Das Capital Asset Pricing Modell - CAPM

Capital Asset Pricing Modell - CAPM
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Markus G

2. Januar 2023

Inhaltsverzeichnis

Das Capital Asset Pricing Model (CAPM) ist ein Modell, das in der Finanzwelt verwendet wird, um die erforderliche Rendite eines Vermögenswerts, z. B. einer Aktie oder einer Anleihe, zu bestimmen. Es hilft Anlegern und Finanzanalysten, das Verhältnis zwischen Risiko und erwarteter Rendite zu verstehen, und kann zur Bewertung der Leistung einer Investition oder eines Portfolios von Investitionen verwendet werden.

Der Grundgedanke des Capital Asset Pricing Modells

Der Grundgedanke des CAPM ist, dass die erwartete Rendite eines Vermögenswerts gleich der risikofreien Rendite plus einer Risikoprämie ist, die ein Maß für das Risiko des Vermögenswerts im Vergleich zum Gesamtmarkt ist. Der risikofreie Zinssatz ist die Rendite einer risikofreien Anlage, z. B. einer US-Staatsanleihe, und wird als Vergleichsgrundlage verwendet.

Die Risikoprämie wird berechnet als das Beta des Vermögenswerts multipliziert mit der Marktrisikoprämie, die der erwarteten Rendite des Gesamtmarktes abzüglich des risikofreien Satzes entspricht.

Wer hat das Capital Asset Pricing Model erfunden?

Das Capital Asset Pricing Model (CAPM) wurde in den 1960er Jahren von William Sharpe, John Lintner und Jan Mossin entwickelt und gilt als “Weiterentwicklung” der modernen Portfoliotheorie von Harry M. Markowitz.

 

Capital Asset Pricing Modell - die Erfinder
Capital Asset Pricing Modell – die Erfinder John Lintner, William Sharpe und Jan Mossin

Das CAPM ist ein Finanzmodell, das die Beziehung zwischen der erwarteten Rendite einer Anlage und dem Grad des systematischen Risikos (auch als Marktrisiko bezeichnet), das die Anlage trägt, beschreibt. Es wird verwendet, um die erforderliche Rendite einer Anlage bei gegebenem Risikoniveau zu bestimmen, und wird häufig zur Bewertung der Leistung eines Portfolios von Vermögenswerten eingesetzt. 

Das CAPM basiert auf der Idee beziehungsweise Annahme, dass Anleger für das Eingehen zusätzlicher Risiken eine höhere Rendite verlangen und dass das Verhältnis zwischen Risiko und Rendite durch einen einzigen Faktor beschrieben werden kann: die Marktrisikoprämie. Dabei gingen sie hinsichtlich des Anlegerverhaltens von folgenden Punkten aus

Anlegerverhalten – die Annahmen des Capital Asset Pricing Modells

Das Capital Asset Pricing Modell (CAPM) setzt hinsichtlich des Anlegerverhaltens folgendes voraus:

  1. Rationalität: Es wird angenommen, dass Anleger rational handeln und in der Lage sind, Informationen effektiv zu nutzen, um ihre Anlageentscheidungen zu treffen.

  2. Homogenität: Es wird angenommen, dass alle Anleger dieselben Informationen und dieselben Überzeugungen über die Markterwartungen haben.

  3. Markttransparenz: Es wird angenommen, dass alle Informationen, die für die Bewertung einer Anlage relevant sind, frei und zugänglich sind.

  4. Single-Period-Orientierung: Es wird angenommen, dass Anleger eine einzige Periode (z.B. ein Jahr) im Blick haben und keine Vorliebe für bestimmte Anlagestrategien haben.

Diese Annahmen über das Anlegerverhalten sind natürlich in einem gewissen Maße idealisiert und in der Realität nicht immer vollständig erfüllt, aber sie bieten eine einfache und praktische Grundlage für die Bewertung von Anlagen und die Berechnung der erwarteten Rendite. Womit wir uns im folgenden Abschnitt der Funktionsweise des CAPM widmen wollen.

