ETF Vergleich – auf diese 5 Punkte sollte man achten!

Man möchte sich ein eigenes Investment-Portfolio aufbauen und das ganze soll vor allem mit ETFs geschehen. Alles schön und gut, aber welche ETF sollen Einzug in das Portfolio finden? gar nicht so einfach bei der Vielzahl an jenen Exchanged Trade Funds. Die Lösung? Ein aussagefähiger ETF Vergleich! Aber lohnt sich das wirklich? Und wenn ja: Was gilt es zu beachten? Fragen, die immer wieder auftauchen. Und bei den ersten beiden Fragen mit einem klaren „Ja“ beantwortet werden müssen.

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Markus G

22. Juli 2020

ETF Vergleich - 5 Punkte zu beachten

22. Juli 2020

Denn bei der Vielzahl an verschiedenen ETFs – manche Broker-Plattformen führen mehr als 1.000 verschiedene ETFs – kann die passende Auswahl von ETFs durchaus eine Herkules-Aufgabe sein. Insofern muss die Frage eher lauten

„Worauf muss ich bei einem ETF Vergleich besonders achten?“

Und an der Stelle gibt es dann tatsächlich 5 „grobe“ Punkte, auf die man bei einem Vergleich von ETFs grundsätzlich achten sollte. Doch bevor man sich überhaupt an den Vergleich der verschiedenen Fonds heranwagt, gilt es sich über das Gedanken zu machen, was eigentlich bei jeder Art von Investment geschehen sollte >>

• Welche Anlage-Fokus / Anlage-Klassen?
• Welche Anlage-Märkte?
• Welcher Anlage-Horizont?
• Welche Anlage-Ziele?

Wer ein Investment startet, ohne sich über die vorgenannten Punkte Gedanken zu machen, sollte das Investment gar nicht erst tätigen. Also: Ja – es bedarf für ein erfolgreiche Kapitalanlage eine klare Vorstellung dessen, was mit dem eigenen Kapital unter den vorgenannten Punkten geschehen soll.

Grundlegendes vor dem eigentlichen ETF Vergleich

Kommen wir also zu den „Hausaufgaben” bei einem ETF Vergleich, damit man als Anleger bei seinem Investment-Vorhaben zu einem späteren Zeitpunkt keine “bösen” Überraschungen erlebt.

Anlage-Fokus und Anlage-Klassen

Somit also vor einem ETF Vergleich die Gedanken dahingehend, worauf möchte ich mich als Anleger konzentrieren – der Anlage-Fokus. Was ist damit gemeint?
In diesem Schritt wird die Entscheidung getroffen, in welche Anlageklassen >> beispielsweise >>

• Aktien
• Anleihen
• Rohstoffe
• Renten

Das Kapital investiert werden soll. Im Zuge dessen kann auch gleich – orientiert an der eigenen Risiko-Neigung – die Gewichtung der gewählten Anlage-Klassen festgelegt werden.

Hierbei gilt: Je breiter das Portfolio in seinen Anlageklassen diversifiziert ist, desto grösser die Verteilung des generell existierenden Anlage-Risikos. Insofern gilt also bei einem ETF Vergleich, dass man Fonds aus verschiedenen Regionen als auch Industriezweigen untereinander vergleicht. Womit der folgende Punkt seine Bedeutung erhält.

Auswahl der Anlage-Märkte

Im nächsten Schritt wird definiert, in welche Märkte anhand der gewählten Anlage-Klassen das zur Verfügung stehende Kapital fließen soll.

Beispiel – Aktien: Soll ein Teil des Kapitals in Aktien investiert werden, so muss entschieden werden, ob in den globalen und / oder in einen spezifischen Aktienmarkt investiert werden soll. Hierbei kann sowohl zwischen Landes-, Regionen-spezifisch und / oder branchenspezifisch gewählt werden. Oder auch ein Mix aus allen Optionen.

Anlage-Horizont

Grundlage zur Bestimmung des Anlage-Horizonts ist die Erwartung an die eigene Rendite des Investments in Relation zur gewählten Risikobereitschaft. Grundsätzlich gilt auch für den Aufbau einer Investment-Strategie auf Basis von ETFs das, je länger der gewählte Anlage-Horizont, so höher die Chance auf gute Rendite.

Belegt wird dies in einer Vielzahl an Statistiken und Studien. Diese belegen, dass in der Regel über einen sehr langen Zeitraum unter hoher Wahrscheinlichkeit stabile Renditen zu erwarten sind. Gleichzeitig sinkt mit steigendem Anlage-Horizont das Verlustrisiko.

Somit gilt: Wer einen langen Anlage-Horizont wählt, für den ist es unproblematisch, kurzfristige Kursschwankungen oder Verluste bei seinem Investment auszusitzen.

Das Anlage-Ziel

Auch an diesem Punkt – der Festlegung der Anlage-Ziele – muss ein Bezug zum Anlage-Horizont hergestellt werden. Soll für das Alter vorgesorgt werden und erfolgt der Vermögensaufbau in jungen Jahren, sollte Anlagehorizont entsprechend „lang“ gewählt werden.

