Scalable Capital – das Robo-Advisor Angebot im ausführlichen Test

Der Robo-Advisor von Scalable Capital: Lohnenswertes Investment Angebot oder nicht? Unser Scalable Test gibt Antworten........

1. Der Robo-Advisor Scalable im Test

Scalable Capital – Seit 2014 auf dem Markt, über 230 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und in der Fintech-Szene Deutschlands und auch Europas jedem innerhalb der Zielgruppe ein Begriff. Zudem mittlerweile mit einer Bewertung von über 1 Milliarde Unternehmenswert zum sogenannten “Unicorn” aufgestiegen.

Das 2014 von Erik Podzuweit, Florian Prucker, Adam French und Prof. Dr. Stefan Mittnik gegründete Unternehmen mit Sitz in München bietet sowohl einen Neobroker als auch einen Robo-Advisor an. Dieser ist seit 2016 am Markt und wird im vorliegenden Test beleuchtet.

Der Anbieter, nach einer Finanzierungsrunde im Juli 2021 mit ca. 1,4 Milliarden Euro Unternehmenswert bewertet, bietet seinen Kunden eine ETF-basierte Geldanlage in mehr als vierzig verschiedenen Anlagestrategien.

Scalable Capital verwaltet über seine Partnerbank Baader Bank in den Portfolios seiner Kunden rund vier Milliarden Euro. Davon entfallen eine Milliarde auf den Neobroker und drei Milliarden auf den Robo-Advisor. Damit gilt dieser als größter Robo-Advisor in Deutschland.

Scalable Test - das Roboadvisor Angebot
Grafik: Scalable rühmt sich die Vermögensverwaltung neuester Generation zu sein? Doch was bedeutet das? Unser Scalable Test wird es zeigen – Quelle: Scalable Capital

 

2. Die Geldanlage mit dem RoboAdvisor Scalable Capital

BlackRock, Tencent, HV Capital, Tengelmann: Die Namen der Investoren von Scalable Capital (weiter Scalable) lesen sich prominent, die Summe des verwalteten Vermögens ebenfalls. Der Robo-Advisor sticht aber auch mit anderen Kennzahlen aus der Masse am Markt hervor: Mit 44 verschiedenen Anlagestrategien bietet der digitale Vermögensverwalter seinen Kunden eine große Auswahl an Anlagestrategien, die auf wissenschaftlichen Ansätzen der modernen Portfoliotheorie als auch dem Value-at-Risk basieren.

2.1 Der Registrierungsprozess

Zu Beginn des Onboardings stellt Scalable eine Frage, die für einen Robo-Advisor ungewöhnlich ist: Es ist nicht zwingend erforderlich, ein Depot bei der Partnerbank Baader Bank zu eröffnen. Kunden der ING können dank einer Kooperation Scalable mit ihrem bestehenden Konto nutzen.

Nach Angabe der E-Mail-Adresse startet der klassische Registrierungsprozess, der Schritt für Schritt zur Depoteröffnung führt.

Scalable Test - 3 Schritte zur Online-Vermögensverwaltung
Grafik: Depoteröffnung in 3 einfachen Schritten – Scalable macht es Anlegern einfach Ihr Geld beim Roboadvisor anzulegen – Quelle: Scalable Capital

 

2.1.1 Datenerfassung

Nach der Bestätigung der E-Mail-Adresse – bei vielen anderen Anbietern erfolgt das erst am Ende des Onboardings – fragt der Robo-Advisor diverse Fragen ab.

Positiv: Zu jedem Schritt bietet Scalable eine kurze Erklärung. Auch der Service kann direkt per Telefon oder Nachricht kontaktiert werden.

 

  1. Ziel der Anlage: Vermögen deutlich steigern, Vermögen aufbauen, Vermögen aufrechterhalten oder kurzfristige Anlage
  2. Anlagehorizont
  3. Angabe, bei welcher Höhe ein Wertverlust Nervosität auslöst
  4. Anlagekenntnisse: Wurde bereits mit Anleihen, Aktien & Co. gehandelt?
  5. Kenntnisse zu Finanzdienstleistungen wie Anlageberatung, Vermögensberatung und Online-Broker vorhanden?
  6. Abfrage der finanziellen Verhältnisse: Netto-Monatseinkommen, monatliche Ausgaben, frei verfügbares und gebundenes Vermögen und Verbindlichkeiten
  7. Wie lange reichen die finanziellen Reserven?

