Mein Robo-Advisor Erfahrungsbericht: Besser als erwartet !

Im Netz existieren mittlerweile zahlreiche interessante Informationen zum Thema Robo-Advisors, natürlich auch auf unserer Webseite. Manchen Lesern sind diese Infos allerdings mitunter zu theoretisch. Auch wir wissen aus Anfragen, dass es durchaus eine Reihe von Interessenten gibt, die sich einen Praxisbericht wünschen. Oftmals trauen sich Anleger nämlich nur deshalb nicht an das Thema Robo-Advisor heran, weil der Anmeldevorgang sowie der weitere Prozess unklar sind. Es besteht also im Grunde eine gewisse Angst vor dem „Neuen“. Zwar existieren mittlerweile zahlreiche Reviews (Erfahrungsberichte) im Netz, jedoch sind diese fast immer darauf ausgerichtet, einen bestimmten Online-Vermögensverwalter zu beleuchten, zu bewerten oder sogar in ein gutes Licht zu rücken.

Oliver S.

Oliver S.

26. April 2019

Robo-Advisor Erfahrungsbericht

26. April 2019

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Wir möchten daher Ihren Wunsch aufgreifen und Ihnen im folgenden Praxisbericht einen Einblick geben, wie der Anmeldeprozess abläuft, was danach passiert und was es sonst noch Interessantes aus der Praxis zu wissen gibt. Dabei nennen wir ganz bewusst keinen Namen des Robo-Advisors, da es sich hier keineswegs um „Werbung“ handeln soll. Zudem sind die grundsätzlichen Abläufe ohnehin bei den meisten Online-Vermögensverwaltern sehr ähnlich.

1. Schritt des Robo-Advisor Erfahrungsbericht: Passenden Anbieter finden

Als Erstes habe ich mich näher mit dem Thema Robo-Advisor beschäftigt, denn natürlich soll mein Geld in guten Händen sein. Mir kommt es aber bei einer Geldanlage nicht nur auf die Sicherheit an, sondern ich möchte ebenfalls eine gute Rendite erzielen. Daher habe ich mir zunächst die am Markt aktiven Online-Vermögensverwalter näher betrachtet. Bestens geeignet dazu sind Übersichten, die einige interessante Details zu den Anbietern auf einen Blick liefern, wie zum Beispiel:

• Kosten (Gebühren)
• Strategie (aktiv oder passiv)
• Mindesteinlage
• Genutzte Produkte, zum Beispiel ETFs
• Bisherige Performance / Rendite

Für mich sollte es ein Robo-Advisor werden, der schon eine echte Performance nachweisen kann und bei dem die Kosten im unteren Bereich (beim Vergleich mit den Mitbewerbern) liegen. Das Problem besteht nämlich bei vielen Online-Vermögensverwaltern noch darin, dass sie zu neu am Markt sind, sodass noch keine validen Renditen ausgewiesen werden können. Stattdessen wird mit einer simulierten Wertentwicklung gearbeitet, was mir persönlich jedoch zu spekulativ ist. Ferner sollte „mein“ Online-Vermögensverwalter eine geringe Mindesteinlage fordern, weil ich ihn erst einmal mit etwas weniger Kapitaleinsatz ausprobieren möchte. Auf dieser Basis habe ich mich dann für einen Anbieter entschieden, der die zuvor genannten Kriterien erfüllen konnte.

Konditionen passen: auf zur Registrierung!

Nachdem ich mich für einen Anbieter entschieden hatte, habe ich dessen Webseite aufgerufen und auch schnell den Button „Anmelden“ gefunden, der sich am rechten oberen Rand der Startseite befand. Kurz darauf geklickt und schon öffnete sich ein neues Fenster, in dem ich einige persönliche Angaben machen musste. Dazu zählten:

• Name
• Anschrift
• Geburtsdatum
• E-Mail-Adresse

Nichts Ungewöhnliches also. Zudem musste ich einen Login-Namen und ein Passwort für meinen Zugang wählen. Nachdem alle Felder ausgefüllt waren und ich das Formular wieder per Klick absendete, erhielt ich auch schon die E-Mail des Robos. Dort wurde ich gebeten, meine Anmeldung durch das Aufrufen eines in der Mail genannten Links zu bestätigen, was ich natürlich tat. Damit war die Anmeldung zunächst abgeschlossen und ich wurde zum nächsten Schritt weitergeleitet: dem „gefürchteten“ Onboarding.

Onboarding: Warum wollen die so viel von mir wissen?

Beim Onboarding handelt es sich eigentlich um nichts Mysteriöses und auch um nichts Schlimmes, sondern um eine Befragung. Das Onboarding besteht aus einem oft umfangreichen Fragebogen und ist im Prinzip das, was ein Bankberater in einem persönlichen Gespräch macht, nämlich Informationen zu Ihren Erfahrungen und Ihren Zielen bei der Geldanlage einzuholen. Deshalb fällt der Online-Fragebogen oft auch sehr umfangreich aus, bei mir waren es ca. 20 Fragen. Ich sehe das aber positiv, denn je mehr der Robo-Advisor über mich weiß, desto besser kann er mich dann später einer Strategie bzw. einem Anlegertyp zuordnen.

