Vermögensaufbau mit Sparplänen – welche Variante ist die richtige?

Der Vermögensaufbau mit Sparplänen ist zweifelsohne eine der gängigsten Methoden, um sich auf Dauer einen attraktiven Kapitalstock aufzubauen. So wundert es nicht, dass sich am Finanzmarkt zahlreiche verschiedene Sparplan-Angebote finden lassen, welche auf regelmäßiges Sparen (auch mit kleinen Beträgen) und den daraus resultierenden langfristigen Vermögensaufbau ausgerichtet sind.

Oliver S.

Oliver S.

1. Juni 2020

Vermögensaufbau mit Sparplänen

1. Juni 2020

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Wer also monatlich einen festen Beitrag von seinem Budget abzweigen kann und den Plan verfolgt, sich durch Anlage dieses Betrages auf mittlere bis lange Sicht hin, ein kleines Vermögen aufbauen zu wollen, ist mit der Nutzung von Sparplänen generell gut beraten. Das weiß jedoch auch die Finanzbranche und genau hieraus ergibt sich dann auch für die meisten Anleger das Problem der Auswahl.

Denn es stellt sich im Vorfeld eines Investments in einen oder mehrere Sparpläne die Frage, welches Sparplan-Angebot sich für wen und wann am Besten eignet? Denn Sparplan ist nicht gleich Sparplan, was gleichbedeutend damit ist, dass mit den verschiedensten Sparplan-Angeboten auch unterschiedliche Ziele des Vermögensaufbaus erreicht werden können.

Was versteht man eigentlich unter einem Sparplan?

Zuerst sollte jedoch im Grundsatz klar sein, was ein Sparplan-Angebot im Detail überhaupt darstellt beziehungsweise bedeutet:

Man spricht im Allgemeinen von Sparplänen oder Sparverträgen, wenn regelmäßig (meistens monatlich) Einzahlungen in bestimmte Anlage- und / oder Vorsorgeprodukte erfolgen und auf diese Weise nach und nach Kapital angesammelt werden kann. Die große Auswahl entsprechender Investment-Angebote hat allerdings auch ihren Nachteil: Viele Anleger bzw. Sparer wissen nicht, welche Form des Sparplans zum Vermögensaufbau für sie persönlich am Besten geeignet ist.

Gehen wir also etwas näher auf diese Frage ein, sodass im besten Fall abschließend klar ist, welche Art von Sparvertrag am besten zum persönlichen Vorhaben sowie damit verbundenen Vorstellungen und Zielen passt.

Große Auswahl an Sparverträgen: eine kurze Übersicht

Bevor wir näher auf die einzelnen Finanzprodukte eingehen, die zum regelmäßigen Vermögensaufbau geeignet sind, möchten wir noch einen kurzen Überblick über die Sparpläne geben, die am Markt am häufigsten angeboten und auch genutzt werden.

Die jeweiligen Emittenten sind meistens Banken, aber auch Fondsgesellschaften, Versicherungsunternehmen sowie Bausparkassen.

In der Übersicht sind es vor allem die folgenden Produkte, die zum regelmäßigen Sparen geeignet sind:

• Aktiensparplan
• ETF-Sparplan
• Fondssparplan
• Banksparplan
• Bausparvertrag
• Private Rentenversicherung
• Kapitallebensversicherung

Manche Banken bieten darüber hinaus eine Art Mischprodukt an, welches zum Beispiel die Vorteile eines Banksparplans und die eines Fonds-Sparplans miteinander kombiniert. Hier sollten Sie allerdings sehr genau auf die Bedingungen schauen, denn meistens geht die bessere Rendite jener Geldanlage-Kombis auf Kosten der Sicherheit.

