Durch diese 7 Investment-Mythen verlieren Frauen viel Geld

In einem geflügelten Wort lautet die Frage: Wann ist der beste Zeitpunkt, ein Investment zu beginnen? Die Antwort? Gestern. Aber keine Panik. Jeder Zeitpunkt kann der beste sein. Wichtig ist, dass sich Frauen überhaupt ran trauen und sich ein Stück vom Kuchen sichern. Denn leider hält sich selbst 2020 immer noch hartnäckig die Legende, dass die Welt der Geldanlagen für Männer gemacht ist.

Und ja, der Gedanken an ein Investment kann Frauen abschrecken. Vor allem dann, wenn sie ihre Finanzen bis dato nie selbst in die Hand genommen haben oder aber sie sich von der Komplexität des Finanzmarktes abschrecken lassen.

Julia F.

Julia F.

2. Februar 2020

7 Investment-Mythen

2. Februar 2020

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Das bedeutet aber alles nicht, dass Frauen Investments und den Kapitalmarkt nicht verstehen lernen können. Immer wieder unterstreichen Untersuchungen sogar, dass Frauen nicht selten die erfolgreicheren Anlegerinnen sind.

Fakt: 90 Prozent aller Frauen werden an irgendeinem Punkt ihres Lebens single, geschieden oder verwitwet sein. Das bedeutet, sie werden in allen Aspekten ihres Lebens auf sich selbst gestellt sein. Das gilt insbesondere in Bezug auf die eigenen Finanzen. Vom Investieren sollte also jede Frau zumindest die Basics verstehen. Denn jeden Tag, den wir länger warten, kommt unser zukünftiges Ich teuer zu stehen.

Es ist also an der Zeit, mit ausgedienten Mythen über Frauen und Investment aufzuräumen und sich von vorherrschenden Fehlannahmen zu verabschieden. Und welcher Zeitpunkt als der Beginn einer neuen Dekade wäre dazu besser geeignet?

Mythos Nr. 1: Frauen interessieren sich nicht für Investments

Je nach dem, welche Studie man konsultiert, wird der Hälfte bis zu zwei Dritteln aller Frauen ein echtes Interesse an Investments, Börsen- und Finanzthemen abgesprochen. Das ist in der Tat ein hoher Anteil. Aber eben auch eine Verallgemeinerung.

Jede Frau hat andere Interessen. Manche finden Investments spannend, andere nicht. Aber im Großen und Ganzen sind Frauen nicht mehr oder weniger an Geldanlagen interessiert, als Männer. Könnte es nicht vielmehr daran liegen, dass Frauen ihr Interesse nicht ganz so selbstbewusst und lautstark bekunden? Und dass sie sich gegenüber vermeintlichen Experten eingeschüchtert und oft nicht ernst genommen fühlen?

Mythos Nr. 2: Frauen können nicht so gut mit Mathe und Zahlen

Diese Behauptung hat längst einen ellenlangen Bart. Neuere Studien und Untersuchungen belegen immer wieder, dass Mädchen mindestens genauso gut im Rechnen sind wie Jungs. Bisweilen sogar besser. Warum also hält sich die Überzeugung, Frauen könnten mit Zahlen nicht so gut umgehen, so hartnäckig und über die Jahrzehnte hinweg? Die Antwort ist simpel. Ein Grund ist, dass Frauen diese bequeme Lüge oft auch einfach nur allzu gern glauben.

Einer amerikanischen Studie zufolge, stimmen selbst unter angehenden Akademikerinnen 45 Prozent der Aussage zu, Männer / Jungs seien besser in Mathe. Ein weiterer Faktor ist die Erziehung. Die kann-ich-nicht-Einstellung wird oft über Generationen weitergegeben.

Es ist also nicht die Fähigkeit, sondern es sind die Vorurteile und selbst-erfüllenden Prophezeiungen, die Mädchen – und später Frauen – vermeintlich schlechter rechnen lassen. 2020 darf man (und frau) sich dieses Mythos’ dann auch mal endlich entledigen.

Mythos Nr. 3: Frauen sind schlechte Anlegerinnen

Woher diese Annahme stammt, lässt sich nur vermuten. Spielt auch hier das vermeintlich fehlende Talent für Zahlen und Mathe, das angeblich mangelnde Interesse am Börsengeschehen, die typisch weibliche Tendenz zur Selbstabwertung (versteh ich nicht, kann ich nicht, usw.) eine Rolle? Es ist anzunehmen.

Und doch steht dieser Mythos im krassen Gegensatz zu so ziemlich jeder Untersuchung und Analyse über Frauen und Investments in den letzten Jahren. Die meisten davon kamen und kommen übereinstimmend zu dem Ergebnis, dass Frauen genauso kluge und erfolgreiche Anlegerinnen sind wie Männer – wenn nicht sogar die besseren!

