Interview mit vividam

Im Gespräch mit Frank Huttel / Leiter Portfoliomanagement

Vividam - initiiert von der Finet Asset Management Ag aus Marburg gilt als der erste rein nachhaltig investierende Robo-Advisor in Deutschland. Doch nicht nur beim Thema Nachhaltigkeit unterscheidet sich das Kapitalanlage-Angebot deutlich von seinen Mitbewerbern, sondern auch bei der Anlagestrategie, Anlageinstrumenten und mehr. Zeit also für einen Blick hinter die Kulissen, Zeit für ein Interview.

03. Juni 2020 | Oliver S

Keine Frage – nachhaltige Geldanlagen und Investments gewinnen immer mehr an Bedeutung. Und das nicht erst seit Greta Thunberg mit ihrer Initiative “FridaysForFuture” der Welt den Spiegel hinsichtlich der fortschreitenden Umweltzerstörung vor Augen führt. Auch im alltäglichen Leben achten immer mehr Menschen auf einen nachhaltigeren Lebensstil – was sich letztendlich auch im Finanzbereich zeigt.

So hat sich vor geraumer Zeit eine kleine, aber feine Vermögensverwaltung aus Marburg entschieden einen Online-“Ableger” namens vividam ins Leben zu rufen. Sich selbst als Anti-RoboAdvisor bezeichnend, verfolgt die FiNet Asset Management AG mit ihrer Online-Vermögensverwaltung eine rein nachhaltige Anlage-Philosophie.

Nun ist vividam seit etwas mehr als  1 1/2 Jahren auf dem Markt und es stellt sich die Frage, wie gut das Angebot am Markt aufgenommen wird, warum nachhaltige Geldanlagen als teuer wahrgenommen werden etc. Und somit haben wir uns abermals um ein Interview bemüht. Und auch dieses Mal waren wir erfolgreich mit unserer Anfrage. Resultat? Das vividam Interview – beinhaltend 10 Fragen an Frank Huttel / Leiter Portfoliomanagement.

vividam Interview – Herr Frank Huttel, Leiter Portfoliomanagement & Prokurist vividam (FiNet Asset Management)

1) Herr Huttel, zunächst einmal herzlichen Dank für Ihre Bereitschaft, uns bzw. unseren Lesern einige Fragen zu beantworten. Zur Entstehung von vividam: Wofür steht der Name, was soll er zum Ausdruck bringen und wie ist er entstanden?

vividam ist ein Kunstwort und setzt sich aus zwei Teilen zusammen. Der erste Teil vivid kommt ursprünglich aus dem lateinischen und heißt übersetzt lebendig. Der zweite Teil am steht für Asset Management, also Vermögensverwaltung. Soweit zur Herkunft.

Wir haben lange nach einem Namen gesucht, der unseren nachhaltigen und positiven Ansatz unterstreicht. Denn wir stehen für eine lebendige und aktive Form der Geldanlage, die die Werte und Ziele unserer Kunden erreichen soll.

2) vividam wird auch als Öko-Robo-Advisor bezeichnet. Sie stellen bei Ihrem Angebot mehrfach heraus, dass die Anleger gezielt nachhaltige Anlagen wählen können. Aus welchen Gründen haben Sie sich dafür entschieden, tatsächlich ausschließlich nachhaltige Fonds im Angebot zu haben?

Ich denke, dass „Öko“ zu kurz greift. Wir sehen uns als nachhaltigen Robo-Advisor. Nachhaltigkeit bezieht sich auf Ökologie, Gesellschaft, aber auch Ökonomie. Auch wenn seit dem Pariser Klimaabkommen von 2015 das Klima DAS Thema ist und die Aktivisten Greta Thunberg und #FridaysForFuture uns das immer wieder vor Augen halten, gibt es noch weitere Probleme, die gelöst werden müssen.

Ich möchte nur kurz auf Armut und Krieg und Flüchtlingsströme als Konsequenz, die Verschmutzung der Weltmeere durch Plastik, Mikroplastik in der Nahrungskette, Wasserknappheit, das Artensterben (Biodiversität) und vieles Meer hinweisen.

