Indexfonds: 4-Schritte Guide für Anleger(innen)

Indexfonds beziehungsweise ETF Fonds – perfekt für den Vermögensaufbau? Oder doch besser in klassische Aktien-Investmentfonds investieren? Es kommt darauf an. Investmentfonds, auch häufiger als Wertpapierfonds, Kapitalanlage- oder Anlagefonds bezeichnet, stellen eine vereinfachte Variante da, um in Aktien zu investieren. Vorteil?

Indexfonds: 4-Schritte Guide für Anleger(innen) » RoboAdvisor-Portal.com - das Infoportal

Julia F.

8. Juni 2020

Indexfonds - in 4 Schritten zu einem erfolgreichen Vermögensaufbau

8. Juni 2020

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on email

Die Auswahl einzelner Aktien kann – gerade zu Beginn der Investmentreise – schnell verwirrend und unübersichtlich werden. Ein “vorgefertigter” Fonds erspart einem als “unerfahrener Anleger” diese Arbeit.

Zumal man sich als „blutige Anfänger(in)“ dann auch noch mit der Historie und Bewertungen diverser Aktien und Unternehmen auseinandersetzen müsste. Das dürfte Anleger(innen), die noch ganz am Anfang ihres Vermögensaufbaus stehen, schnell überfordern. Nun können sie sich natürlich an einen Anlageberater wenden, das nimmt viel Aufwand ab.

Nur darf hier so ab und an dann mal an der Neutralität hinsichtlich empfohlener Fonds gezweifelt werden – Stichwort: verprovisionierte Anlage-Produkte. Egal, ob ETF-Fonds, Aktienfonds, Immobilienfonds oder was auch immer.

Und weil es gerade uns Frauen ja aber auch immer darum geht, selbstständig und unabhängig zu sein und uns selbst anzueignen, was wir nicht können oder wissen, sind Investmentfonds vielleicht eine gelungener Alternative, um uns gleichzeitig finanziell weiterzubilden, Zeit zu sparen und gleich mit einem etwas breiter gestreuten Portfolio zu starten.

Vor allem Indexfonds (zumeist ETF Fonds), die mittlerweile auch Privatanlegern zur Verfügung stehen, können für Anfänger und Neu-Einsteiger in die Investment-Welt eine gute Alternative zu Aktien-Portfolios sein.

Indexfonds verständlich erklärt

Der Großteil der Indexfonds wird in Form sogenannter börsengehandelter Fonds (ETF) angeboten. Jedoch können Indexfonds auch als konventionelle Fonds aufgelegt werden. Indexfonds sind also nicht zwingend den ETF Fonds gleichzusetzen!

Fonds, so eben auch Indexfonds, sind immer eine Art Kollektiv-Anlage. Die Fonds werden zusammengefasst und von einem Fondsmanager verwaltet. Und hierin unterscheiden sie sich von ETFs. Zwar haben beide Fonds-Arten das Ziel, einen ausgewählten Index (z.B. MSCI, DAX, Dow Jones, usw.), einen Markt (länder-spezifisch) und / oder eine Branche nachzubilden. ETFs aber sind ein passives Investment.

Bedeutet, das sie nicht von einem Asset Manager (Fonds-Manager) verwaltet beziehungsweise gesteuert werden. Ein Unterschied, der sich vor allem bei den Kosten für einen ETF Fonds zeigt.

ETF Fonds lassen sich während der Börsen-Öffnungszeiten permanent handeln, also kaufen und verkaufen. Indexfonds können nur einmal täglich erworben oder veräußert werden. Und diesen Handel muss ein aktiver Fondsmanager übernehmen.

Ein weiterer Unterschied liegt darin, dass sich Indexfonds vorrangig physisch replizieren lassen, ETFs sowohl physisch als auch synthetisch. Was bedeutet das für Frauen, die in Fonds investieren möchten?

 

  • Physische (auch: volle) Replikation: Hier werden mit dem im Fonds von allen Anlegern kollektiv investierten Geld Aktien der Unternehmen erworben, die in dem Index geführt werden, die der Fonds nachbildet. Diese Aktien werden genau in dem Verhältnis, sprich: mit der Gewichtung eingekauft, die im Fonds festgelegt sind. Verändert sich der Index, kann es passieren, dass einzelne Unternehmen nicht mehr darin gelistet sind und neue dazu kommen. Wenn das geschieht, verkauft der Indexfonds seine Aktien an den ausgelisteten Unternehmen und kauft von den neu aufgenommenen. Aufgrund der begrenzten Handelszeit, müssen solche Anpassungen innerhalb eines kleinen Zeitfensters vorgenommen werden, was bisweilen zu kurzfristiger Volatilität führen kann.

 

  • Synthetische Replikation: In diesem Fall erwirbt der Fonds keine Aktien, sondern sogenannte Swaps. Das sind Derivate, die dem Transfer von Risiken dienen, bei dem der zu einem festgelegten Zeitpunkt gültige Wert von Aktien, Indizes oder Rohstoffen zugrunde liegt. Im Prinzip wird den Anlegerinnen mit Swaps die Teilnahme am Kapitalmarkt bzw. in die Investments gewährleistet, ohne, dass sie dafür tatsächlich Anteilseignerinnen, also im eigentlichen Besitz der Aktien sein müssen, deren Renditen sie (im besten Fall) ausgezahlt bekommen. Die Swaps werden bei der synthetischen Replikation so zusammengestellt, dass sie gleich viel wert sind, wie die Aktien aus den Indizes, die die Fonds nachbilden.

