Interview mit Smavesto

Im Gespräch mit Dr. Sascha Otto/ Geschäftsführer Smavesto GmbH

Smavesto - nachhaltige Anlagestrategien, Einsatz von künstlicher Intelligenz und Machine Learning. Ein Investment-Angebot das offensichtlich alle Anforderungen der modernen Geldanlage-Angebote erfüllt. Doch wie sieht es mit der Performance aus? Nur eine von 10 Fragen, die uns zum Smavesto Interview mit Geschäftsführer Dr. Sascha Otto geführt haben.

22. Oktober 2021 | Markus G.

Mit seinem Robo-Advisor Angebot Smavesto hat die Sparkasse Bremen im Jahr 2019 eine eigene Online-Vermögensverwaltung auf den Markt gebracht und ist damit aus dem allgemein gängigen „Verhalten“ anderer Sparkassen, die zumeist auf das Angebot von bevestor setzen, ausgeschert. Und Smavesto unterscheidet sich nicht nur deutlich von bevestor, sondern auch von den meisten anderen Mitbewerbern im Robo-Advisor Markt recht deutlich. Vor allem dadurch, dass die genutzte Robo-Advisor Plattform auf der Nutzung Künstlicher Intelligenz eg. Machine Learning basiert. Insofern kommt Smavesto wohl am ehesten dem bis dato gängigen Verständnisses eines „Robo“-Advisors nahe.

Doch eine der Fragen, die sich hieraus ergibt, ist, ob sich der Einsatz künstlicher Intelligenz in irgendeiner Form auch für den Anleger vorteilhaft darstellt? Vor allem unter dem Aspekt einer entsprechenden Rendite? Und genau an dem Punkt hat sich Smavesto eher etwas bedeckt gehalten. Somit also Grund genug für uns, hier doch mal ein wenig nachzuhaken und zwar am Besten in Form eines Interviews. Gesagt, getan und so freuen wir uns nach entsprechender Anfrage die Zusage zum Smavesto Interview von Dr. Sascha Otto, dem Geschäftsführer der Smavesto GmbH erhalten zu haben.   

 

Das Smavesto Interview: Herr Dr. Sascha Otto, Geschäftsführer Smavesto GmbH

1.) Herr Dr. Otto, Smavesto stellt im Vergleich zu anderen Robo-Advisorn noch ein recht junges Angebot dar. Immerhin wurde Smavesto erst 2019 ins Leben gerufen, womit sich durchaus die Frage ergibt, wie die ersten Jahre für sie gelaufen sind? Immerhin sind sie mit ihrem Angebot gerade einmal 1 Jahr vor der Corona Krise gestartet. Sind sie dennoch mit der bisherigen Entwicklung ihres Angebotes hinsichtlich des verwalteten Kundenvermögens als auch der Kundenanzahl zufrieden?

 

Die wichtigste Kennzahl für uns ist: Wie gut investiert Smavesto? Und dort konnten wir seit unserem Start 2019 vollends überzeugen. Unser gewinnorientiertes Portfolio hat fast 48% Wertgewinn seit dem Start erzielt, das risikobewusste Portfolio sogar über 60%.  Auch vorsichtige Anleger konnten mit dem konservativen Portfolio mit über 13% eine starke Performance seit 2019 erreichen.

Gerade Corona war der Leistungstest für Smavesto. Das Verhalten bei starken Schwankungen sowie die kurzfristige Reaktionszeit unseres Algorithmus trugen zu der positiven Performance bei. Insofern ist es nur verdient, dass wir zum wiederholten Male vom Handelsblatt als Sieger ausgezeichnet wurden.

 

Die Kundenzahl und das verwaltete Vermögen steigen rapide an. Wir konnten in diesem Jahr bereits mehrere Meilensteine erreichen und mit unserem Produkt immer mehr Menschen mit großen aber auch kleinen Anlagesummen für uns gewinnen.

 

2.) Wer sich etwas genauer mit Ihrem Angebot beschäftigt, trifft dabei immer wieder auf die Begrifflichkeit des Machine Learnings eg. der Nutzung künstlicher Intelligenz. Womit sie als einer der wenigen Anbieter wohl am ehesten dem allgemeinen Verständnis eines echten Robo-Advisors entsprechen. Erläutern sie unseren Lesern doch etwas ausführlicher wie sie Machine Learning eg. künstliche Intelligenz nutzen?

