Warum Frauen über 50 ihre Finanzen in die Hand nehmen sollten

Es gibt jede Menge Gründe für Frauen, sich selbst um ihre Finanzen  zu kümmern. Da wäre einerseits die Tatsache, dass heutzutage Ehen öfter und früher geschieden werden, dass andererseits ein Partner ohnehin keine finanzielle Absicherung darstellt und dass Frauen in aller Regel länger leben, als Männer. Außerdem verdienen sie im Laufe ihres Lebens weniger.

Darum haben sie auch eine geringere Rente oder Pension zu erwarten, mit der sie aber dank steigender Immobilienpreise und Lebenshaltungskosten kontinuierliche höhere Kosten decken müssen. Je früher Frauen ihre Finanzen selbst in die Hand nehmen, desto besser.

Julia F.

Julia F.

18. Februar 2020

Finanzen, Geld und Frauen über 50

18. Februar 2020

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Unabhängigkeit bedeutet also auch eigenverantwortlich das Thema Finanzen anzugehen. Und je eher sie damit beginnen, desto einfacher entwickelt sich aus dem Sparen in eine ganz natürliche Angewohnheit, das sich auch mit geringeren Mitteln ausüben lässt.

Das bedeutet natürlich nicht, dass es für Frauen über 50 zu spät ist, ihre Finanzen und Altersvorsorge in Angriff zu nehmen. Im Gegenteil. Auch Frauen der Baby-Bommer-Generation, die heute in ihren Fünfzigern sind, können, wenn sie jetzt noch loslegen, großen Einfluss auf ihre Finanzversorgung im Alter nehmen. Die wichtigste Voraussetzung, um einen gewissen Lebensstandard zu halten, ist, dass Ü50-Frauen auf mindestens 15 Jahre im Voraus planen und denken, sowie ihre Spar- und Investitionsvorhaben minutiös und gewissenhaft verfolgen.

Betriebliche Altersvorsorge-Angebote und Riester-Rente sind schon mal ein guter Anfang. Aber mit möglichst hohen Sparraten und einem intelligenten Langzeit-Investment lässt sich bis zum Renten-Anfang ein noch komfortableres Polster ansparen. Für Frauen über 50 Jahre ist es zwar ein Wettlauf gegen die Zeit, aber der ist nicht unmöglich zu gewinnen.

Ü50-Frauen sind finanzielle Gewinnerinnen

Bevor nun hier Weltuntergangsstimmung aufkommt, führen wir uns doch mal kurz die Vorteile vor Augen, die Frauen der Babyboomer-Generation auf ihrer Seite haben: Sie waren die meiste Zeit ihres Lebens in Beschäftigungsverhältnissen und haben mehr eigenes Geld verdient, als irgend eine Generation vor Ihnen. So hatten sie im Laufe der Zeit Gelegenheit, etwas vom eigenen Geld fürs Alter zur Seite zu legen.

Angestellte Mittfünfzigerinnen haben in manchen Fällen ein mehr als doppelt so hohes Jahresgehalt als ihre Vorgängerinnen. Entsprechend höher werden auch ihre Auszahlungen im Alter ausfallen. Vor allem aber sind sie die erste Generation Frauen, die vom Mann unabhängige, eigene Rentenzahlungen und Konten erhalten haben. Außerdem gehen die Ü50-Frauen – auch aufgrund des nach hinten korrigierten Renteneintrittsalters – insgesamt länger Arbeiten, vor allem im Vergleich zur Vorgängergeneration.

Frauen, Finanzen und Investments

Im Vergleich zu Männern sparen Frauen nicht nur einen größeren Anteil ihres geringeren Einkommens an, sondern verzeichnen bei langfristigen Investments auch höhere Renditen. Anlage-Experten glauben, das liegt daran, dass Frauen nicht investieren, um den Markt zu schlagen – also nicht dem nächsten größten Coup hinterher hechten und weniger auf mögliche Kursentwicklungen spekulieren –, sondern um langfristige Ziele zu verfolgen.

Zudem: Frauen verbringen mehr Zeit damit, ihre Investitionen sorgfältig auszuwählen, informieren sich mehr und tauschen sich beim Thema Finanzen tendenziell mehr mit anderen aus. Und sie handeln weniger vorschnell, verkaufen etwa nicht sofort ihre Anteile oder Aktien, nur weil die Kurse sich gerade einmal kurze Zeit im Sinkflug befinden.