Es handelt sich zudem ausschließlich um Fragen, die nicht zu persönlich sind, sondern die man sehr gut beantworten kann. Bei mir bestand der Fragebogen zum Beispiel sinngemäß unter anderem aus den folgenden Fragen:

• Wie wichtig ist Ihnen die Sicherheit einer Geldanlage?
• Welche Rendite erwarten Sie?
• Wie schnell soll das Kapital verfügbar sein?
• Haben Sie schon einmal in Aktien und Fonds investiert?
• Favorisieren Sie bestimmte Märkte?
• Was ist Ihnen wichtiger: hohe Sicherheit oder hohe Rendite?

Einige Fragen konnte man stufenlos per Schieberegler beantworten, wie zum Beispiel bei der Sicherheit und der Rendite. Alle Fragen zu beantworten, hat mich rund 10 Minuten an Zeitaufwand gekostet, also absolut vertretbar und sicherlich schneller als ein Anlagegespräch bei der Bank.

Portfolio-Vorschlag: Ich bin also der Anlegertyp „ertragsorientiert“

Nachdem ich das Onboarding absolviert hatte, wartete ich einige Sekunden gespannt darauf, als welchen Anlegertyp mich der Robo wohl einstufen würde. Das Ergebnis: Ich bin ertragsorientiert! Damit ist meine Einstellung zur Geldanlage ganz gut getroffen glaube ich, denn – wie ich eingangs bereits erwähnte – mir ist nicht nur Sicherheit wichtig, sondern auch eine gute Rendite, aber sicherlich nicht auf Kosten eines hohen Risikos. Ich bin also weder konservativ noch spekulativ eingestellt, sodass ertragsorientiert als goldene Mittel gut passt.

Was ich neben dieser Einstufung noch sehen konnte: meinen Portfolio-Vorschlag. Das bedeutet, dass der Robo-Advisor mir ein bestimmtes Portfolio mit einer festgelegten Struktur vorschlug. In dem Fall lag der Schwerpunkt auf europäischen und globalen ETFs, die beispielsweise auf dem MSCI World Index basieren. Als Beimischung war zudem ein kleinerer Anteil von aktiv gemanagten Fonds sowie einzelnen Aktien vertreten, sodass sich meine Portfolio-Struktur in etwas wie folgt darstellte:

• 70% ETFs (ca. zehn verschiedene)
• 20% Aktiv gemanagte Fonds
• 10% Aktien

Da ich mit der Auswahl zufrieden war, akzeptierte ich das vorgeschlagene Portfolio.

Identitätsnachweis: Da ich ohnehin zur Post musste…

Nachdem nun feststand, wie mein Geld zukünftig über den Robo-Advisor angelegt wird, fehlte noch die vorgeschriebene Legitimation. Da über den Online-Vermögensverwalter ein Depot eröffnet wird, welches bei der Kooperationsbank geführt wird, muss der Anbieter natürlich überprüfen – wie bei jeder Kontoeröffnung generell – ob meine Angaben korrekt sind und ob es mich gibt. Der Robo-Advisor bietet dazu das sogenannte Postident-Verfahren an. Manche Anbieter sind bereits einen Schritt weiter und ermöglichen das Videoident-Verfahren. Dazu muss man dann nur seinen Ausweis in die Webcam halten und der Mitarbeiter kann dadurch die Identität prüfen.

Da ich allerdings in der Post noch etwas zu erledigen hatte, hat es mich in dem Fall nicht gestört, dass das Postident-Verfahren etwas zeitaufwendiger ist. Ich druckte also den Postident-Coupon aus und ginge damit zur Postfiliale, wo ich meinen Ausweis vorzeigte. Der Mitarbeiter notierte die Daten und machte den Brief fertig, der dann an den Robo-Advisor gesendet wurde. Bereits zwei Tage später erhielt ich vom Online-Vermögensverwalter dann die Nachricht, dass meine Legitimation und somit auch meine Anmeldung vollständig abgeschlossen wären.

Geld überweisen und los geht es!

Was ich jetzt nur noch tun musste, um die Dienste das Robo-Advisors und die von mir gewünschte Online-Vermögensverwaltung in Anspruch nehmen zu können: Geld überweisen. Denn immerhin soll der Robo dies ja möglichst gut vermehren. Also habe ich von meinem Girokonto zunächst 2.000 Euro auf das angegebene Konto zum Robo-Advisor überwiesen. 

Einen Tag später erhielt ich die Bestätigung, dass das Geld eingegangen sei und zudem, dass es wie gewünscht investiert worden ist. Damit war mein Teil der Arbeit nun erledigt und ich konnte mich zurücklehnen und hoffen, dass sich meine 2.000 Euro möglichst gut und schnell vermehren.

Zwei Fragen hatte ich dann doch noch

Einige Wochen nach der Anmeldung und nachdem ich meine 2.000 Euro überwiesen hatte, fielen mir doch noch zwei Fragen ein, an die ich vorher nicht gedacht hatte:

1. Ist mein Kapital eigentlich gebunden und wenn ja, für wie lange?
2. Kann ich meinen Anlegertyp ändern, wenn ich zum Beispiel doch lieber etwas sicherer investieren möchte?

