ESTABLY – das Robo-Advisor Angebot im ausführlichen Test

Das digitale Kapitalanlage Angebot von Estably - lohnt sich hier ein Investment für Anleger? Unser Estably Test gibt Antworten........

1. Der Robo-Advisor Estably im Test

Ein digitaler Vermögensverwalter der etwas anderen Art: Estably, Marke und Tochter der Früh & Partner Vermögensverwaltung AG mit Sitz in Liechtenstein, ist ein Robo-Advisor, der auf die, vor allem durch Warren Buffet bekannte gewordene Strategie des „Value Investing“ setzt und damit eine Outperformance gegenüber anderen Robo-Advisors anstrebt.

 

Estably Test - Investmentstrategie nach Warren Buffet
Grafik: Warren Buffet und seine Investment-Strategie des “Value Investing” gilt als Vorbild für die Anlagestrategien beim Robo-Advisor Estably – Quelle: Estably

Dabei werden die Kundenportfolios nicht rein automatisiert verwaltet, Estably setzt auf eine hybride Lösung mit Mensch und Maschine – und ausschließlich auf Einzelaktien und Anleihen. Als Depotbanken stehen gleich zwei zur Auswahl: Die Baader Bank in Deutschland und die Liechtensteinische Landesbank in Liechtenstein.

Der von den Geschäftsführern Andreas Wagner und Markus Prodinger geführte Robo-Advisor besticht durch eine exzellente Performance. 

Wichtig zu wissen: Anders als ein Großteil der Mitbewerber verlangt Estably eine Performance-Gebühr. Ein erfolgreiches Jahr kostet also extra. Doch dazu mehr im Laufe unseres Estably Test.

2. Die Geldanlage mit dem RoboAdvisor Estably

Klarer Fokus auf Value Investing, lediglich drei Ausprägungen für die unterschiedlich risikobewussten Anleger: Das Angebot von Estably ist klar formuliert. Durch den Fokus auf Einzelaktien (und Anleihen) unterscheidet hebt sich der Anbieter im Wettbewerbsvergleich ab.

Um bei Estably investieren zu können, ist eine Mindestanlage von 35.000 Euro nötig. Für Kleinst- und Kleinanleger mit geringen finanziellen Mitteln ist der Vermögensverwalter also eher nicht geeignet.

2.1 Der Registrierungsprozess

Während bei den Wettbewerbern auf dem immer größer werdenden Markt der Robo-Advisor meist zuerst das Anlageziel abgefragt wird, bevor die Registrierung stattfindet, dreht Estably den Spieß um. Erst nach Angabe erster persönlicher Daten folgt in 15 bis 30 Minuten der Onboarding-Prozess mit den marktüblichen Fragen rund um Anlageziel und Risikobereitschaft.

2.1.1 Datenerfassung

Die Datenerfassung bei Estably erfolgt in drei Schritten: 

 

  • Geldanlage planen
  • Strategie auswählen
  • Depot eröffnen.

Der Prozess zeichnet sich durch eine Prozentangabe aus, über die ersichtlich wird, wo man aktuell steht und wie lange es noch dauert. Zu Beginn wird zudem aufgeschlüsselt, mit welcher Nationalität bzw. mit welchen Wohnsitzländern ein Konto eröffnet werden darf.

 

Estably Testbericht - Initiierung Onboarding
Grafik: Der Onboarding Prozess beim Robo-Advisor Angebot von Estably – aufgegliedert in 3 Module – Planung der Geldanlage, Strategie-Auswahl & Depot-Eröffnung – Quelle: Estably

Was beim Registrierungsprozess bereits deutlich wird und sich wie ein roter Faden durch das gesamte Angebot zieht: Die Darstellung ist im Vergleich zu anderen Anbietern eher klassisch und weniger modern und intuitiv.

Die Datenerfassung läuft wie folgt ab:

 