Diese „Problemfelder“ haben die Vereinten Nationen schon im September 2015 in den 17 UN SDGs (Sustainable Development Goals) formuliert. Der offizielle deutsche Titel lautet „Transformation unserer Welt: Die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung (kurz: Agenda 2030)“. Um diese Ziele bis 2030 zu erreichen, müssen jährlich 2,5 Billionen US-Dollar investiert werden. Und hier kommen die Finanzmärkte und deren Akteure ins Spiel.

Es muss Geld aus konventionellen Anlagen in zukunftsfähige Produkte und Dienstleistungen umgeleitet werden, um diese sehr ambitionierten Ziele zu erreichen. Es bedarf mutige Entscheidungen und Investoren, die junge Firmen frühzeitig unterstützen. Prominente Beispiele sind neben Tesla z.B. die „Protein-Fleisch“ Erzeuger Beyond Meat oder Impossible Food aber auch The Ocean Clean-Up Projekt. Es gibt aber hunderte von Start-Ups und börsennotierten Unternehmen, die die Probleme von morgen lösen wollen. Nicht alle werden erfolgreich sein, aber das gehört dazu.

In diese Themen der Zukunft wollen wir für unsere Kunden investieren. Allerdings nicht in sogenannte Risikokapital- oder Wagnisfonds, sondern in täglich liquide und regulierte Publikumsfonds.

Abgesehen davon, dass es Sinn macht, nachhaltig zu investieren, kommt Unterstützung und Druck zugleich von oben. Die EU unter Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat im Dezember 2019 den European Green Deal vorgestellt. Schon länger arbeitet die EU auch an einem Aktionsplan. Im Kern sieht dieser EU-Aktionsplan zunächst ein Klassifikationssystem (Taxonomie) vor, das Kriterien für nachhaltige Wirtschaftstätigkeiten definiert und somit Investoren die notwendige Transparenz für ihre Entscheidungen geben soll.

Als Folge verpflichtet der für uns in Deutschland zuständige Regulator BaFin in der nächsten Revision der MiFiD II jeden Berater, seine Kunden nach nachhaltigen Geldanlagen zu fragen. Das sind einige der Beweggründe, warum wir ausschließlich auf nachhaltige Fonds setzen. Und wie sang schon Bob Dylan „The Times they are a changin’”

3) vividam zählt sich zu den sogenannten hybriden Robo-Advisors. Es gibt demnach eine Mischung aus Software basierten Analysen und menschlichem Fachwissen. Können Sie uns erläutern, wie exakt das Zusammenspiel dieser zwei Komponenten in Ihrem Haus ist? Trifft letztendlich zum Beispiel der mathematische Algorithmus eine Entscheidung oder ist es der Spezialist aus Fleisch und Blut, der auswählt, welche Fonds als Investment genutzt werden?

vividam ist eine Symbiose aus Mensch und Maschine. Der Mensch steht immer im Mittelpunkt und macht sich die Technik zu Nutze. Der Kunde kann immer auf einen persönlichen Berater zurückgreifen – wenn er es wünscht.

Das sogenannte Onboarding ist allerdings zu 100% digital und papierlos. Der Kunde beantwortet am PC, Handy oder Tablet die Fragen, die Ihn zur passenden Strategie führen, signiert den Vertrag anschließend digital und legitimiert sich am Ende in via IDnow am Handy/Tablet. Auch bekommt der Kunde einen Online-Zugang, wo er „sein“ Depot sieht. Dort sind auch alle Vertragsunterlagen sowie die Quartalsberichte abgelegt.

Beim Portfoliomanagement verlassen wir uns dann wieder auf unsere menschliche Erfahrung und unser Netzwerk. Das Auswählen der Themen und der Fonds ist unsere Kernkompetenz. Dort gibt es auch keinen Algorithmus, der Quoten optimiert und verändert oder „Risikomanagement“ betreibt. Wir sind sogenannte „Buy & Hold“ Investoren und nachhaltiges Investieren ist ein Marathon und kein Sprint!

