RoboAdvice: Warum hybriden Modellen die Zukunft gehört

Digitale Geldanlage oder modern auch gern RoboAdvice genannt, ist „In“ – so zumindest ist es immer wieder auf Kongressen in Gesprächen mit Experten der FinTech-Szene als auch Vertretern aus dem klassischen Finanzmarkt zu vernehmen. Kaum ein Zweifel daran, dass sich bereits auf mittlere Sicht das digitale Investieren mittels Robo-Advisor dauerhaft etablieren und somit durchsetzen wird. Die Frage, die sich stellt ist jedoch, welches Modell bei den Anlegern letztendlich den passenden Anklang finden wird?

Markus

Markus G.

19. Juni 2018

Hybrid-RoboAdvice

19. Juni 2018

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on email

Schaut man sich aktuelle Marktentwicklungen an, so scheint sich eins klar abzuzeichnen: bei allen vermeintlichen Vorteilen einer digitalen Geldanlage scheint für das Gros potentieller Anlage eins unverzichtbar sein und zwar die Existenz eines persönlichen Beratungsangebotes. Woraus folgt, dass die rein digitale Kapitalanlage vom Großteil der deutschen Kleinanleger nachwievor kritisch beäugt wird. Sind also hybride Robo-Advisor Angebote auf lange Sicht der Schlüssel zum Erfolg?

RoboAdvice zielt zumeist auf Kleinanleger ab

Schaut man sich die aktuellen RoboAdvice Angebote an, so ist die Zielgruppe relativ schnell identifiziert: der Kleinanleger. Gelockt von niedrigen Gebühren und geringen Einstiegssummen bis hin zu monatlichen Sparplänen sollen Menschen ihr erspartes Geld den neuen digitalen Helden der emotionsfreien Kapitalanlage anvertrauen. Doch rückt dabei eins offensichtlich komplett aus dem Fokus so manch eines Robo-Advisor Anbieters: der deutsche Kleinanleger ist sensibel, wenn nicht gar ängstlich und das hat seine Gründe.

Immerhin hat er nicht selten seine Last in Form von schlechten Erfahrungen zum Thema Geldanlage zu tragen: Entweder durch den desaströsen „Abgang“ des Neuen Marktes oder aber der weltweiten Immobilienkrise 2008 – schlimmstenfalls sogar „belastet“ durch beide Krisen. Beides Ereignisse, die den Traum vom schnellen Geld an den Börsen dieser Welt nachhaltig zerstört und Millionen von Kleinanlegern ihr mühsam Erspartes gekostet haben. Und das nicht selten aufgrund von “grauenhaften” Anlageempfehlungen der eigenen Bankberater.

Das eigentliche Geheimnis: Robo-Advisor müssen Vertrauen schaffen

Soll der deutsche Kleinanleger also abermals sein Geld irgendjemanden anvertrauen, so muss seinerseits erstmal eins geschaffen werden – die Basis dafür. Und hier kommt die menschliche Komponente ins Spiel. Kleinanleger haben Fragen zu Geldanlagen: Sie wollen verstehen, wie was wann wo und von wem investiert wird. Zwar belegen Umfragen und Prognosen, dass die Akzeptanz von Online angebotenen Kapitalanlagen bei der potentiellen Zielkundschaft durchaus Anklang findet und sich Kunden zunächst überwiegend online informieren und ebenso bei relativ einfachen Anlagen auch online den Abschluss tätigen.

Doch Geldanlagen, ob analog oder digital initiiert, können sehr komplex sein. Und je komplexer die Geldanlage ist, desto stärker scheint der Bedarf eines Anlegers an einer Diskussion darüber zu sein. Zumindest sollte es wohl aus Sicht der Kleinanleger die Möglichkeit dahingehend geben, eine Bestätigung der eigenen Anlageideen oder zumindest eine kompetente, menschliche Unterstützung bei der Umsetzung des Anlagevorhabens zu bekommen.

In Krisenzeiten ist der persönliche Ansprechpartner unersetzlich

Doch vor allem wollen Sie dann den persönlichen Ansprechpartner für ihre Geldanlage, wenn die Märkte nicht so gut laufen. Denn wenn vermeintliche Gefahr für das eigene Investment droht, steigt die Angst aufgrund der bisherigen Erfahrungen auf. Ein rein digital arbeitender Robo-Advisor ohne persönlichen Ansprechpartner für die Kundschaft läuft hier schnell Gefahr, dass der Anleger sein Geld, sinnvoll oder nicht, wieder abzieht und abermals vom Kapitalanlageangebot enttäuscht ist.

Es gilt also den Anleger mit seinem Bedarf genau dort abzuholen, wo die größte Gefahr für die Geschäftsmodelle des RoboAdvice bestehen – der Angst und den Vorbehalten jener Zielgruppe. Wer neben einem kostengünstigen digitalen Kapitalanlage-Angebot, entsprechender Rendite NACH Kosten als auch der Verfügbarkeit eines Beratungsmodells durch Einbindung von Experten am Markt auftritt, dürfte damit dauerhaft sein Geschäftsmodell des RoboAdvice etablieren können.

Solchen Hybrid-Modellen aus Robo-Anlageplanern und persönlicher Beratung durch Anlageexperten räumen unter anderem auch die Markt-Experten des Beratungsunternehmens Deloitte beste Zukunftschancen ein. Mit einfacher Argumentation: “Eine persönliche Beratung könne eben noch viel differenzierter auf die individuelle Situation des Kunden eingehen.“

Der zukünftige Erfolg der Hybrid Robo-Advisor Angebote ist bereits heute erkennbar

Das dies bereits heute ein von Erfolg gekröntes Modell darstellt, zeigen vor allem die schnelle Etablierung von hybriden Anlage-Angeboten wie beispielsweise ComInvest, Vividam als auch Quirion. Jene Anbieter lassen in zahlreichen Interviews immer wieder erkennen, das aus Ihrer Sicht ein persönliches Beratungsangebot in der Koppelung mit dem digitalen Geldanlage-Angebot bei den Kunden bestens ankommt. 

Doch auch die Nachfrage nach sogenannten White Label Hybrid Advisorn scheint gegeben zu sein, denn anders ließe sich der unternehmerische Erfolg der White-Label Hybrid Robo-Advisor Anbieter NIIO, aviyou und anderer wohl auch kaum erklären. Denn Banken sparen sich so die kostenintensive Entwicklung eines eigenen Robo-Advisors, kombinieren dieses digitale Angebot (White-Lable basierend) aber dann mit ihrer haus-eigenen Beratungskompetenz. Ferig ist der Hybrid Robo-Advisor.

Share on facebook
Facebook
Share on twitter
Twitter
Share on linkedin
LinkedIn
Share on pinterest
Pinterest
Share on pocket
Pocket
Share on reddit
Reddit
Share on xing
XING
RoboAdvice: Hybriden Modellen gehört die Zukunft » RoboAdvisor-Portal.com - das Infoportal

Markus G

Markus ist der “Kopf” des Teams. Ideengeber, Vermarkter, Redakteur und irgendwie an allem auf diesem Portal beteiligt. Ohne ihn würde es dieses Portal so nicht geben. Eine Idee – entstanden aus dem persönlichen Interesse an FinTech und nun langjähriger Erfahrungen in der Finanz-Szene. Zudem ist Markus Kolumnist auf zahlreichen Investment-Plattformen – vor allem im englischsprachigen Raum, aber u.a. auch auf Focus.de
Empfehlungen aus der Redaktion
Zurück zum Blog

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.