Aufgrund dieser Fragen nutzte ich die Möglichkeit, den Robo-Advisor per E-Mail zu kontaktieren, genauer gesagt den Kundenservice. Die Antwort kam recht schnell nach ca. 4 Stunden, war zwar kurz, aber völlig ausreichend. Es wurde mir mitgeteilt, dass es keine bestimmte Anlagedauer gibt, sodass mein Geld täglich verfügbar ist. 

Man gab mir allerdings den Hinweis, dass dann natürlich Verluste entstanden sein können. Den Anlegertyp könne ich jederzeit ändern bzw. ändern lassen, woraufhin sich natürlich auch die Portfolio-Struktur ändern würde. Fragen zur vollen Zufriedenheit beantwortet würde ich sagen.

Reporting und individueller Abruf meines Portfolio-Wertes

Zu den Leistungen des Robo-Advisors, für den ich mich entschieden habe, zählt unter anderem ein regelmäßiges Reporting. Das bedeutet, der Online-Vermögensverwalter informiert mich darüber, wie sich der Wert meines Portfolios und somit meiner Geldanlage entwickelt hat. Dies geschieht alle drei Monate, also quartalsweise. 

Allerdings habe ich zudem jederzeit die Möglichkeit, mir den aktuellen Wert meines Portfolios zu betrachten. Ich kann also jeden Tag verfolgen, wie sich meine 2.000 Euro vermehrt haben oder ob ich Verluste verbuchen muss.

Performance Stand nach 8 Monaten: 2.081,76 Euro

Da ich gerne mit Zahlen „spiele“ und vergleiche, habe ich mir nach exakt acht Monaten meinen aktuellen Depotwert betrachtet, auch, um ein Zwischenfazit oder sogar ein abschließendes Fazit ziehen zu können, falls mir der Robo-Advisor keine zufriedenstellende Rendite ermöglichen konnte. Tatsächlich sind aus meinen ursprünglich 2.000 Euro mittlerweile 2.081,76 Euro geworden. Das klingt vielleicht auf den ersten Blick nach nicht viel, stellt jedoch bezogen auf diese achte Monate eine eine Rendite von immerhin gut vier Prozent dar. 

Nimmt man die übliche Jahresrendite als Basis, rechnet man also noch vier Monate hinzu, würde dies einer jährlichen Rendite von etwa sechs Prozent entsprechen. Damit bin ich definitiv zufrieden und werde dem Robo-Advisor noch weiter die Chance geben, mehr aus meinem Geld zu machen.

Mein Fazit: Einfacher als gedacht und gutes Zwischenergebnis

Mein Fazit zum gewählten Robo-Advisor fällt bisher recht positiv aus. Der gesamte Anmeldeprozess war einfacher als ich dachte und auch das gefürchtete Onboarding war letztendlich nichts, wovor man Angst haben müsste. Meine Arbeit bestand im Grunde nach der Anmeldung nur darin, einige Fragen zu beantworten, mich zu legitimieren und die gewünschte Anlagesumme zu überweisen. Das war es bereits! 

Danach ist der Robo-Advisor am Zug, mein Kapital zu vermehren. Bisher macht er das ganz gut, denn mit einer Rendite in acht Monaten von rund vier Prozent kann man zufrieden sein. Demnächst werde ich dem Online-Vermögensverwalter vermutlich noch etwas mehr Geld anvertrauen, das ich dort in guten Händen glaube. Also, mein Fazit: Nachahmen ist erlaubt und durchaus empfehlenswert.

Anmerkung zum Robo-Advisor Erfahrungsbericht

Falls Sie sich als Leser nun fragen, bei welchem Robo Advisor Anbieter investiert wurde: Ich (wir) haben uns ganz bewusst dagegen entschieden, den gewählten Anbieter in dem Artikel zu nennen. Es ging mir in dem Artikel darum, deutlich zu machen, dass ein Investment in einen Robo-Advisor bei richtiger Auswahl eine, unter dem Aspekt Rendite, durchaus lohnenswerte Angelegenheit sein kann.  Desweiteren einfach einmal den Prozess von der Auswahl über die Anmeldung bis hin zur ersten Performance-Bewertung darzustellen.

Und eben exakt dies hat positiv überrascht!

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Oliver S.

Oliver S.

Oliver ist der Journalist im Team. Ausgebildeter Banker (Hypo Vereinsbank), hat hohes Maß an spezifischem Finanzwissen und ist einer der bekanntesten Schreiberlinge in der Finanz-Szene. Er das Thema Finanzen in einer Leichtigkeit, die seinesgleichen sucht. Nicht ohne Grund hat Oliver unter anderem auch für die Huffington Post geschrieben. Zudem ist er bis heute auch als Redakteur für FTD.de (ex Financial Times Deutschland) als auch auf Unternehmerhandbuch.de tätig. Kümmert sich hier um alles, was mit dem Thema Finanzwissen, Interviews und News zu tun hat.

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