truevest - so lautet das digitale Kapitalanlage-Angebot der Patriarch Multimanager Gmbh. Der Robo-Advisor unterscheidet sich nicht nur bei der geforderten Mindestanlagesumme, sondern auch in seinem gesamten Investment-Angebot. Warum das gut so ist, erläutert Dirk Fischer neben anderen Punkten iin unserem truevest Interview.
14. März 2018 | Oliver S
Interview mit Dirk Fischer, Geschäftsführer Patriarch Multimanagement / truevest
Im Jahr 2025 steht Truevest als faszinierender Hybrid in der deutschen Robo-Advisory-Landschaft da – ein Anbieter, der bewusst die Grenzen zwischen digitaler Automatisierung und menschlicher Expertise verwischt. Während die meisten Konkurrenten entweder auf reine Algorithmen oder ausschließlich auf ETF-Portfolios setzen, kombiniert das Unternehmen von Patriarch Multimanagement das Beste aus beiden Welten: technische Präzision beim Timing und menschliche Erfahrung bei der Titelauswahl.
Das Herzstück der Truevest-Philosophie ist die legendäre 200-Tage-Linie – ein über hundert Jahre bewährtes Instrument, das in Krisenzeiten automatisch ins Geldmarkt-Segment umschichtet und damit Kapitalverluste vermeidet. Diese Absicherungsstrategie, kombiniert mit der Wahlfreiheit zwischen aktiven Fonds und ETFs, macht Truevest zu einem der komplettesten Robo-Advisor-Angebote am Markt. Während andere Anbieter standardisierte Lösungen für die Masse entwickeln, setzt Truevest auf individualisierte Premiumbetreuung.
Dirk Fischer, der erfahrene Geschäftsführer von Patriarch Multimanagement, erklärt im Gespräch, warum die Kombination aus menschlicher Intelligenz und algorithmischer Präzision die Zukunft der digitalen Vermögensverwaltung darstellt, wie die 200-Tage-Linie konkret funktioniert und weshalb Truevest bewusst auf Transparenz statt auf undurchschaubare “Black Box”-Algorithmen setzt. Ein Interview über einen Robo-Advisor, der anders denkt als der Rest der Branche.
Dirk Fischer ist Diplom-Bankbetriebswirt und begann seine berufliche Karriere im Private Banking der Deutschen Bank AG. Danach war er sechs Jahre als Vertriebsleiter und Prokurist beim Maklerpool Jung, DMS & Cie. AG für die Betreuung von unabhängigen Finanzdienstleistern verantwortlich. Seit 2007 agiert er als Geschäftsführer der Patriarch Multimanager GmbH und bringt damit über ein Jahrzehnt Erfahrung in der digitalen Vermögensverwaltung mit.
Herr Fischer, würden Sie unseren Lesern zu Beginn einen kurzen Einblick geben, worum es sich bei truevest handelt und warum sich Anleger für die Online-Vermögensverwaltung entscheiden sollten?
Bei truevest handelt es sich um ein vollelektronisches automatisches und internetgesteuertes Selbstberatungstool im Fondsvermögensverwaltungs-, und somit Kapitalanlagesegment. Damit also um einen sogenannten Robo-Advisor. Der Charme einer solch schlanken Online-Vermögensverwaltung liegt generell in der enorm günstigen Kostenstruktur und in der äußerst bequemen und zeitsparenden Abwicklung.
Bei truevest im Speziellen kommt noch ein langjährig bewährter Anbieter, erprobte Strategien mit seit 6,5 Jahren belegbaren Ergebnissen hinzu, sowie der „menschlichen Komponente” auf der Vermögensverwalterseite und der wahlweise Einsatz von ETFs oder aktiven Fonds, je nach Gusto des Investors, hinzu.
Vier „Trend 200 Fondsvermögensverwaltungs-Strategien” setzt truevest sowohl mit aktiv gemanagten Fonds (bei aktuell drei Strategien) als auch mit ETFs (bei einer Strategie) um. Warum haben Sie sich dafür entschieden, sowohl den klassischen Fondsansatz als auch den Anlageansatz mittels Exchange Traded Funds abzudecken, während zahlreiche Mitbewerber ausschließlich mit ETFs arbeiten?