4) Zu Beginn hatte vividam drei Anlagestrategien im Angebot, nämlich „Nachhaltig 30“, „Nachhaltig 50“ und „Nachhaltig 70“. Die Zahl steht dabei jeweils für den Aktienanteil im Portfolio, der über die entsprechenden aktiv gemanagten Fonds abgebildet wird. Seit geraumer Zeit haben Sie noch eine vierte Anlagestrategie hinzugenommen, die sich Klippenspringer nennt und als „Nachhaltig 100“ eine Aktienquote von 100 Prozent beinhaltet. Warum haben Sie sich entschieden, Ihre Strategien um diese Komponente zu erweitern?

„Klippenspringer“ war zuerst nur ein interner Arbeitstitel. Mit einer Aktienquote von 100% kann ein Rücksetzer an den Börsen richtig weh tun. Genau wie ein Sprung von einer Klippe, wenn man falsch landet. Dann gefiel uns der Vergleich immer besser und es passt ja auch zu unserem Sprungturm im Onboarding-Prozess.

Aber nun zur eigentlichen Frage. Vor allem junge Kunden und Eltern haben uns darauf angesprochen, ob es auch eine Strategie für lange Zeiträume gibt, die noch deutlicher schwankt und wo sich der Sparplan, also ein Cost-Average-Effekt bezahlt machen kann. Auch Anleihen machen für das Sparen wenig Sinn. Und so wurde die Strategie im Juli letzten Jahres live geschaltet.

5) Die am Markt vertreten digitalen Vermögensverwalter lassen sich danach in zwei Gruppen einteilen, ob vorwiegend mit ETFs oder aktiv gemanagten Fonds gearbeitet wird. vividam ist der Auffassung, dass der aktive Anlagestil Erfolg versprechender ist und setzt daher keine passiven Anlageformen, wie zum Beispiel ETFs, ein. Allerdings zeigen Vergleiche, dass ETFs gegenüber aktiv gemanagten Fonds nicht nur hinsichtlich der Rendite (Kosten einbezogen), sondern ebenfalls im Hinblick auf die reine Performance häufiger mindestens gleich gut oder sogar besser wie Aktivfonds abschneiden.

Was also bewegt Sie zu der Annahme, dass die von vividam gewählten Aktiv-Fonds zu den Fonds gehören, mit denen Anleger eine bessere Rendite als mit ETFs erzielen können?

Es geht in erster Linie nicht nur um mehr Rendite – nicht falsch verstehen, wir wollen Geld verdienen. Wir ziehen aber noch eine weitere Dimension in Betracht und zwar die Wirkung, auch Impact genannt. Und hier sehen wir den großen Unterschied zu ETFs. Mit unseren Fonds wollen wir in die 17 UN SDGs „einzahlen“, also die Ziele erreichen helfen. Das kann ich mit den wenigsten, auch nachhaltigen ETFs nicht.

Zumal diese so gut wie kein Engagement betreiben und ihre Stimmrechte auf Hauptversammlungen nicht oder selten nutzen. Sicherlich einer der großen Kritikpunkte an ETFs. Dazu habe ich auch Ende 2019 einen Blog-Eintrag geschrieben, den man hier lesen kann https://www.vividam.de/index.php/aktiv-vs-passiv-nachhaltigen-fonds/.

Eine unserer Beraterinnen hat es einmal wie folgt beschrieben. „Verglichen mit dem Eiskunstlauf repräsentieren ETFs ein Pflichtprogram beim Investieren, der aktive Fonds jedoch die Kür.”

Unvergessen bleibt die Kür für die Ewigkeit von Aljona Savchenko und Bruno Massot bei den Olympischen Winterspielen von Pyeongchang in 2018 mit der berührenden Musik „La Terre vue du ciel“ vom Komponisten Armand Amar, der mit diesem Lied auf unseren Umgang mit dem Planeten aufmerksam gemacht hat.