Smavesto ist ein selbst-lernender Algorithmus. Die mit dem Algorithmus verbundenen Systeme analysieren riesige Datenmengen, um Schätzungen für die Risiken sowie Chancen an Kapitalmärkten zu erstellen. Der Algorithmus lernt per Machine Learning automatisiert aus den Datenmustern der Vergangenheit und passt seine Prognosen entsprechend an.

Für die Marktprognosen arbeiten wir mit dem sogenannten Return-Schätzer. Dieser Algorithmus prognostiziert die Entwicklung an Kapitalmärkten über unterschiedliche Zeit-Horizonte auf Basis der aktuellen Marktgegebenheiten. Das Risikomanagement wiederum berechnet den Chancen-Risiko-Abgleich auf Basis der Risikoneigung mit den historischen Daten. Dieses Maß wird bei jeder Re-Allokation angewendet, um die Depots auf die gewählte Risikobereitschaft anzupassen.

Die Portfolio-Konstruktion für unsere Kund:innen wird durch globale und lokale Faktoren berechnet. Dabei kombinieren wir die besten Portfolios nach einer Ertrags-Risiko-Berechnung und finden so die attraktivsten Investment-Möglichkeiten. Auf diese Weise haben wir ca. 100.000 Portfolios zusammengestellt, die wir entsprechend der Anlage- und Risikopräferenzen unseren Kund:innen anbieten können. 

3.) Und darauf aufbauend und somit auch eine durchaus „investigative“ Frage: Zeigt sich der Einsatz von Machine Learning in Form einer außerordentlich guten Performance bei den Portfolios? Immerhin hält sich Smavesto selbst unter dem Punkt der „Wertentwicklung“ bis dato auf der eigenen Webseite eher bedeckt. Performance-Werte sind bei Ihnen schlicht nicht sichtbar. Mögen sie uns hier aufklären?

Dies ist ein Punkt, bei dem wir mehr Transparenz schaffen. Sie finden ab sofort auf unserer Seite die Entwicklung verschiedener vorgefertigter Depots, mit denen wir die starke Performance von Smavesto darstellen werden.

 

4.) Smavesto investiert ausschliesslich in ETFs und ETCs und hebt hierbei insbesondere das Thema Kosten vor. Nun zeigt sich aber auch, dass beispielsweise beim Echtgeld-Test von brokervergleich ausgerechnet die Anbieter mit besonders guten Performancedaten aufwarten, die entweder aktiv gemanagte Fonds nutzen oder gar direkt in Aktien investieren –auch wenn diese bei den Kosten teilweise deutlich über dem gängigen Kostendurchschnitt liegen. Sind sie dennoch davon überzeugt, dass ETFs die beste Anlageklasse darstellen? Und wenn ja: Warum?

Grundsätzlich spricht nichts gegen den Einsatz von aktiv gemanagten Fonds oder Aktien. Um das Portfolio möglichst robust aufzustellen, ist jedoch eine möglichst breite Streuung sinnvoll. Hier bieten ETFs und ETCs einen deutlichen Vorteil gegenüber Einzelaktien. Da der Algorithmus von Smavesto bereits eine sehr aktive Quotensteuerung vornimmt, entsteht hierdurch bereits ein aktives Portfoliomanagement. Wir haben uns deshalb gegen die Aufnahme von aktiv gemanagten Fonds entschieden.

 

5.) Womit wir generell beim Thema ETF sind: Smavesto bietet Anlegern die Möglichkeit nachhaltig investieren zu können. Umgesetzt wird dies auch bei Ihnen mit ETFs. Nun zeigt sich aber immer wieder, das „grün“ gelabelte ETFs oft nur in einem sehr beschränkten Maße wirklich nachhaltig sind, was immer öfter zur Folge hat, dass von Mogelpackungen gesprochen wird. Wie stehen sie generell zu einer solch möglichen Kritik Ihnen gegenüber? Vor allem auch deswegen weil sie auf Blackrock Systeme zugreifen, die aktuell genau wegen diesem Thema neben der DWS in der Kritik stehen? Oder anders gefragt: Wie stellen sie final sicher, dass an nachhaltigen Investments interessierte Anleger auch wirklich das bekommen, was sie wünschen? Eine einwandfrei nachhaltige Geldanlage?

