Geldanlage für Kinder: Was lohnt sich und worauf gilt es zu achten?

Für Eltern sind sie das höchste Gut – die eigenen Kinder. Und das Ziel von Eltern besteht vor allem darin, dem eigenen Nachwuchs eine finanziell sichere Zukunft zur ermöglichen. Und damit eben jene sicher Zukunft auf soliden Füßen steht, fangen Eltern immer früher mit der Geldanlage für Kinder an. Das reicht dann von den klassischen Sparbüchern, Banksparpläne, Festgeldanlagen, über die Ausbildungsvorsorge bis hin zur aktiven Geldanlage am Kapitalmarkt.

Und gerade letzteres erfreut sich unter der Bezeichnung „Junior Depot“ einer stetig steigenden Beliebtheit. Doch was taugen all diese Finanzprodukte und Anlage-Möglichkeiten?

Markus

Markus G.

10. März 2020

Geldanlage für Kinder - die Möglichkeiten

10. März 2020

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Es gibt diese wunderbare Aussage, dass in den Händen unserer Kinder die Zukunft liegt. Und damit unsere Kinder zumindest mal einen gesicherten Start in ihre eigene Zukunft haben, haben Eltern als auch Verwandtschaft oftmals das Bedürfnis finanzielle Vorkehrungen zu treffen. Bedeutet, dass innerhalb der Familie eine Art gemeinschaftlicher Vermögensaufbau für die eigenen Sprösslinge betrieben wird.

Und die Finanzbranche hat hierin vor Jahren ein gewaltiges Marktpotential entdeckt und dementsprechend auf diesen offenkundigen Bedarf mit einer Vielzahl an Produkten unter dem Aspekt „Geldanlage für Kinder“ reagiert. Doch nicht alles, was an entsprechenden Finanz-Produkten angeboten wird, macht unter dem Aspekt des rendite-orientierten Vermögensaufbaus für Kinder auch wirklich Sinn.

Denn schließlich soll ja nicht nur einfach Geld beiseite gelegt werden, sondern es soll letztendlich auch im Sinne der Kapitalanlage entsprechend arbeiten – also Rendite „einfahren“. Und genau an dem Punkt gilt es aus elterlicher Sicht sich dahingehend zu informieren, was letztendlich diesem Ziel am nächsten kommt. Somit also die Frage dahingehend welche Möglichkeiten der Geldanlage für Kinder wirklich empfehlenswert sind.

Der Klassiker – das Sparbuch für Kinder

Heutzutage eher als Relikt aus den Zeiten des Wirtschaftsbooms nach dem Krieg bekannt, aber dennoch mit einer stabilen Beliebtheit genutzt: Das Sparkonto oder eben auch das klassische Sparbuch. Unter dem Aspekt Rendite beziehungsweise Zinserträgen im wahrsten Sinne des Wortes eine „Nullnummer“. Vorbei die Zeiten als es noch 8-10 % Zinsen pro Jahr gab, denn mittlerweile liegt die durchschnittliche Verzinsung von Sparbüchern etc. bei durchschnittlich 0,001 % Zinsen per anno.

Somit also folgende Erkenntnis: Ein Sparkonto oder das klassische Sparbuch erzielen so gut wie keine Zinsen mehr. Und aufgrund der Inflation wird das Geld auf dem Bankkonto im Laufe der Jahre sogar weniger. Bedeutet, das angelegtes Kapital aufgrund der Inflation abschmilzt. Unter dem Aspekt des langfristigen Kapitalanlage für die Kinder also keinesfalls ein, in Betracht kommendes Angebot.

Zumindest sicher: Tagesgeld für Kinder

Ebenfalls beliebt, wenn auch unter dem Aspekt Rendite mittlerweile alles andere als sinnvoll – das Tagesgeld-Konto. Das Eltern diese Anlageklasse für den eigenen Nachwuchs nutzen liegt vor allem den folgenden Charakteristika eine Tagesgeld-Kontos, denn es ist

• Quasi risikofrei
• Beinhaltet eine tägliche Verfügbarkeit des Kapitals
• Tagesgeld passt sich dem Zinsniveau der Kapitalmärkte an.

Doch gerade beim letztgenannten Punkt liegt auch unter dem Aspekt eines langfristigen Vermögensaufbaus mit entsprechend gewünschten Renditen das größte Manko. Denn in Niedrigzinsphasen, in welcher sich die Märkte aktuell befinden, ist eine attraktive Verzinsung des angelegten Kapitals schlicht der Rede wert. Auch wenn das Zins-Niveau sich aktuell bei rund 0,13 % bewegt und damit über dem des klassischen Sparbuchs liegt, ist damit kein Blumentopf zu gewinnen. Somit bestenfalls als Liquiditätsreserve geeignet.

Festgeld: Kurzzeitiges Sparen für Kinder

Ebenfalls immer noch sehr beliebt – das Thema Festgeld. Als die angebotenen Zinssätze noch deutlich über der Inflationsrate lagen, durchaus eine lohnenswerte Möglichkeit, über einen festgelegten Zeitraum jährlich eine stabile garantierte Rendite einzufahren. Jedoch in Zeiten, in denen Niedrigzinsphase herrscht, ist es auch beim Festgeld weit her mit attraktiver Verzinsung.