1.) Für rendite-orientierte Sparer: Aktiensparplan, ETF-Sparplan und Fondssparplan

Die Auswahl des für Sie richtigen Sparplans wird auch davon abhängig sein, ob Sie eher sicherheits- oder rendite-orientiert sind. Wenn Letzteres der Fall ist, Ihnen also ein möglichst guter Ertrag wichtig ist, kommen vor allen Dingen die folgenden drei Arten von Sparverträgen und Plänen infrage:

• Aktiensparplan
• ETF-Sparplan
• Fondssparplan

1.1) Aktiensparplan

Der Aktiensparplan ist sicherlich die neueste dieser drei Varianten und wird noch nicht von allzu vielen Banken oder Brokern angeboten. Es handelt sich dabei um die direkteste Investitionsmöglichkeit, denn beim Aktiensparplan entscheiden Sie sich für bestimmte Aktienwerte, in die Sie regelmäßig – meistens Monat für Monat – Geld fließen lassen möchten.

Der Aktiensparplan setzt allerdings auch ein gewisses eigenes Engagement voraus, denn immerhin wird Ihnen dabei die Auswahl der Aktien überlassen. Zudem sind bei Aktien-Sparplänen die Chancen auf hohe Renditen gegeben, jedoch ist dies auch oftmals mit entsprechend höherem Anlage-Risiko verbunden.

1.2) Aktiv gemanagter Fondssparplan

Wenn Sie es etwas einfacher haben möchten, ist sicherlich der Fondssparplan besser geeignet. In diesem Fall können Sie zwischen mehreren Tausend aktiv gemanagten Fonds wählen, die insbesondere in die Kategorie Aktien-, Immobilien-, Renten- und Geldmarktfonds fallen.

Hier ist wiederum eine gute Auswahl danach möglich, ob Sie eher auf Sicherheit oder eine gute Rendite wert legen. Besonders renditestark sind vor allem Aktienfonds, während sie mit Geldmarktfonds auf der sehr sicheren Seite sind.

1.3) ETF Sparplan

Eine noch größere Streuung Ihres Kapitals und geringere Kosten erreichen Sie mit einem ETF-Sparplan. ETFs sind bekanntlich Indexfonds, bei denen die jeweilige Fondsgesellschaft einen bestimmten Aktienindex nachgebildet, indem sie die im Index enthaltenen Aktien 1:1 kauft.

Indexfonds und somit auch ETF-Sparpläne erfreuen sich einer großen Beliebtheit, denn unter anderem aufgrund der guten Performance und der geringen Kosten gelten sie als relativ renditestark. Eine breite Diversifikation ist ein weiterer Vorteil, durch die sich ETF-Sparpläne auszeichnen können.

2.) Für sicherheits-orientierte Sparer: der Banksparplan

Steht bei den zuvor genannten Sparverträgen insbesondere die möglichst gute Rendite im Vordergrund, legen andere Sparer mehr Wert auf eine im Idealfall hundertprozentige Sicherheit. Diese geht allerdings auf Kosten der Rendite, was sich vor allem beim Banksparplan zeigt.

Sparer erhalten hier zwar nahezu immer eine Kapitalgarantie und auch eine Mindestrendite zugesagt, allerdings bewegen sich die Erträge beim Banksparplan – insbesondere seit der Niedrigzinsphase – eher im Bereich zwischen 1,5 und 2,5 Prozent.

Dafür ist Ihr Kapital allerdings sehr sicher angelegt und Sie können davon ausgehen, dass Sie keine Verluste erleiden. Trotzdem gelten Banksparpläne insbesondere bei jungen Sparern heutzutage als etwas zu konservativ, aber dennoch stellen sie natürlich nach wie vor eine beliebte Form von Sparplänen danach.

3.) Sparen für zukünftige Eigenheimbesitzer: der Bausparvertrag

Eine weitere Sparvertrag, der allerdings relativ zweckgebunden genutzt werden sollte, ist der Bausparvertrag. Dieser ist zwar nicht zum Aufbau einer privaten Altersvorsorge geeignet, aber kann dennoch indirekt dazu genutzt werden, um später im Ruhestand über eine Altersvorsorge zu verfügen, nämlich in Form einer eigenen Immobilie.

Grundsätzlich können Sie Bausparverträge zwar auch als reine Sparverträge nutzen, jedoch ist dies aufgrund der sehr geringen Rendite nicht empfehlenswert.