Nach der Angabe dieser Basisinformationen muss sich der Anleger für eine der zwei grundlegenden Ausrichtungen seines Portfolios entscheiden: Nachhaltige (mit/ohne Gold) oder klassische Vermögensverwaltung?

Im vorliegenden Test wird die klassische Vermögensverwaltung mit dynamischem Risikomanagement gewählt.

2.1.2 Anlagestrategie

Ist die Entscheidung getroffen, schlägt Scalable das passende Portfolio vor. Auf einen Blick gibt der Robo-Advisor eine Übersicht mit seinen Empfehlungen:

 

  • Einmalanlage
  • Monatlicher Sparplan
  • Value-at-Risk (VaR): Risikobereitschaft

Auf einer Grafik ist die wahrscheinliche Wertentwicklung abgebildet, man kann sich zudem die genauen Bestandteile des Portfolios anzeigen lassen. Auch historische Wertentwicklungen der Assetklassen sind aufgeführt.

Die von Scalable empfohlenen Parameter können an dieser Stelle noch manuell verändert werden, bevor der Abschluss der Registrierung erfolgt.

Scalable Test - Anlagevorschlag am Ende des Onboardings
Grafik: Am Ende des Fragebogens zur Risikoklassifizierung präsentiert Scalable einen passenden Anlagevorschlag inklusive Rendite-Simulation etc. – Quelle: Scalable Capital

 

2.1.3 Abschluss der Registrierung

Um das Depot final zu eröffnen, müssen persönliche Informationen angeben werden. Diese reichen von der persönlichen Anschrift über die Steuer-ID bis hin zur Bankverbindung.

Nach einem abschließenden Identifikationsverfahren ist das Depot startklar und es kann dann die gewünschte Anlagesumme überwiesen werden.

Zwischenfazit im Scalable Test: Der gesamte Onboarding Prozess ist bei Scalable einfach gehalten und entspricht im Grunde dem Standard, dem fast alle Robo-Advisor Anbieter in Deutschland nutzen. Neutrale Bewertung in unserem Scalable Test

2.2 Angebotsdarstellung

Der Robo-Advisor von Scalable ist über die responsive Website oder App, die für iOS und Android verfügbar ist, nutzbar.

Der Vermögensverwalter fällt mit seiner türkisenen Schrift auf schwarzem Grund auf, die Website ist dennoch übersichtlich und alle Informationen sind intuitiv auffindbar. Auch der Onboarding-Prozess ist logisch und strukturiert aufgebaut.

Die beiden grundlegenden Investmentansätze von Scalable – nachhaltiges ESG-Portfolio oder Portfolio mit dynamischem Risikomanagement – sind über die Navigation einsehbar. Innerhalb dieser Ansätze sind die verschiedenen Möglichkeiten detailliert aufgelistet. Auch die Kosten und eingesetzten Produkte sind transparent dargestellt.

Scalable Test - die Anlagestrategien des Roboadvisors
Grafik: Scalable folgt dem Trend hin zu mehr nachhaltigen Geldanlagen und bietet demnach klassische ETF Portfolios als auch ESG konforme Portfolios an – Quelle: Scalable Capital

Auf jeder Seite finden sich Auszüge aus den FAQ, die auch nochmals gesondert abrufbar sind. Whitepaper, Ratgeber und Blogbeiträge runden das Informationsangebot rund um die Leistungen sehr zufriedenstellend ab.

Über die FAQ lässt sich herausfinden, dass Kinderkontos ebenfalls möglich sind. Auch Informationen zu Sparplänen finden sich über diesen Weg.

Abschließend lässt sich festhalten: Die Angebotsdarstellung bei Scalable ist gut – trotz der Gefahr, dass die beiden Angebote (Neobroker und Robo-Advisor) in der Wahrnehmung vermischt werden könnten.

Scalable löst das allerdings clever auf und bietet seinen Kunden so auf den ersten Blick alle relevanten Informationen zum Angebot seines Robo-Advisors. Pluspunkt in unserem Scalable Test.