Die Antwort liegt auf der Hand. Wir wollen unseren Kunden nicht bevormunden und im aktuellen „Glaubenskrieg” zwischen aktivem (Zielfonds) und passivem (ETFs) Fondsmanagement nicht über seinen Kopf hinweg selbst entscheiden. Vertraut er aktiven Fonds ist er bei unserem mandatierten Manager, der DJE Kapital AG, mit Sicherheit in absoluten Top-Händen. Glaubt er eher an passive Ansätze, freut sich Deutschlands „Mr. ETF” Markus Kaiser auf ihn.
Der passive Weg ist dabei leicht günstiger, hat dafür aber normalerweise keine Chance auf Outperformance zu den mit den Ziel-ETFs abgebildeten Indizes. Mit unserem System der temporären Desinvestition in Marktkrisenzeiten ist allerdings sogar das über durch die integrierte Absicherung vermiedene Verluste möglich.
In unsicheren Zeiten investieren Sie das Geld Ihrer Kunden teilweise am Geldmarkt und tragen somit zu einer Kapitalabsicherung bei. Diese Vorgehensweise ist bisher ein Alleinstellungsmerkmal unter den Robo-Advisors. Kapitalabsicherungen haben zwar einerseits den positiven Effekt, dass Kapitalverluste reduziert bzw. verhindert werden können. Andererseits geht eine derartige Absicherung über den Geldmarkt natürlich auf Kosten einer möglichen höheren Rendite. Wie schätzen Sie diesen Vorteil der Kapitalabsicherung gegenüber dem Nachteil ein?
Wir sind uns sicher mit dem integrierten Absicherungskonzept einen elementaren Mehrwert für einen potentiellen Robo-Advisor-Kunden zu bieten. Denn schließlich reden wir von einem „Selbstentscheider”. Wer weiß also wirklich, wie firm dieser Kunde im Kapitalanlagebereich tatsächlich ist? Eine integrierte Absicherung kann da sicherlich beim nächsten Börsenrückschlag definitiv nur von Vorteil sein.
Und ganz ehrlich, die Kosten dafür sind absolut überschaubar. Sind wir in der Desinvestitionsphase im Geldmarkt engagiert, erwirtschaftet unser Produkt aktuell keine Verzinsung, die Strategiekosten laufen aber weiter. Die monatlichen Kosten liegen hier lediglich zwischen 0,11% – 0,14%.
Nehmen wir den Zeitraum vom 1.8.11 – 31.12.11. Eine Periode in welcher der DAX gute 17,5% verlor, oder alternativ der EuroStoxx 50 immerhin 13,25%. Unsere Trend 200-Strategien waren bereits zuvor via verlässlichem Verkaufssignal in den Geldmarkt gewandert. Gesamtergebnis für die betroffenen Kunden über denselben Zeitraum -0,3% NACH Spesen bei einer Volatilität von NULL. Keiner unserer damaligen Investoren hat bis heute jemals die Absicherungskosten auch nur in Frage gestellt.
Truevest zählt zu den Robo-Advisor Anbietern, die nicht nur auf digitale Entscheidungsprozesse per Algorithmen setzen, sondern bei denen menschliches Fachwissen ebenfalls eine große Rolle spielt. Daher spricht man häufig auch von einem hybriden Robo-Advisor. Worin sehen Sie die Vorteile einer derart gemischten Basis für die Anlageentscheidung im Vergleich zur Vorgehensweise diverser Mitbewerber, die ausschließlich mit finanzmathematischen Algorithmen arbeiten?
Bezogen auf die rein digitalen Systeme vieler Wettbewerber kann ich lediglich sagen, dass uns von Kundenseite immer wieder gespiegelt wird, dass ihnen das Thema „Algorithmen” dort einfach zu sehr eine „intransparente Blackbox” ist. Kunden wollen eben verstehen, warum Zielinvestmententscheidungen getroffen wurden.
