Wie Finanz-Apps Frauen den Zugang zur Geldanlage erleichtern (können)

Finanz-Apps – die Stiefkinder unter den Smartphone-Apps? Sie sind praktisch, intuitiv bedienbar und ein guter Zeitvertreib: Smartphone-Apps. Lustvoll werden da im Zug zur Arbeit virtuelle Lutschbonbons zertrümmert oder auf digitalen Farmen Pixelgemüse gewässert und geerntet. Und Apps werden immer beliebter. 2017 wurden im Google-Play-Store weltweit 94 Milliarden Smartphone-Applikationen heruntergeladen, im Apple-Store sogar 180 Milliarden. Finanz-Apps machen mit 3,7 Milliarden davon gerade einmal einen Bruchteil aus. Zumal die meisten davon Banken-Apps sind, die dem Zugriff aufs Girokonto dienen.

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Julia F.

11. März 2019

Finanz-Apps als moderne Form der einfachen, unkomplizierten Geldanlage

11. März 2019

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Schade eigentlich, denn gerade Frauen können mit Finanz-Apps einen niedrigschwelligen Zugang zu Investment und Geldanlage finden, der ihnen so weder beim Vermögensberater noch auf Finanzblogs angeboten wird.

Mikro-Investment per Smartphone-App – warum das sinnvoll sein kann

Der Finanzmarkt ist komplex. Börsen-Crashs und Inflation haben ihre Spuren hinterlassen und gerade Frauen tun sich schwer, hier Vertrauen zu fassen. Es ist aber auch unumstrittener Fakt, dass sie die ökonomischen Verliererinnen sind. Sei es Pay Gap oder Pension Gap – Frauen sind finanziell benachteiligt. Wenn sie keine Altersarmut riskieren möchten, haben sie keine Alternative zur privaten Geldanlage, um vorzusorgen. Doch mit ihrem mangelnden Vertrauen, fehlenden Know-How und, ja, auch Selbstunterschätzung stehen sich Frauen auch gerne selbst im Weg.

Mit Mikro-Investments über intuitive und übersichtliche Finanz-Apps können sie sich dem Kapitalanlage-Markt sozusagen auf Zehenspitzen nähern. Ohne dabei ein unüberschaubares Risiko einzugehen, ohne sich „zu blöd“ für einen individuellen Vermögensaufbau zu fühlen, ohne viel Zeit investieren zu müssen – die ja ohnehin oft Mangelware ist. Oder zumindest als Ausrede herangezogen wird, um sich nicht mit dem fiesen Thema Geldanlage auseinandersetzen zu müssen. Bei Mikro-Investment-Apps können Frauen bereits mit Kleinstbeträgen ohne Zwang ganz variabel monatlich Geld anlegen.

Sind Investment-Apps sicher?

Smartphone-Apps für Mikro-Investments werden meist von Fintechs, in einigen Fällen auch von Banken selbst herausgegeben. Damit erlaubt die Micro-Investment-App in der Regel ausschließlich Zugriff auf Wertpapiere, Fonds und Anleihen, die man auch bei der dahinter stehenden Bank ordern könnte. Dass Geldanlage 100% sicher ist, wäre hoch gegriffen. Jedes Investment birgt Risiken. Durch die Kleinstsummen, die man bei diesen Finanz-Apps anlegt, ist natürlich auch das Verlustrisiko minimiert.

Wie funktionieren diese Spar-Apps?

Die meisten Apps für Mikro-Investment bieten eine große Freiheit. Userinnen können verschiedene Sparpläne anlegen, die zu ihrer Risikobereitschaft und ihrem Anlageziel passen. Diese Investments werden dann durch monatliche Raten bespart. Bei einigen Apps funktioniert das ganz bequem mit einem Klick – dabei wird dann eine Summe, die die Frau selbst bestimmt, vorgemerkt und zu einem festen Zeitpunkt vom Konto abgebucht. Andere buchen per Lastschrift jede Einzelrate direkt ab. Beides hat Vor- und Nachteile. Es ist meist möglich, aus verschieden hohen Raten auszuwählen, etwa 10 €, 25 €, 50 €, usw. Außerdem besteht die Möglichkeit, mehrmals in einem Monat auch unterschiedlich hohe Minisummen vorzumerken. Alternativ kann man die gewünschte Sparrate auch aktiv überweisen. Wobei hier die Sparhürde natürlich etwas höher liegt.

