Whitebox – das Robo-Advisor Angebot im ausführlichen Test

Das Robo-Advisor Angebot von Whitebox: Lohnt sich ein Investment für Anleger beim Freiburger Fintech? Unser Whitebox Test liefert hierzu die Antwort...

1. Der Robo-Advisor Whitebox im Test

Whitebox ist ein 2016 von Salome Preiswerk und Dr. Birte Rothkopf gegründeter Robo-Advisor. Die beiden Gründerinnen sind als Geschäftsführerinnen operativ tätig und sitzen mit ihrer digitalen Vermögensverwaltung in Freiburg im Breisgau.

Die depotführende Bank von Whitebox ist die flatexDEGIRO Bank AG, im Bereich Portfoliomanagement arbeitet der Robo-Advisor mit Morningstar Investment Management (MIM) / Ibbotson zusammen.

Whitebox setzt im Rahmen seiner Investmentphilosophie ausschließlich auf passive Produkte wie ETFs und ETCs. Um mit einer der zwei Anlagestrategien investieren zu können, müssen 25 Euro bzw. 5.000 Euro Mindestsumme – je nach Strategie – angelegt werden.

Konkrete Angaben zur Höhe des verwalteten Kundenvermögens (Assets under Management) macht der digitale Vermögensverwalter nicht.

Whitebox Test - das Roboadvisor Angebot
Grafik: Der Roboadvisor Whitebox wirbt mit dem Slogan des “überlegen investieren” und untermauert dies mit zahlreichen Auszeichnungen. Doch wie gut schneidet der Roboadvisor in unserem Whitebox Test ab? – Quelle: Whitebox

 

In Bezug auf seine Werbeaussage des “überlegen investierens” wird unser Whitebox Test zeigen, inwieweit man sich als Anleger auf diese Aussage verlassen kann.

2. Die Geldanlage mit dem RoboAdvisor Whitebox

Das Roboadvisor Angebot Whitebox bietet seinen Nutzern grundlegend zwei verschiedene Anlagestrategien, die sich wiederum in verschiedene Risikoneigungen unterteilen. Der Robo-Advisor investiert ausschließlich in passive Produkte und kann bereits auf über fünf Jahre am Markt zurückblicken.

2.1 Der Registrierungsprozess

Die Registrierung bei dem Roboadvisor kann über die App oder die Website durchgeführt werden und dauert laut Angabe des digitalen Vermögensverwalters rund 15 Minuten – das bestätigt unser Test.

Die übersichtliche Darstellung der einzelnen Prozessschritte fällt direkt zu Beginn des Onboardings positiv auf, was zum ersten Pluspunkt in unserem Whitebox Test führt.

 

Whitebox Test - Darstellung des Onboarding Prozess
Grafik: Moderne Geldanlage – so einfach wie möglich. RoboAdvisor Whitebox wirbt mit einem einfachen Onboarding innerhalb von 15 Minuten – Quelle: Whitebox

Es gibt neben der privaten Nutzung des Robo-Advisors auch die Möglichkeit, Firmenkonten zu eröffnen. Diese Funktion wird im vorliegenden Test jedoch nicht betrachtet.

2.1.1 Datenerfassung

Bevor Kapital investiert werden kann, fragt Whitebox wie auf dem Markt üblich alle relevanten Daten ab.

Diese Erfassung erfolgt in mehreren Schritten:

 

  1. Auswahl der grundlegenden Strategie: Value oder Global – die Kosten sind direkt ersichtlich, auf Wunsch können ausführliche Informationen zu den Strategien eingesehen werden. Im vorliegenden Test wird der Value-Ansatz verfolgt.
  2. Abfrage des Anlageziels: Immobilie, Altersvorsorge, große Anschaffung und einige weitere Auswahlmöglichkeiten.
  3. Angabe, wie viel Geld man investieren möchte.
  4. Möglichkeit, zusätzlich eine monatliche Sparrate mit optionalem Enddatum zu wählen.
  5. Angabe eines Zielbetrags und wann dieser erreicht werden soll – diese Frage findet man bei der Konkurrenz eher selten.
  6. Optional: Höhe monatlicher Auszahlungen.
  7. Angabe des Liquiditätsbedarfs.
  8. Auswahl der Risikostufe – bei Value: Vorsichtig, ausgewogen oder offensiv.
  9. Whitebox teilt einem nun mit, ob mit den gewählten Parametern das gesteckte Ziel erreicht werden kann – wenn nicht, berechnet der Robo-Advisor Tipps, wie das gelingen kann:
 