Uns war von Anfang an wichtig, einen sehr transparenten Investmentprozess in Hinblick auf das Thema Nachhaltigkeit zu haben. Wir greifen hierzu auf die Nachhaltigkeitsratings von MSCI zurück und kaufen im Rahmen der nachhaltigen Vermögensverwaltung nur ETFs, die ein Rating von A oder besser haben. Jeder Kunde hat hierdurch die Möglichkeit zu sehen, welchen Anlagen möglich sind und welche Ausschlüsse es gibt.

 

6.) Und greifen wir mit der folgenden Frage nochmals das Thema „nachhaltige Geldanlagen“ auf: Mit der neuen Offenlegungs-Verordnung soll für den Anleger unter anderem deutlich mehr Transparenz geschaffen werden. Doch viele Unternehmen aus dem Investment-Sektor üben seit geraumer Zeit massive Kritik dahingehend, dass im Grunde bis dato nicht ganz klar ist, wie das Ganze eigentlich umgesetzt werden soll. Wie stehen sie als Anbieter zu diesem Thema? Teilen sie die Kritik der Branche? Was fehlt ihnen an diesem ganzen Themen-Komplex aus Richtung der Politik?

Ich sehe das Thema nicht ganz so kritisch. Ich glaube, dass die Europäische Union einen guten ersten Schritt mit der Offenlegungs-Verordnung getätigt hat. Ich begrüße es auch, dass einige Punkte bewusst offengelassen wurden. Hier sind wir als Anbieter in der Pflicht, intelligente Lösungen zu finden und diese in der Diskussion mit der Aufsicht weiterzuentwickeln. Eine deutlich klarere Vorgabe von Seiten der Politik würde aus meiner Sicht die Kreativität unnötig einschränken.

 

7.) Mit Blick auf den deutschen Robo-Advisor Markt: Mittlerweile „tummeln“ sich mehr als 45 Anbieter auf dem Markt und werben mit zumeist sehr vergleichbaren Angeboten um die Gunst der Anleger. Nun kündigen mit der UBS, der DKB als auch Vanguard ebenfalls den Einstieg in den deutschen Markt mit einem eigenen Robo-Advisor Angebot an. Verträgt aus Ihrer Sicht der Markt überhaupt noch weitere Anbieter? Immerhin haben sich mit Prospery (ABN Amro) als auch Moneyfarm bereits 2 namhafte Mitbewerber schon wieder verabschiedet. Ist der Markt nicht bereits übersättigt?

 

Im Wettbewerb hat Smavesto klare Vorteile: Wir sind wertschaffend. Unsere größte Anstrengung ist stets, dass wir die anvertrauten Gelder unserer Kund:innen bestmöglich anlegen. Zudem möchten wir eine Demokratisierung der Geldanlage vorantreiben. Auch geringe Investitionen werden bei Smavesto mit der gleichen überragenden Intelligenz verwaltet wie große Volumina. Der Einstieg ist bei uns mit einem Sparplan ab 50 EUR oder einen Einmalbetrag ab 1000 EUR möglich. Dies soll möglichst vielen Menschen den Zugang zu wichtigen Themen wie Altersvorsorge und Rendite für zukünftige Zeiten ermöglichen. 

Und letztlich wollen wir den Prozess bis hierhin sehr einfach und komfortabel halten. Viele Menschen schrecken vor den teils komplexen Themen der Geldanlage zurück und wollen schlicht und einfach keine Anlageberatung aufsuchen. Auch für diese Leute ist Smavesto da – ohne Vorkenntnisse, ohne Überforderung und ohne das Haus verlassen zu müssen. Quasi eine Geldanlage für Nicht-Anleger:innen.

 

Das Kommen und Gehen der Marktteilnehmer beobachten wir natürlich sehr genau, um unsere eigene Ausrichtung auch ständig zu hinterfragen. Wir glauben aber fest daran, dass wir an den richtigen Stellschrauben drehen, um langfristig der erfolgreichste Robo-Advisor am Markt zu sein.

 

8.) Und aufbauend hierauf: Was muss aus ihrer Sicht ein Robo-Advisor jetzt als auch in Zukunft bieten, um die Aufmerksamkeit der Anleger für sich gewinnen und somit dauerhaft am Markt bestehen zu können? Werden wir in naher Zukunft eine nahe Marktbereinigung erleben?

