Fonds und deren Rendite: Kosten im Blick haben

Fonds – sie gelten als günstige und, unter dem Aspekt “Rendite” als effiziente Möglichkeit, um mit dem Vermögensaufbau zu beginnen. Kaum ein Bankberater, der bei der Frage, wie man den günstig und effizient sein Geld anlegen könne, mit der Antwort “in einen günstigen Fonds” reagiert. Um dann direkt nachzulegen, dass er ein paar Top-Performer “in petto” hätte. 

Fonds und deren Rendite: Kosten im Blick haben » RoboAdvisor-Portal.com - das Infoportal

Oliver S.

24. Mai 2019

Fonds Auswahl Einfluss von Kosten auf Rendite

24. Mai 2019

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on email

Wenn Bank oder Anlageberater Kunden von einem Investment in Fonds überzeugen möchten, dann wird oftmals erstmal nur von der Performance gesprochen. Beispiel eines solchen „Klassiker“-Arguments gegenüber einem interessierten Anleger ist folgende Aussage:

“Der Wert eines Fondsanteils ist innerhalb der letzten Jahre um über zehn Prozent gestiegen“.

Und nicht selten hat gerade eine solche Aussage, dann auch den gewünschten Effekt: der Anleger trifft eine, aus Sicht des Investment-Beraters positive Entscheidung und legt sein Geld entsprechend in Fondsanteile an.

Nur leider wird allzu häufig vergessen, dem Anleger zu erläutern, dass nicht die Performance der entscheidende Faktor ist, sondern stattdessen die erzielte Rendite des Fonds.

Der große Unterschied besteht darin, dass es sich bei der Performance um die reine Wertentwicklung des Fonds handelt, während die Rendite tatsächlich der Ertrag ist, den der Anleger erzielt.

Von der Wertentwicklung müssen also die Kosten abgezogen werden, die bei einem Fonds nicht unerheblich sind. Es gilt also, bei der Auswahl passender Investmentfonds sich nicht allein von den Performance-Angaben blenden zu lassen.

Gute Performance als Grundlage für eine gute Rendite

Doch um etwas klar zustellen: Als gänzlich irrelevant ist der Blick auf die Performance eines Investmentfonds nicht. Im Gegenteil im Rahmen einer Gesamtbetrachtung ist die Performance einer von vielen Indikatoren zur Bewertung eines Investmentfonds. Die Wertentwicklung ist eine wichtige Grundlage dafür, dass Anleger überhaupt eine Chance auf eine gute Rendite bei dem Investment haben.

Die historische Wertentwicklung ist daher eins der ersten Kriterien, nach denen Fonds ausgewählt werden sollten. 

Dies gilt im Prinzip für alle Arten von offenen Fonds >>

 

  • Geldmarktfonds
  • Rentenfonds
  • Immobilienfonds
  • Aktienfonds
  • Dachfonds
  • Gemischte Fonds

Für diese Fondsarten gilt aber auch, dass eben nicht nur die Performance betrachtet werden sollte, sondern vor allem, die in der Vergangenheit durchschnittlich erzielte Netto-Rendite. Dazu müssen von der Wertentwicklung des Fondsanteils noch die jeweiligen Kosten des Fonds abgezogen werden.

 

Investmentfonds - Kosten überblicken
Die Freude über steigende Werte von Investmentfonds ist zweifelsohne berechtigt, solange dabei die für den Investment-Erfolg aufgewendeten Kosten nicht außer Acht gelassen werden.

Wertentwicklung von Fonds minus Kosten = Rendite

Die Wertentwicklung eines Fonds lässt sich für die Vergangenheit sehr einfach ermitteln. Dazu betrachtet man einfach einen gewünschten Zeitraum, welchen Wert ein entsprechender Anteil hatte. Hinzukommend die Annahme, dass sich die Preise für den ins Auge gefassten Investmentfonds in der Vergangenheit wie folgt gestaltet haben:

• 2014: 69,13 Euro
• 2017: 75,14 Euro
• 2019: 78,47 Euro

In den vergangenen fünf Jahren hat der Anteil also eine Wertentwicklung von insgesamt 13,5 Prozent vollzogen, was eine jährlich durchschnittliche Wertentwicklung bzw. Performance in Höhe von rund 2,7 Prozent bedeutet.

Von dieser Wertentwicklung müssen nun die, in diesem Zeitraum ebenfalls entstandenen Kosten des Fondsinvestments abgezogen werden. Doch welche Gebühren sind hier typisch beziehungsweise gängig?

Auf welche Gebühren sollte bei offenen Fonds geachtet werden?

Eins nochmals vorweg: Wird im Folgenden von Gebühren gesprochen, die bei zahlreichen Fonds regelmäßig anfallen, dann sind damit ausschließlich offene Fonds gemeint. Bei der geschlossenen Version gibt es zwar auch Gebühren, allerdings treten diese meistens in anderen Varianten als die der offenen Fonds auf.

Zunächst einmal kann man alle offenen Fonds-Angebote in zwei große Gruppen einteilen, nämlich in sogenannte Classic- und Trading-Fonds. Der Unterschied zwischen diesen beiden Varianten besteht darin, dass es bei der Classic-Version einen Ausgabeaufschlag gibt, bei der Trading-Version jedoch nicht. Dafür wird allerdings bei Trading-Fonds häufig eine Vertriebsgebühr berechnet, die bei Classic-Fonds in der Regel nicht anfällt.