Whitebox Test - Analyse der Anlageziele
Grafik: Einzigartiger Service – Whitebox hilft bereits beim Onboarding die notwendigen Parameter zum gewählten Anlageziel zu optimieren – Quelle: Whitebox
2.1.2 Anlagestrategie

Ändert man nun die Parameter, verarbeitet Whitebox alle Informationen und präsentiert den Anlagevorschlag. Dieser gliedert sich in vier Teilbereiche:

 

  1. Projektion: Man erhält basierend auf verschiedenen Wahrscheinlichkeiten Szenarien der möglichen Wertentwicklung.
  2. Portfolio: Whitebox gibt einen detaillierten Einblick in das empfohlene Portfolio über Assetklassen, Sektoren und Regionen.
  3. Produkte: Es werden alle eingesetzten Produkte inklusive ihrer Kosten aufgelistet.
  4. Kosten: Alle anfallenden Gebühren sind sehr detailliert aufgeschlüsselt, man kann sich jegliche Information daraus entnehmen – beispielsweise jährliche Kosten, Fremdkosten oder die Kosten über die gesamte geplante Anlagedauer.
 
Whitebox Test - Darstellung des Anlagevorschlages
Grafik: Ein Anlagevorschlag mit dem Whitebox in unserem Test überzeugen kann – Alle Parameter inklusive Portfoliozusammensetzung, Kosten etc. – Quelle: Whitebox

Die Darstellung des möglichen Investments ist sehr ausführlich und lässt keine Fragen offen. Mit seiner Transparenz punktet Whitebox an dieser Stelle bereits gegenüber dem ein oder anderen Mitbewerber.

2.1.3 Abschluss der Registrierung

Nach der Bestätigung der E-Mail-Adresse klopft Whitebox die obligatorischen Fragen nach den privaten Verhältnissen des Anlegers ab. Diese reichen von der Angabe des Einkommens über die verfügbaren finanziellen Mittel bis hin zum Beruf und steuerrelevanten Angaben.

Erst als einer der letzten Schritte erfragt der Robo-Advisor die Erfahrungen in der Vermögensverwaltung ab, bevor das Konto anschließend final eröffnet werden kann.

Zwischenfazit im Whitebox Test: Der gesamte Prozess des Onboardings ist leicht verständlich, ausreichend detailliert und was den daraus resultierenden Anlagevorschlag betrifft informativ. Besonderes Highlight ist zweifelsohne die Analyse der gemachten Angaben im Verhältnis zum getroffenen Anlageziel. Ein Service, der in unserem Whitebox Test an diesem Punkt ein klares Plus verdient. Sehr gut!

2.2 Angebotsdarstellung

Der Robo-Advisor ist wie seine Konkurrenz über eine responsive Homepage erreichbar, zudem bietet Whitebox eine App für iOS und Android an. Das bieten nicht alle Wettbewerber. Pluspunkt an dieser Stelle in unserem Whitebox Test.

Die Website des Vermögensverwalters hält, was der Name verspricht: Schwarze Schrift auf weißem Grund, keine verspielten Farbkleckse oder überzogen dargestellte Grafiken. Das sehr aufgeräumte Erscheinungsbild passt zur Marke.