Beim Eiskunstlauf müssen im Pflichtprogramm viele vorgegebene Figuren möglichst exakt gelaufen werden. Im Kürteil dürfen die Athleten zeigen was sie können und ihr Programm individuell zusammenstellen.“ Wir von vividam stehen für die Kür!”

Wer diesen Weg mitgehen möchte, also eine positive Wirkung auf Umwelt und Gesellschaft erzielen möchte, zahlt einen etwas höheren Preis.

Leider spiegelt sich dies in den erhöhten Fondskosten und damit in einer höheren Gesamtkostenquote nieder. Der Kunde muss hier abwägen, ob er günstige ETFs haben möchte oder ein etwas teureres nachhaltiges Investment mit Wirkung. Nebenbei angemerkt spenden wir einen Teil unserer Erträge an eine Bienen-Organisation und geben somit etwas zurück.

Und ich bin wirklich gespannt, wie wir uns auf Sicht von 3 Jahren gegenüber den konventionellen, ETF-basierten Ansätzen schlagen – nach allen Kosten.

6) Sehr positiv ist, dass Sie die aktuelle Performance Ihrer Strategien jeweils monatsaktuell auf Ihrer Webseite veröffentlichen. Auffällig ist, dass sich im Jahre 2019 die Strategie vividam „Nachhaltig 100“, die bekanntlich einen Aktienanteil von 100 Prozent enthält, mit 7,37 Prozent am schlechtesten entwickelt hat.

Sogar die konservative Strategie „Nachhaltig 30“ erzielte mit 11,58 Prozent eine um über vier Prozent höhere Rendite. Wie erklären Sie sich diese Entwicklung, wo doch die Aktienmärkte im vergangenen Jahr besonders positiv gelaufen sind?

Für uns spielt Transparenz eine große Rolle. Daher veröffentlichen wir unsere Wertentwicklung sehr zeitnah auf unserer Webseite. Während Corona haben wir sogar ad-hoc über die sozialen Medien informiert. Aber nun zur Frage, die sehr einfach zu beantworten ist. Wir haben erst im Juli 2019 mit unserem „Klippenspringer“ begonnen. Erst seit dann zeigen wir auch die echten Daten. „Rückrechnungen“ zeigen wir nicht uns sind auch nach meiner Kenntnis nicht erlaubt.

7) Zahlreiche Kunden, die sich für einen Robo-Advisor entscheiden, sind durchaus preissensibel. Mit einer All-In-Gebühr in Höhe von 1,29 Prozent inkl. MwSt. sind Sie sicherlich nicht unter den günstigsten Online-Vermögensverwaltern angesiedelt. Hinzu kommen jährliche Produktkosten zwischen 1,35 und 1,82 Prozent, sodass der Anleger insgesamt bis zu 2,9 Prozent an jährlichen Gebühren tragen muss, die natürlich die Rendite erheblich mindern.

Zum Vergleich: Robo-Advisors, die mit ETFs arbeiten, kosten den Anleger oftmals in Kombination mit der Servicegebühr nur zwischen 1,2 und 1,4 Prozent. Wie erklären Sie potentiellen Kunden, dass diese bei Ihnen im Schnitt rund 1,5 Prozent mehr an jährlichen Gebühren zahlen müssen?

Diese Kritik hören wir leider sehr häufig und es erinnert mich ein bisschen an die Saturn-Werbung „Geiz ist geil“, die von 2002 bis 2011 im Fernsehen ausgestrahlt wurde. Es ist vollkommen richtig, auf die Kosten zu achten. Aber Kosten sind nicht alles. Das Produkt und der Service müssen stimmen. Und als hybrider Robo-Advisor steht ein Berater aus Fleisch und Blut zur Seite, der einen Teil der „All-In-Gebühr“ bekommt.

Dies ist aber nur ein Teil der Kosten. Der größere Anteil sind die die zusätzlichen Produktkosten, die mit der Höhe der Aktienfondsquote ansteigen. So ist vividam 100 die „teuerste“ Strategie. Um hier etwas Licht in das Thema zu bringen, muss ich etwas ausholen und einige Dinge erklären.