  1. Auswahl einer der beiden Depotbanken – entweder die Baader Bank (Mindestanlage: 30.000 Euro) oder die Liechtensteinische Landesbank (Mindestanlage: 100.000 Euro). Pluspunkt: Die Kosten werden direkt und transparent dargestellt.
  2. Angabe, ob das Geld für Vermögensaufbau/-ausbau, Altersvorsorge, Familienvorsorge, kurzfristige Gewinnerzielung (Spekulation) oder Liquiditätsversorgung angelegt werden soll. Eine Mehrfachauswahl ist möglich.
  3. Im dritten Schritt folgt die Abfrage des Anlagehorizonts. Der Kunde kann zwischen eins bis fünf, fünf bis zehn oder mehr als zehn Jahre wählen.
  4. Als Nächstes wird das jährliche Einkommen (bis 25.000 Euro, 25.001 bis 50.000 Euro, 50.001 bis 100.000 Euro, über 100.000 Euro) ermittelt. Zwei Dinge fallen auf: Die Schritte sind gerade für „Wenigverdiener“ sehr groß und eine gerade für Laien wichtige Information fehlt: Sind die Beträge brutto oder netto zu verstehen?
  5. Im darauffolgenden Schritt wird die Vermögenssituation (Cash, Immobilien, Schulden u.a.) analysiert. Dabei ermittelt ein kleiner Rechner die verfügbaren Mittel – liegen diese unter dem Mindestanlagewert, geht es gar nicht erst weiter.
  6. Nach der Eingabe der gewünschten Anlagehöhe muss der Kunde zudem angeben, wie er das Geld erwirtschaftet hat. Kommt das Geld beispielsweise aus einer Angestelltentätigkeit, muss – laut Estably aus regulatorischen Gründen – zudem der Arbeitgeber angegeben werden.
  7. Abfrage der Einschätzung der eigenen Kenntnisse der Anlageklassen Geldmarkt, Anleihen und Aktien.
  8. Angabe der jährlichen Transaktionen der letzten zehn Jahre in den drei zuvor genannten Anlageklassen.
  9. Verpflichtung, Informationen zu den drei Anlageklassen herunterzuladen und Bestätigung der Kenntnisnahme. An dieser Stelle tritt erstmals eine Kontaktmöglichkeit auf – zuvor gar nicht.
  10. Im zehnten Schritt muss angegeben werden, wann (in weniger als zwei, zwei bis vier, vier bis sechs, sechs bis acht oder mehr als acht bzw. gar nicht) mit dem bei Estably hinterlegten Geld Ausgaben geplant sind.
  11. Auswahl, wie viel jährlich gespart werden kann: Nichts (entweder weil man vom Vermögen lebt oder weil kein Überschuss vorhanden ist), 25.000 Euro, 50.000 Euro oder über 50.000 Euro.
  12. Im letzten Fragenblock werden klassische Fragen zur Risikobereitschaft und dem Verhalten bei schwankenden Märkten gestellt.
 
Estably Testbericht - Anlageziele - Onboarding
Grafik: Estably bietet im Rahmen des Onboardings bei seinem Robo-Advisor die Bestimmung von verschiedenen Anlagezielen – Quelle: Estably
2.1.2 Anlagestrategie

Sind alle Daten verarbeitet, erscheint der Vorschlag zu einer der drei verfügbaren Anlagestrategien. Es kann aber auch ohne Probleme eine der beiden anderen Strategien gewählt werden – lediglich ein kurzer Hinweistext erscheint.

 

Estably Testbericht - Vorschlag Anlagestrategie
Grafik: Darstellung der, aus den Ergebnissen im Rahmen des Onboarding gemachten Angaben, ermittelten Anlage-Strategie – hier Value 30 – Quelle: Estably

Positiv: Alle Strategien werden nochmals ausführlich erläutert.

Negativ: Es sind keine Angaben zur historischen Performance oder zur erwartbaren Rendite angegeben. Weder in Textform noch als grafische Ansicht – in diesem Punkt fällt Estably gegenüber seinen Mitbewerbern ab.

2.1.3 Abschluss der Registrierung

Nach der Bestätigung der Anlagestrategie müssen die noch fehlenden persönlichen Informationen eingetragen werden – inklusive der Informationen zum Arbeitgeber bzw. zur eigenen Firma, falls vorhanden.

Zudem werden Steuerinformationen abgefragt. Danach erfolgt die Identifikation und das Depot bzw. Konto ist eröffnet.

 

Estably Testbericht - Abschluss Registrierung Onboarding
Grafik: Nach Annahme des Anlagevorschlags kann das Depot eröffnet werden. Hierzu wird dann die Registrierung als Anleger erforderlich – Quelle: Estably

Was nun lediglich noch erfolgen muss, ist die Einzahlung der Mindestanlagesumme – bezogen darauf, ob das Depot in Deutschland (35.000 €) oder in Liechtenstein (100.000 €) geführt werden soll.

