Wie Frauen seriöse Anlageprodukte und Anbieter erkennen können

Einer der Faktoren, die Frauen noch immer zurückhaltend agieren lässt, ist die Undurchsichtigkeit des Kapitalmarktes – Stichwort: Seriöse Anlageprodukte. Berichterstattungen über betrügerische Anlageberater und unseriöse Produkte begünstigen diese Zurückhaltung und Unsicherheit. Um selbstsicherer und zuversichtlicher im Umgang mit Kapitalanlagen und Finanzprodukten zu werden, ist es für Frauen elementar, sich Orientierung zu verschaffen. Tipps, wie sie seriöse Anlageprodukte und Vermögensverwalter oder Finanzberater erkennen, können ein guter Anfang sein und wichtige Hilfestellung geben.

Julia F.

Julia F.

3. Mai 2019

Wie Frauen seriöse Anlageprodukte erkennen

3. Mai 2019

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1. Wenn die Alarmglocken schrillen, hören Sie darauf

Auch, wenn bei Geldanlagen Emotionen außen vor bleiben sollten, so sollten Frauen ihren Instinkt und ihr Bauchgefühl für sich nutzen. Vermittelt der Finanzberater ihnen ein ungutes Gefühl oder werden sie bei den Details über die angepriesenen Produkte skeptisch? Dann sollten Frauen die Finger lieber weglassen. – auch wenn es sich augenscheinlich um ein seriöses Anlageprodukt handeln könnte.

Typischer Weise tendieren Frauen dazu, zu denken, sie verstünden nicht genug um Kapitalmarkt, um die Seriosität eines Anlageproduktes gut genug einschätzen zu können. Damit versuchen sie oftmals, das schlechte Bauchgefühl, das ihnen ein Berater oder Produkt vermittelt, zu übergehen. Dabei ist der Instinkt ganz zu Beginn der Geldanlage oft der beste Ratgeber. Einen Arzt, der einem einen merkwürdigen Eindruck vermittelt und bei man sich nicht wohlfühlt, würde man schließlich auch nicht ein zweites Mal besuchen.

2. Rendite und Risiko stehen immer im Verhältnis

Es klingt nach einem Spruch vom Kalenderblatt, aber bei Geldanlagen hat er zweifelsohne seinen Wert als auch seine Daseinsberechtigung:

 Wenn etwas zu gut klingt, um wahr zu sein, dass ist es auch nicht wahr.

Diesen Satz sollten Frauen vor allem im Hinterkopf haben, wenn Anlageberater mit fantastischen Renditen werben. Zwar sind zweistellige Renditen am Aktienmarkt durchaus möglich. Aber diese bergen immer auch ein hohes Verlustrisiko. Dubiose Finanzberater verraten sich etwa häufig dadurch, dass sie solche Renditen nicht nur als risikolos anpreisen, sondern auch dadurch, dass sie sie pro Woche oder Monat versprechen. Zum Vergleich: Warren Buffett, der drittreichste Mensch der Welt, hat sein Vermögen als Großinvestor maßgeblich vergrößert. Und selbst er erwirtschaftet im Durchschnitt zweistellige Renditen von 20 % pro Jahr. Renditeversprechen in dieser Größenordnung sind zwar nicht gänzlich unrealistisch, aber doch eher die Ausnahme. Und je geringer der Zeitraum, innerhalb dessen sie angeblich abgeworfen werden sollen, desto unseriöser das Investment-Angebot.

3. Erst investieren, wenn alle Unklarheiten beseitigt sind

Und noch ein Kalenderspruch kann Frauen am Finanzmarkt vor Fehlentscheidungen bewahren:

Kaufe nicht die Katze im Sack oder Kaufe Nichts, was Du nicht verstehst.

Das bedeutet nichts anderes, als dass man nur in Produkte investieren sollte, die man wirklich verstanden hat. Unseriöse Finanzmakler verstecken sich oft hinter hochtrabendem Fachjargon und Anglizismen. Sie verfolgen damit das Ziel, besonders professionell zu klingen. Tatsächlich ist es ein Hinweis darauf, dass sie ihre eigenen Produkte nicht so erklären können, dass unerfahrene Privatanlegerinnen sie verstehen können (oftmals aber auch nicht sollen!).

Wenn Nachfragen abgekanzelt werden (patentierte Methoden, geheime Algorithmen), Risiken heruntergespielt (der Risikohinweis „muss halt“ auf den Unterlagen stehen) und Verständnis-Probleme nicht ausgeräumt werden (muss der Anleger nicht verstehen), sind das Anzeichen dafür, dass weder Anbieter noch Produkt besonders seriös sind.