Wie funktioniert das Capital Asset Pricing Model im Detail?

Das Capital Asset Pricing Model (CAPM) ist also ein Modell, das in der Finanzwelt verwendet wird, um die erforderliche Rendite für einen bestimmten Vermögenswert auf der Grundlage seines Risikoniveaus im Vergleich zum Gesamtmarkt zu bestimmen.

Dabei ist die Kernaussage des Modells die Folgende:

>> Das CAPM besagt, dass die erwartete Rendite eines Vermögenswerts (wie zum Beispiel einer Aktie) proportional zu seinem systematischen Risiko ist.

CAPM – das Systematische Risiko

Das systematische Risiko beim Capital Asset Pricing Modell (CAPM) beschreibt das nicht-diversifizierbare Risiko einer Anlage, das aus den allgemeinen Marktfaktoren resultiert, die das gesamte Marktportfolio beeinflussen. Es ist das Risiko, das nicht durch die Diversifikation des Portfolios minimiert werden kann. Systematisches Risiko ist von Unternehmen zu Unternehmen und von Branche zu Branche unterschiedlich und hängt von Faktoren wie Konjunktur, Zinsen und politischen Entscheidungen ab. Im CAPM wird das systematische Risiko einer Anlage durch das Beta-Koeffizienten gemessen, das die Volatilität der Anlage im Vergleich zum Gesamtmarkt beschreibt.

CAPM – das unsystematische Risiko

Das unsystematische Risiko, auch als spezifisches Risiko bezeichnet, bezieht sich im Capital Asset Pricing Modell (CAPM) auf das Risiko einer Anlage, das auf spezifische Faktoren des Unternehmens oder der Branche zurückzuführen ist, die nicht allgemein für den Gesamtmarkt gelten.

Dieses Risiko kann durch Diversifikation minimiert werden, indem man das Portfolio aus einer Vielzahl von Anlagen zusammenstellt, die in unterschiedlichen Branchen tätig sind oder unterschiedlichen spezifischen Risiken ausgesetzt sind. Im Gegensatz zum systematischen Risiko, das nicht durch Diversifikation minimiert werden kann, ist das unsystematische Risiko eine Art von Diversifikationsrisiko, das durch eine breitere Diversifikation des Portfolios minimiert werden kann.

CAPM – das Beta

Das Beta beim Capital Asset Pricing Modell (CAPM) ist ein Maß für das systematische Risiko einer Anlage. Es beschreibt die Volatilität einer Anlage im Vergleich zu einem Referenzmarkt, in der Regel dem Gesamtmarkt, und wird oft als Maß für das Marktrisiko interpretiert.

Ein Beta von 1 bedeutet, dass die Volatilität der Anlage dem Marktdurchschnitt entspricht, während ein Beta größer als 1 für eine höhere Volatilität und damit für ein höheres Risiko steht. Ein Beta kleiner als 1 weist auf eine geringere Volatilität und damit auf ein niedrigeres Risiko hin.

CAPM – die Formel der Berechnung

Das Modell geht also davon aus, dass Anleger nur dann in einen Vermögenswert investieren, wenn sie eine Rendite erwarten, die über der risikofreien Rendite des Marktes liegt, zuzüglich einer Prämie für das zusätzliche Risiko, das sie mit der Investition in den Vermögenswert eingehen.

Womit sich die Formel für das CAPM wie folgt darstellt:

  • Erforderliche (erwartete) Rendite = risikofreier Satz + Beta (Marktrendite – risikofreier Satz)

Der risikofreie Zinssatz ist die Rendite, die mit einer risikofreien Anlage, wie z. B. einer US-Staatsanleihe, erzielt werden kann. Das Beta eines Vermögenswerts ist ein Maß für seine Volatilität im Vergleich zum Gesamtmarkt.