 

Whitebox Test - in 3 Schritten zur Geldanlage
Grafik: Klares Signal an potenzielle Anleger: Wer sein Geld bei Whitebox anlegen möchte, kann dies in 3 einfachen Schritten erledigen – Quelle: Whitebox

Im Vergleich zu anderen Roboadvisor Anbietern ist nicht direkt auf den ersten Blick ersichtlich, welche Anlagestrategien für welchen Risikotyp geeignet sind. Die beiden Strategien Whitebox Value und Whitebox Global werden jedoch mit Beispielen unterfüttert und sauber aufbereitet dargestellt.

Auf jeder Seite finden sich die passenden Fragen aus den FAQ, die gesondert ebenfalls abrufbar sind und mit Übersichtlichkeit und einem breiten Spektrum an Antworten punkten.

„Minderjährigenkonten“ (Kinderdepots) und Sparpläne sind ebenfalls möglich, für die Informationen hierzu muss man etwas tiefer in die Seite einsteigen – das liegt aber noch vollkommen im Rahmen des Akzeptablen.

Kurzum: Das Angebot ist transparent und übersichtlich dargestellt. Im Vergleich zu vielen Konkurrenten wird weniger mit Animationen, farbenfrohen Grafiken und Kontrasten gearbeitet. An manchen Stellen wirkt die Angebotsdarstellung daher etwas nüchtern, die Informationen sind jedoch alle transparent dargestellt und verständlich.

2.2.1 Welche Anlageklassen gibt es?

Whitebox investiert ausschließlich passiv über ETFs und ETCs in folgende Assetklassen:

 

  • Aktien
  • Anleihen
  • Rohstoffe
  • Infrastruktur
  • Immobilien
  • Liquidität/Geldmarkt

Die aktuell infrage kommenden Produkte für die individuellen Portfolios können über die Homepage eingesehen werden.

2.2.2 Welche Anlagestrategien gibt es?

Bei den verfügbaren Anlagestrategien unterscheidet sich Whitebox leicht von der Konkurrenz. Während viele Mitbewerber klassisch und direkt ersichtlich beispielsweise drei oder zehn verschiedene Strategien mit unterschiedlicher Gewichtung des Aktienanteils anbieten, geht Whitebox im ersten Schritt mit zwei grundlegenden Strategien an den Markt:

 

  1. Whitebox Value: Fokus auf dem Ansatz des Value-Investings (Identifikation unterbewerteter Unternehmen), wenig riskant und mit zehn verschiedenen Risikoabstufungen.
  2. Whitebox Global: Weltweit optimiertes, breit gestreutes Portfolio mit ETFs und Indexfonds, drei verschiedene Risikoausprägungen.

Die globale Strategie erklärt Whitebox detailliert in einem frei verfügbaren Whitepaper. Darin finden sich detaillierte Informationen zu den genannten Abstufungen:

 

  • Whitebox Global – sicherheitsorientiert: 25% Aktien, 74% Anleihen, 1% Cash
  • Whitebox Global – ausgewogen: 50% Aktien, 49% Anleihen, 1% Cash
  • Whitebox Global – renditeorientiert: 99% Aktien, 0% Anleihen, 1% Cash
 
Whitebox Test - Darstellung der 3 Whitebox Global Portfolio-Varianten
Grafik: Die 3 Whitebox Global Anlage-Portfolios beziehungsweise Strategien – Risikogewichtet mit entsprechend hohen oder niedrigen Aktien-Anteilen – Quelle: Whitebox

Beim Value-Ansatz hingegen ist es etwas schwerer, die übersichtlichen Informationen zu erhalten. Die zehn Risikoabstufungen basieren auf der Kennzahl des Conditional Value at Risk (CVaR) – dazu später mehr – und unterscheiden sich wie üblich in der Gewichtung der unterschiedlich riskanten Anlageklassen. Wenig Risiko entspricht einem geringeren, hohes Risiko einem höheren Aktienanteil. Mit dieser Strategie investiert Whitebox in rund 35.000 Einzeltitel aus 60 Ländern

 

Whitebox Test - Darstellung der Anlageklassen in einem Anleger-Portfolio
Grafik: Möglicher Portfoliostruktur bei den klassischen Whitebox Anlagestrategien, die auf dem Prinzip des Conditional Value-at-Risk basieren – Quelle: Whitebox
2.2.3 Wie hoch ist die Mindestanlage?