Zum Jahresabschluss 2019 etwa hat die ING DiBa erst wieder festgestellt, dass ihre Anlegerinnen 0,6 Prozent höhere Renditen einfahren konnten, als ihre männlichen Anlagekunden.

Mythos Nr. 4: Frauen brauchen intensivere Betreuung beim Investieren

Eines der verletzendsten und auch respektlosesten Märchen über Frauen und Investments, ist, dass sie mehr Führung bräuchten, als Männer. Manche Frauen mögen persönliche Beratungsgespräche bevorzugen, bevor sie ihr Geld anlegen. Aber das Gleiche gilt auch für Männer. Weder muss Frauen mehr Händchen gehalten werden, noch braucht sie eine persönliche Rund-um-die-Uhr-Betreuung durch einen Berater oder eine Beraterin.

Vielmehr stellen spezielle Frauenberatungen für Investments immer wieder fest, dass Frauen, wenn sie erst einmal die ersten Schritte unternommen haben, oft schnell viel Selbstbewusstsein in Sachen Online-Investment entwickeln.

Mythos Nr. 5: Frauen sind zu risikoscheu für Investments

Und noch ein alter Hut. Frauen sind nicht risikoscheu, sondern risikobewusst! Das heißt nichts anderes, dass Frauen sich intensiver mit den möglichen Risiken eines Investments auseinandersetzen, als Männer. Aber je nach Anlageprodukt ist das alles andere als eine schlechte Eigenschaft. Es ist nämlich gerade dieses Risikobewusstsein, dass Frauen davon abhält, impulsive Anlagefehler zu begehen. Risikobewusst zu investieren zahlt sich also aus.

Mythos Nr. 6: Frauen brauchen mehr Finanzbildung, bevor sie investieren

Wissen ist Macht – und zwar unabhängig vom Geschlecht. Das Problem bei diesem Mythos ist, dass Frauen selbst glauben, mehr über Finanzen und Geldanlagen wissen zu müssen, als Männer, um erfolgreich zu investieren. In der Folge investieren Männer häufiger als Frauen, auch dann, wenn beide gleich viel Wissen und Erfahrung haben.

Mythos Nr. 7: Der Gender Pay Gap ist das Hauptproblem

Ja, der Gender Pay Gap ist ein Problem und er wird es auch für die nächsten Jahre und Jahrzehnte bleiben. Denn wer weniger Geld verdient, erhält nicht nur später eine kleinere Rente, sondern hat auch weniger Mittel zum Sparen und Investieren. Also ja, die ungleiche Bezahlung ist ein Problem, für das zwingend eine Lösung gefunden werden muss.

Allerdings ist gerade der Pay Gap auch eine der Triebfedern für Frauen, um zu investieren. Der geringere Verdienst veranlasst uns dazu, das Beste (und Meiste) aus jedem Cent herausholen zu wollen, indem wir ihn umgehend anlegen, um vom Zinseszins eines möglichst diversifizierten Portfolios zu profitieren und das durch den Gender Pay Gap verlorene Geld vielleicht doch noch mal ausgleichen zu können.

Mythen begraben und Geldangelegenheiten selbst in die Hand nehmen!

Wenn Geld Macht ist, dann ist es spätestens jetzt, hier und heute Zeit, als Frau aufzuwachen und das wahre Potential zu erkennen, das sie in Händen halten. Alle neueren Zahlen und Untersuchungen widerlegen die genannten Mythen und Vorurteile über Frauen und Investments längst. Es ist also längst überfällig, dass wir Frauen diese Stereotypen und Märchen über uns selbst auch endlich hinter uns lassen.

Geldanlagen und ein breit gestreutes Portfolio zu eröffnen ist nicht so verwirrend, wie Banker und Wirtschaftsexperten es gerne darstellen. Und wenn es immer noch zu komplex ist, gibt es tolle Anlaufstellen, die unsere Bedürfnisse bestens kennen und unsere Fragen und Bedenken ernst nehmen.

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Julia F.

Julia F.

Julia ist unsere Spezialistin im Bereich “Frauen und Geldanlage”. Selbst als Quereinsteigerin in die Finanz-Szene gestartet, setzt sie sich bei uns mit den typischen Fragen und Unsicherheiten von Frauen beim Thema Geldanlage und Vermögensaufbau auseinander. Und sie spricht aus Erfahrung, denn sie ist mittlerweile selbst erfolgreiche Anlegerin. Julia gewährt uns mit ihren Beiträgen einen Einblick in die weibliche Welt der Geldanlage und des Vermögensaufbaus.

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