4. Sich und dem Investment Zeit lassen

Unseriöse Finanzberater versuchen oft den Eindruck zu vermitteln, dass die Chance, in ihr Produkt zu investieren, so limitiert ist, dass Frauen möglichst schnell agieren müssten, um davon zu profitieren. Gar nicht so leicht, auf die Bremse zu treten, wenn einem ohnehin schon der Kopf schwirrt, von den vielen Zahlen, Wachstumsraten und komplizierten Erklärungsversuchen. Das ist genau die Taktik, die dubiose Finanzmakler verfolgen. Sie bauen bewusst Druck auf und versuchen Anlegerinnen davon zu überzeugen, dass ihnen viel Geld durch die Lappen geht, wenn sie nicht hier, jetzt und sofort investieren.

Wer es schafft, sich dem Zeitdruck zu widersetzen, wird oft mit einem Investment “auf Probe” gelockt – ein eindeutiger Hinweis auf ein unseriöses Schneeballsystem. Spätestens jetzt ist es an der Zeit, das Gespräch abzubrechen. Schnelle Investments und rasche Gewinne stehen im krassen Gegensatz zu allem, was Studien immer wieder belegen: Rendite trächtige Investitionen brauchen Zeit. Je länger Investments ruhen können, desto mehr Gewinn werfen sie ab. Schnell-schnell ist kein Erfolgsgarant.

Im Gegenteil. Bei Vermögensanlagen heißt es – um noch einmal auf die Kalendersprüche zurückzugreifen –, in der Ruhe liegt die Kraft.

5. Produkte kennen und erkennen

Für Anlegerinnen ist Sicherheit ein großer Aspekt beim Vermögensaufbau. Darum sollten sie bei Produkten vom sogenannten Grauen Kapitalmarkt erst einmal Abstand nehmen. Zumindest so lange, wie sie weder den Markt an sich nicht verstehen, noch die Produkte en Detail durchschauen. Viele unseriöse Angebote stammen vom unregulierten, nicht staatlich beaufsichtigten Kapitalmarkt.

Zugegeben -nur, weil ein Finanzprodukt vom Grauen Kapitalmarkt stammt oder ein Anlageberater dort agiert, muss es zwar nicht zwingend unseriös sein. Doch eine gesunde Portion Skepsis ist angebracht, denn Investments müssen hier kaum gesetzliche Auflagen erfüllen. So ist der Graue Kapitalmarkt ein Tummelplatz für dubiose Anbieter. Bei Direktinvestments und Direktbeteiligungen sollten Frauen besonders hellhörig werden. Dabei handelt es sich um typische Produkte, die am unregulierten Markt gehandelt werden. Das gilt für vordergründig grüne Investments genauso wie für vermeintlich konservative, weil etablierte Investitionen.

Was seriöse Anlageprodukte und deren Anbieter ausmacht

Die Glaubwürdigkeit von Finanzberatern kann man nicht daran festmachen, ob sie sich als unabhängig und neutral bezeichnen oder ob sie bei einer Bank oder einem Finanzinstitut angestellt sind. Allerdings sind Anlegerinnen bei einer Bank häufig auf deren eigene Investmentprodukte beschränkt. Frauen, die sich etwa für einen ETF interessieren, sind also darauf angewiesen, dass ihre Hausbank diese auch anbietet.

Unabhängige Finanzmakler sind häufig breiter aufgestellt und arbeiten mit unterschiedlichen Anbietern zusammen, sodass sie mehr und unterschiedlichere Anlageprodukte vermitteln können.

  • Seriöse Finanzberater gehen auf die Anlegerinnen und deren Lebensrealität ein.
  • Sie wählen Angebote aus, die zur finanziellen Situation der Anlegerinnen passen.
  • Ernsthafte Vermögensverwalter nehmen sich Zeit für ihre Gesprächspartnerinnen.
  • Glaubwürdige Finanzmakler kennen die Produkte ihres Portfolios und können sie erklären.
  • Sie können komplexe Zusammenhänge verständlich erklären und tun dies auch.
  • Vertrauenswürdige Anlageprodukte entstammen dem Weißen Kapitalmarkt.
  • Ernstzunehmende Anlageberater betreiben keine aggressive Kaltakquise.

Vielmehr als die Wirkungsstätte des Anlageberaters, ist es sein Verhalten den Kundinnen gegenüber, die für oder gegen seine Seriosität sprechen. Schwarze Schafe können darum auch unerfahrene Anlegerinnen ziemlich schnell enttarnen, wenn sie sich auf ihr Bauchgefühl einerseits und auf ihren gesunden Menschenverstand andererseits verlassen.

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Julia F.

Julia F.

Julia ist unsere Spezialistin im Bereich “Frauen und Geldanlage”. Selbst als Quereinsteigerin in die Finanz-Szene gestartet, setzt sie sich bei uns mit den typischen Fragen und Unsicherheiten von Frauen beim Thema Geldanlage und Vermögensaufbau auseinander. Und sie spricht aus Erfahrung, denn sie ist mittlerweile selbst erfolgreiche Anlegerin. Julia gewährt uns mit ihren Beiträgen einen Einblick in die weibliche Welt der Geldanlage und des Vermögensaufbaus.

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