Die Höhe der Mindestanlage ist auf den ersten Blick etwas verwirrend. Basierend auf der gewählten Strategie ist sie unterschiedlich – wählt man die Value-Strategie müssen mindestens 5.000 Euro investiert werden, bei der Global-Strategie hingegen ist ein Depot bereits ab 25 Euro möglich.

2.2.4 Sind Sparpläne möglich?

Die Sparplanmöglichkeiten sind im Vergleich zur Mindestanlage unabhängig von der gewählten Strategie. Ab 25 Euro monatlich kann gespart werden. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit eines Entnahmeplans – das bieten nicht alle Robo-Advisors an, ein Pluspunkt für Whitebox.

Zwischenfazit im Whitebox Test: Auch wenn die kürzlich erfolgte Einführung der "Global" Strategien durchaus lobenswert ist, so muss die Deutlichmachung der Verschiedenen Mindestanlagesummen kritisiert werden. Denn es ist nicht sofort ersichtlich, dass die 5.000 € Mindestanlagesumme lediglich bei den Value Strategien erforderlich sind. Hier gilt es die Deutlichmachung des Unterschiedes klarer hervorzuheben. Bei allen anderen Punkten gibt es nichts zu kritisieren. Informationen und Transparenz sind völlig ausreichend, um sich ein gutes Bild über das Robo-Advisor Angebot von Whitebox verschaffen zu können. Pluspunkt in unserem Whitebox Test.

3. Die Investmentphilosophie von Whitebox

Die Philosophie von Whitebox basiert auf dem bereits genannten Value-Investing. Dabei werden unterbewertete Unternehmen mit der Annahme, dass sie ihren fairen, über dem aktuellen Kurs liegenden Wert erreichen, ausgewählt.

Dabei fokussiert sich Whitebox vor allem auf die Risikokennzahl Mean-CVaR (Conditional Value at Risk), das im Vergleich zur bekannteren Kennzahl Value at Risk (VaR) eher seltene, extreme Risiken berücksichtigt.

Zudem orientiert sich der Robo-Advisor an Grundregeln, die auch jeder Konkurrent befolgt, der passive Produkte nutzt:

 

  • Geringe Gesamtkostenquote der Produkte (ETFs sind billiger als Fonds)
  • Hohe Liquidität
  • Hohe Tracking-Qualität (geringer Unterschied zwischen Produktpreis und Index)
  • Bevorzugung physisch replizierender Produkte (direkter Invest in die im ETF enthaltenen Werte)
  • Möglichst breite Diversifizierung über Assetklassen, Branchen und Länder

Die Auswahl der Produkte erfolgt bank- bzw. anbieterunabhängig. Die Portfolios werden dabei regelmäßiger Prüfungen unterzogen. Das Rebalancing findet also bedarfsorientiert statt.

Zwischenfazit im Whitebox Test: Eine Investment-Philosophie, die da heisst Value Investing oder eben die Überzeugung, dass ein Investment in unterbewertete Unternehmen auf Dauer die beste Gewinne erwirtschaften. Punkt! Das in Verbindung mit einer breiten Diversifikation, kostengünstigen ETFs und deren anbieter-unabhängigen Auswahl sollen zum Vorteil der Anleger reichen. Eine Philosophie, die erprobt ist und somit auch überzeugt. Oder?

4. Das RoboAdvisor-Angebot von Whitebox

Kosten, Service, Sicherheit und Performance. Diese vier Kennzahlen und Indikatoren bieten einen guten Vergleich auf dem Robo-Advisor-Markt. Wie schlägt sich Whitebox im Vergleich zur Konkurrenz?

Im Folgenden betrachten wir in unserem Whitebox Test also nun diese Punkte etwas detaillierter.