Und es scheint, dass es gerade den Frauen über 50 zunehmend bewusst wird, dass sie im Umgang mit Geld und Investments Nachholbedarf haben und sie sich nicht länger die Butter vom Brot nehmen lassen sollten. Das Thema Finanzen beziehungsweise Finanzbildung und Altersvorsorge hat bei Frauen in den letzten Jahren zunehmend Priorität.

Und das ist gerade bei der anstehenden Generation von Rentnerinnen wichtig, denn selbst kleine Schritte und Veränderungen in der Finanzautonomie können der ökonomischen Sorglosigkeit im Alter zuträglich sein.

Zu spät ist es jedenfalls nie, um sich finanziell auf das Alter vorzubereiten – ganz egal, wie die sich die Ausgangssituation darstellt.

Checkliste für Investment-Einsteigerinnen Ü50

Als Frau in ihren Fünfzigern, die sich vielleicht noch nie wirklich mit ihrem Vermögen, dessen Vermehrung oder Altersabsicherung auseinandergesetzt hat, kann diese neue Welt schnell überwältigend wirken. Zur Orientierung kann eine kleine Checkliste nicht schaden, die die wichtigsten Dinge abdeckt, die einen Einstieg in die autonome Altersvorsorge und Investments für Frauen etwas geschmeidiger macht:

✔ Grundlagenforschung: Mit Büchern, auf Websites oder über Apps wie die der Finanz-Heldinnen kann man einen sanften Einstieg in die Grundlagen der Finanz- und Investment-Verwaltung im privaten Rahmen finden.

✔ Bestandsaufnahme: Ob mit Computerprogrammen, Apps oder einer handgeschriebenen Liste: Eine Übersicht über die Höhe fixer und flexibler Ausgaben erleichtert es, Sparpotential im eigenen Umgang mit Geld zu entdecken.

✔ Notgroschen: Die meisten Anlage- und Finanzberater raten zu einem Notgroschen von mindestens 3, besser noch 6 Monatsgehältern, die nur im äußersten Notfall angetastet und auch nicht investiert werden sollten.

✔ Schuldentilgung: Kreditkarten-Rechnungen, Kredite und diverse Finanzierungen sollten mit Vorrang abbezahlt werden. Man kann mit der geringsten Rückzahlungssumme starten, um ein möglichst frühes Erfolgserlebnis zum Ansporn zu haben.

✔ Versicherungs-Update: Wenn noch unterhaltsberechtigte Kinder da sind, wäre eventuell eine Lebensversicherung sinnvoll. Ü50-Frauen sollten unbedingt über eine Langzeitpflege- und eine Invaliditätsversicherung nachdenken.

✔ Rentenplan: Wenn möglich, sollten Frauen in ihren Fünfzigern noch schnell die Vorteile betrieblicher Altersvorsorge-Angebote und Riester-Plänen ausnutzen. Auch mit über 50 können die Beiträge noch einen fünfstelligen Unterschied machen.

✔ Sparziele: Langfristige Sparziele schön und gut. Aber, wenn die Zeit drängt, sind auch kurzfristige Ziele wichtig. Ideal wäre eine jährliche Sparsumme von 15 % des Jahres-Nettogehalts inklusive Arbeitgeberbeiträge.

✔ Produktauswahl: Ein aktiv gemanagter Investmentfonds, Direkt-Investment in Aktion und Co. der doch lieber die kostengünstigeren ETF- / Indexfonds-Sparpläne? Das eigene Budget sollte unbedingt auf verschiedene Anlageklassen verteilt werden.

Optional sollten sich Frauen außerdem nicht scheuen, Workshops zu besuchen oder gar zu organisieren, um andere Frauen zu unterstützen. Das kann auch im kleinen Rahmen funktionieren, etwa in Form eines regelmäßigen Stammtisches mit Freundinnen und Kolleginnen.

Denn gemeinsam macht selbst die Auseinandersetzung mit einem vermeintlich trockenen Thema wie Investment, Finanzen im Allgemeinen und der Altersvorsorge im Speziellen Spaß.

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Julia F.

Julia F.

Julia ist unsere Spezialistin im Bereich “Frauen und Geldanlage”. Selbst als Quereinsteigerin in die Finanz-Szene gestartet, setzt sie sich bei uns mit den typischen Fragen und Unsicherheiten von Frauen beim Thema Geldanlage und Vermögensaufbau auseinander. Und sie spricht aus Erfahrung, denn sie ist mittlerweile selbst erfolgreiche Anlegerin. Julia gewährt uns mit ihren Beiträgen einen Einblick in die weibliche Welt der Geldanlage und des Vermögensaufbaus.

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