Wir dagegen wollen einfach die Stärken zweier Systeme vereinen. Bei der Entscheidung WANN ge- oder verkauft wird, lassen wir die reine Technik entscheiden, da uns hier die Emotionen des Menschen (Behavioral Finance) hinderlich erscheinen. Bei der Entscheidung WAS gekauft wird, vertrauen wir aber mehr dem Erfahrungsschatz von exzellenten Fondsmanagern.
Die aktuelle Praxis bestätigt immer wieder unseren Ansatz darüber, dass der Mensch oft das falsche Timing gewählt hätte, während die künstliche Intelligenz annähernd nie die besten Titel erwischt hätte. Somit sehen wir in dieser Kombination mehr denn je das derzeitige Optimum für den Investor.
Nach der Befragung erhält jeder neue Kunde von truevest einen Anlagevorschlag, der unter anderem die Aufteilung des Portfolios nach Assets beinhaltet. Bieten Sie Ihren Kunden anschließend die Möglichkeit, beispielsweise nach einigen Monaten, die Anlagestrategie und somit das Portfolio zu wechseln? Falls ja, weisen Sie Ihre Kunden auf mögliche Nachteile der Strategieänderung hin?
Der Kunde kann im Rahmen seiner beim Erstinvestment hinterlegten Risikoneigung jederzeit in eine andere Strategie wechseln, wenn er eine mit einer NIEDRIGEREN Risikoneigung wählt. Dieser Switch kostet nichts, wird aber von uns nicht aktiv empfohlen, da wir nicht beratend tätig sind.
Will er in eine Strategie mit höherer Risikoneigung wechseln, muss er dazu die Depotbank und haftenden Vermögensverwalter, die Augsburger Aktienbank AG, aktiv kontaktieren und eine nun höhere persönliche Risikoneigung neu hinterlegen. Ohne diesen Schritt wäre ein solch risikoerhöhender Switch nicht möglich. Auch hierzu würden wir nicht aktiv zuraten, wie schon vorstehend begründet.
Jede Ihrer vier Anlagestrategien beinhaltet, dass das entsprechende Portfolio – abhängig von der Risikoneigung des Kunden – aus unterschiedlich gewichteten aktiv gemanagten Fonds bzw. ETFs mit unterschiedlichen Basiswerten besteht. In welchen Abständen überprüft truevest, ob die aktuelle Zusammensetzung des Portfolios noch optimal ist? Auf Grundlage welcher Veränderungen am Markt werden bei Bedarf Änderungen in der Zusammensetzung vorgenommen?
Die Strategieinhalte sind täglich in der Beobachtung der mandatierten Berater, DJE Kapital AG und StarCapital AG. Anpassungen erfolgen somit entweder aufgrund aktueller Marktveränderungen oder wegen angestrebter Optimierungen bei einzelnen Zielinvestments. Die optionalen Regeltermine dazu sind stets der 9. Und 26. eines Monats.
Sollten elementare Marktverwerfungen eintreten oder Signale über die 200-Tage-Linien-Absicherung erforderlich werden, kann aber natürlich an jedem Werktag reagiert werden. Aufgrund der seit Jahren bewährten Allokation der Strategieberater kommt es aber im Schnitt nur zu ca. 3-4 Veränderungen in einem normalen Börsenjahr.
Die gravierendsten Veränderungen werden durch Signale der 200-Tage-Linie hervor gerufen, da dann eine 100%ige Strategieumgestaltung an einem Tag erfolgt, oder wenn sich die Zusammensetzung des weltweiten GDP (Bruttoinlandsprodukt der Länder) verändert, da dies die Grundbasis der Asset Allocation unserer PatriarchSelect ETF Trend 200 Vermögensverwaltung ist.