Soll hingegen ein Immobilienkauf finanziert werden – ebenfalls bei Start des Investments in jungen Jahren – handelt es sich eher um einen mittelfristigen Anlagehorizont. Es lässt sich also feststellen, dass die beiden Punkte „Anlage-Horizont“ und „Anlage-Ziele“ in einem direkten Zusammenhang stehen und nicht außer Acht gelassen werden sollte.

Sind die vorgenannten Punkt klar und eindeutig festgelegt, kann mit der Suche und dem Vergleich der zahlreichen ETFs begonnen werden, in dem man sich als Anleger an den folgenden 5 Punkten orientiert:

1. Passenden Index zum Anlageziel wählen

Im Gegensatz zu einem klassischen, aktiv gemanagten Investmentfonds bildet ein Exchange Traded Funds lediglich, den Ihm zugrunde liegenden Index 1:1 ab. Dem Fonds liegt also keine individuelle Investment-Strategie zugrunde.

Umso entscheidender ist es für einen Anleger sich bei einem ETF Vergleich ebenso Gedanken dahingehend zu machen, in welchen Index gemäß dem definierten Anlageziel eigentlich investiert werden soll.

Anlageschwerpunkt Aktien >> höhere Risikobereitschaft

Wer seinen Anlageschwerpunkt aufgrund höherer Rendite-Chancen bei gleichzeitig erhöhtem Anlagerisiko setzt, für den lohnen sich ETFs, welche sich an den folgenden Indizes ausrichten >>

Aktien – Eurozone

• Dow Jones Euro Stoxx 50
• Dow Jones Stoxx 50
• Dow Jones Stoxx 600

Aktien – Nordamerika

• S&P 500
• MSCI USA
• MSCI North America

Aktien – global

• MSCI World

Investment – Schwellenländer

• MSCI Emerging Markets

Das macht den Vergleich passender ETFs zwar grundsätzlich umfangreicher und somit auch aufwendiger, kann sich aber eben unter dem Aspekt Rendite auch dementsprechend lohnen. 

Anlageschwerpunkt Anleihen >> mittlere Risikobereitschaft

Anleihen-Indizes sind generell weniger bekannt als Aktienindizes. Aber auch hier gilt: Anleger sollten schauen, was in einem Index steckt. Wichtig sind etwa die Restlaufzeiten der enthaltenen Anleihen, die Kreditwürdigkeit (Bonität) der Emittenten und die Währung, in denen die Anleihen notieren.

Empfehlenswerte Anleihe-Indices

• Bloomberg Barclays US Treasury 10+ >> Anleihen USA
• ICE US Treasury 20+ >> Anleihen USA
• Bloomberg Barclays UK Gilt 15+ >> Anleihen GB
• iBoxx® EUR Eurozone 20 Target Duration >> Anleihen Europa
• eb.rexx® Government Germany 10.5+ >> Staatsanleihen Deutschland

2. Blick auf die ETF Kosten und den Tracking Error

ETFs eilt der Ruf voraus grundsätzlich günstig zu sein. In der Regel liegt deren jährliche Verwaltungsgebühr bei weit unter einem Prozent pro Jahr, was sie im Vergleich zu aktiv gemanagten Fonds zumeist um mehr als 50 % günstiger erscheinen lässt.

Dennoch gilt auch bei ETFs, dass pauschal betrachtet die Verwaltungsgebühren zwar sehr günstig sind, sich aber innerhalb des ETF Angebotes an sich dennoch erheblich voneinander unterscheiden können.

Insofern gilt hier der ausdrückliche Rat: ETF Angebote untereinander unbedingt vergleichen. Hintergrund ist vor allem der, dass sich ETF Anbieter, ausdrücklich die Möglichkeit vorbehalten, Vertriebsprovisionen an Banken und andere Fondsvermittler zu zahlen.

Wird eine solche Möglichkeit seitens des ETF Emittenten in die Praxis umgesetzt, resultiert dies ausnahmslos in höheren Verwaltungsgebühren der ETFs, welche letztendlich vom Anleger in jenen ETF bezahlt werden muss. Das konzentrierte Lesen der Fondsprospekte ist also vor allem unter dem Kosten-Aspekt unerlässlich!

Experten-Tipp: So vollmundig manch ein ETF Emittent mit vollmundigen Renditen bei exotischen ETFs und deren zugrunde liegenden Index werben mag, diese ETFs produzieren zumeist nur eins: teils enorm hohe Verwaltungsgebühren. Die Investition in gängige Indices ist hier klar zu empfehlen!

Stichwort „Tracking Error“ bei ETFs

Zu beachten ist bei den Kosten eines ETFs auch deren Einfluß auf den sogenannten Tracking Error.

Zum Verständnis des Tracking Error: Diese Nachbildungsfehler beschreibt die Abweichung zwischen der Wertentwicklung des ETFs zum ihm zugrunde liegenden Index.