Die Produktkosten bzw. laufenden Kosten sind alle Kosten des Fonds, die man im KIID bzw. den wesentlichen Anleger-Informationen entnehmen kann. Diese setzen sich aus verschiedenen Komponenten zusammen wie den Management- oder Verwaltungsgebühren, Vertriebsfolge-Provisionen oder eventuellen Performance-Gebühren. Aber auch Kosten für die Werbung, Druckkosten, Kosten für den Wirtschaftsprüfer, Anwaltskosten, Kosten für die Jahresbericht-Erstellung sowie Kosten der Geschäftsführung und Depotbank-Gebühren gehören dazu.

Alle diese Kosten werden täglich berechnet und – das ist ganz wichtig – dem Fondsvermögen entnommen. Somit ist der täglich berechnete Fondspreis, auch NAV oder Netto-Inventarwert genannt, der endgültige Wert. Das heißt, dass die laufenden Kosten zwar vom Kunden getragen werden, aber nicht noch einmal abgezogen werden müssen.

Ich weiß, dass hört sich alles technisch und kompliziert an, aber im Endergebnis zahlt der vividam-Kunde direkt nur 1,29%. Es liegt an uns, Fonds zu wählen, die ihre erhöhten Kosten „wert“ sind und/oder sich besser entwickeln bzw. die gewünschte Wirkung liefern.

8) Beim Onboarding stellen Sie dem Anleger einige Fragen, zum Beispiel nach seinem Anlageziel und der gewünschten Anlagedauer. Aufgefallen ist uns, dass Sie ebenfalls darum bitten, das Bruttoeinkommen zu nennen. Aus welchen Gründen fragen Sie danach, denn das vorhandene Bruttoeinkommen sagt nichts darüber aus, wie viel Kapital der Anleger investieren oder monatlich sparen kann.

Weshalb also ist das Bruttoeinkommen für welche Entscheidung relevant? Und wie sehen sie die Kritik, dass Ihr Onboarding zu wenig „spezifisch“ sei?

Das (Brutto)einkommen ist gem. WpHG verpflichtend abzufragen und wird für die Bestimmung der Risikotragfähigkeit benötigt.

Das Einkommen wird aber noch an einer zweiten Stelle benötigt. Der Robo-Advisor errechnet im achten Schritt des Onboarding-Prozesses basierend auf den persönlichen Daten des Kunden und Daten von Personen aus der Vergleichsgruppe „Peer“ eine optimale Anlagesumme bestehend aus Einmalanlage und Sparplan aus. Diesen Vorschlag kann der Kunde aber noch anpassen.

Warum unser Onboarding zu unspezifisch ist, kann ich nicht nachvollziehen. Mit der Entscheidung, dass der Kunde nachhaltig anlegen möchte, fallen viele Fragen im Prozess weg. Da wir wissen, dass gerade in diesem Prozess zu viele Fragen eher zu einem Abbruch führen, haben wir uns auf die vom Gesetzgeber vorgeschriebenen Fragen beschränkt. Das begrüßen die meisten Kunden.

9) Einige, wenn auch bisher wenige, direkte Mitbewerber bieten ebenfalls die Möglichkeit eines nachhaltigen Investments. Dazu zählen beispielsweise Visualvest mit den Greenfolios oder auch Liqid mit Global Impact. Was ist im Bereich der nachhaltigen Geldanlage aus Ihrer Sicht der entscheidende Vorteil von vividam, weshalb sich Anleger für Sie und nicht für einen der Mitbewerber entscheiden sollten, falls Wert auf ein ethisch-ökologisches Investment gelegt wird?

Ich möchte hier nicht den Anschein erwecken, Konkurrentenbashing zu betreiben. Ich finde es toll, dass wir Mitstreiter für die Sache haben. Der größte Unterschied ist wohl, dass wir ausschließlich nachhaltige Strategien anbieten. Soweit ich mich mit den Mitbewerbern beschäftigt habe, setzen wir ausschließlich auf aktive Fonds mit dem deutlichen Fokus auf Wirkung.