Die vier Anlagestrategien, auf deren Grundlage truevest aktiv ist, tragen alle die Bezeichnung „Trend 200″ im Namen. Können Sie unseren Lesern bitte in einfachen Worten erläutern, was es mit der 200-Tage-Linie, auf welche die Namensgebung zurückzuführen ist, auf sich hat und warum diese für Ihre Strategie besonders wichtig ist?
Die 200-Tage-Linie ist ein sogenannter „gleitender Durchschnitt”, welcher mathematisch für jeden Wert der von Interesse ist über dessen letzte 200 Börsenkurse errechnet werden kann. Ein gleitender Durchschnitt ist ein Frühindikator in Bezug auf eine längerfristige Trendumkehr eines Börsentrends. Das Ganze ist keine neue Erfindung, sondern funktioniert bereits über 100 Jahre mit einer sehr hohen Trefferquote.
Im Prinzip vergleicht man den Tageskurs eines Wertes mit seiner Vergangenheit über das letzte Börsenjahr anhand eines Chartverlaufes. Solange dabei der aktuelle Kurs über dem historischen Durchschnittskurs liegt, ist die aktuelle Situation attraktiv, der Investor will am Markt dabei sein und man bleibt investiert.
Kippt das Szenario und der Vergangenheitskurs steigt höher als der Gegenwartskurs, ist der Zug schon abgefahren und die Fantasie aus dem Wert bereits verschwunden. Daher nichts wie weg damit, also Verkauf und Desinvestition. Und wir führen diesen 200-Tag-Linien-Vergleich halt nicht auf Einzelwerte oder Indizes, sondern genau auf unsere Strategieinhalte und richten uns nach deren Aussage, ob es für unsere Kunden gut ist, investiert zu sein oder besser nicht.
Würden Sie uns zum Abschluss einen Ausblick geben, welche Ziele sich truevest für die nächsten Jahre gesetzt hat, um auch weiterhin zu den führenden Robo-Advisors zu gehören? Wie schätzen Sie die Weiterentwicklung der Online-Vermögensverwaltungen generell ein, wie sehen Sie deren langfristigen Erfolgsaussichten, insbesondere im Vergleich zu klassischen Vermögensverwaltungen?
Ich bin mir sicher, dass der Erfolg von Online-Vermögensverwaltern über die nächsten Jahre nicht mehr aufzuhalten ist. Die Wachstumsraten in diesem Teilmarkt sind jetzt bereits enorm. Und wenn sich die Tendenzen der immer stärkeren Regulierungen und gleichzeitiger Kostentransparenz fortsetzen, treibt das viele weitere Anleger in Richtung Robo-Advisor.
Zur Bestätigung meiner Thesen reicht ein kurzer Blick nach England oder in die USA, wo die Robos bereits den Markt dominieren. Die klassische Vermögensverwaltung sehe ich nach wie vor ebenso mit hoher Existenzberechtigung und guten Zukunftsaussichten, da es auch weiterhin immer eine große Gruppe von Anlegern geben wird, die persönliche Beratung schätzen und auch gerne dafür bezahlen.
Für truevest im speziellen sehen wir die Aussichten sehr gut, da wir über unsere sehr spezielle Strategie ziemlich konkurrenzlos im Segment der Robos als Exote positioniert sind. Viele Investoren möchten aber gerade in diesem neuen Segment keine Experimente, sondern eben einen verlässlichen Anbieter, wie uns. Wir wollen uns in diesem „Verdrängungswettbewerb” als der „Qualitätsführer unter den Robos” durchsetzen und so vielen Kunden, wie möglich, über diesen kostengünstigen Weg endlich einmal eine langfristig erheblich bessere Alternative zum Sparbuch oder Festgeld bieten.
Herr Fischer, vielen Dank für das sehr interessante Interview und weiterhin viel Erfolg mit truevest!
Interview geführt im Rahmen der Serie „8 Fragen an…” zur digitalen Vermögensverwaltung in Deutschland. Alle Angaben entsprechen dem Stand zum Zeitpunkt des Interviews und ohne Gewähr.
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Zuletzt aktualisiert am 4. August 2025 by Redaktion