Abweichungen entstehen vor allem durch die folgenden Faktoren >>

• ausbezahlte, aber noch nicht verrechnete Dividenden
• Zeitverzögerungen beim Ein- und Verkauf von Aktien / Anleihen etc.
• unterschiedliche Zeitzonen

Woraus folgt, dass die Indexfonds nicht immer genau die Rendite generieren, die der des Index-Performance entspricht. Insofern gilt bei der Auswahl eines Indexfonds (ETF) darauf zu achten, dass der Tracking Error so gering wie möglich ist.

3. Wie werden Erträge (Dividenden, Kupons) der ETFs verwendet?

Wertpapiere wie Aktien, Anleihen und Rentenpapiere generieren neben ihrer eigentlichen Wertentwicklung auch zusätzliche Einnahmen in Form von Dividenden und Kupons. Diese zusätzlichen Einnahmen fließen auch den spezifischen ETFs (Aktien-ETFs / Anleihe-ETFs etc.) zu, sofern sie denn diese Dividenden-Aktien, Anleihen und Rentenpapiere halten.

Jedoch unterscheiden sich die ETFs im Umgang mit solchen Zinszahlungen und Dividenden und zwar in Form dessen, ob diese Zahlungen an den ETF Käufer ausgeschüttet oder aber reinvestiert (Thesaurierend) werden.

Variante 1 >> Ausschüttender Indexfonds

Wird ein „ausschüttender“ ETF gewählt, werden Dividenden und / oder Kupons, Zinszahlungen direkt an den Anleger ausgezahlt. In der Regel erfolgt diese Ausschüttung einmal jährlich. Soll dieses Geld jedoch re-investiert werden, können für den Anleger zusätzliche Kosten entstehen.

Variante 2 >> Re-Investierender Indexfonds (thesaurierend)

Ein „thesaurierender“ ETFs reinvestiert hingegen direkt diese Einnahmen erneut in Aktien oder Anleihen. Diese Vorgehensweise der RE-Investition schlägt sich zumeist in höheren Preise für die ETF-Anteile nieder. Jedoch ergibt sich für den Anleger hier der Vorteile, dass sich nicht selbst um das Re-Investment gekümmert werden muss und so auch keine zusätzlichen Kosten entstehen.

Nachteil? Frei verfügbare Einnahmen entfallen so. Man sollte sich als Anleger also Gedanken machen, wie man mit möglichen Einnahmen aus seinem ETF Investment verfahren möchte.

4. Qualitätsfaktor – Fondsvolumen

„Klein ist fein“ – eine Aussage, die gerade bei Fonds nicht als Qualitätsmerkmal gelten darf. Bei ETFs als auch generell bei Fonds gilt das Gegenteil: Je größer, desto besser!
Und das bezieht sich auf das Fondsvolumen. Je geringer das Fondsvolumen, umso größer das Risiko, dass die Fonds-auflegende Investment-Gesellschaft den Beschluss fasst, diesen Indexfonds wieder zu schließen.

Die sit oftmals bei exotischen Indexfonds der Fall. Die Schließung von Fonds an sich ist zwar keine finanzielle Katastrophe, jedoch entstehen durch Neu-Anlage des „frei“ gewordenen Kapitals erneut Kosten, die so nicht hätten sein müssen und somit auch die Rendite schmälern.

Expertentipp: Analysen zeigen, dass ETFs / Indexfonds ein Fondsvolumen von mindestens 100 Millionen Euro vorweisen sollten. Ab diesem Volumen ist die Wirtschaftlichkeit eines Fonds in der Regel gewährleistet.

5. Bisherige Performance des ETF- / Indexfonds

Zu guter Letzt, das was wohl jeden Anleger am meisten interessiert – die bisherige Performance des Indexfonds. Hier gilt es vor allem die Wertentwicklung über verschiedene Zeiträume zu betrachten. Hilfe bieten hier zahlreiche, auf den ETF Vergleich spezialisierte Informationsportale, die die Performance und Rendite-Entwicklungen einzelner Indexfonds visualisieren und zudem individuelle Vergleichsoptionen anbieten.

Fazit zum ETF Vergleich

Hat man sich als Anleger für ein Investment in ETFs / Indexfonds entschieden, gilt es einen „passenden“ Broker zu finden, bei dem ein erforderliches Depot eröffnet werden kann. Auch hier gilt es verschiedene Broker hinsichtlich deren Kosten zu vergleichen und darauf zu achten, dass die Einrichtung eines ETF-Sparplans möglich ist. Ist dies geschehen, steht dem Vermögensaufbau durch ein Investment in ETFs nichts mehr entgegen.

Weitergehende Informationen zum Thema >> „ETF und ETF-Sparplan“

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Markus G

Markus ist der “Kopf” des Teams. Ideengeber, Vermarkter, Redakteur und irgendwie an allem auf diesem Portal beteiligt. Ohne ihn würde es dieses Portal so nicht geben. Eine Idee – entstanden aus dem persönlichen Interesse an FinTech und nun langjähriger Erfahrungen in der Finanz-Szene. Zudem ist Markus Kolumnist auf zahlreichen Online-Plattformen – vor allem im englischsprachigen Raum (The Verge, Talkmarkets, Stockopedia, aber u.a. auch auf Focus.de
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