10 Dinge, die Sie bei der Auswahl eines Robo-Advisor beachten sollten

Robo-Advisor Vergleich – nichts einfacher als das, oder? Nun ja, ganz so einfach ist es leider nicht. Fakt ist: Robo-Advisor bieten gerade für potentielle Kleinanleger aufgrund ihres geringeren möglichen Kapitaleinsatzes eine hervorragende Möglichkeit einen zielgerichteten Vermögensaufbau zu betreiben. Robo-Advisor überzeugen beim Einstieg vor allem durch deutliche geringere Mindestanlagesummen als auch die Möglichkeiten langsam, aber stetig durch entsprechende Sparpläne Kapital aufzubauen. Doch bei einer stetig ansteigenden Anzahl von Robo-Advisorn und Online-Vermögensverwaltungen stellt sich für so manche einen (Klein)Anleger die berechtigte Frage „Wer ist der für mich passendste (beste) Robo-Advisor? Und die Antwort hierauf?

Robo-Advisor Vergleich - 10 beachtenswerte Punkte » RoboAdvisor-Portal.com - das Infoportal

Oliver S.

20. August 2018

Robo-Advisor Vergleich - 10 Punkte zu beachten

20. August 2018

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Die Frage lässt sich dabei im Grunde recht einfach beantworten: Es hängt von den individuellen Bedürfnissen bei der digitalen Kapitalanlage ab. Dennoch gelten bei der Auswahl ein paar grundsätzliche Regeln, die man generell beachten sollte. Sie ermöglichen eine Art Vorauswahl in Folge dessen dann die weiteren Schritte in Richtung Robo-Advisor Auswahl wie die Ermittlung des persönlichen Risikoprofils etc. durchgeführt werden kann.

Mit den folgenden 10 Tipps zum passenden digitalen Kapitalanlage-Angebot

1. Die Grundgebühr

Den Robo-Advisorn eilt vor allem jener Ruf voraus, im Vergleich zu den klassischen Vermögensverwaltern generell deutlich günstiger zu sein. Eine Aussage, die global betrachtet, richtig ist. Dennoch gibt es unter den einzelnen Robo-Advisor Angeboten erhebliche Unterschiede bei den Servicegebühren

Robo-Advisor berechnen normalerweise eine Gebühr auf der Grundlage eines Prozentsatzes der Vermögenswerte, die Anleger unter ihre Verwaltung stellen. Eine Grundgebühr zwischen 0,25 Prozent und 1,95 % ist bei den hiesigen Marktteilnehmern üblich. Da die Prämisse der Robo-Advisor darin besteht, die Investitionskosten durch Automatisierung zu senken, ist die Überprüfung der Servicegebühr ein erster guter Ausgangspunkt.

2. Handelsgebühren & Gewinnbeteiligung

Neben den normalen Servicegebühren verlangt der Großteil der Robo-Advisor zudem Gebühren für die zu erwerbenden Fonds. Die Kostenspanne liegt hier zwischen 0.12 % und 0.60 %. Was sich prozentual als geringer Kostenblock darstellt, kann jedoch in der Praxis durchaus ein echter Renditekiller sein. 

Nämlich dann, wenn der Robo-Advisor sehr aktiv, aufgrund von Marktschwankungen, regelmäßig das Portfolio nachjustiert >> Rebalancing / aktives Portfoliomanagement. Zudem gilt es zu beachten, dass einige Robo-Advisor wie LPVV, SolidVest, Inno-Invest und andere ihren Kunden eine Erfolgsbeteiligung von bis zu 20 % in Rechnung stellen.

3. Gebührenermäßigungen für höhere Guthaben

Auch wenn die Robo-Advisor vor allem für Kleinanleger und dementsprechend geringeren Anlagesummen prädestiniert erscheinen, so ist auch die Anlage höherer Geldsummen (mehr als 50.000 € Einmalbetrag) natürlich umsetzbar. Jedoch sollte man bei einer solchen Summe darauf achten, dass damit eine Reduzierung der Gebühren einhergeht. Um es deutlich zu machen: Je höher die Anlagesumme, desto geringer sollten alle Gebühren ausfallen. Anbieter solcher Staffel-Modelle sind LIQID, Fintego, growney, SolidVest und Whitebox.

4. Captive versus Fremdfabrikate

Einige Robo-Advisor sind mit Fondsfamilien verbunden und nutzen ihre eigenen Produkte, um Anlageportfolios aufzubauen. Ein Robo-Advisor, der unabhängige Investmentprodukte verwendet, kann demnach eine breitere Palette an Wahlmöglichkeiten bieten. Überprüfen Sie auch, ob das Asset-Allokationsmodell des Robo-Advisors Vermögenswerte, die Sie außerhalb ihres Kontos haben, wie z.B. den Pensionsplan eines Arbeitgebers, berücksichtigen kann.

5. Steuerliche Behandlung der Kapitalanlage

Die Besteuerung von Fonds ist gerade in Deutschland ein sehr komplexes Thema. Im Grundsatz gilt, dass jeder, der Geld an den Kapitalmärkten anlegt (egal, ob via Robo-Advisor, selbst oder über die Bank) und daraus Gewinne erwirtschaftet, geht die Pflicht der Steuerzahlung ein. Und doch gibt es Möglichkeiten, seine Steuerabgaben im Rahmen der Kapitalanlage beziehungsweise Vermögensaufbaus zu optimieren. 