4.1 Bewertung der Kosten

Die Kosten bei Whitebox Value sind von der Höhe des Investments abhängig, wie die folgende Grafik (Stand: Juli 2021) zeigt:


Whitebox Test - das Gebühren und Kostenmodell
Grafik: Das Gebühren und Kostenmodell des Robo-Advisors Whitebox – gestaffelt nach Anlagesumme, was mittlerweile eher ungewöhnlich ist – Quelle: Whitebox

Die Gesamtkosten inklusive der Fondsgebühren (durchschnittlich 0,2%) belaufen sich also auf 0,55% bis 1,25% pro Jahr.

In diesen Kosten bzw. der Jahresgebühr sind alle Leistungen von Konto- und Depotführung über Ein- und Auszahlungen bis hin zu Reportings und persönlichem Kundenservice enthalten.

Für die Strategie Whitebox Global hingegen ist losgelöst von der Anlagesumme eine All-In-Gebühr von 0,35% fällig.

Eine Besonderheit: In den ersten sechs Monaten sind die ersten 5.000 Euro der investierten Summe gebührenfrei.

Performancegebühren werden bei keiner der beiden Strategien fällig.

Im Vergleich mit dem Markt hinkt Whitebox trotz der Rabattaktion und den attraktiven Konditionen bei großen Investments hinterher. Gerade für Anleger, die weniger als 30.000 Euro mitbringen und mit der Value-Strategie investieren, sind Gebühren von rund 1,25% im Wettbewerbsvergleich verhältnismäßig hoch.

Aber: Die 0,35% bei der globalen Strategie schlagen sich im Wettbewerbsvergleich sehr gut.

4.2 Bewertung des Service

Whitebox ist über verschiedene Wege erreichbar. Auf Social Media ist der Robo-Advisor auf diversen Plattformen (Twitter, Facebook, YouTube, LinkedIn, Xing, Instagram) vertreten, aktiv und erreichbar.

Über die Homepage lässt sich direkt und einfach ein kostenloser Termin zur Video- oder Telefonberatung vereinbaren, Whitebox bietet zudem regelmäßige Live-Webinare und weitere Erklärvideos rund um das Unternehmen an.

Auch die ausführlichen FAQ und der transparente Umgang mit Kontaktdaten sind sehr positiv zu bewerten.

Kurzum: Der Service von Whitebox lässt  für den Anleger aus unserer Sicht keine Wünsche offen.

4.3 Bewertung der Sicherheit

Die Depotführung liegt bei der flatexDEGIRO Bank AG mit Sitz in der Bankenmetropole in Frankfurt am Main, Whitebox selbst wird von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) beaufsichtigt.

Die eingesetzten ETFs und ETCs gelten ohnehin als Sondervermögen.

Was jedoch im Vergleich zu anderen Wettbewerbern auffällt: Dem Thema Sicherheit wird kein gesonderter Bereich auf der Homepage gewidmet.

Das schmälert die Sicherheit keineswegs, ist jedoch im Marktumfeld unüblich – im Magazin des Vermögensverwalters findet man aber ausführliche Informationen zum Umgang mit dem Thema.

4.4 Bewertung der Performance

Zur Sicherheit gibt es keinen gesonderten Bereich auf der Homepage – zur Rendite hingegen schon, der wohl wichtigsten Kennzahl neben den Kosten.

Für die Anlagestrategie Whitebox Value mit ihren zehn Ausprägungen listet der Robo-Advisor die historische Performance seit 2016 in einer Grafik sauber auf:


Whitebox Test - Darstellung der Wertentwicklungen
Grafik: Offen und ehrlich – der Roboadvisor Whitebox veröffentlicht auf seiner Webseite die Wertentwicklungen seiner Anlagestrategien seit Auflage – lobenswert! – Quelle: Whitebox

Klickt man einzelne Risikostufen an, erhält man sehr ausführliche Informationen von 12-Monats-Renditen über die Risikokennzahlen (VaR, CVaR) bis hin zu einem Vergleich mit Morningstar-Produkten. Diese Transparenz und Darstellung sind sehr positiv.