Stichwort Ausgabeaufschlag

Da das Gros der Anleger zumeist einen sogenannten Classic-Fonds als Geldanlage-Instrument nutzt, gilt es hier also besonders auf den sogenannten Ausgabeaufschlag zu achten. Doch was ist der Ausgabeaufschlag genau?

Gemeint ist damit, dass die jeweilige Fondsgesellschaft einen Anteil zu einem höheren Preis an Anleger verkauft, als wenn der Anleger seinerseits im Bestand befindliche Fondsanteile an die Gesellschaft verkaufen möchte. Die Differenz zwischen dem sogenannten An- und dem Verkaufskurs ist der Ausgabeaufschlag.

Je nach Art des Investmentfonds und der Fondsgesellschaft selbst bewegen sich diese Ausgabeaufschläge durchschnittlich zwischen 1,5 und bis zu 5,26 Prozent. An diesem Zahlen ist erkennbar, dass der Ausgabeaufschlag kein unwichtiger Kostenfaktor ist.

Um die Bedeutung des Ausgabeaufschlags anhand eines einfachen Beispiels zu verdeutlichen:

 

  • Kauf von Anteilen an einem Aktienfonds mit einem Ausgabeaufschlag von 5,2 %
  • Geplanter Anlagehorizont von fünf Jahren

Ergebnis: Der Ausgabeaufschlag von 5,2 % mindert die möglich Rendite um rund 1 % pro Jahr.

Weitere Gebühren: Management- und Verwaltungsgebühren

Neben dem Ausgabeaufschlag, den die weitaus meisten Classic-Fonds als Gebührenfaktor haben, gibt es bei Investmentfonds noch weitere Kostenfaktoren zu beachten. Dabei handelt es sich insbesondere um die Management-Gebühren zum einen als auch um die sogenannten Verwaltungsgebühren. Wie zuvor bereits kurz erwähnt, berechnen viele Trading-Fonds zudem eine Vertriebs-Gebühr.

Bei manchen Fonds-Angeboten kommt noch eine weitere Art der Gebühren hinzu, die sogenannte Performance-Fee. Es handelt sich dabei um eine Art Gewinnbeteiligung seitens des Anlegers, welche von der Fondsgesellschaft vereinnahmt wird. Allerdings ist eine derartige Performance-Fee meistens nicht bei offenen, sondern eher bei geschlossenen Fonds üblich.

In der Übersicht gibt es also die folgenden Kostenfaktoren, auf die bei offenen Investmentfonds geachtet werden sollte:

• Ausgabeaufschlag
• Vertriebs-Gebühr
• Verwaltungsgebühr
• Management-Gebühr
• Performance-Fee (eher selten)

Kosten mindern die Rendite: ein Rechenbeispiel

Um das Thema der Kostenfaktoren bei einem Investmentfonds und deren Einfluss auf die gewünschte Rendite nochmals anhand eines praktischen Kostenbeispiels zu verdeutlichen:

• Durchschnittliche Wertentwicklung des Fondsanteils pro Jahr: 5,80 Prozent
• Ausgabeaufschlag: 5,26 Prozent
• Management-Gebühr: 1,50 Prozent
• Verwaltungsgebühr: 0,45 Prozent
• Anlagedauer: fünf Jahre
• Durchschnittliche Kosten pro Jahr: 3,00 Prozent
• Rendite pro Jahr: 2,80 Prozent

Diese Beispielrechnung zeigt, dass von der eigentlichen Wertentwicklung in Höhe von durchschnittlich 5,80 Prozent pro Jahr nur noch eine Rendite von 2,80 Prozent jährlich übrig bleibt, weil die Gesamtkosten bei jährlich umgerechnet 3,00 Prozent liegen.

Kosten sparen bei Fonds: Sonderangebote von Banken und Broker nutzen

Und dennoch: Es bestehen Möglichkeiten die Kosten bei der Geldanlage durch Investmentfonds deutlich zu senken. Insbesondere Online-Broker, aber auch manche Direktbanken, bieten interessierten Anlegern immer wieder Sonderaktionen beim Erwerb von Fondsanteilen. 

Diese beinhalten, dass Investmentfonds eines bestimmten Emittenten (Fondsanbieters) zeitlich befristet ohne Ausgabeaufschlag oder mit einer sonstigen Einsparung bei den Gebühren angeboten werden. Auf solche Angebote lohnt es sich durchaus zu achten, den jedes Zehntel Prozent an Kosten, welches eingespart werden kann, kommt der Rendite zugute.

Eine andere Alternative ist, sich gegen offene Fonds zu entscheiden und stattdessen ein Investment in ETFs wählen. Diese Indexfonds haben eine deutlich geringere Kostenquote als die meisten aktiv gemanagten Fonds. Hier fallen aufs Jahr betrachtet durchschnittlich zwischen 0,5 und 0,7 Prozent an Kosten an. Da die Performance der ETFs nicht grundsätzlich schlechter als die der aktiv gemanagten Fonds ist, nicht selten sogar besser, lohnt es sich auf jeden Fall, auch über diese Alternative bei einem geplanten Fonds-Investment  nachzudenken.

Share on facebook
Facebook
Share on twitter
Twitter
Share on linkedin
LinkedIn
Share on pinterest
Pinterest
Share on pocket
Pocket
Share on reddit
Reddit
Share on xing
XING
Empfehlungen aus der Redaktion

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.