Woraus sich aufgrund der Konstruktion „Festgeld“ auch ein entscheidender Nachteil ergibt, denn wird das Geld in einer Niedrigzinsphase langfristig angelegt und tritt dann ein Zinsaufschwung statt, verpasst man diesen. Denn Festgeldanlagen sind alles andere als flexibel und reagieren auf Marktentwicklungen nur sehr verzögert d.h. nach Ablauf des Anlagezeitraums kann das Geld dann, in eine möglicherweise besser verzinste Geldanlage investiert werden. Insofern ist Festgeld als Geldanlage für Kinder ebenfalls bedingt empfehlenswert!

Bestmögliches Angebot? ETF Sparpläne für Kinder

Keine Frage, seit der letzten Börsenkrise im Jahr 2008 hat wohl kaum ein anderes Anlageinstrument so an Bedeutung gewonnen wie die sogenannten börsengehandelten Exchange Trade Funds (ETFs) oder eben auch bekannt als Indexfonds. Diese ETFs bilden einen Aktienindex im Optimalfall 1:1 ab. Was bedeutet, dass wenn beispielsweise der DAX in Deutschland oder die NASDAQ in den USA eine, auf Tagesbasis stattfindende Wertentwicklung von 1,2 % erreicht, so steigt der Wert der ETFs, welche diese Indices abdecken, ebenfalls um je 1,2 %.

Je nach Index können so auf Jahresbasis Renditen von 6 % und mehr realisiert werden. Natürlich gibt es hinsichtlich der Wertentwicklungen einzelner Indices keinerlei Garantien. Wer aber ein gut diversifiziertes ETF Portfolio aufbaut und seine Geldanlage für Kinder langfristig plant, sollte solche Renditen realisieren können.

Desweiteren gelten ETFs als günstig, flexibel und transparent . Sie scheinen somit wie geschaffen für den langfristigen Vermögensaufbau für einen selbst, aber eben auch für den Nachwuchs. Vor allem unter dem Aspekt, das ETFs sparplanfähig sind und somit gerade über einen langen Anlagehorizont geradezu prädestiniert erscheinen. Wer als Eltern und / oder Großeltern etwas für die finanzielle „Vorsorge“ seines Nachwuchses mittels Junior Depot tun möchte, ist mit einem Sparplan auf ETF Basis durchaus gut beraten.

Geldanlage für Kinder – Selber machen oder machen lassen?

Jedoch stellt sich auch hier in Folge die Frage: ETF Sparplan für Kinder oder eben auch Junior Depot „selber konstruieren“ oder „machen lassen“? Im Klartext: Selbst auf die Suche nach passenden ETFs machen oder einen Anbieter wählen, der sich um alles kümmert – Stichwort „Robo-Advisor“?

Geht es um das „selber machen“ bieten folgende Banken die derzeit besten Angebote für ein „Junior Depot“ >>

• Comdirect >> “Junior Depot“
• ING-Diba >> „Direkt Junior Depot“
• Maxblue (Deutsche Bank) >> „Kinderdepot“
• Flatex >> „Minderjährigen Depot“
• Consors Bank >> „Junior Depot“
• S-Broker >> „Minderjährigen Depot“
• DKB >> „Broker U18“
• Finvesto >> „Depot U18“

Wer sich beim Thema “Geldanlage für Kinder” einzig und allein, um das „Einzahlen“ monatlicher Sparraten kümmern und den Rest Investment-Profis überlassen möchte, für den könnte ein Robo-Advisor eine durchaus interessante Investment-Alternative darstellen. Denn auch die Robo-Advisor haben erkannt, dass die elterliche finanzielle Vorsorge für den Nachwuchs ein potenzielles Kundenklientel darstellt. Entsprechend haben einige Robo-Advisor auf diesen Bedarf mit entsprechend konzipierten Angeboten reagiert.

Derzeit bieten folgende Robo-Advisor speziell auf das „Sparen für Kinder“ ausgerichtete Kapitalanlage-Angebote >>


Gut zu wissen: Sowohl bei einigen Banken als auch Robo-Advisorn können zwar sogenannte „Junior Depots“ eröffnet werden, jedoch werden diese Depots teilweise im Namen der Eltern geführt. Die Depots können mit Erreichen des 18. Lebensjahres des Kindes dann entsprechend übertragen werden. Hieraus ergeben sich dann vor allem steuerliche Aspekte, die es dann zu berücksichtigen gilt.

Junior Depot eröffnen – was generell benötigt wird

Doch bevor es zum Thema Steuern geht, geht es darum einen entsprechenden, den persönlichen Anforderungen passenden Anbieter für ein Junior Depot zu finden. Und das ist bei Weitem nicht so einfach, wie es oftmals den Anschein hat oder man glaubt aus eigener Erfahrung zu kennen.