Exemplarisch die Renditen dreier Risikostufen seit 2016:


  • Stufe 1 (am wenigsten risikoreich): 9,4% – einzige Stufe, bei der das Vergleichsprodukt besser abgeschnitten hat
  • Stufe 5 (moderat riskant): 33,8%
  • Stufe 10 (am riskantesten): 65,3%

Ein Blick auf den Robo-Advisor-Markt und die Performance im Vergleich: Whitebox liegt im Echtgeld-Test des Portals brokervergleich.de im Betrachtungszeitraum (01.05.2020 bis 31.04.2021) auf einem akzeptablen elften Rang von insgesamt 25 Robo-Advisors.

Blickt man weiter zurück – Betrachtungszeitraum vier Jahre – gibt es nur sechs Anbieter, die überhaupt so lange am Markt sind. In dieser Gruppe belegt Whitebox allerdings den letzten Platz mit 14,4% Rendite.

Zusammenfassend ist die Rendite bei Whitebox in Ordnung, aber gemessen an den Kosten und der Performances der anderen Marktteilnehmer nicht außerordentlich hervorstechend.

Zwischenfazit im Whitebox Test - Performance der Strategien: Grundsätzlich ist es lobenswert, dass Whitebox seine Performance-Kennzahlen öffentlich kommuniziert. Das bietet Anlegern, die Chance sich ein Bild über dieses Auswahlkriterium zu machen. Was die Performance selbst angeht, ist Whitebox weder ein absoluter Top-Performer geschweige denn eine Kapital-Vernichtungsmaschinen. Man bewegt sich im gesunden Mittelfeld. Interessant ist jedoch, dass ein Anbieter wie Estably, der ebenfalls auf Value Investing setzt, dies aber mit Einzeltitel Investments umsetzt, eine deutlich bessere Performance trotz höherer Kosten hinlegt. Sind ETFs also doch nicht immer das optimale Anlageinstrument? Mag sein. Fakt ist, dass wir Whitebox beim Thema Performance neutral bewerten.

5. Fazit: Übersichtlicher Robo-Advisor mit ordentlicher Performance

Was bleibt also nun als Fazit in unserem Whitebox Test? Fest steht – der Name Whitebox ist Programm: Der Robo-Advisor stellt sein Angebot sehr transparent und übersichtlich für den potenziellen Anleger dar.

Der Ansatz der zwei verschiedenen Strategien, die sich in sich wiederum in verschiedene Risikostufen aufteilen, wirkt auf den ersten Blick im Verhältnis zur Konkurrenz etwas verwirrend, wird aber beim Onboarding ohne Probleme aufgelöst.

Das Verhältnis von Kosten und Rendite des digitalen Vermögensverwalters ist in Ordnung, sticht aber nicht besonders hervor.

Wer auf der Suche nach einem verlässlichen Anbieter mit verhältnismäßig langer Erfahrung – über fünf Jahre – am Robo-Advisor-Markt ist, dem ist Whitebox zu empfehlen. Wer hingegen auf der Suche nach überdurchschnittlicher Rendite ist, dem seien andere Anbieter ans Herz gelegt.

Testergebnis der Redaktion

4/5 Punkte

4/5
Whitebox Test » RoboAdvisor-Portal.com - das Infoportal

Johannes S.

Johannes ist klassischer Quereinsteiger im Bereich der Vermögensverwaltung. ETFs, Aktien, Börse, Robo-Advisors – gepackt von den Möglichkeiten und der Faszination der Finanzwelt hat er Bücher verschlungen, Erfahrungen gesammelt und beschäftigt sich tagtäglich mit dem Kapitalmarkt. Mindestens genauso leidenschaftlich schreibt er im Rahmen seiner Selbstständigkeit als freier Autor. Zwei Leidenschaften, die sich ideal vereinen lassen und ihn zu unserem Portal geführt haben

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