Kapitalanlage: Kann man den Markt schlagen? (Teil 2)

Für so manch einen Anleger sieht Kapitalanlage wie folgt aus: Geld in Aktien anlegen und dabei zusehen, wie sich der Wert des Investments stetig erhöht – bis zu einem Punkt an dem man zufrieden ist und den erzielten Gewinn entnimmt. Und das am Besten mit der Erkenntnis, dass man den Markt geschlagen, also ein Outperformance erzielt hat. Nur – kann man den Markt überhaupt schlagen? Und wenn ja: Wie? 

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Markus G

10. Dezember 2017

Kapitalanlage: Kann man den Markt schlagen? Teil 2

10. Dezember 2017

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Die grundsätzliche Fragen zum Thema “Den Markt schlagen”: Machbar oder Wunsch-Traum? Wer sich letztendlich dafür entscheidet sein Geld anzulegen, hat in allererster Linie als Zielsetzung das Erreichen einer überdurchschnittliche Rendite. Am Besten wäre hierbei natürlich, mit der gewählten Anlagestrategie den “Markt zu schlagen”. Doch ist dies überhaupt möglich? wenn ja, wie? In unserem ersten Artikel zu dieser Fragestellung haben wir Stefan Schöffel von Finanzoo diese Frage gestellt (Finanzoo – “Den Markt schlagen”). In dem nun folgenden Artikel äußert sich Niklas von Investment-Blogger.de. Als gelernter Bankkaufmann, aktueller Student der Wirtschaftswissenschaften und Angestellter im Wertpapierhandel einer deutschen Markt ebenfalls ein Experte im Bereich der Geldanlage. Hier nun seine Meinung zur Fragestellung, ob der Markt geschlagen werden kann.

Kann man den Markt schlagen?

Seit Jahren wird unter den Börsianern kontrovers diskutiert, ob man den Markt schlagen kann. Das bestreben jedes Hobby-Anleger ist es doch den Markt zu überbieten, um dann am Stammtisch bei seinen Freunden damit zu prahlen. Aber mal Spaß bei Seite. Die Frage, ob und wie man den Markt „outperformen“ kann ist meiner Meinung nach sehr interessant. Deshalb freue ich mich hier die Gelegenheit zu bekommen meine Meinung in die Diskussion mit einfließen lassen zu können. Möchtet ihr mehr von mir lesen, geht es hier zu meinem Blog: www.investment-blogger.de

Zurück zum Thema: Die Frage, ob man den Markt schlagen kann, ist eine, über die ich mir auch erstmal einige Zeit meine Gedanken machen musste. Um dann zu der, für viele vielleicht ernüchternden, Antwort zu kommen: „Ja, aber…“. Sicher ist, man kann den Markt schlagen. Der Großteil der Finanzindustrie ist auf dieser Annahme aufgebaut. Doch ist es oftmals für Private Anleger deutlich schwerer, es den „Großen“ gleich zu machen. Im Folgenden möchte ich euch gerne einige Punkte nennen, die meine Entscheidung beeinflusst haben und vielleicht auch euch zum Grübeln bringen.

Was ist der Markt?

Wer nur in Aktien investiert hat sicherlich einen andere Benchmark und damit einen anderen Markt den er schlagen kann, als der Anleger, der sein Portfolio in verschiedenen Assetklassen streut. Und wer bei dem heutigen Zinsniveau, versucht den DAX mit Anleihen zu schlagen, wird schon bald bei südafrikanischen Minen-Anleihen und venezolanischen Staatsanleihen landen. Man sucht sich nun mal immer selber den Markt aus, gegen den man in den Ring steigt. Gerade bei Mischportfolios und Mischfonds ist dies nicht immer ganz einfach. Zur Not muss man sich eben selber einen Markt „erschaffen“. Genau so machen es Fondsmanager bei Schaffung ihrer Benchmarks.

Das Risiko

Erst einmal will ich gar nicht leugnen, dass es möglich ist, den Markt zu schlagen. Doch meist wird dafür ein dermaßen hohes Risiko eingegangen, dass ich nachts, bei so einem Depot, gar nicht ruhig schlafen könnte. Höchstes Gebot bei der Geldanlage ist für mich immer noch die Streuung! Wer gut streut kann im besten Fall, den Renditeausfall minimal halten und steht auch in Abwärtsphasen breit aufgestellt gut dar. Deshalb sollten Privatanleger bei kleineren Vermögen in Fonds oder in ETFs investieren, um Klumpenrisiken durch Aktien zu vermeiden. Ein eigen erstelltes Portfolio braucht um die 30 Positionen, um gut diversifiziert zu sein. Wer die finanziellen Möglichkeiten dafür hat, kann hier mit der Gewichtung von Positionen und Branchen innerhalb des Portfolios ausjustieren, um Akzente zu setzten, die den Markt schlagen können.

Der Zeitraum

Beim Thema „Zeitraum“ stößt der Private dann auch schon meistens an seine Grenzen. Als Privater ist es viel einfacher den Markt auf kurze Laufzeit zu schlagen, als ihn über 10 Jahre hinweg zu schlagen. Hier gilt: Qualität setzt sich durch. Die Volatilität hat auf kurzer Distanz einen viel höheren Stellenwert als auf einen langen Zeitraum. Den Markt mithilfe von Stockpicking oder in das Investieren von unterbewerteten Aktien schlagen zu wollen, ist der große Traum von vielen Anlegern. Die Realität sieht aber anders aus. Wir sollten uns eingestehen, dass wir alle nicht Warren Buffet oder Dr. Michael Burry sind. Aktien sind zu jedem Zeitpunkt nun mal fair bewertet und da gibt es wenig Spielraum für Über- oder Unterbewertung. Man sollte von dem Gedanken weg kommen, dass man etwas weiß, was der Markt noch nicht weiß, wenn man es vorher in der Wirtschafts-Woche gelesen hat. Wer innerhalb eines Jahres mit minimalem Einsatz Millionär werden möchte, dem rate ich lieber Lotto zu spielen oder Bitcoins zu kaufen.

Unser Fazit

Niklas, vielen Dank für deine Meinung zu unserer Fragestellung, ob es möglich ist, den Markt zu schlagen.

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Markus G

Markus ist der “Kopf” des Teams. Ideengeber, Vermarkter, Redakteur und irgendwie an allem auf diesem Portal beteiligt. Ohne ihn würde es dieses Portal so nicht geben. Eine Idee – entstanden aus dem persönlichen Interesse an FinTech und nun langjähriger Erfahrungen in der Finanz-Szene. Zudem ist Markus Kolumnist auf zahlreichen Investment-Plattformen – vor allem im englischsprachigen Raum, aber u.a. auch auf Focus.de
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