2.2.1 Welche Anlageklassen gibt es?

Der digitale Vermögensverwalter geht in seinem 45-seitigen Whitepaper detailliert auf die eingesetzten Assetklassen ein:

„Das von Scalable Capital strukturierte Anlageuniversum bezieht alle Anlageklassen ein, die sich liquide und kosteneffizient handeln lassen. Dazu gehören Aktien, Staats- und Unternehmensanleihen der weltweit wichtigsten Industrie- und Schwellenländer, Pfandbriefe, Immobilienaktien, Rohstoffe sowie Geldmarktinstrumente und Barmittel.“

Zusammengefasst bedeutet das:

 

  • Aktien
  • Staats- und Unternehmensanleihen
  • Immobilien
  • Rohstoffe

Alle Anlageklassen werden über passiv gemanagte Indexfonds, sogenannte ETFs, abgebildet. Ausnahme: Wird Gold eingesetzt, wird das über einen ETC abgebildet.

2.2.2 Welche Anlagestrategien gibt es?

Scalable weist im Vergleich zum Wettbewerb eine extrem hohe Anzahl verschiedener Strategien auf. Wer nachhaltig investieren möchte, kann zwischen 21 verschiedenen Möglichkeiten wählen, wer klassisch investiert, dem stehen 23 Strategien zur Verfügung. In Summe kann der Anleger also aus 44 verschiedenen Strategien wählen.

Wer nach ESG-Kriterien investieren möchte, dem stehen elf Strategien mit und zehn Strategien ohne Gold zur Verfügung.

Im Folgenden hierzu eine kleine Auswahl:

 

  • ESG 0: 40% Unternehmensanleihen, 60% Staatsanleihen
  • ESG 0 Gold: 36,5% Unternehmensanleihen, 54,5% Staatsanleihen, 9% Gold und Rohstoffe
  • ESG 50: 50% Aktien, 20% Unternehmensanleihen, 30% Staatsanleihen
  • ESG 50 Gold: 50% Aktien, 13,5% Unternehmensanleihen, 20,5% Staatsanleihen, 16% Gold und Rohstoffe
  • ESG 100: 100% Aktien
 
Scalable Test - die nachhaltigen Anlagestrategien
Grafik: Scalable bietet neben seinen klassischen ETF Portfolios auch mehrere nachhaltige Anlagestrategien mit unterschiedlicher Risikogewichtung an – Quelle: Scalable Capital

Wer klassisch investieren möchte, hat insgesamt 23 Möglichkeiten. Der Unterschied ist dabei die persönliche Risikoneigung, gemessen an der üblichen Kennzahl Value-at-Risk (VaR).

Die Kennzahl kann beliebig zwischen 3% und 25% gewählt werden (siehe nachfolgende Grafik ganz links). So entstehen die 23 Anlagestrategien.

Die zu Beginn gewählte Anlagestrategie kann jederzeit kostenlos geändert werden – ein Pluspunkt. Das ist nicht bei allen Konkurrenten ohne Weiteres möglich.

 

2.2.3 Wie hoch ist die Mindestanlage?

An diesem Punkt erhält der Robo-Advisor einen ersten, wenn auch kleinen Minuspunkt. Wer bei Scalable investieren möchte, muss mindestens 10.000 Euro mitbringen. Das ist im Vergleich zu anderen Robo-Advisors, deren Anlagestrategien ebenfalls auf der Nutzung kostengünstiger ETFs und ETCs basieren eine relativ hohe Summe.

2.2.4 Sind Sparpläne möglich?

Sparpläne sind – nur, wenn der Mindestanlagebetrag von 10.000 Euro bereits aufgebracht wurde – ab 50 Euro pro Monat möglich.

Ein Entnahmeplan ist ebenfalls möglich.

Scalable Test - Beispiel eines Auszahlungsplans
Grafik: Beispiel eines Auszahlungsplans beim Robo-Advisor Angebot von Scalable Capital

 

Zwischenfazit im Scalable Test: Was auffällt, ist die nachwievor recht hohe Mindestanlagesumme von 10.000 €. Da sind zahlreiche Mitbewerber deutlich attraktiver. Positiv ist, dass es einen Sparplan gibt, der aber stets an die Mindestanlagesumme gekoppelt ist. Nun ja. Positiv (subjektiv betrachtet) ist auch, das es eine Vielzahl von Anlagestrategien gibt als auch ein nachhaltiges Investment-Angebot. Wobei sich auch hier wiederum die Frage stellt, inwieweit ETFs tatsächlich in hohem Maße nachhaltig investieren? Stichwort Best of / in Class Ansatz?