Zwischenfazit im Estably Test: Der gesamte Onboarding Prozess ist bei Estably recht einfach gehalten. Die Abfragen zu Kenntnissen über verschiedene Anlageklassen sowie der Abfrage der wirtschaftlichen Verhältnisse des Anlegers sind Standard und auch in der grafischen Darstellung nichts außerordentlich Beeindruckendes. Neutrale Wertung in unserem Estably Test

2.2 Angebotsdarstellung

Der Robo-Advisor ist nur über seine responsive Homepage erreichbar, eine App gibt es nicht.

Estably arbeitet auf seiner eher klassisch anmutenden Homepage mit einem Investitionsrechner und einigen Erklärvideos, die beispielsweise die Value Investing-Strategie oder das Highwater Mark-Prinzip erklären. 

Das lockert die Homepage etwas auf, die im Gesamteindruck sehr aufgeräumt wirkt und sich auf das Wesentliche (Strategien, Kosten, Sicherheit) konzentriert. 

Estably Testbericht - Anlagevorschlag final
Grafik: Darstellung einer möglichen Wertentwicklung der 3 zur Verfügung stehenden Anlagestrategien unter 3 verschiedenen Szenarien – Quelle: Estably

Die drei verfügbaren Ausprägungen der grundlegenden Value Investing-Strategie sind transparent dargestellt und werden ausführlich erklärt. Dabei fällt auf, dass vor allem Starinvestor Warren Buffett, aber auch Joel Greenblatt und andere international anerkannte Investoren, bzw. deren Strategien, Vorbild sind.

Während in den FAQ auf jeder Unterseite und auch gesammelt einfach erreichbar alle wichtigen Informationen rund um Strategien, Depot & Co. einsehbar sind, sucht man Informationen zu nachhaltigen Investments und Kinderdepots/-sparplänen vergeblich. 

Auch die Möglichkeit von grundlegenden Sparplänen ist nicht direkt ersichtlich – etwas versteckt in den FAQs ist festgehalten, dass das möglich ist. Details dazu gibt es aber nicht.

2.2.1 Welche Anlageklassen gibt es?

Anders als ein Großteil seiner Mitbewerber investiert Estably ausschließlich in Aktien und Anleihen. Passiv gemanagte ETFs oder Fonds sucht man vergeblich. Zudem wird je nach Marktlage eine kleine Position Cash (rund zehn Prozent) gehalten.

2.2.2 Welche Anlagestrategien gibt es?

Die Anlagestrategie ist für den Kunden sehr deutlich erkenntlich, sie wird an fast jeder möglichen Stelle erläutert: Value Investing. Dabei investiert Estably in ausgewählte Einzeltitel (und je nach Portfolio auch Anleihen), deren fairer Wert über ihrer aktuellen Bewertung liegt. Es wird also auf ein früher oder späteres Erreichen des fairen Werts gesetzt.

Innerhalb dieser Strategie bietet der Robo-Advisor drei Ausprägungen an, die sich in ihrer Zusammensetzung aus Aktien, Anleihen und Cash unterscheiden:

 

  • Value 30 (60% Anleihen, 30% Aktien, 10% Cash) – defensive Strategie mit Fokus auf festverzinsliche Anleihen
  • Value 60 (30% Anleihen, 60% Aktien, 10% Cash) – ausgewogene Strategie mit festverzinslichen Anleihen als Stabilität, reales Kapitalwachstum steht im Vordergrund
  • Value 100 (0% Anleihen, 90% Aktien, 10% Cash) – offensive Strategie, die nur in Aktien investiert

Der Kunde kann seine anfangs gewählte Strategie jederzeit ändern. Die Portfolios bestehen aus 20 bis 25 Einzelaktien, ergänzt durch einen Anleihenfonds mit rund 40 Anleihen – außer bei der Value 100-Strategie, hier sind ausschließlich die Einzeltitel im Portfolio.

Durch den aktiven Ansatz findet das Rebalancing (Umschichtung der Investitionen, um die ursprüngliche Anlageaufteilung wieder zu erreichen), je nachdem ob die Einzeltitel noch zur Value Investing-Strategie passen oder nicht, manuell statt.

 

Estably Testbericht - die 3 Value Investing-basierenden Anlagestrategien
Grafik: Die 3 Estably Anlagestrategien, die auf dem Ansatz des Value-Investings basieren – inklusive Informationen zur Portfoliozusammensetzung etc. – Quelle: Estably
2.2.3 Wie hoch ist die Mindestanlage?

Um bei Estably investieren zu können, müssen mindestens 35.000 Euro (Baader Bank) oder 100.000 Euro (Liechtensteinische Landesbank) aufgebracht werden. Das Angebot richtet sich also weniger an Kleinst- und Kleinanleger. 