Für wen sind Apps für Mikro-Investment geeignet?

Da man bei diesen Apps in der Regel geringe Sparbeträge investiert, dauert es natürlich entsprechend länger, bis Sparerinnen relevante Renditeergebnisse erkennen. Im Idealfall sollten sich Frauen, die sich für ein solches mobiles Mikro-Investment interessieren, für langfristigere Sparziele und -pläne entscheiden. Darum sind sie vor allem für die junge Generation interessant. Eine Azubine kann damit bereits während ihrer Ausbildung beginnen, fürs Alter vorzusorgen. Und zwar ganz so, wie es zu ihrem Einkommen und Lebensstil passt. Aber auch für Frauen, die sich dem Thema Geldanlage vorsichtig nähern wollen, finden mittels App einen leichten Einstieg. Sie sind flexibel, können die Anlage jederzeit unterbrechen und sich ohne Kündigungsfrist auszahlen lassen. Mikro-Investment Smartphone-Apps sind toll geeignet für Anfängerinnen, die gerade erst anfangen (wollen), Geld anzulegen.

Die Vorteile solcher Mikro-Investment-Apps

  • Bei den meisten solcher Apps ist ein Mindestdepot keine Voraussetzung, und falls doch, ein relativ geringes. Einzelne Angebote vom US-amerikanischen Markt bieten Anlagemöglichkeiten bereits ab 1 USD pro Monat an. Europäische Pendants wie PeaksSavemate  oder ownly stapeln in der Regel etwas höher und möchten mindestens eine 10-€-Sparrate. Hier sollten Frauen abwägen, ob ihr Englisch sicher genug ist, um eventuell der geringeren Anlagerate zuliebe eine amerikanische App auszuprobieren. (Anmerkung: Aktuell (Stand: Februar 2019) ist der US-Dollar 88 Eurocent wert. Der morgendliche Kaffee to go kostet mehr, als eine tägliche Minisparrate, die man sich zum Investieren beiseite legt.)
  • Die Apps sind einfach zu bedienen. Ihr größter Vorteil ist die Usability und der minimalistische Aufbau. Anlegerinnen werden weder mit Informationen überladen noch mit unnötigem Schnickschnack, sondern finden ganz intuitiv genau die Informationen, die sie suchen und die für ihre Sparanlage notwendig sind. Einmal den Account erstellt, müssen sie sich nicht damit beschäftigen, welche Aktien sie aussuchen und handeln sollen. Das Geld, das sie investieren, werden von den Appanbietern ganz automatisch in einen von der Userin zuvor ausgesuchten Sparplan angelegt. Die Einnahmen und Entwicklung der Spareinlagen können sie in simplen Übersichten nachvollziehen. Manche zeigen sogar Prognosen an, wie sich die monatlichen Raten über die Jahre entwickeln könnten.
  • Ein weiterer großer Pluspunkt von Mikro-Investment-Apps ist ihre Automatisierung. Man kann sie wahlweise durch Dauerauftragsüberweisungen oder Lastschriftverfahren ganz bequem bedienen. Manche ermöglichen sogar, Raten jederzeit auszusetzen oder zu pausieren. Einfach, indem man keine Sparbeträge vormerkt. Auf dem amerikanischen Markt gibt es sogar Anlageapps, die man mit der EC- oder Kreditkarte verknüpfen kann und jede Einkaufssumme zum nächsthöheren Dollarbetrag aufrunden kann. Diese Differenz wandert dann auf die Investment-App bzw. in die Anlage.