3. Die Investmentphilosophie von Scalable Capital

Die Philosophie von Scalable unterscheidet sich je nach gewählter Ausrichtung des Portfolios.

Wer ausschließlich nachhaltig nach ESG-Kriterien anlegt, lässt Scalable ausschließlich in ETFs investieren, die den Richtlinien (Quelle: FAQ von Scalable) entsprechen:

 

  • E: Kriterien wie Engagement gegen den Klimawandel oder Schutz natürlicher Ressourcen.
  • S: Aspekte wie Achtung der Menschenrechte und Ausschluss von Kinderarbeit.
  • G: Hier liegt der Fokus beispielsweise auf Korruptionsbekämpfung und Transparenz.

Wird die Anlagestrategie klassisch gewählt, ist der bestimmende Faktor der Value-at-Risk (VaR). Dieser steht für den maximalen Jahresverlust, der zu einer Wahrscheinlichkeit von 95% nicht überschritten wird. Wer eine Strategie mit VaR 9% wählt, dessen Verlust übersteigt auf das Jahr gesehen also zu 95% nicht die Schwelle von 9%.

Unabhängig von der Ausrichtung des Portfolios investiert Scalable nach bekannten Grundsätzen: Breite Diversifikation (bis zu 9.500 Einzeltitel aus 90 Ländern), passiv (ETFs, ETCs) und gestreut über verschiedene Anlageklassen.

Ein weiterer Grundsatz bildet das dynamische Risikomanagement. Scalable richtet die Portfolios seiner Kunden nach Verschiebungen immer wieder auf die ursprünglich gewählte Risikostufe aus. Dieses Rebalancing geschieht automatisch und wird täglich durch Algorithmen überwacht.

Weiterführende Details zur Investmentphilosophie finden sich auf knapp 45 Seiten im Whitepaper des Robo-Advisors, das auf der Webseite von Scalable im Footer eingesehen und heruntergeladen werden kann. 

Zwischenfazit im Scalable Test: Beim Thema Investmentphilosophie stützt sich Scalable vor allem auf seinen Algorithmus, der auf bekannten Portfoliotheorien und wissenschaftlichen Ansätzen - vor alllem beim Thema Risikomanagement - basiert. Hier wird der Eindruck einer hohen Investment-Expertise vermittelt, die die Ergebnisse von empirischen Studien aufgreift und so dem Anleger ein sicheres Gefühl bei der Geldanlage vermittelt. Doch Theorie und Praxis liegen manchmal weit voneinander entfernt, wie der weitere Verlauf des Scalable Test zeigen wird.

4. Das RoboAdvisor-Angebot von Scalable Capital

Keine Frage: Betrachtet man das verwaltete Kundenvermögen, liegt Scalable Capital mit seinem Roboadvisor Angebot relativ einsam an der Spitze im Wettbewerbsvergleich.

Doch wie schneidet der Robo-Advisor in den Kernbereichen

  • Kosten
  • Service
  • Sicherheit 
  • Performance

gegenüber seinen Konkurrenten ab? Betrachten wir in unserem Scalable Test also nun diese Punkte im Detail.

4.1 Bewertung der Kosten

Die Kostenstruktur bei Scalable ist einfach gehalten: Eine All-In-Gebühr zuzüglich in einer geringen Schwankungsbreite liegende ETF-Kosten ergeben die Gesamtkosten. Dabei spielt es keine Rolle, ob nach ESG-Kriterien oder klassisch investiert wird:

 
Scalable Test - das Kosten und Gebührenmodell
Grafik: Scalable hat einfaches und leicht verständliches Gebührenmodell -. ist aber dennoch nicht wirklich günstig – Quelle: Scalable Capital

In der All-In-Gebühr sind sämtliche Kosten von Ein- und Auszahlungen über Depotführung bis hin zum Kundenservice enthalten. Performancegebühren gibt es keine.

Die ETF-Kosten schwanken je nach eingesetzten Produkten, sind jedoch marktüblich.