Wenn beispielsweise der risikofreie Zinssatz 2 %, die Marktrendite 8 % und das Beta eines Vermögenswerts 1,5 beträgt, wäre die erforderliche Rendite für den Vermögenswert wie folgt:

  • Erforderlich (erwartete) Rendite = 2% + 1,5 (8% – 2%) = 12%

Das bedeutet, dass ein Anleger eine Rendite von 12 % für den Vermögenswert erwarten würde, um das zusätzliche Risiko zu kompensieren, das er mit der Investition in den Vermögenswert eingeht.

Das CAPM ist ein in der Finanzwelt weit verbreitetes Modell und wird häufig von Anlegern verwendet, um die erforderliche Rendite für einen bestimmten Vermögenswert oder ein Portfolio zu ermitteln.

Es weist jedoch einige Einschränkungen und Annahmen auf, darunter die Annahme, dass alle Anleger homogene Erwartungen haben und dass die Märkte vollkommen effizient sind. Diese Annahmen sind in der Praxis nicht immer zutreffend, so dass das CAPM mit Vorsicht verwendet werden sollte.

Die Vor- und Nachteile des Capital Asset Pricing Modells

Zu den Vorteilen des CAPM gehören:

  • Es ist ein in der Finanzbranche weithin akzeptiertes und verwendetes Modell, was bedeutet, dass es eine gängige Benchmark für die Bewertung von Investitionen ist.
  • Es ist relativ einfach zu verstehen und anzuwenden, was es einem breiten Spektrum von Anlegern und Analysten zugänglich macht.
  • Es berücksichtigt die, mit den verschiedenen Vermögenswerten verbundenen Risiken und hilft den Anlegern, den Kompromiss zwischen Risiko und Ertrag zu verstehen.

Zu den Nachteilen des CAPM gehören:

  • Es beruht auf der Annahme effizienter Märkte, was bedeutet, dass es davon ausgeht, dass alle relevanten Informationen über einen Vermögenswert bereits in seinem Preis enthalten sind. Diese Annahme ist in der Praxis nicht immer zutreffend.
  • Andere Faktoren, die sich auf die Rendite eines Vermögenswerts auswirken können, wie z. B. Dividenden oder Veränderungen im zugrunde liegenden Geschäft, werden nicht berücksichtigt.
  • Es stützt sich bei der Berechnung der erwarteten Renditen auf historische Daten, was bedeutet, dass es künftige Renditen möglicherweise nicht genau vorhersagt.

Zusammenfassung und Fazit zum Capital Asset Pricing Modell

Das Capital Asset Pricing Model (CAPM) ist ein leistungsstarkes Finanzinstrument zur Analyse von Investitionen. Es verwendet zwei Schlüsselvariablen – das Beta und den risikofreien Zinssatz -, um die erwartete Rendite eines Anlegers auf seine Anlagen unter Berücksichtigung der potenziellen Risiken und Chancen zu berechnen. Indem diese Faktoren zusammen berücksichtigt werden, können Anleger fundierte Entscheidungen über ihre Investitionen treffen.

Insgesamt ist das CAPM also ein nützliches Instrument, um das Verhältnis zwischen Risiko und Rendite zu verstehen, aber es sollte in Verbindung mit anderen Analysen verwendet werden und man sollte sich nicht ausschließlich darauf verlassen.

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Markus G

Markus ist der “Kopf” des Teams. Ideengeber, Vermarkter, Redakteur und irgendwie an allem auf diesem Portal beteiligt. Ohne ihn würde es dieses Portal so nicht geben. Eine Idee – entstanden aus dem persönlichen Interesse an FinTech und nun langjähriger Erfahrungen in der Finanz-Szene. Zudem ist Markus Kolumnist auf zahlreichen Online-Plattformen – vor allem im englischsprachigen Raum (The Verge, Talkmarkets, Stockopedia, aber u.a. auch auf Focus.de
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