2.2.4 Sind Sparpläne möglich?

In der Registrierungsphase ist zu keinem Zeitpunkt von Sparplänen die Rede, auf der Homepage beim klassischen Rendite-Rechner hingegen gibt es die Möglichkeit, eine monatliche Rate einzuberechnen.

Eine Anfrage beim Kundenservice Anfang Juni 2021 bringt Licht ins Dunkel:

„Der «Sparplan» bei Estably hat grundsätzlich keine Mindestsumme. Richten Sie für einen Sparplan einfach einen Dauerauftrag bei Ihrer Bank zugunsten Ihres Kontos bei der Baader Bank bzw. der Liechtensteinischen Landesbank ein. Sobald die Zuzahlungen die Cash Quote im Depot maßgeblich erhöht, werden wir die zusätzliche Liquidität in den kommenden Werktagen veranlagen.“

Sparpläne sind also in jeglicher Höhe möglich – allerdings muss der Mindestanlagebetrag investiert werden.

Spezielle Kinder-Sparpläne in Form eines Junior Depots werden nicht angeboten. An der Stelle erfolgt leider eine geringe Abwertung in unserem Estably Test.

Zwischenfazit im Estably Test: Mindestanlagesumme zwischen 35.000 und 100.000 €, kein explizites Sparplan Angebot,, kein Junior Depot - an dem Punkt stellt sich Estably als durchaus "elitärer" Anbieter dar, der bestimmte Zielgruppen nicht anspricht. Hinzu kommt, dass lediglich 3 Strategien zur Verfügung stehen und auch bei den gewählten Anlageinstrumenten / Anlageklassen lediglich Aktien / Anleihen und Cash Verwendung finden. Ist das nun zu wenig für ein "rundes" Angebot? Im Vergleich zum Gros der Mitbewerber sicherlich, aber letztendlich muss auch gesagt das, dies in Ordnung ist, solange die Rendite stimmt.

3. Die Investmentphilosophie von Estably

Estably verfolgt eine der gängigsten und bekanntesten Investmentphilosophien am Markt: Value Investing. Die Strategie wurde vor allem durch Warren Buffett, viertreichster Mensch der Welt und CEO der Investment-/Holdinggesellschaft Berkshire Hathaway, bekannt.

Mit dieser Strategie investiert Estably ausschließlich in Einzelaktien (und Anleihen), die alle zuvor einer detaillierten, menschlichen Prüfung unterzogen wurden. Investments in ETFs, Fonds oder Indizes gibt es nicht.

Der digitale Vermögensverwalter gibt neben seinen Investmentgrundsätzen (u.a. „Kaufe nur, was du kennst“ oder „Kaufe auf Jahre und Jahrzehnte“ – wieder starke Ähnlichkeit zu Warren Buffett) drei Schritte seines Handelns an:

 

  1. Analyse: Es werden sowohl fundamentale als auch weiche Faktoren wie das Management, die Qualität des Geschäftsmodells oder Wettbewerbsvorteile analysiert.
  2. Bewertung: Liegt der faire Wert des Unternehmens über dem aktuellen Kurs? Nur dann, das ist der oberste Grundsatz des Value Investings, ist das Unternehmen ein Kauf. Oft tritt dieser Fall in schwachen Marktphasen ein.
  3. Überwachung: Sinkt beispielsweise der Kurs eines Unternehmens im Portfolio, während die Faktoren aus Punkt eins weiterhin erfüllt sind, bietet das günstige Nachkaufgelegenheiten. Ändern sich diese und sind nicht mehr erfüllt, wird je nach Marktlage verkauft.

Zwischenfazit im Estably Test: Beim Thema Investmentphilosophie setzt Estably auf die bewährte Strategie des Value Investing eines Warren Buffet, der hinsichtlich seines Erfolges mit dieser Strategie über jeden Zweifel als auch Kritik erhaben sein dürfte. So auch bei Estably an diesem Punkt - zumal sich der Erfolg dieser Philosophie letztendlich auch in der erzielten Performance der Liechtensteiner mehr als eindeutig darstellt.

4. Das RoboAdvisor-Angebot von Estably

Die folgenden Kapitel in unserem Robo-Advisor Test beschäftigen sich mit den wichtigsten Parametern im Wettbewerbsvergleich >>

 

  • Kosten
  • Service
  • Sicherheit
  • Performance,

bevor wir abschließend eine Bewertung in unserem Estably Test abgeben.