Im Wettbewerbsvergleich schneidet die All-In-Gebühr mit 0,75% durchschnittlich ab. Andere ähnlich bekannte Anbieter wie Whitebox, Evergreen oder Quirion liegen deutlich darunter. Es gibt allerdings auch einige teurere Robo-Advisors. 

4.2 Bewertung des Service

Scalable stellt seinen Kunden zahlreiche Kontaktmöglichkeiten zur Verfügung. Der digitale Vermögensverwalter ist per Mail, Telefon oder Live-Chat direkt erreichbar. Wer lieber selbst die Fragen auf seine Antworten sucht, wird in den ausführlichen FAQ fündig.

Auch auf Social Media kann man mit dem Robo-Advisor in Kontakt treten. Über Facebook, Twitter, Instagram, LinkedIn und YouTube können die dort sehr aktiven Servicemitarbeiter kontaktiert werden.

Zudem möglich: Persönliche Gespräche mit Beratern vor Ort in Hamburg, Berlin, Düsseldorf, Frankfurt und München. Außerdem gibt es die Möglichkeit einer persönlichen Videoberatung.

Ein eigener Podcast, ein regelmäßig geführter Blog, physische und digitale Informationsabende und diverse Investitionsrechner auf der Homepage runden den positiven Gesamteindruck ab.

Im Wettbewerbsvergleich kann Scalable in diesem Punkt besonders gut punkten.

4.3 Bewertung der Sicherheit

Das Sicherheitskonzept bei Scalable beruht auf drei Säulen: Sichere Depotverwahrung bei einer Partnerbank, Bankkonto mit Einlagenschutz und Schutz der persönlichen Daten.

Scalable Test - Anlegersicherheit
Grafik: Das Sicherheitskonzept des Robo-Advisors von Scalable Capital, das auf 3 Säulen basiert – Quelle: Scalable Capital

Als Partnerbank fungiert für Neukunden die Baader Bank, ING-Kunden können theoretisch Ihr Konto ebenfalls nutzen.

Alle Portfolios sind gemäß der gesetzlichen Einlagensicherung bis 100.000 Euro geschützt. Aus- und Einzahlungen erfolgen ausschließlich über das Referenzkonto. Die gespeicherten und verschlüsselten Daten liegen in Frankfurter Rechenzentren.

Kurzum: Es gibt keinen Grund für Sicherheitsbedenken bei Scalable – zumindest theoretisch.

Denn in der Vergangenheit ist Scalable als bisher einziger deutscher Robo-Advisor gerade beim Thema Sicherheit von Kundendaten negativ aufgefallen.

So wurden 2020 rund 45.000 Kundendaten entwendet und in entsprechenden Foren zum Kauf angeboten. 

4.4 Bewertung der Performance

Scalable bietet auf einer separaten Seite eine tabellarische und sehr transparente Übersicht der, seit Auflegung der einzelnen Strategien des Robo-Advisors erzielten Renditen – und zwar für alle 44 verfügbaren Anlage-Strategien.

Scalable Test - Darstellung der Performancedaten der Anlagestrategien
Grafik: Umfangreich und detailliert, aber letztendlich auch bei 44 Anlagestrategien unübersichtlich und somit für Anleger nur bedingt hilfreich – die Performancedaten der Scalable Anlagestrategien – Quelle: Scalable

Die Übersichtlichkeit leidet jedoch durch die ausschließlich tabellarische Darstellung und Vielzahl an Strategien – letztlich schlägt aber hier Transparenz Übersichtlichkeit. Wobei sich die Kritik unsererseits darauf bezieht, das Scalable in der Vergangenheit die Performance seiner Strategien grafisch als auch tabellarisch dargestellt hat. 

Warum man bei Scalable von dieser Darstellung der Wertentwicklungen mittlerweile abgewichen ist, erschließt sich uns nicht. Insofern also unsererseits eine Abwertung im Scalable Test.

Zurück zu den Performance-Daten an sich: Zwar vergleicht Scalable sich selbst mit drei Morningstar Fonds – es macht jedoch mehr Sinn, den Vergleich mit anderen Robo-Advisors zu betrachten. Und da steht Scalable Capital alles andere als gut da.