Tipp: Anfängerinnen und risikobewusste oder gar -scheue Frauen sollten von synthetisch replizierten Fonds zunächst Abstand nehmen. Unter Experten und vielen Indexfonds-Emittenten gelten physisch replizierte Fonds als sicherer.

4 gute Gründe, um in (physisch replizierte) Indexfonds zu investieren

Indexfonds bilden also einen Aktienindex nach, den frau vorab auswählen kann. Sie investiert gemeinsam mit anderen in den gleichen Fonds und profitiert gemäß ihrem Anteil, den sie einbezahlt, von den Gewinnen, die dieser aktiv gemanagte Fonds erzielt. Indexfonds können ein Portfolio aus diesen vier Gründen bereichern:

 

  • Geringe Einstiegskosten und keine Mindesteinlage
    1. Viele Indexfonds verlangen kein Mindest-Investment oder, wenn, dann ein sehr geringes von wenigen Hundert Euro. Das gibt besonders Frauen, die sich gerade erst am Beginn ihres Investments befinden, die Möglichkeit, mit einer kleinen Summe oder gar regelmäßigen Raten (Stichwort: Spar- oder Akkumulationsplan) vorsichtig ihre ersten Schritte zu unternehmen. Bei manchen Fonds-Sparplänen lassen sich die Sparraten auch monatlich anpassen. Ansonsten unterstützt das Modell natürlich die Regelmäßigkeit, mit der man Geld zur Seite legen kann.

 

  • Diversifizierung und verringertes Anlage-Risiko
    1. Man kann in unterschiedlichen Investmentfonds Geld anlegen und so das Portfolio diversifizieren. Dadurch erlangt man einen vielfältigen Aktienmix, was das Investitionsrisiko zusätzlich mindert. Denkbar wäre etwa ein global ausgerichteter Indexfonds und ein nationaler. Die Handhabung ist deutlich einfacher, als einzelne Aktien aus unterschiedlichen Sektoren, Branchen und Ländern zu recherchieren und analysieren. Obendrein ist das Investment aufgrund der Natur von Fonds allgemein und Indexfonds im Speziellen bereits gut diversifiziert. Und das Risiko kann zusätzlich reduziert werden, je erfahrener und sachkundiger der Fondsmanager ist.

 

  • Bessere Renditen als Aktieninvestments
    1. Einträgliche Aktien zum Vermögensaufbau auszusuchen verlangt nach Erfahrung. Wer zu viele Aktien eines einzigen Unternehmens erwirbt, muss mit nicht unerheblichen Konsequenzen rechnen, wenn es in den Branchen, Ländern oder Sektoren, in denen das Unternehmen aktiv ist, oder an den Kapitalmärkten insgesamt, zu Problemen oder Unruhen kommt. Die meisten Anlegerinnen, besonders Anfängerinnen, werden also davon profitieren, stattdessen aus Indexfonds zu wählen, die überdies auch oft eine mehr als respektable Rendite erwirtschaften.

 

  • Niedrige Gebühren und Transaktionskosten
    1. Die Gebühren für Indexfonds bewegen sich im gleichen Rahmen wie die von ETFs. Es ist davon auszugehen, dass diese Gebühren künftig sogar sinken, weil das Angebot an Fonds immer größer wird. Aber auch die Transaktionskosten überzeugen. Bei Investments in einzelne Aktien, sind die Transaktionskosten sehr teuer. Im Gegensatz dazu sind die Durchschnittskosten bei Fonds sehr niedrig. Bei manchen Indexfonds wird für die Transaktionen gar keine Gebühr verlangt. Für Anlegerinnen sind das beste Bedingungen – auch, wenn sie natürlich die Verwaltungsgebühren dennoch entrichten müssen.

Ein abschließender Hinweis für interessierte Fonds-Anleger(innen)

Nur, weil das eigene Investment bestenfalls mit verschiedenen Indexfonds / ETF Fonds breit diversifiziert ist, bedeutet das nicht, dass es vollkommen risikolos ist. Die Aktienmärkte können jederzeit schwanken oder gar zusammenbrechen. Aber selbst bei Kursabstürzen (Bärenmärkte) sind Indexfonds immer noch sicherer, als einzelne Unternehmensanteile in Form von Aktien, weil Unternehmen eben auch zahlungsunfähig werden und in einer Krise Werteinbußen verzeichnen können.

Unter diesem Aspekt sind Indexfonds zu bevorzugen, auch wenn ihre Volatilität an dieser Stelle nicht vernachlässigt oder heruntergespielt werden soll. Bei einem aktiven Indexfonds können Anlegerinnen die schwierige Aufgabe eigentlichen Handels und ausgleichenden Managements an erfahrene Fondsmanager abgeben.

Share on facebook
Facebook
Share on twitter
Twitter
Share on linkedin
LinkedIn
Share on pinterest
Pinterest
Share on pocket
Pocket
Share on reddit
Reddit
Share on xing
XING
Julia F.

Julia F.

Julia ist unsere Spezialistin im Bereich “Frauen und Geldanlage”. Selbst als Quereinsteigerin in die Finanz-Szene gestartet, setzt sie sich bei uns mit den typischen Fragen und Unsicherheiten von Frauen beim Thema Geldanlage und Vermögensaufbau auseinander. Und sie spricht aus Erfahrung, denn sie ist mittlerweile selbst erfolgreiche Anlegerin. Julia gewährt uns mit ihren Beiträgen einen Einblick in die weibliche Welt der Geldanlage und des Vermögensaufbaus.

Empfehlungen aus der Redaktion

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.