 

Das Produkt muss überzeugen. Wenn unsere Kund:innen sehen, wie einfach und effektiv unser Robo-Advisor funktioniert, dann erleben wir eine große Begeisterung für Smavesto. Aber nach wie vor gibt es  sehr viele Menschen, die wir noch für das Thema Geldanlage und Vorsorge überzeugen können. Kombiniert mit den geringen Einstiegshürden, die ein Robo-Advisor bieten sollte, wird der Markt der digitalen Geldanlagemöglichkeiten noch stark wachsen.

 

9.) Machen wir nochmals einen kurzen Themen-Schwenk: In den letzten Wochen sind mal wieder zahlreiche Testberichte über Robo-Advisor erschienen, die (zum wiederholten Male) unterschiedlicher nicht sein können. Auch Smavesto wirbt mit entsprechenden Auszeichnungen verschiedener Plattformen und Magazinen. Doch beim Blick auf die Details der Tests fällt auf, dass wichtige Themen wie Rendite nur gering bis hin zu gar nicht bewertet werden und stattdessen eher „weiche“ Faktoren wie Service, Web-Auftritt einen hohen Stellenwert genießen. Wie stehen sie als Anbieter zu solchen Tests? Worauf sollten Anleger Ihrer Meinung nach bei einem Robo-Advisor Test besonders achten? Was wären für sie als Anleger wichtige Entscheidungs-Kriterien?

Tests sind wichtig für uns. Allerdings sollten stets die Testkriterien transparent sein. Wenn wir in einem Test eine schlechte Bewertung bekommen, arbeiten wir daran. Dies ist neben dem Kundenfeedback ein Baustein für die Weiterentwicklung von Smavesto. Aber die wichtigste Aussagekraft eines Tests basiert auf der Leistungsfähigkeit des Robo-Advisors. Insofern sind für uns die Rendite- bzw. Performance-Vergleiche eine riesige Chance, die eigene Leistung durch eine neutrale Instanz darstellen zu können.

 

10.) Und zu guter Letzt und wie immer an dieser Stelle: Was wollten sie schon immer einmal zum Thema Geldanlage / Robo-Advisor / Vermögensaufbau loswerden, sind aber noch nie mit einer entsprechenden Frage „konfrontiert“ worden?    

Ich würde mir wünschen, dass sich noch mehr Menschen aktiv mit dem Thema Geldanlage beschäftigen. Hierdurch könnten unglaublich viele gesellschaftliche Probleme besser gelöst werden.

Zu guter Letzt

Herr Dr. Otto – wir danken Ihnen vielmals für das Interview und wünschen weiterhin viel Erfolg mit ihrem Robo-Advisor Angebot.

Zur Person Dr. Sascha Otto

Dr. Sascha Otto, Jahrgang 1978, studierte nach einer Ausbildung bei der Hamburger Sparkasse Betriebswirtschaftslehre und promovierte zum Thema Effizienzmarktanalyse an der Londoner Metallbörse. Von 2000 bis 2006 arbeitete er als Vermögensverwalter bei der Hamburger Sparkasse. Von 2007 bis 2008 handelte er mit Rohstoffen bei Bache Commodities Limited, London, bevor er bis 2011 als selbstständiger Vermögensverwalter zur Hamburger Sparkasse zurückkehrte.

Seit 2012 ist Dr. Sascha Otto für das Portfoliomanagement der Sparkasse Bremen AG verantwortlich. In dieser Funktion ist er auch Geschäftsführer der Smavesto GmbH, einer 100%igen Tochtergesellschaft der Sparkasse Bremen, die ai-getriebene Investmentlösungen für Privatkunden anbietet.

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Markus G.

Markus ist der “Kopf” des Teams. Ideengeber, Vermarkter, Redakteur und irgendwie an allem auf diesem Portal beteiligt. Ohne ihn würde es dieses Portal so nicht geben. Eine Idee – entstanden aus dem persönlichen Interesse an FinTech und nun langjähriger Erfahrungen in der Finanz-Szene. Zudem ist Markus Kolumnist auf zahlreichen Investment-Plattformen – vor allem im englischsprachigen Raum, aber u.a. auch auf Focus.de
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