Die Nachteile von Smartphone-Apps für Mikro-Investment

  • Der Gedanke ein bisschen Wechselgeld zu investieren, klingt einfach und effektiv. Jedoch sollte das persönliche Anlageziel dabei nicht aus den Augen verloren werden. Natürlich klingt es verführerisch, mit möglichst kleinen Beiträgen bequem über lange Zeit ein kleines Vermögen aufzubauen, doch je geringer die Summe, desto mehr macht eine eventuelle Kommission der Bank oder des App-Herausgebers aus, die die Sparrate um eine Summe X pro Monat reduziert. Darüber hinaus dauert es natürlich länger, ein gewisses Ziel zu erreichen, je weniger man im Monat beiseite legt. Auch bei Mikro-Investment-Apps sollten Frauen überlegen, wie sie ihre Sparrate taktisch erhöhen könnten und wie viel Beitrag sie sich monatlich erlauben können. Wenn 100 € drin sind, warum nicht auch die investieren?!
  • Einige Apps berechnen Gebühren, die vor allem bei steigender Investmentsumme, unter Umständen recht happig ausfallen können. Langfristig fressen diese Gebühren dann die Rendite auf und die Anlage wird unrentabel. Es gilt also bei aller Einfachheit und bei allem Komfort auch, sich zunächst über die Gebühren zu informieren. Die gute Nachricht: Es gibt auch Apps, die auch langfristig gebührenfrei sind.
  • Der wohl größte Nachteil ist, dass Anwenderinnen in der Auswahl ihrer Fonds und Anlagemodelle beschränkt sind. Sie müssen sich darauf verlassen, dass etwa ein angebotener Nachhaltigkeitsfonds oder ein ethisches Portfolio auch wirklich hält, was er bzw. es verspricht. Und dass für ein ETF-Portfolio zu ihren Gunsten getraded wird. Andererseits ist es genau dieser vermeintliche Nachteil, der Einsteigerinnen zum Vorteil gereicht, die von detaillierten Optionen vielleicht überwältigt sein und den Mut verlieren könnten.

Warum sind Mikro-Investment-Apps ein guter Start zur Geldanlage?

  1. Es kostet Frauen weniger Überwindung kleinste Summen regelmäßig beiseite zu legen.
  2. Ihre Sparrate können sie in Eigenregie und je nach Liquidität monatlich individuell ändern.
  3. Neulinge und skeptische Einsteigerinnen werden nicht mit zu vielen Details konfrontiert.
  4. Die Anlageform kann jede Frau gemäß ihrer Präferenzen und Ziele frei aussuchen.
  5. Anpassungen des Portfolios und die Besparung erfolgen komplett automatisch.
  6. Erfolgserlebnisse sind wahrscheinlicher und kurzfristige Ziele schneller erreichbar.
  7. Die Hemmschwelle für einen Erstkontakt mit Geldanlage und Investment ist niedrig.
  8. Statistiken und Prognosen schulen ganz nebenbei das Verständnis über Investitionen.

Da solche Mikro-Investment-Apps darauf ausgelegt sind, die Besparung jederzeit ohne Frist beenden und eine Auszahlung beantragen zu können, ist das Risiko für Investment interessierte Frauen denkbar gering. Natürlich sollten sie sich nicht gerade dann die Summe auszahlen lassen, wenn die Kurse niedrig sind. Aber dank der übersichtlichen Statistiken lässt sich auch hierfür der richtige Zeitpunkt ganz intuitiv ablesen. Eine Top-Idee für neugierige, moderne Anlegerinnen, um einen Einstieg oder eine komfortable Lösung auf die Investmentfrage zu finden. Von der hoffentlich bald noch mehr auf den Markt kommen werden.

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Julia F.

Julia F.

Julia ist unsere Spezialistin im Bereich “Frauen und Geldanlage”. Selbst als Quereinsteigerin in die Finanz-Szene gestartet, setzt sie sich bei uns mit den typischen Fragen und Unsicherheiten von Frauen beim Thema Geldanlage und Vermögensaufbau auseinander. Und sie spricht aus Erfahrung, denn sie ist mittlerweile selbst erfolgreiche Anlegerin. Julia gewährt uns mit ihren Beiträgen einen Einblick in die weibliche Welt der Geldanlage und des Vermögensaufbaus.

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