Stattdessen eignet sich der Bausparvertrag insbesondere dann, wenn Sie später auch das günstige Bauspardarlehen nutzen möchten, um dieses in eine Immobilienfinanzierung einzubinden. Unter dieser Voraussetzung kann der Bausparvertrag für einen bestimmten Zeitraum tatsächlich die beste Alternative sein, wenn es um den zwischenzeitlichen Vermögensaufbau geht.

4.) Private Rentenversicherung und Kapitallebensversicherung: unbestimmte Zielgruppe an Sparern

Eine relativ gemischte Gruppe von Sparern entscheidet sich in der Praxis häufiger für zwei weitere Finanzprodukte, die besten zum regelmäßigen Sparen geeignet sind: die private Rentenversicherung sowie die Kapitallebensversicherung. In diesem Fall besteht eine Mischung zwischen Sicherheit und Rendite, denn zumindest bei den klassischen Varianten der Renten- und Kapitallebensversicherung existiert eine Kapitalgarantie.

Allerdings hat die Beliebtheit der zwei Finanzprodukte in den letzten Jahren deutlich abgenommen, was vor allem an den gesunkenen Zinsen und Überschussanteile liegt.

Allerdings werden sowohl Kapitallebensversicherung als auch private Rentenversicherung von den meisten Versicherungsgesellschaften noch in einer zweiten Variante angeboten, nämlich als fondsgebundene Versicherungen. In diesem Fall fließen Ihre Beiträge nicht in klassische Anlageformen, wie zum Beispiel Renten oder Geldmarktpapiere, sondern stattdessen in Aktien- oder Rentenfonds.

Die Folge davon ist, dass es auf der einen Seite zwar meistens keine Kapitalgarantie mehr gibt, die Rendite auf der anderen Seite dafür aber in der Regel höher als bei den klassischen Varianten ausfällt.

Für manche Sparer kann eine Kapitallebensversicherung dann die richtige Wahl sein, wenn zusätzlich zum Spargedanken die Absicherung der Familie im Vordergrund steht. Allerdings zeigen Vergleiche mittlerweile, dass es in dem Fall insgesamt besser ist, sich nicht für die Kapitallebensversicherung zu entscheiden, sondern stattdessen eine Risiko-Lebensversicherung zu wählen und diese zusätzlich mit einem anderen Sparplan zu realisieren.

Aus dem genannten Grund gibt es nur noch wenige Kunden, für die eine private Rentenversicherung oder die Kapitallebensversicherung aktuell wirklich die beste Alternative zum Vermögensaufbau darstellen.

Fazit zu Sparplänen: eigene Ziele und Vorstellungen hinterfragen

Um den für Sie besten Sparplan zu finden ist es wichtig, dass Sie sich einige Fragen stellen. Wie wichtig ist Ihnen zum Beispiel die Rendite? Möchten Sie sehr sicher sparen oder sind Sie zu Gunsten einer höheren Rendite auch bereit dazu, ein etwas höheres Risiko einzugehen? Nicht zuletzt sollten Sie bei allen möglichen Spar-Varianten übrigens eine eventuelle staatliche Förderung mit einbeziehen, wie zum Beispiel die Riester-Rente. Diese führt insbesondere aufgrund der Zulagen-Rendite dazu, dass die Gesamtrendite des regelmäßigen Sparens besser ausfallen kann.

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Oliver S.

Oliver S.

Oliver ist der Journalist im Team. Ausgebildeter Banker (Hypo Vereinsbank), hat hohes Maß an spezifischem Finanzwissen und ist einer der bekanntesten Schreiberlinge in der Finanz-Szene. Er das Thema Finanzen in einer Leichtigkeit, die seinesgleichen sucht. Nicht ohne Grund hat Oliver unter anderem auch für die Huffington Post geschrieben. Zudem ist er bis heute auch als Redakteur für FTD.de (ex Financial Times Deutschland) als auch auf Unternehmerhandbuch.de tätig. Kümmert sich hier um alles, was mit dem Thema Finanzwissen, Interviews und News zu tun hat.

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