4.1 Bewertung der Kosten

Die Kosten bei Estably werden äußerst transparent kommuniziert. Durch die Wahl aus zwei verschiedenen Depotbanken ergeben sich allerdings unterschiedliche, aber trotzdem sehr einfache Kostenstrukturen:

 

  • Baader Bank: 1,2% Verwaltungsgebühr (beinhaltet losgelöst vom Anlagebetrag alle anfallenden Kosten)
  • Liechtensteinische Landesbank: 1,5% Verwaltungsgebühr (beinhaltet ebenfalls alle Kosten)
Estably Kostenmodell
Grafik: Das Estably Kostenmodell – Aufgrund dessen, dass Depots sowohl in Deutschland als auch Liechtenstein eröffnet werden können, unterscheiden sich die Gebühren dahingehend – Quelle: Estably

Zur Verwaltungsgebühr (Abrechnung quartalsweise) kommt zusätzlich die eidgenössische Stempelabgabe (Umsatzabgabe). Beim Kauf bzw. Verkauf von Schweizer oder Liechtensteiner Wertpapiere werden 0,075%, beim Verkauf ausländischer Wertpapiere 0,15% fällig.

Externe Kosten gibt es nicht, da direkt in Einzelaktien investiert wird. Die Pauschalen sind verglichen mit anderen Robo-Advisors hoch – allerdings bieten die wenigsten einen derart individuellen Ansatz mit guter Performance.

Was Estably zudem von vielen Wettbewerbern unterscheidet: Es wird eine „Erfolgsgebühr“ (performance fee) von 10% fällig. Diese wird nach dem High Watermark-Prinzip berechnet: Nur wenn das Depot im Kalenderjahr einen neuen Höchststand erreicht, wird die Gebühr fällig.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Gebühren auf den ersten Blick hoch sind. Betrachtet man jedoch die Art der Vermögensverwaltung und die historisch erzielten Renditen, relativiert sich dieses Gefühl sehr schnell.

4.2 Bewertung des Service

Der Support reagiert sehr schnell innerhalb weniger Stunden, zudem stellt Estably eine Vielzahl an Kontaktmöglichkeiten zur Verfügung: Der Robo-Advisor ist klassisch per Telefon und E-Mail, aber auch per WhatsApp und über diverse soziale Medien (Facebook, Twitter, LinkedIn und YouTube) erreichbar.

Die FAQ zum Anbieter, seinen Partnerbanken und grundsätzlichem Finanzwissen ist zwar umfangreich, aber leider etwas unübersichtlich.

Neben den klassischen Informationen auf der Homepage, die auch auf Englisch verfügbar ist, gibt es zudem ein 28-seitiges Whitepaper mit tiefergehenden Informationen zum Download. Leider wird dieses nicht wie versprochen nach Anmeldung beim Newsletter bereitgestellt, im Test ist der Download-Button an anderer Stelle mehr oder weniger zufällig aufgetaucht.

Alles in allem sind die gegebenen Informationen (v.a. das ausführliche Whitepaper, ein Auszug daraus in der nachfolgenden Grafik) und der Service als sehr gut einzustufen.

Estably Testbericht - Info Whitepaper
Grafik: Auszug aus dem downloadbaren Whitepaper beim Roboadvisor Estably, dass genaueren Aufschluss über Anlagestrategien, Portfolio-Zusammensetzungen als auch Performancedaten bietet – Quelle: Estably

4.3 Bewertung der Sicherheit

Das bei den beiden Partnerdepotbanken hinterlegte Kapital ist jeweils bis zu einer gesetzlich festgelegten Höhe gesichert.

Das angelegte Konto bei der Baader Bank AG ist durch die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 Euro geschützt.

Darüber hinaus schützt der Einlagensicherungsfonds bis zu einer Höhe von zurzeit 20% des maßgeblichen haftenden Eigenkapitals der Bank.

Die Gelder bei der Liechtensteinischen Landesbank (Mitglied der Einlagensicherungs- und Anlegerentschädigungsstiftung (EAS)) sind bis zu einer Höhe von 100.000 CHF geschützt.

Ein- und Auszahlungen sind wie am Markt üblich nur über das hinterlegte Referenzkonto möglich, alle Daten sind verschlüsselt und geschützt gespeichert. Es gibt bei Estably keine Sicherheitsbedenken.

4.4 Bewertung der Performance

Estably geht mit seiner Performance sehr offen um – was mit einer im Wettbewerbsvergleich hervorragenden Rendite leichtfällt.