Und wir sind wesentlich breiter aufgestellt aus VisualVest, die „nur“ sechs Fonds inkl. ETFs einsetzen. Zu Liqid kann ich wenig sagen, zumal das Einstiegsvolumen sehr hoch ist. Sowohl VisualVest als auch wir starten ab sehr kleinen Beträgen und wir „verpflichten“ unsere Kunden, einen Sparplan einzurichten.

10) Ein Blick in die Zukunft: Was sind Ihre Ziele für die kommenden fünf Jahre? Was ist Ihrer Auffassung notwendig, damit vividam auch in 2025 eine gute Marktposition hat und sich über wachsende Kundenzahlen freuen kann? Gibt es vielleicht schon konkrete Änderungen, die Sie zukünftig an Ihrem Angebot vornehmen möchten beziehungsweise werden?

Wir wollen einer der führenden, nachhaltigen Robo-Advisor in Deutschland werden. Dies wollen wir einerseits durch eine positive Wertentwicklung erreichen, die sich allerdings an den Märkten orientiert. Wie gesagt, wir betreiben kein Markt-Ttiming. Das heißt aber nicht, dass die Strategien statisch bleiben. Wir sondieren laufend die am Markt verfügbaren Fonds und fügen ggfs. interessante Produkte zu den Portfolien hinzu.

Ebenso wichtig, wenn nicht sogar wichtiger, wird unser Projekt „Wirkungsreporting“ sein. Wir wollen weg von klassischen, Kennzahlen getriebenen Berichten. Wir wollen den Kunden*innen zeigen, welche Wirkung sie mit Ihrem Geld erzielt haben. Das wollen wir grafisch ansprechend und für einen „Laien“ verständlich darstellen. Denn unsere Kunden*innen sind in der Regel keine Fachleute, sondern nachhaltige Sparer und Anleger, die uns ihr Geld anvertrauen.

Darüber hinaus werden auch wir unsere Webseite weiter optimieren und Funktionalitäten hinzufügen, aber auch mehr Inhalte und Wissen unseren Kunden und Interessenten anbieten.

Zu guter Letzt

Herr Huttel, wir danken Ihnen vielmals für das Interview und den Einblick in ihr nachhaltiges Kapitalanlage-Angebot. Und wir wünschen weiterhin viel Erfolg für ihren nachhaltigen Robo-Advisor!

Zur Person Frank Huttel

Frank Huttel ist Prokurist und Leiter Portfoliomanagement. Ein gelernter Wirtschaftsinformatiker (EBS) mit über 25 Jahren Erfahrung als Händler (Eurex-, Xetra- und NASD-Lizenz) und Portfolio- und Fondsmanager u.a. für Absolute-Return-Produkte bei Investmentboutiquen. Seit 2009 bei der FiNet Asset Management AG in Marburg als Fonds- und Portfoliomanager tätig.

Frank Huttel ist spezialisiert u.a. auf Produktentwicklung und der Fondsauswahl und hat fundiertes Know-how im klassischen sowie alternativen Asset-Management. Seit 2019 ist er SRI-Advisor (EBS) und Climate Reality Leader (2018). 

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Oliver S.

Oliver ist der Journalist im Team. Ausgebildeter Banker (Hypo Vereinsbank), hat hohes Maß an spezifischem Finanzwissen und ist einer der bekanntesten Schreiberlinge in der Finanz-Szene. Was er schreibt, hat Gewicht und Aussagekraft. Vor allem vermittelt er das Thema Finanzen in einer Leichtigkeit, die seinesgleichen sucht. Nicht ohne Grund hat Oliver unter anderem auch für die Huffington Post geschrieben. Zudem ist er bis heute auch als Redakteur für FTD.de (ex Financial Times Deutschland) als auch auf Unternehmerhandbuch.de tätig. Also eine echte Bereicherung für das Team. Kümmert sich hier um alles, was mit dem Thema Finanzwissen, Interviews und News zu tun hat.