Ein positives Entscheidungsmerkmal bei der Auswahl eines Robo-Advisor Angebotes kann also durchaus auch darin bestehen, inwieweit der Robo-Advisor über etwaige Möglichkeiten hinsichtlich der Steuer-Thematik informell oder gar durch persönliche Beratung unterstützt.

6. Mindestanlagesumme, Sparpläne, Geld-Entnahme

Nicht jeder verfügt über Zehntausende von Euros, um in die große Welt der Kapitalanlage einzutauchen. Gerade Robo-Advisor rühmen sich unter dem finanziellen Aspekt jenen Einstige durch geringe Anlagesummen einfach zu machen. Es gilt sich darüber zu informieren, wie hoch bei den einzelnen Anbietern die Mindestanlagesummen sind. 

Zudem sollten überprüft werden, ob die Möglichkeit eines monatlichen Sparplans besteht und wenn ja: ab welcher Summe. Des Weiteren ist darauf zu achten, ob eine Bindung zwischen Mindest-Anlagesumme und Sparplan besteht. 

Zu guter Letzt: Prüfen sie, ob zwischenzeitliche Geld-Entnahmen möglich sind und wenn ja, bis zu welcher Höhe.

7. Praktikable Benutzeroberfläche

Das beste Robo-Advisor Angebot nutzt nichts, wenn Sie Probleme bei der Nutzung ihres Dashboards haben. Checken Sie also das Online-Angebot genau. 

  1. Ist es übersichtlich gestaltet? 
  2. Finden Sie sich schnell zurecht? 
  3. Wird Ihnen ein Einblick gewährt, wie ihr persönliches Dashboard aussehen wird?
  4. Welche Kontaktmöglichkeiten werden geboten? Tutorials, Webinare, Community – all das kann helfen, Ihnen die digitale Kapitalanlage so einfach wie möglich zu gestalten.

8. Sozial verantwortliche Anlagemöglichkeiten / Nachhaltige Investments

Auch wenn es Thema mit stetig wachsendem Interesse ist, so hat nicht jeder Robo-Advisor nachhaltige Anlageprodukte in seinem Programm. Sollte jedoch ihr Vermögensaufbau rein ökologische, nachhaltige als auch sozial verantwortliche Anlageprodukte berücksichtigen, so ist hier sicherzustellen, dass der von Ihnen ins Auge gefasste Robo-Advisor auch solche Anlageprodukte in seinem Portfolio hat. 

Als einer der Vorreiter bei den Robo-Advisorn in Deutschland unter dem Aspekt nachhaltiger Geldanlagen ist VisualVest mit seinen Green-Folios. Mit Vividam hat zudem einen weiterer „grüner“ Robo-Advisor seinen Markteintritt angekündigt.

9. Ziel der Pensionierung im Visier

Der Vermögensaufbau soll der zukünftigen Altersvorsorge dienen? Dann gilt es eine Online-Vermögensverwaltung zu finden, die nicht nur das angelegte Kapital mehrt, sondern auch eben jenes Thema der Altersvorsorge aufgreift. Beispielsweise dadurch, auf der Webseite entsprechende Berechnungstools angeboten werden, mit denen verschiedene Szenarien der Altersvorsorge durchgespielt werden können.

10. Die Methoden des Rebalancing

Schwankungen an den weltweiten Kapitalmärkten sind normal und haben demnach einen stetigen Einfluss auf das eigene Portfolio und dem Erreichen der Zielrendite. Woraus folgt, das bei eindeutigen Auf- oder Abwärtstrends Veränderungen am eigenen Portfolio notwendig erscheinen. Es gilt also das eigene Portfolio stets in der notwendigen Balance zu halten, was allgemeinhin als „Re-Balancing“ bekannt ist. 

Schauen Sie sich bei der Vorqualifizierung eines potentiellen Robo-Advisors die Methodik für das Rebalancing an. Ein zu häufiges Rebalancing kann in vielerlei Hinsicht schlicht ineffizient (Kosten zu Rendite) sein, während ein zu seltenes Rebalancing dazu führen kann, dass Portfolios aus dem Gleichgewicht geraten und mögliche Rendite verloren geht.

Fazit

Auch wenn die Zahl der Robo-Advisor Angebote stetig wächst und damit zusehends unübersichtlicher zu werden scheint, so ist es dennoch möglich unter dem Aspekt eines Robo-Advisor Vergleichs, den für das eigene Anlagevorhaben, passenden Anbieter zu finden. Vorausgesetzt, man macht sich von vornherein klar, wie das eigene Anlagevorhaben aussehen soll und worauf man dann im Detail beim Vergleich der einzelnen Angebot sein spezifisches Augenmerk richten sollte.

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Oliver S.

Oliver S.

Oliver ist der Journalist im Team. Ausgebildeter Banker (Hypo Vereinsbank), hat hohes Maß an spezifischem Finanzwissen und ist einer der bekanntesten Schreiberlinge in der Finanz-Szene. Er das Thema Finanzen in einer Leichtigkeit, die seinesgleichen sucht. Nicht ohne Grund hat Oliver unter anderem auch für die Huffington Post geschrieben. Zudem ist er bis heute auch als Redakteur für FTD.de (ex Financial Times Deutschland) als auch auf Unternehmerhandbuch.de tätig. Kümmert sich hier um alles, was mit dem Thema Finanzwissen, Interviews und News zu tun hat.

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