Die Performance der drei Strategieausprägungen im Jahr 2021 (Stand: 01.06.2021) im Vergleich mit einer Benchmark (je 30/60/95% MSCI World Price Index EUR, ergänzt mit dem Euro Corporate Total Return Index Value und 5% Cash):

 

  • Value 30: 5,71% (Benchmark: 2,37%)
  • Value 60: 10,55% (Benchmark: 5,87%)
  • Value 100: 16,23% (Benchmark: 10,45%)
Estably Testbericht - Performanceüberblick
Grafik: Vereinfachte Darstellung der Performance der 3 Estably Anlagestrategien im Vergleich zur Benchmark – Quelle: Estably

Der Robo-Advisor besticht durch deutlich über dem Benchmark liegende Renditen, auch im historischen Vergleich der letzten fünf Jahre, den Estably als Rückrechnung anbietet.

Estably Testbericht - Performanceüberblick -2

Neben dem Vergleich mit einer eigens definierten Benchmark – was zum eigenen Vorteil ausgelegt werden kann – schneidet der Vermögensverwalter aber auch im breiten Test mit anderen Anbietern hervorragend ab. Estably nimmt an zwei Echtgeld-Vergleichen teil, unter anderem beim Test des Portals brokervergleich.de, und liegt dabei im Zeitraum seit Mai 2020 auf dem ersten Platz mit einer Performance von 35,3% (Stand: 30. April) – mehr Vergleichsräume gibt es für Estably nicht.

Zwischenfazit im Estably Test - Performance der Strategien: Was das Thema Performance angeht, so kann das Robo-Advisor Angebot von Estably vollends überzeugen. Über 16 % Rendite mit der "aggressivsten" Strategie Value 100 sind zweifelsohne eine Ansage. Damit lässt Estably zum jetzigen Zeitpunkt (Juni 2021) belegbar das Gros seiner Mitbewerber klar hinter sich - ein Punkt, der in unserem Test klar für die Online-Vermögensverwaltung aus Liechtenstein spricht.

5. Fazit: Tolle Performance zu anspruchsvollen Preisen

Fakt und damit die grundsätzliche Erkenntnis in unserem Estably Test: Das Roboadvisor Angebot aus Liechtenstein ist teuer, liefert aber beim Blick auf die bisher erzielte Rendite auch vergleichsweise sehr starke Zahlen ab. Durch den Fokus rein auf Einzelaktien gelingt es dem Robo-Advisor, bis dato sowohl den breiten Markt, als auch das Gros der Mitbewerber im deutschen Robo-Advisor Markt zu schlagen.

Wer zudem als Anleger Wert auf eine Geldanlage in Aktien als Direkt-Investments setzen möchte, ist mit Estably zweifelsohne sehr gut bedient. Zumal das Roboadvisor Angebot an sich recht einfach gehalten ist. Wer sich ein wenig mit der Welt des Investment auseinander gesetzt hat, dürfte mit dem Vorgehen von Estably kein Verständnis-Problem haben. 

Generell gilt jedoch, dass  die „Einstiegshöhe“ mit 35.000 respektive 100.000 Euro sehr hoch und nicht für jeden Investor geeignet ist. Die hohe Mindestanlagesumme ist zweifelsohne der Einzeltitel Investmentstrategie geschuldet, macht aber auch deutlich, dass sich  bestimmte Anlager-Gruppen nicht angesprochen fühlen dürften.

Auch das optische Erscheinungsbild ist gerade im Vergleich mit anderen, deutlich moderner wirkenden Robo-Advisorn, noch ausbaufähig. Insofern reicht es für Estably in unserem Test nicht ganz zur Höchstpunktzahl. Ein mehr als gutes Roboadvisor Angebot ist es dennoch. 

Testergebnis der Redaktion

4/5 Punkte

4/5

Johannes S.

Estably Test » RoboAdvisor-Portal.com - das Infoportal
Johannes ist klassischer Quereinsteiger im Bereich der Vermögensverwaltung. ETFs, Aktien, Börse, Robo-Advisors – gepackt von den Möglichkeiten und der Faszination der Finanzwelt hat er Bücher verschlungen, Erfahrungen gesammelt und beschäftigt sich tagtäglich mit dem Kapitalmarkt. Mindestens genauso leidenschaftlich schreibt er im Rahmen seiner Selbstständigkeit als freier Autor. Zwei Leidenschaften, die sich ideal vereinen lassen und ihn zu unserem Portal geführt haben

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