen Schwankungen der Kapitalmärkte ungefiltert auf die Anleger übertragen. Ein aktives Risikomanagement findet in passiven Portfolios (per Definition) nicht statt.

Mit Passive Dynamic Investing (PDI) die Kosten und die Risiken in den Griff bekommen

Bei Evergreen kombinieren wir die Kostenvorteile der passiven Welt mit der Flexibilität eines aktiv-dynamischen Risikomanagements. Wir bauen unser Basisportfolio auf dem wissenschaftlichen Fundament der Kapitalmarktforschung auf und bilden globale Aktien- und Rentenmärkte innerhalb unserer Fonds ausschließlich passiv ab.

Dabei setzen wir aber nicht auf immer noch relativ teure ETFs, sondern auf noch deutlich kostengünstigere und hochliquide Instrumente wie börsengehandelte Futures. Diese stammen aus dem Baukasten des Institutionellen Investment Managements und lassen sich nahezu kostenlos einsetzen. Jede Kosteneinsparung bedeutet automatisch mehr Performance für die Anleger.

Da auch passive Anlagestrategien die Schwankungen des Kapitalmarktes ungefiltert abbilden, fügen wir an dieser Stelle noch eine weitere Dimension hinzu, nämlich die des Risikos.

Über eine dynamische Wertsicherungsstrategie passen wir die Asset Allokation innerhalb unserer Fonds nahezu täglich an. Durch diesen Ansatz sorgen wir einerseits für eine Risikoreduktion in den richtigen Momenten (z.B.: während der Coronakrise) und andererseits für eine möglichst hohe Partizipation in steigenden Kapitalmärkten.

Wie kann man den Markt schlagen?

Eine losgelöste Betrachtung der Rendite eines Investments ohne Berücksichtigung des jeweiligen Risikos ist unserer Meinung nach nicht zielführend. Die moderne Portfoliotheorie (wie z.B.: im Capital Asset Pricing Model – CAPM) geht von risikoaversen Investoren aus, die explizite Risikoprämien fordern. Das vom Anleger eingegangene Risiko ist damit nichts anderes als die Währung, mit der sich die Rendite erkauft wird.

Risiko kann man definieren über die Volatilität der Renditen, also die Schwankungsbreite der Kurse. Ein weiteres praktisches Risikomaß ist der Maximum Drawdown, also der maximal mögliche Verlust eines Investments.

Nutzt man nun diese Risikomaße und setzt sie ins Verhältnis zur erzielten Rendite, lassen sich unterschiedlichste Investments auf einer risikoadjustierten Basis vergleichbar machen.

Die folgenden beiden Kennzahlen sind dafür sehr hilfreich:

  • Sharpe Ratio = annualisierte Rendite / annualisierte Volatilität
  • Calmar Ratio = annualisierte Rendite / Maximum Drawdown

Ein Beispiel:

Der Maximum Drawdown eines global gestreuten Aktienportfolios (Quelle: eigene Berechnungen) lag von 2008 bis Ende April 2020 historisch bei über 50 %.
Die mittlere Rendite lag bei etwas über 4 % p.a. mit einer Volatilität von fast 17 %.

Wertentwicklung_MSCI
Steht bei der Geldanlage mit Aktien der Kostenfaktor als Schwierigkeit im Vordergrund sollte ein ETF Sparplan ins Auge gefasst werden. Er lässt sich mit wenig Einsatz zu geringen Kosten umsetzen.

Das heißt, dass sich der Anleger eine durchschnittliche Rendite von 4 % p.a. mit einem hohen Verlustrisiko „erkaufen“ muss. Will er nur sehr wenig oder gar kein Risiko als Währung „bezahlen“, so gibt es aktuell auch keine hohe Rendite zu erwirtschaften, wie zum beispielsweise am Tages- oder Festgeldmarkt sichtbar wird.

Durch ein konsequentes dynamisches Risikomanagement  bei einem Investment ist es jedoch möglich, die Risiken am Kapitalmarkt in den richtigen Momenten signifikant zu reduzieren und gleichzeitig an positiven Marktphasen so viel wie möglich zu partizipieren.

Damit lassen sich die Risikomaße “Volatilität” und “Maximum Drawdown” deutlich reduzieren, ohne zu viel an Rendite abzugeben. Um bei dem Beispiel zu bleiben: Der Anleger muss in diesem Fall bei seiner Kapitalanlage deutlich weniger Risiko einsetzen, um eine attraktive Rendite zu erwirtschaften. Die gemanagte Kapitalanlage wird dadurch effizienter und ist in der Tat in der Lage „den Markt zu schlagen“.

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Steht bei der Geldanlage mit Aktien der Kostenfaktor als Schwierigkeit im Vordergrund sollte ein ETF Sparplan ins Auge gefasst werden. Er lässt sich mit wenig Einsatz zu geringen Kosten umsetzen.

So begründet sich unser Anspruch auf risikoadjustierter Basis (messbar z.B.: in Form von Sharpe Ratio und Calmar Ratio) das statische Marktportfolio dauerhaft zu schlagen. Die Skalierbarkeit des Wertsicherungsansatzes gibt zudem jedem Anleger die Möglichkeit, dass für ihn passende Risiko und die damit verbundene Rendite-Erwartung zu wählen.

Die Performance unserer Fonds während der Coronakrise gibt uns unter den vorgenannten Aspekten recht

Zu Benjamin Kaden – evergreen

Benjamin Kaden - Leiter Asset Management by evergreenBenjamin Kaden ist bei evergreen verantwortlicher Leiter Asset Management. Er ist bei dem Leipziger FinTech Unternehmen verantwortlich für die Kontrolle der beiden, hauseigenen Fonds PDI Yin und PDI Yang, welche wiederum die Kern-Elemente der evergreen Portfolios darstellen.

Benjamin Kaden blickt auf mehr als 15 Jahre Erfahrung im institutionellen Investment Management in Leipzig, Hamburg und London zurück. So arbeiteter er unter anderem bei der Sachsen LB, Berenberg Asset Management, State Street Glabal Advisors und UBS Global Asset Management bevor im Jahr 2019 zu dem Leipziger FinTech evergreen stieß. Er gilt als ausgewiesener Investment-Experte und ist Chartered Financial Analyst / CFA Institute. 

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Markus G

Markus ist der “Kopf” des Teams. Ideengeber, Vermarkter, Redakteur und irgendwie an allem auf diesem Portal beteiligt. Ohne ihn würde es dieses Portal so nicht geben. Eine Idee – entstanden aus dem persönlichen Interesse an FinTech und nun langjähriger Erfahrungen in der Finanz-Szene. Zudem ist Markus Kolumnist auf zahlreichen Investment-Plattformen – vor allem im englischsprachigen Raum, aber u.a. auch auf Focus.de
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