Im Echtgeld-Test des Onlineportals brokervergleich.de belegt Scalable im Betrachtungszeitraum (01.05.2020 bis 31.04.2021) zwar einen ordentlichen siebten Rang bei insgesamt 25 Robo-Advisors, die getestet wurden. Doch im Langzeit-Vergleich ist Scalable in dem Echtgeld-Test einer der schlechtesten Anbieter überhaupt. 

So konnte die von dem Portal genutzte Anlagestrategie von Scalable seit Mai 2017 bis Mai 2021 gerade einmal eine Performance von 0,1 % über den gesamten Zeitraum erlangen. Ein desaströses Ergebnis, dass berechtigte Zweifel am „System“ Scalable aufkommen lässt. 

Auffällig: Auch beim Test des Portals Biallo schneidet Scalable im mehrjährigen Vergleich vor allem bei ausgewogenen und offensiven Strategien eher schlecht ab, was den negativen Gesamteindruck beim Thema Performance untermauert.

Bemerkenswert an dieser Stelle: Selbst Gründer Erik Podzuweit räumt ein, dass die Performance

“seines” Robo-Advisors nicht zufriedenstellend sei.”

Doch ob unter diesem Aspekt nun an einer Optimierung gearbeitet wird, ließ er bis dato offen. 

Somit: Klare und deutliche Abwertung im Scalable Test.

Zwischenfazit im Scalable Test - Performance der Strategien: Wer sein Geld anlegen möchte, verfolgt das Ziel dieses Kapital zu vermehren und an dem Punkt ist Scalable im Vergleich zu fast all seinen Mitbewerbern leider nicht empfehlenswert. Wissenschaftliche Ansätze etc. hin oder her - die Zahlen aus den zahlreichen Performance-Tests sind Fakt und nicht zu widerlegen. Und letztendlich auch untermauert durch die Aussage des Gründers, dass man nicht "zufrieden" sein könne. Muss man mehr sagen? Nein - absolut nicht. Deutliche Abwertung in unserem Scalable Test

5. Fazit: Weiche Faktoren top, harte Faktoren flop

Was bleibt als Fazit in unserem Scalable Test? Blickt man rein auf die Zahlen, ist es verwunderlich, dass Scalable die Marktführerschaft auf dem deutschen Robo-Advisor-Markt innehat. Denn beim Thema Performance ist Scalable einer der schlechtesten Anbieter überhaupt und das bereits seit Jahren. Was sich letztendlich auch mit einem Blick in die zahlreichen Anlegerforen bestätigt, in denen sich zahlreiche negative Kommentare enttäuschter Anleger finden lassen.

Es ist spürbar, dass weiche Faktoren wie App, Design und Service sowie die zusätzliche Funktion des Neobrokers, der sicherlich auch dem Robo-Advisor viele Kunden bringt, ebenfalls wichtige Entscheidungskriterien bei der Wahl eines Anbieters sind.

Aber und das ist ein entscheidender Punkt: Die Performance ist im Vergleich zu den Gebühren weder ordentlich, geschweige denn herausragend. Die anderen genannten Punkte, auch die große Auswahl an verschiedenen Strategien, sorgen zwar für eine insgesamt gerade noch akzeptable Bewertung von Scalable, was jedoch keinesfalls eine Empfehlung darstellt. Den zahlreichen positiven Testergebnissen anderer Portale können wir uns hier also absolut nicht anschließen.

Zumal man auch den Eindruck gewinnen kann, dass Scalable mittlerweile deutlich mehr Interesse an seinem Neo-Broker Geschäft als an seinem Roboadvisor zu haben scheint. 

Testergebnis der Redaktion

3/5 Punkte

3/5
Scalable Test » RoboAdvisor-Portal.com - das Infoportal

Johannes S.

Johannes ist klassischer Quereinsteiger im Bereich der Vermögensverwaltung. ETFs, Aktien, Börse, Robo-Advisors – gepackt von den Möglichkeiten und der Faszination der Finanzwelt hat er Bücher verschlungen, Erfahrungen gesammelt und beschäftigt sich tagtäglich mit dem Kapitalmarkt. Mindestens genauso leidenschaftlich schreibt er im Rahmen seiner Selbstständigkeit als freier Autor. Zwei Leidenschaften, die sich ideal vereinen lassen und ihn zu unserem Portal geführt haben

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