Generell ist bei den meisten Anbietern zwar die Antragstellung online möglich, jedoch nur bis zu einem gewissen Punkt. Denn zahlreiche, zur Kontoeröffnung erforderlichen Papiere beziehungsweise Nachweise müssen postalisch bei der Bank eingereicht werden.

Welche Dokumente die Bank im Einzelnen anfordert, ist von jedoch von Bank zu Bank beziehungsweise Depot-Anbieter unterschiedlich. Generell sollten Eltern mit dem Vorhaben ein Junior Depot eröffnen zu wollen, die folgenden Dokumente bereithalten >>

• Kopie der Geburtsurkunde des Kindes
• Depotvertrag, jeweils von allen gesetzlichen Vertretern unterschrieben
• Feststellung der Identität der Eltern/Großeltern durch Personalausweis und Post-Ident-Verfahren
• Sorgerechtsbeschluss oder vergleichbare Dokumente bei Alleinerziehenden
• Erklärung der gemeinschaftlichen Sorge von unverheirateten Eltern mit gemeinsamem Sorgerecht

Zu guter Letzt: Wie ist das mit den Steuern bei einer Geldanlage für Kinder?

Letztendlich gilt – vor allem unter steuerlich Aspekten- das, egal für welche Anlageform sich Eltern letztendlich dann entscheiden, dass die geplante Kapitalanlage im Namen des Kindes abgeschlossen wird. Denn so lassen sich vor allem steuerliche Vorteile nutzen. Der größte Vorteil liegt vor allem darin, dass Kapitalerträge innerhalb der Familie auf verschiedene Köpfe „verteilt“ werden können.

Sparer-Pauschalbetrag in Höhe von 801 € pro Jahr pro Kopf nutzen

Um den positiven Effekt einer solchen „Umverteilung“ in Zahlen zu verdeutlichen: Innerhalb einer Familie kann jeder Erwachsene und jedes Kind von Gesetz her einen Sparer-Pauschal Betrag in Höhe von 801 Euro im Jahr für sich beanspruchen. Bedeutet, dass dieser Pauschalbetrag keinerlei steuerlichen Belastungen unterliegt. Zusammengefasst auf eine Familie mit 4 Personen würde dies einen steuerbefreiten Pauschalbetrag von immerhin 3.204 Euro bedeuten.

Neben dem genannten „steuerfreien Pauschalbetrag von 801 € pro Person“ kann der Abschluss einer Kapitalanlage auf den Namen des Kindes einen weiteren steuerlichen Vorteil nutzbar werden lassen. Denn zusätzlich zu den 801 € gelten für Erträge auf Sparkonten und Kinder- beziehungsweise Junior-Depots steuerliche Befreiungen bis zur Höhe des steuerlichen Grundfreibetrages von derzeit 9.168 Euro als auch bei der Pauschale für Sonderausgaben in Höhe von 36 Euro. In Summe lässt sich so also bei einer Kapitalanlage auf den Namen des Kindes eine Steuerersparnis von 10.005 € pro Jahr realisieren.

NV Bescheinigung vom Finanzamt einholen

Geldanlage für Kinder - die NV BescheinigungUm diese Möglichkeit der Steuerersparnis bei der Geldanlage für Kinder umzusetzen, bedarf es jedoch eines Antrags bei der örtlichen Finanzbehörde. Hierzu hält das Finanzamt ein sogenannte NV- Bescheinigung vor, welche die steuerfreie Einkommensgrenze garantiert. Die “Nichtveranlagungs-Bescheinigung”(NV) muss, sobald diese vom Finanzamt zurückgesendet wurde, an die depotführende Bank weitergeleitet werden. Mit dem Erhalt der NV-Bescheinigung ist es der Bank dann möglich, die Kapitalerträge ohne Abzug der Abgeltungssteuer auszuzahlen.

Mit einer solchen NV-Bescheinigung entfällt dann auch die jährliche Einreichung beziehungsweise Erneuerung des allgemein üblichen Freistellungsauftrages für Kapitalerträge, sofern die Einkünfte aus Kapitalerträgen unter dem geltenden Grundfreibetrag liegen.

Die Bescheinigung zur steuerlichen Nicht-Veranlagung hat eine Gültigkeit von 3 Jahren. Sie endet also mit dem Ende des dritten Jahres nach Erteilung durch das zuständige Finanzamt. Nach Ablauf von 3 Jahren muss also ein neuerlicher Antrag auf Erteilung der NV Bescheinigung gestellt werden.

Übrigens: Die Formulare zur Nicht-Veranlagung lassen sich auch über das Formular Management System der Bundes-Finanzverwaltung online abrufen.

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Markus G

Markus ist der “Kopf” des Teams. Ideengeber, Vermarkter, Redakteur und irgendwie an allem auf diesem Portal beteiligt. Ohne ihn würde es dieses Portal so nicht geben. Eine Idee – entstanden aus dem persönlichen Interesse an FinTech und nun langjähriger Erfahrungen in der Finanz-Szene. Zudem ist Markus Kolumnist auf zahlreichen Investment-Plattformen – vor allem im englischsprachigen Raum, aber u.a. auch auf Focus.de
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